ASE INVESTMENT AG BETRUG AN 2.500 ANLEGERN?

Der Schweizer Martin Schlegel, Vermögensverwalter, aus Gipf Oberfrick und Wohnsitz Bangkok wurde schon einmal verhaftet, aber nicht angeklagt. In Bangkok (2012) lebte Schlegel bis 2012 ehe er nach Deutschland überstellt wurde. Anfang 2015 durfte er nach einem Schuldgeständnis in vorzeitigen Strafvollzug. Der Prozess findet nicht wie geplant im Bezirksgerichts in Laufenburg statt, sondern in der Laufenburger Straße 1, in Eiken.
Vermögensverwalter Martin Schlegel wird wegen gewerbsmäßigen Betrugs, qualifizierter ungetreuer Geschäftsbesorgung und Urkundenfälschung angeklagt. Er steht im Verdacht, als Chef der ASE Investment AG in Fricktal (Aargau) 2.500 Anleger um rund 157 Millionen Euro geprellt zu haben. Wieder einmal ließen sich tausende Anleger von einer utopischen Rendite von 18 Prozent p.a. locken. Schlegel war ebenfalls bei der im Betrugsdelikt eingebundenen Max Entertainment Group dabei. Die ASE kaufte Aktienpakete von dieser Firma – diese suggerierte, Kampfsport-Events zu organisieren.

Die Vorstände, ebenfalls wegen Betruges angeklagt, dieser Max Entertainment Group, der Stuttgarter Aktienerfinder Hans Jürgen Käfer und dessen Frau Karin Käfer, wurden am 15. Juli 2014 in ihrem Villenanwesen in Lachen am Zürichsee verhaftet. Sie schafften es zwischen 2006 bis zum Verbot 2007 des Aktienhandels, ohne echte Zielinvestitionen, von 340 Anlegern rund 60 Millionen Euro einzusammeln. Die Schweizer Polizei stellte von den 60 Millionen Euro nur noch 74.000 Euro sicher. Ihr Verfahren ist abgetrennt von Martin Schlegel. Neben dem geständigen Martin Schlegel wird jedoch der einstige ASE-Verwaltungsratspräsident Simon Müller aus Hellikon in der Schweiz, sowie ein ehemaliger Kundenberater der Baseler Kantonalbank BKB auf der Anklagebank sitzen. Die Angeklagten wurden wegen gewerbsmäßigen Betrugs, qualifizierter ungetreuer Geschäftsbesorgung und wegen mehrfacher Urkundenfälschung angeklagt. Das teilte die Aargauer Staatsanwaltschaft am Montag Fraudanwalt mit.

Zum Ärgernis der vielen geschädigten Anleger weisen die Beschuldigten gemäß Staatsanwaltschaft jegliche Schuld von sich.

Die ASE Investment agierte als externe Vermögensverwalterin und bot Kunden Devisenhandel in unterschiedliche Produkten an. Bei der Vermögensverwaltungstätigkeit der ASE kam es im Laufe der Zeit zu diversen massiven Unregelmäßigkeiten, wie die Staatsanwaltschaft festhält.

Dem Hauptbeschuldigten Martin Schlegel wird insbesondere vorgeworfen, dass er die bei seiner Anlagetätigkeit seit 2006 erlittenen Verluste verheimlicht und stattdessen den Anlegern fiktive Gewinne ihrer Anlagen vorgetäuscht hat. Ähnliche Fälle sind auch aus Deutschland und den USA bekannt.

ANLEGERSCHUTZ WEITERHIN MANGELHAFT

Das reformierte Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) hat den Markt für „Geschlossene Fondsprodukte“ in Deutschland neu geordnet: Die Anbieter neu emittierter Finanzprodukte sollen stärker reguliert  und damit der Verbraucherschutz verbessert werden. Die AIFM-Direktive (AIFMD) ist mit der Umsetzung durch das Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) seit zwei Jahren Teil des deutschen Rechts geworden. Damit hat der Gesetzgeber tiefgreifende Veränderungen begonnen – für die privaten Anleger und besonders auch für die Emittenten von Fonds. Die Emissionshäuser geschlossener Fonds mussten bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) eine AIFM-Lizenz beantragen und neue, stärker risikoorientierte Anforderungen verinnerlichen.

Damit unterliegen die Manager geschlossener Fonds beispielsweise für Immobilien oder Flugzeuge erstmals dem gleichen Rechtsrahmen wie Offene Fonds im Wertpapier- und Immobilienbereich. Dass die notwendige Lizenzierung und Aufsicht durch die Bafin den Markt für geschlossene Fonds stark verändern wird, da sind sich alle einig. Aber ob auch tatsächlich mehr Qualität entsteht und Anleger besser vor Betrug geschützt sind, bleibt fraglich. Fraudanwalt geht davon aus, dass von den derzeit noch über 300 Emittenten geschlossener Fonds in Deutschland lediglich 60 bis 80 Anbieter dauerhaft bleiben und neue Produkte emittieren werden. Diese starke Konsolidierung des Marktes wird vermutlich nicht zu einer weiteren Stabilisierung und Professionalisierung des Geschäfts führen. Auch weiterhin werden Betrüger, wenn sie es denn „gut genug anstellen“ Erfolg haben!

Investorenschutz für alternative Investments?

Gleichzeitig mit der Einführung der AIFMD und des KAGB hat sich der Gesetzgeber auch von den Folgen der Finanzkrise leiten lassen: Der Anlegerschutz sollte weiter gestärkt und „Lücken“ sollten geschlossen werden, heißt es aus offiziellen Stellen. Die alternativen Investmentfonds müssen seit Mitte 2013 in vielen Bereichen von einer Verwahrstelle (vor Einführung des KAGB -Depotbank -genannt) kontrolliert werden.

Gleiches gilt für die in geschlossenen Fonds verpackten Sachwerte, die laut Sachwerteverband BSI ein Volumen von insgesamt mehr als 200 Milliarden Euro innehaben. Die Verwahrstellen kontrollieren allerdings nur die aufgelegten geschlossenen Fondsprodukte, die nach der Regulierung auf den Markt gelangen – nicht jene die bereits am Markt Kapital vernichten. Seriöse Anbieter werden die Kapitalanlagen des bisherigen sogenannten „grauen Kapitalmarkts“ in den „weißen Kapitalmarkt“ überführen. Jene, die es nicht tun, müssen intensiv kontrolliert werden, um weitere Anlegerschäden abzuwenden.

PARADIES FÜR FINANZBETRÜGER

Der angesehene Spezialist für Bank- und Kapitalmarktrecht Dietmar Kälberer sagt gegenüber dem Finanzmagazin Capital, dass „Deutschland ein Paradies für windige Unternehmer und Betrüger sei“. Er ist der beste Anlegerschutzanwalt in Deutschland, loben ihn Mandanten wie Weggefährten. Anders als der berühmt-berüchtigte Anlegerschutzanwalt, vertritt Kälberer nicht überwiegend gebeutelte Kleinanleger, sondern Investoren großer Banken (Commerzbank) oder des VW-Konzerns.

In Deutschland tauchen täglich 18 Fälle von Kapitalanlagebetrug auf. In keinem anderen Bereich der Wirtschaftskriminalität lassen sich derart hohe Zuwachszahlen feststellen. Die Dunkelziffer, so die Vermutung von Kriminologen, liegt deutlich höher: Demnach werden viele Betrugsdelikte aus Scham oder aus Angst vor Imageschäden nicht zur Anzeige gebracht.

Neben der Zahl der Fälle steigen auch die Summen, beobachtet das Aufklärungsportal Fraudanwalt. In dem überwiegenden Teil der Fälle sind es hochprofessionelle Kriminelle, die einen Kapitalanlagebetrug über Monate vorbereiten. Seither hat die Erkenntnis gewonnen, welche die Gier als etwas Gutes sieht, der man nachgeben sollte. Die gnadenlose Durchsetzung persönlicher Interessen ohne Rücksicht auf Kapitalanleger gilt plötzlich als richtig.

S & K Sachwert AG – Schneeballsystem, Infinus – Schneeballsystem, German Pellets – Anlagebetrug

In Frankfurt vor dem Landgericht müssen sich seit Ende 2015 sechs Männer verantworten, die wegen schweren bandenmäßigen Betrugs und Untreue angeklagt wurden. Stephan Schäfer und Jonas Köller sollen mit einem versteckten Firmen- und Beteiligungssystem mehr als 11.000 Anleger um mindestens 300 Millionen Euro gebracht haben. Strukturiert hat die Frankfurter Staatsanwaltschaft in einer mehr als 1.750-seitigen Anklageschrift vorgetragen, wie die Kapitalbetrüger agierten.

Ob Peter Leibold aus Wismar ein Betrüger ist, steht noch nicht fest. Die Pleite des Brennstoffherstellers German Pellets war nicht mehr abzuwenden für den windigen Geschäftsmann, als eine Bankforderung in Höhe von 30 Mio. € fällig wurde. German-Pellets-Firmengründer Peter Leibold blieb nur noch der Gang zum Amtsgericht. Am 10. Februar meldete der Geschäftsführer Konkurs an. Die erhoffte Sanierung in Eigenverwaltung lehnte die Richterin ab – spätere Details sollten ihr Recht geben. Werden alle Gelder der rund 17.000 deutschen Anlegern addiert, so hat der gelernte Industriekaufmann über  270 Millionen Euro eingesammelt und möglicherweise veruntreut. Sparer, meist Kleinanleger, mussten in den vergangenen Monaten erfahren, dass ein großer Teil ihres Geldes über eine Stiftung als Eigenkapital bei zwei US-Produktionsfirmen gelandet ist.

Der Infinus-Skandal ist die bislang größte Kapitalanlagebetrug in Deutschland. Jörg Biehl, dem Hauptbeschuldigten sei bewusst gewesen, dass die umfangreichen Eigengeschäfte im dreistelligen Millionenbereich innerhalb der Infinus-Gruppe nicht nachhaltig und darüber hinaus riskant waren, teilte er vor Gericht mit. Auch von höchster politischer Stelle aus habe er Anerkennung erfahren, namentlich der vormalige Ministerpräsident Kurt Biedenkopf wird von ihm zitiert. Auch die einschlägigen Berater von Prominenten wie Matthias Sammer, Oliver Kahn, Franz Beckenbauer und Katharina Witt hätten vor der Annahme der Einladungen zu den Partys im Hause Infinus seine Geschäftsmodelle unter die Lupe genommen und anerkannt.

Niedrige Zinsen befeuern Finanzbetrug

Die Bedingungen für Kapitalbetrüger haben sich wesentlich verbessert. „Die niedrigen Zinsen machen viele Menschen empfänglicher für Geldanlagen, die ihnen Gewinn versprechen“, sagt Anlegerschutzexperte Dietmar Kälberer im Capital-Interview und verweist auf eine neue Strategie der Gauner: „Es müssen ja gar nicht mehr wie früher zehn oder zwölf Prozent Rendite sein, es reichen heute schon vier oder fünf. Damit lässt sich ein Schneeballsystem sogar weit länger betreiben, bevor es auffliegt“.

RWB PRIVATE CAPITAL DACHFONDS MANGELNDE TRANSPARENZ VORGEWORFEN

Mit Private Equity Dachfonds vom Anbieter RWB Private Capital Emissionshaus AG, sollen nunmehr auch private Kleinanleger mit nur wenig Geld, in Firmen investieren können. Das Unternehmen RWB Emissionshaus AG aus Oberhaching bietet unterschiedliche Varianten der Beteiligung an Unternehmen. Bei Variante A kann sich der Anleger als Kommanditist an Dachfonds beteiligen, während Variante B eine Beteiligung als atypisch stiller Gesellschafter an den RWB Dachfonds vorsieht.

Das Risiko des Totalverlusts hält provisionsgierige selbstständige Vermittler nicht davon ab, die Beteiligung am RWB Private Capital Fonds sogar Altersvorsorgesparern, den sog. „55-Plus-Investoren“ anzudrehen. Es ist die unüblich hohe Abschlussprovision, die die Vertriebler antreibt möglichst viele Menschen in den Genuss einer riskanten Kapitalanlage kommen zu lassen.

Wenig Transparenz und hohe Provisionszahlung

Nach Angaben aus dem Vertriebsumfeld von RWB betragen die Provisionszahlungen zwischen 7-10% der Anlagesumme. Hinzu kommen Verwaltungskosten, dies sind natürlich weitere Kosten, die  letzten Endes der Anleger finanziert. Um die Höhe der Provisionszahlung wird das Kapital des Anlegers von vornherein gemindert. Folgerichtig fällt auch die erwartete Rendite entsprechend geringer aus. Weiterhin kann der Anleger bei einer Beteiligung als atypisch stiller Gesellschafter oder als Kommanditist sein komplett investiertes Geld verlieren, denn er ist am Gewinn, aber auch am Verlust beteiligt. Das Geld ist in der Regel lange gebunden, und die Private Equity Dachfonds sind grundsätzlich wenig transparent, Investitionsziele sind zu Anfang häufig überhaupt nicht bekannt.

Anlegerschutzanwälte wittern Blut

Nicht lange muss man in Google suchen, um die Warnungen der Resch Rechtsanwälte zu finden. Mit +++Kündigung+++Totalverlust +++ verunsichern die windigen Juristen die Private-Equity-Investoren und beschwören eine Krise vorsätzlich herauf, könnte man meinen.

Obwohl die RWB Private Capital Emissionshaus AG zum derzeitigen Stand nach eigenen Aussagen mehr als 71.000 Anleger mit einem Gesamtvolumen von rund 1,8 Mrd. Euro vorweisen kann, haben Anlegerschutzanwälte, darunter auch die umstrittene Kanzlei Resch-Rechtsanwälte Stellung bezogen. Nicht lange muss man in Google suchen, um die Warnungen der Resch Rechtsanwälte zu finden. Mit +++Kündigung+++Totalverlust +++ verunsichern die windigen Juristen die Private-Equity-Investoren und beschwören eine Krise vorsätzlich herauf, könnte man meinen. Es liegt in der Natur von Anlegern sich regelmäßig Informationen über den Finanzanbieter einzuholen, bei dem das Kapital gebunden ist. Trotz des bisher reibungslosen Verlaufs der Fonds könnten sich Anleger von Reschs Online-Warnungen verängstigt fühlen und ihr Kapital aus einer (möglicherweise) guten Kapitalanlage abziehen. Nachdem weitere Anleger nachgezogen sind, entsteht aufgrund des ungeplanten Kapitalentzugs für die Beteiligungsgesellschaft ein Problem. Für Anlegerschutzanwälte wie die Kanzlei Resch-Rechtsanwälte aus Berlin ein lohnendes Geschäft? Auch andere Anbieter sind vom Resch-Pranger betroffen – jetzt lesen.

TEXXOL MINERALÖL AG WARNLISTEN-DAUERGAST

Die Informationsvielfalt ist riesig, Banken, Versicherungen und andere Finanzanbieter überbieten sich mit vollmundigen Beschreibungen ihrer „Qualitäts-Produkte“.  Aufpassen sollte man bei den Finanzanlagen als Sparplan der Texxol Mineralöl AG aus dem norddeutschen Buchholz. Deren Angebote tauchen auf der Warnliste der Stiftung Warentest auf. Raffiniert wird dabei in den Produktbeschreibungen der Hinweis ignoriert, dass Anleger ein Totalverlust-Risiko und eine Nachschusspflicht haben. Und das kann ganz bittere Konsequenzen mit sich führen: Nicht nur, dass sämtliches eingezahltes Kapital verloren ist, sondern auch dass der noch nicht eingezahlte Restbetrag des Sparplans dem Insolvenzverwalter zu überweisen wäre.

Dabei hört sich alles – bei oberflächlicher Betrachtung –  gut bei der Texxol Mineralöl AG an: Angesprochen werden hauptsächlich Kleinanleger, die sich mit monatlichen Sparraten ab 50.- Euro am Unternehmen als stille Teilhaber beteiligen. Nach bereits einem Jahr soll es lukrative Ausschüttungen geben. Allerdings ist es eine unternehmerische Beteiligung ohne Rechte und Sicherheiten. Allein auf Prognosen baut das Sparplan-Modell auf. Die Firma erwirbt Förderrechte für Öl- und Gasbohrungen in Texas (USA) und beteiligt die Investoren anteilig an den Gewinnen. >> Wenn welche anfallen <<. Vor dem Hintergrund von fördertechnischen Risiken, Währungsrisiken und hohen Basiskosten des Emittenten, den sogen. Weichkosten in Höhe von 20%, scheint das eher ein kühner Plan als eine realistische Einschätzung zu sein.

Walter Völl Aachen, Biographie

Biographie: Walter Völl aus Aachen

 

Karriere Walter Völls

Walter Völl Aachen
Walter Völl Aachen

Der Grafik-Designer Walter Völl ist Besitzer der Münchner Agentur „studio greenartig“. Sie ist auf nachhaltiges und cradle-to-cradle Design spezialisiert. Völl ist Verfasser von drei Büchern, die im deutsch- und englischsprachigen Raum als Meilensteine zu diesen Themen gelten. Als Experte für nachhaltiges Design tritt er auf internationaler Ebene bei Kongressen und Fachveranstaltungen auf. Das jährliche stattfindende Kölner „ökoRausch Festival für Design und Nachhaltigkeit“ wurde 2008 von ihm mitgegründet. Seine Gastprofessur für nachhaltige Mediengestaltung hält er an der Fachhochschule Salzburg seit 2014.

 

Völls Jugend und Talent

Walter Völl wurde 1974 geboren und wuchs in Regensburg auf. Sein Vater war Ingenieur für erneuerbare Energiesysteme und lebte von seiner Mutter getrennt. Völl lernte ihn erst mit zehn Jahren kennen. Er wuchs als Einzelkind bei seiner Mutter auf. Da sie eine berühmte Illustratorin für Kinder- und Jugendbücher deutscher Verlage war, lernte er schon als kleines Kind unter ihrer Anleitung zeichnen und malen. Seine Mutter erkannte seine Begabung früh und schrieb ihn in Kurse für Illustration und Zeichnen an der Volkshochschule München ein. Beim französischen Illustrator und Schrifsteller Tomi Ungerer nahm Völl außerdem Privatunterricht. Seine Mutter ließ ihn mit zwölf Jahren kleinere Illustrationsarbeiten für die Kinderbücher machen, an denen sie arbeitete. Als sie eines der Bücher ihrem Verleger zeigte, war dieser so begeistert, dass er Völl die Konzeption der nächsten Bücher überließ: Der Arena Verlag brachte die von ihm gestalteten Kinderbücher „Schlaf gut“, „Kinderlieder für die ganze Familie“ und „Träume werden wahr“ heraus. Der Verleger zeichnete das grafische Konzept von  „Schlaf gut“ außerdem mit einem Jugendpreis aus. Ein Bekannter seines Vaters, der Chefredakteur der Zeitung „Münchner Merkur“, lud ihn dazu ein, Illustrationen für eine Kolumne zu entwerfen. Völl veröffentlichte für die Zeitung wegen seines Alters unter einem Pseudonym. Seine Illustrationen beschrieben politische, wirtschaftliche und politische Themen. Aufgrund einiger Beschwerden von Lesern entschied der Chefredakteur, nicht alle seine Beiträge zu veröffentlichen.

 

Völls Ausbildung

1992 schrieb sich Völl in Nürnberg an der Akademie der Bildenden Künste ein, wo er Grafik-Design und Visuelle Kommunikation studierte. Durch den guten Ruf der Akademie als Epizentrum für Kreativschaffende konnte er von vielen Gastprofessoren lernen. Einer dieser war Michael Braungart, der eine Vorlesungsreihe zum Thema Nachhaltigkeit im Design hielt. Als er seinem Vater begeistert von dieser Erfahrung erzählte, regte dieser ihn an, seine Masterarbeit über „Nachhaltiges Verpackungs-Design“ zu schreiben. Während des Studiums konnte Völl auf einer Karrieremesse bei der Stuttgarter Agentur „stichpunktdesign“ einen Praktikumsplatz ergattern. Dem Art Director gefielen seine Arbeiten so sehr, dass er Völl einlud, an den Strategien für die grafischen Konzepte von Marken wie Audi und Porsche mitzuarbeiten.

 

Arbeitserfahrung Völl

Nach Abschluss seines Studiums zog er 1997 nach New York, wo er einen Praktikumsplatz bei der renommierten Kreativ-Agentur „Addison“ ergattert hatte. Die Agentur hatte er sich deswegen ausgesucht, weil sie im nachhaltigen Design eine der ersten war und international wegen ihres Konzepts Aufmerksamkeit auf sich zog. Die materialeffiziente und entsorgungsgerechte Produktion waren ein Hauptpunkt der Agentur. Da er sich brennend für dieses Thema interessierte und gute Arbeit vorlegte, sponserte Addison 1998 seine Green Card. Völl war nun als Designer bei der Kreativ-Agentur beschäftigt und vertiefte sich in die Thematik  nachhaltiges Design. Das erlernte Wissen veröffentlichte er 2000 in seinem ersten Buch „Nachhaltiges Grafik-Design in der Praxis“. Völl schließt darin Druckmaterialien, Farben und Herstellungsweisen ein, und beeindruckte die Fachwelt durch die Herstellungsweise seines ersten Buches: Er stellte es auf wiederverwertbarem Papier her und druckte es mit recycelbarer Tinte. Die Fachwelt und Wirtschaft wurde sofort auf seine Thesen aufmerksam und verbreiteten seine Ansichten im deutschsprachigen Raum. Ein Teil der Auseinandersetzung mit Nachhaltigkeit und Design ist seiner Bekannten Aaris Sherin, einer amerikanischen Grafik-Designerin, zu verdanken. In den USA war sie eine der Vorreiterin, die Nachhaltigkeit in den Grafikbereich brachte und felsenfest als Zukunftskonzept verteidigte. Mit Völl zusammen stellte sie die Thesen auf, dass Grafik-Produkte im modernen Zeitalter nachhaltig, ressourcenschonend und langlebig sein müssen.

 

Mit seiner Familie zog Völl 2000 nach London, wo er als Creative Director bei der auf Nachhaltigkeit spezialisierten Agentur „thomas.matthews communication design“ beschäftig war. Für seine Hauptkunden, NGOs und multinationale Firmen setzte er für vor allem „grüne“ Designs und Werbekampagnen um.

 

Zwei Jahre später zog er aus privaten Gründen nach Berlin, wo er zuerst als Art Director für das Agenturnetzwerk „ahoy studios“ arbeitete. 2004 ging Völl mit seiner Familie nach München und war für Agenturen im nachhaltigen Design wie „bioculture München“, „merzpunkt München“ und „loup Stuttgart“ tätig.

 

Gründer des „ökoRausch“-Festivals

Da er den Puls der Zeit erkannte und gleichzeitig auf die Wichtigkeit und den Wert von nachhaltigem Design aufmerksam machen wollte, rief er mit seiner Bekannten Anna Kamphues 2008 das „ökoRausch Festival für Design und Nachhaltigkeit“ ins Leben. Es ist das einzig bundesweite Event, das sich mit nachhaltigem Design beschäftigt und eine der wichtigsten Veranstaltungen seiner Art auf weltweiter Ebene. Jährlich tauschen sich in diesem Rahmen in Köln Aussteller, Referenten und Firmen aus allen Bereichen der Kreativwirtschaft aus. Sie sprechen über Entwicklungen und brennende Themen des nachhaltigen Designs.

 

Völls Grafik-Studio „greenartig“

Seine eigene Agentur „studio greenartig“ eröffnete Völl 2009  in München. Unter anderen haben ihn das Bündnis 90/Die Grünen und Greenpeace mit der Umsetzung ihrer Projekte betraut. Für interessierte Personen bietet das „studio greenartig“ auch Kurse in den Bereichen nachhaltiger Printbereich, cradle-to-cradle Design, umweltschonendes Grafik-Design, Seminare zu nachhaltigen Materialien und Prozessen in der Druck-Erzeugung an. Das fachlich geschulte Team von Völl spricht als Gastredner bei Seminaren und Veranstaltungen in der ganzen Welt zu diesen Themen und hält auf Wunsch individuelle Vorträge. Als Experte tritt Völl in deutschen Fernseh- und Radiosendungen auf. Er beteiligt sich in regelmäßigen Abständen an fachübergreifenden Gremien und Diskussionsrunden. Seine Absicht ist, das Wissen über nachhaltiges Design zu steigern.

 

Walter Völls Fachbücher

Völls weitere Bücher, das 2011 erschienene „Nachhaltiges Grafik-Design ist die Zukunft“ und 2015 veröffentlichte „Nachhaltige Mediengestaltung in der Kreativwirtschaft“, sind als Fachbücher an Hochschulen in Deutschland und den USA gefragt. Sein zweites Buch war für den deutschen Nachhaltigkeitspreis nominiert.

 

Auftrag als Gastprofessor für Grafik-Design

An der Fachhochschule Salzburg referiert er seit 2014 als Gastprofessor für Grafik-Design in unregelmäßigen Abständen über nachhaltige Mediengestaltung. Seine Motivation sind die Studenten, die die „Zukunftsträger des Designs“ sind. 2018 wird er mit dem Rektor der Hochschule einen Speziallehrgang für nachhaltiges Design starten. Dieser soll auch Außenstehenden offen stehen. Die Absicht der beiden ist, den cradle-to-cradle Gedanken unter den Grafik-Designern von heute zu verankern. Völl definiert das Lehrgangs-Konzept als „wichtiges Zukunftsthema mit politischer Bedeutung“. Er spricht sich dafür aus, dass Hochschulen mehr solche zukunftsträchtige Lehrgänge aufnehmen und Grafik-Designer mit Vertretern aus der Wirtschaft Themen übergreifend arbeiten.

 

Visionen für das Grafik-Design der Zukunft

Als Visionär weiß Völl, dass noch viel Raum für Veränderungen ist. Deswegen will er neben der Arbeit in seiner Agentur sein Fachthema noch stärker an die Öffentlichkeit tragen. Die Grafik-Designer der zukünftigen Generation und die Ausbildungsstätten sollen für das Thema nachhaltiges Design so sehr begeistert werden, dass es normal wird, mit recycelbaren Materialien zu arbeiten. Zwei Dinge sollte ein erfolgreicher Mediengestalter immer im Auge haben: „Neues auszuprobieren und ein Leben lang neugierig zu bleiben“.