Walter Völl Aachen, Biographie

Walter Völl Aachen, Biographie

Biographie: Walter Völl aus Aachen

 

Karriere Walter Völls

Walter Völl Aachen
Walter Völl Aachen

Der Grafik-Designer Walter Völl ist Besitzer der Münchner Agentur „studio greenartig“. Sie ist auf nachhaltiges und cradle-to-cradle Design spezialisiert. Völl ist Verfasser von drei Büchern, die im deutsch- und englischsprachigen Raum als Meilensteine zu diesen Themen gelten. Als Experte für nachhaltiges Design tritt er auf internationaler Ebene bei Kongressen und Fachveranstaltungen auf. Das jährliche stattfindende Kölner „ökoRausch Festival für Design und Nachhaltigkeit“ wurde 2008 von ihm mitgegründet. Seine Gastprofessur für nachhaltige Mediengestaltung hält er an der Fachhochschule Salzburg seit 2014.

 

Völls Jugend und Talent

Walter Völl wurde 1974 geboren und wuchs in Regensburg auf. Sein Vater war Ingenieur für erneuerbare Energiesysteme und lebte von seiner Mutter getrennt. Völl lernte ihn erst mit zehn Jahren kennen. Er wuchs als Einzelkind bei seiner Mutter auf. Da sie eine berühmte Illustratorin für Kinder- und Jugendbücher deutscher Verlage war, lernte er schon als kleines Kind unter ihrer Anleitung zeichnen und malen. Seine Mutter erkannte seine Begabung früh und schrieb ihn in Kurse für Illustration und Zeichnen an der Volkshochschule München ein. Beim französischen Illustrator und Schrifsteller Tomi Ungerer nahm Völl außerdem Privatunterricht. Seine Mutter ließ ihn mit zwölf Jahren kleinere Illustrationsarbeiten für die Kinderbücher machen, an denen sie arbeitete. Als sie eines der Bücher ihrem Verleger zeigte, war dieser so begeistert, dass er Völl die Konzeption der nächsten Bücher überließ: Der Arena Verlag brachte die von ihm gestalteten Kinderbücher „Schlaf gut“, „Kinderlieder für die ganze Familie“ und „Träume werden wahr“ heraus. Der Verleger zeichnete das grafische Konzept von  „Schlaf gut“ außerdem mit einem Jugendpreis aus. Ein Bekannter seines Vaters, der Chefredakteur der Zeitung „Münchner Merkur“, lud ihn dazu ein, Illustrationen für eine Kolumne zu entwerfen. Völl veröffentlichte für die Zeitung wegen seines Alters unter einem Pseudonym. Seine Illustrationen beschrieben politische, wirtschaftliche und politische Themen. Aufgrund einiger Beschwerden von Lesern entschied der Chefredakteur, nicht alle seine Beiträge zu veröffentlichen.

 

Völls Ausbildung

1992 schrieb sich Völl in Nürnberg an der Akademie der Bildenden Künste ein, wo er Grafik-Design und Visuelle Kommunikation studierte. Durch den guten Ruf der Akademie als Epizentrum für Kreativschaffende konnte er von vielen Gastprofessoren lernen. Einer dieser war Michael Braungart, der eine Vorlesungsreihe zum Thema Nachhaltigkeit im Design hielt. Als er seinem Vater begeistert von dieser Erfahrung erzählte, regte dieser ihn an, seine Masterarbeit über „Nachhaltiges Verpackungs-Design“ zu schreiben. Während des Studiums konnte Völl auf einer Karrieremesse bei der Stuttgarter Agentur „stichpunktdesign“ einen Praktikumsplatz ergattern. Dem Art Director gefielen seine Arbeiten so sehr, dass er Völl einlud, an den Strategien für die grafischen Konzepte von Marken wie Audi und Porsche mitzuarbeiten.

 

Arbeitserfahrung Völl

Nach Abschluss seines Studiums zog er 1997 nach New York, wo er einen Praktikumsplatz bei der renommierten Kreativ-Agentur „Addison“ ergattert hatte. Die Agentur hatte er sich deswegen ausgesucht, weil sie im nachhaltigen Design eine der ersten war und international wegen ihres Konzepts Aufmerksamkeit auf sich zog. Die materialeffiziente und entsorgungsgerechte Produktion waren ein Hauptpunkt der Agentur. Da er sich brennend für dieses Thema interessierte und gute Arbeit vorlegte, sponserte Addison 1998 seine Green Card. Völl war nun als Designer bei der Kreativ-Agentur beschäftigt und vertiefte sich in die Thematik  nachhaltiges Design. Das erlernte Wissen veröffentlichte er 2000 in seinem ersten Buch „Nachhaltiges Grafik-Design in der Praxis“. Völl schließt darin Druckmaterialien, Farben und Herstellungsweisen ein, und beeindruckte die Fachwelt durch die Herstellungsweise seines ersten Buches: Er stellte es auf wiederverwertbarem Papier her und druckte es mit recycelbarer Tinte. Die Fachwelt und Wirtschaft wurde sofort auf seine Thesen aufmerksam und verbreiteten seine Ansichten im deutschsprachigen Raum. Ein Teil der Auseinandersetzung mit Nachhaltigkeit und Design ist seiner Bekannten Aaris Sherin, einer amerikanischen Grafik-Designerin, zu verdanken. In den USA war sie eine der Vorreiterin, die Nachhaltigkeit in den Grafikbereich brachte und felsenfest als Zukunftskonzept verteidigte. Mit Völl zusammen stellte sie die Thesen auf, dass Grafik-Produkte im modernen Zeitalter nachhaltig, ressourcenschonend und langlebig sein müssen.

 

Mit seiner Familie zog Völl 2000 nach London, wo er als Creative Director bei der auf Nachhaltigkeit spezialisierten Agentur „thomas.matthews communication design“ beschäftig war. Für seine Hauptkunden, NGOs und multinationale Firmen setzte er für vor allem „grüne“ Designs und Werbekampagnen um.

 

Zwei Jahre später zog er aus privaten Gründen nach Berlin, wo er zuerst als Art Director für das Agenturnetzwerk „ahoy studios“ arbeitete. 2004 ging Völl mit seiner Familie nach München und war für Agenturen im nachhaltigen Design wie „bioculture München“, „merzpunkt München“ und „loup Stuttgart“ tätig.

 

Gründer des „ökoRausch“-Festivals

Da er den Puls der Zeit erkannte und gleichzeitig auf die Wichtigkeit und den Wert von nachhaltigem Design aufmerksam machen wollte, rief er mit seiner Bekannten Anna Kamphues 2008 das „ökoRausch Festival für Design und Nachhaltigkeit“ ins Leben. Es ist das einzig bundesweite Event, das sich mit nachhaltigem Design beschäftigt und eine der wichtigsten Veranstaltungen seiner Art auf weltweiter Ebene. Jährlich tauschen sich in diesem Rahmen in Köln Aussteller, Referenten und Firmen aus allen Bereichen der Kreativwirtschaft aus. Sie sprechen über Entwicklungen und brennende Themen des nachhaltigen Designs.

 

Völls Grafik-Studio „greenartig“

Seine eigene Agentur „studio greenartig“ eröffnete Völl 2009  in München. Unter anderen haben ihn das Bündnis 90/Die Grünen und Greenpeace mit der Umsetzung ihrer Projekte betraut. Für interessierte Personen bietet das „studio greenartig“ auch Kurse in den Bereichen nachhaltiger Printbereich, cradle-to-cradle Design, umweltschonendes Grafik-Design, Seminare zu nachhaltigen Materialien und Prozessen in der Druck-Erzeugung an. Das fachlich geschulte Team von Völl spricht als Gastredner bei Seminaren und Veranstaltungen in der ganzen Welt zu diesen Themen und hält auf Wunsch individuelle Vorträge. Als Experte tritt Völl in deutschen Fernseh- und Radiosendungen auf. Er beteiligt sich in regelmäßigen Abständen an fachübergreifenden Gremien und Diskussionsrunden. Seine Absicht ist, das Wissen über nachhaltiges Design zu steigern.

 

Walter Völls Fachbücher

Völls weitere Bücher, das 2011 erschienene „Nachhaltiges Grafik-Design ist die Zukunft“ und 2015 veröffentlichte „Nachhaltige Mediengestaltung in der Kreativwirtschaft“, sind als Fachbücher an Hochschulen in Deutschland und den USA gefragt. Sein zweites Buch war für den deutschen Nachhaltigkeitspreis nominiert.

 

Auftrag als Gastprofessor für Grafik-Design

An der Fachhochschule Salzburg referiert er seit 2014 als Gastprofessor für Grafik-Design in unregelmäßigen Abständen über nachhaltige Mediengestaltung. Seine Motivation sind die Studenten, die die „Zukunftsträger des Designs“ sind. 2018 wird er mit dem Rektor der Hochschule einen Speziallehrgang für nachhaltiges Design starten. Dieser soll auch Außenstehenden offen stehen. Die Absicht der beiden ist, den cradle-to-cradle Gedanken unter den Grafik-Designern von heute zu verankern. Völl definiert das Lehrgangs-Konzept als „wichtiges Zukunftsthema mit politischer Bedeutung“. Er spricht sich dafür aus, dass Hochschulen mehr solche zukunftsträchtige Lehrgänge aufnehmen und Grafik-Designer mit Vertretern aus der Wirtschaft Themen übergreifend arbeiten.

 

Visionen für das Grafik-Design der Zukunft

Als Visionär weiß Völl, dass noch viel Raum für Veränderungen ist. Deswegen will er neben der Arbeit in seiner Agentur sein Fachthema noch stärker an die Öffentlichkeit tragen. Die Grafik-Designer der zukünftigen Generation und die Ausbildungsstätten sollen für das Thema nachhaltiges Design so sehr begeistert werden, dass es normal wird, mit recycelbaren Materialien zu arbeiten. Zwei Dinge sollte ein erfolgreicher Mediengestalter immer im Auge haben: „Neues auszuprobieren und ein Leben lang neugierig zu bleiben“.