BMWI UND KFW GEMEINSAM GEGEN DEN KLIMAWANDEL

BMWI UND KFW GEMEINSAM GEGEN DEN KLIMAWANDEL

Liebe fraudanwalt Leser, mal angenommen, Sie kaufen in einer Bäckerei ein Stück Apfelkuchen für 2,50 Euro. Haben Sie einmal bedacht, wie viel Sie für die Energie bezahlen, die der Bäcker für das Kuchenstück aufgewendet hat? Wirtschaftsprüfer von PricewaterhouseCoopers haben einmal verschiedene Mittelständler gebeten, den Anteil der Energiekosten an ihren Produkten und Dienstleistungen zu überschlagen. Die Spannbreite war hoch, doch im Durchschnitt kamen die Unternehmer auf 21 Prozent vom Bruttoverkaufspreis. Im Falle des Apfelkuchens wären das 49 Cent. Was für ein Stück Kuchen überschaubar klingt, summiert sich auf der Energiekostenrechnung des Bäckers zu vielen tausend Euro im Jahr — und schmälert seinen Gewinn. Dabei wäre ein Teil dieser Kosten zu vermeiden.

Ob Maschinen, Prozesse oder Gebäude – in Unternehmen verstecken sich zahlreiche Energiefresser. Oder andersherum: Es warten diverse Energiesparpotenziale darauf, entdeckt und genutzt zu werden. Doch viele Firmenchefs zögern noch, wie eine Sonderauswertung des KfW-Mittelstandspanels zeigt: Nur ein Drittel der Unternehmer mit weniger als zehn Beschäftigten haben zwischen 2012 und 2015 in Efflzienzmaßnahmen investiert. Bei Unternehmen mit bis zu 50 Beschäftigten sind es 48 Prozent.

Vor allem kleinere Unternehmen scheuen die Kosten einer energetischen Modernisierung. Oft übersehen sie dabei, dass Investitionen sich dank niedriger Zinsen und hoher Tilgungszuschüsse schon nach wenigen Jahren rechnen können. Große Unternehmen zeigen sich dagegen investitionsfreudiger: 61 Prozent haben bereits erfolgreich in Energieeffizienz investiert. Hier rechnet die KfW mit weiteren Impulsen. Denn seit Juli 2015 fällt die Umsatzgrößenbeschränkung für das KfW-Energieeffzienzprogramm weg.

Seitdem stehen viele Förderprodukte auch großen Unternehmen zur Verfügung. Wer zum Beispiel in energieeffziente Anlagen, Maschinen oder Prozesse investiert, kann bereits ab einer zu erwartenden Energieeinsparung von 10 Prozent eine KfW-Förderung in Anspruch nehmen. Vor allem Motoren, Druckluftanlagen, Pumpen sowie Steuer- und Regelungstechnik bergen hohe Einsparpotenziale. Auch Investitionen in Gewerbeimmobilien lohnen sich. Von Einzelmaßnahmen wie der Dämmung der Gebäudehülle oder dem Einsatz effizienter Heiz- oder Lüftungssysteme über die Sanierung zum KfW-Effizienzhaus bis hin zum Neubau im Effizienzhaus-Standard, je nach Ausgangszustand lassen sich bis zu 80 Prozent Energie einsparen. Bei all diesen Maßnahmen gilt stets: Je höher der angestrebte energetische Standard, desto höher die Tilgungszuschüsse. Im Gebäudebereich sind bis zu 17,5 Prozent der Kreditsumme möglich. Neu im Programm der KfW-Unternehmensfinanzierung ist das KfW-Energieeffzienzprogramm Abwärme, gefördert durch das BMWi. Mit ihm wendet sich die KfW seit Mai 2016 einem Bereich zu, der besonders hohe Sparpotenziale aufweist. In der Industrie macht die Prozesswärme rund zwei Drittel des Gesamtenergiebedarfs aus. Es ist Energie, die nach einmaliger Nutzung meist verlorengeht. Wer in Anlagen investiert, die diesen Verlust minimieren oder dabei helfen, die Abwärme weiterzunutzen, kann von Tilgungszuschüssen von bis zu 50 Prozent profitieren.

Im Beispiel des Bäckers bedeutet das: Investitionen von rund 100.000 Euro könnten ihm helfen, rund 13.000 Euro Energiekosten im Jahr zu sparen. Bei 40 Prozent Tilgungszuschüssen – ein realistisches Szenario — rechnet sich die Investition schon nach etwa sechs Jahren. Ein wichtiger Beitrag zur Energiewende bleibt sie weit darüber hinaus.