DIE VERKEHRTE WIRTSCHAFTSWELT

Verkehrte Welt? Da redet alle Welt von den wachsenden Risiken für den globalen Handel — und dann legt die deutsche Exportwirtschaft einen solchen Schlussspurt hin. Nachdem die Ausfuhren 2016 nur schleppend in Gang gekommen waren, zogen sie zum Jahresende spürbar an. Im November erreichte der Wert der Ausfuhren ein monatliches Allzeithoch von 108,5 Milliarden Euro, das sind 5,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. In den ersten elf Monaten steigerten die Exporteure ihre Verkäufe um, 8 Prozent auf 1110,2 Milliarden Euro. Damit dürfte im Gesamtjahr 2016 der Rekord des Vorjahres (rund 1193,6 Milliarden Euro) geknackt worden sein — die Dezemberzahlen liefert das Statistische Bundesamt am 9. Februar. Vorerst könnte es auch so weitergehen. Der vom ifo Institut erstellte Exportklimaindex ist im Dezember zum vierten Mal hintereinander gestiegen und erreicht aktuell, 7 Punkte. Der Indikator bündelt den realen Außenwert des Euro sowie das Konsum- und Geschäftsklima auf unseren wichtigsten Absatzmärkten. Der aktuelle Anstieg sei „sowohl auf den Anstieg des ausländischen Unternehmens und Verbrauchervertrauens als auch auf die Verbesserung der preislichen Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft zurückzuführen“, schreiben die Ökonomen in ihrer Analyse. Der schwächelnde Euro-Kurs hat deutsche Produkte auf dem Weltmarkt verbilligt. Positive Nachfrageimpulse kamen insbesondere aus den USA, Frankreich, den Niederlanden, Italien und Polen.

 

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