CARE ENERGY: EINE FRAGE DER ZEIT

Martin Kristek, der österreichische Strominvestor ist tot und sein Unternehmen Care Energy pleite. Der dubiose Hamburger Strom-Discounter soll seit Jahren als Zombie zwischen Staatsanwaltschaft und Insolvenz Kunden und Anleger in die Stromfalle gelockt haben. Netzbetreiber waren es, die den Betrug stoppen wollten, gestoppt hat Martin Kristek sich selbst. Sein Tod war der Anfang vom Ende von Care Energy, das traurige Finale.

Anhand der Zahl von 12.000 Klägern werden die Gerichtsprozesse nach Einschätzung von Fraudanwalt-Chefredakteur R.T. frühestens 2019 enden. Der Chef des Hamburger Billigstromanbieters Care Energy nahm auf illegalem Wege im Juni 2015 einen Container voller vermeintlicher Beweisstücke auf dem Parkplatz des Oberlandesgerichts Düsseldorf entgegen. Die Dokumente sahen nie die Verhandlungsräume, trotzdem zeigt die Aktion, mit welchen Methoden der österreichische Strom-Manager und Hobby-Discjockey („DJ Columbus“) hantierte. Sein Name stand mit mafiösen Strukturen und Kundenbetrug in Verbindung, Aufsichtsbehörden und Anleger rügten sein Fehlverhalten öffentlich.

Firmengestrüpp Care Energy’s ein Renditegarant

Ein ständig erweitertes Firmengestrüpp aus Unternehmen mit immer neuen Namen und fragwürdigen Personalien spann Kristek um die Marke Care Energy. Seine Geschäfte waren meist nur Scheingeschäfte, urteilte das Oberlandesgericht Hamburg 2014 im Zuge von Betrugsvorwürfen.

Care Energy war in zahlreiche gerichtlichen Auseinandersetzungen mit Kunden, Behörden und Anlegern verwickelt. Abrechnungen und Forderungen an Kunden stimmten in 50% der Fälle nicht, belegen interne Dokumente, die der Redaktion vorliegen. Bei Facebook und im Internet fanden sich Betroffene in Gemeinschaften, die seitenweise Vorwürfe gegen Care Energy verbreiteten.

Im Sommer 2016 hatte sich die Auseinandersetzung verschärft: Die AG kündigte nach eigenem Bekunden ihren Vertrag mit dem Netzbetreiber Tennet fristlos wegen falscher Mengenprognosen. Im Zuge des Streits wechselten angesichts von Vertragskündigungen automatisch tausende Kunden zum Grundversorger ihrer Region.

Auch der Netzbetreiber 50 Hertz stellte die Belieferung von Care Energy wegen fehlender Zahlungen ein. AG-Chef Marco Wiebelt sprach damals von einem Verlust von 75 Prozent der Kunden. Zu vorherigen Spitzenzeiten sollen 200.000 Kunden von Care-Energy-Firmen mit Strom versorgt worden sein.

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