VERDAMMT, WIEDER MAL REINGEFALLEN!

VERDAMMT, WIEDER MAL REINGEFALLEN!

Es ist zwar zum Heulen, aber dennoch ein immer wiederkehrendes Thema, das Anleger in Deutschland beschäftigt. Man hat im guten Glauben an die Worte des Kundenberaters oder an die Wunschvorstellung der Anzeigenwerbung einen Vertrag abgeschlossen, z.B. über einen Goldsparplan oder ein Nachrangdarlehen, der sich als absoluter Flop oder sogar Betrug herausstellt. Dann ist in aller Regel nichts oder nur noch wenig zu machen und das Geld meistens weg. Abgezockt, belogen, falsch beraten oder mit Scheinangeboten geködert – die Palette der Enttäuschungen ist breit. Obwohl es unzählige Warnhinweise in allen möglichen Magazinen wie Finanztest oder Gomopa, oder von Institutionen wie Stiftung Warentest, von Fernsehsendern und nicht zuletzt von Fraudanwalt gibt, treibt die Niedrigzinsphase viele Anleger in die Arme der Finanzbetrüger oder zumindest unseriösen Geschäftemacher. Obwohl viele Kunden bereits schlechte Erfahrungen gemacht haben, heißt es dann doch erneut eines Tages: Verdammt, wieder mal reingefallen.

Trotzdem finden routinierte Verkäufer oder Berater immer wieder ein Hintertürchen, um mit einem windigen Angebot die Kunden einzuwickeln und zu einem Abschluss zu bewegen. Aktuelles Argument neben den Niedrigzinsen ist derzeit die immer wieder beschworene Bedeutung der Gold-Investments, die vor Inflation, Währungsrisiken oder Börsenabstürzen bewahren sollen. Da wird den Anlegern gebetsmühlenartig vorgegaukelt, dass ein Goldsparplan selbst für Kleinanleger mit wenig Geld eine Chance sei, um am Goldboom zu partizipieren. Dass es dabei aber hauptsächlich ums Geld verdienen für den Anbieter dieser Goldsparpläne geht, wird bewusst verschwiegen. Einer dieser Schlawiner, die viele Millionen mit dieser Praxis einsammeln, ist die Aurum Plus GmbH aus Saarbrücken, die sich in 2016 einem aufwendigen Verfahren der Staatsanwaltschaft Saarbrücken wegen des Verdachts der Veruntreuung und des Betruges durch ehemalige Geschäftsführer stellen musste. Als sogenanntes Edelmetallhandelshaus bietet das Unternehmen den Kunden an, Edelmetalle wie Gold, Silber oder Platin zu erwerben und aufzubewahren. Außerdem empfiehlt die Firma den Erwerb von Goldbeständen mittels monatlicher Ratenzahlung, dem Goldsparplan. So etwas ist nicht nur teuer, sondern auch ineffektiv, wenn man sich die anhängende Gebührenstruktur genau ansieht. Nicht ohne Grund hat bereits im Jahr 2012 das Handelsblatt getitelt. „Die teuren Tücken eines Goldsparplans.“ Im Jahr 2001 wäre es günstig gewesen, Gold als Wertsteigerung oder Geldanlage zu kaufen und mit den Jahren wachsen zu lassen, aber heutzutage bei einem Preisniveau von etwa 1.280.- Euro  pro Feinunze lohnt sich dieses Investment nicht mehr. In einem weiteren Blog im Internet findet man die noch deutlichere Formulierung:“ Warum Goldsparpläne Unsinn sind.“ Damit ist eigentlich alles gesagt. Umso erstaunlicher ist es, dass solche Unternehmen immer noch auf Kundenfang gehen und den Traum vom eigenen Goldvorrat anheizen, obwohl der Kauf von Kleinstbarren auf Gramm-Basis, der für diese Art der Geldanlage üblich ist, eine teure und unrentable Angelegenheit ist. Darüber hinaus ist es nicht absehbar, wann und warum der Goldpreis überhaupt in Zukunft steigen sollte.

Je länger die Zinsen auf diesem niedrigen Niveau bleiben, desto eher sind die Kunden bereit sich auf fast jedes Angebot einzulassen, welches mindestens um 2-3% höher verzinst ist, als bei den Banken. Es ist sehr viel Kapital bei Privatinvestoren vorhanden, und dafür suchen diese eine passende Anlage. Eine Chance für alle Betrüger, die sich die oftmals verzweifelte Lage zunutze machen und die Leute ansprechen. Von den vollmundigen Versprechungen bleibt am Ende oftmals nur Totalverlust und bittere Reue. Das möge jeder bedenken, der sich auf diese Offerten einlässt.