FUNKTIONIERT DIE ÖKOSCHIENE DER ÖKOWORLD AG ETWA IMMER NOCH?

Der Antrieb, eine Firma zu gründen und erfolgreich zu führen, wird garantiert nicht vom ökologischen Nachhaltigkeitsgedanken bestimmt, sondern von der Macht des Geldes. Soviel erst einmal vorweg.

Beim Blick in die Webseite des Unternehmens dominieren auf den ersten Blick die Porträts der Gründer und Firmenlenker, die beinahe wie aus einer anderen Zeit daherkommen: Man fühlt sich in die Endsechziger zu Zeiten von Woodstock zurückversetzt. Wie langhaarige Hippies und Weltverbesserer – als tauche man ein in die Anfangszeiten von Greenpeace – kommen die Herrschaften daher, auf den Lippen vollmundige Bekennersprüche, die zum Inhalt haben, die Welt retten zu wollen, Kinderarbeit abzulehnen und ökologisch investieren zu wollen.

So weit so umweltverträglich. Dann überrascht Pit Konkol, seines Zeichens Mitarbeiter des Unternehmens, mit der sprachlichen Ergänzung:“… Umwelt retten ja.., da es außerdem ein gigantischer Wachstumsmarkt ist.“

Der schnöde Mammon, versteckt unter dem Deckmantel der Ökoschiene, ist der (einzige) Antrieb, der die Räder ans Laufen bringt. Da es in der Bundesrepublik noch genügend Sympathisanten der Ökobewegung gibt, ist es offensichtlich ein Leichtes, diese Herrschaften zur Kasse zu bitten. Wenn man dann allerdings den Kosten/Nutzen-Faktor ins Spiel bringt, verblasst die vermeintliche Rendite zu einem Häufchen Performance auf 1-2% -Basis. Aber wenigstens wird die Welt gerettet und das Investment ist nachhaltig. Der fiese Beigeschmack, den man im Dunstkreis von nadelgestreiften Bankern hin und wieder zu verspüren scheint, der fällt beim Kontakt mit der Ökoworld AG aus Hilden im Rheinland nicht ins Gewicht, man tritt dort ohne Schlips und Manschettenknöpfe auf, beinahe kumpelhaft parliert man mit den Kunden, schließlich soll ein Vertrag am Ende dabei herausspringen. Und der bringt wiederum dicke Provisionen.

Unter anderem für den Gründer, Alfred Platow, der freimütig zu verstehen gibt: „Ökologie muss auch ökonomisch sein“, was soviel heißt: Wir wollen auch gut dran verdienen – nur zeigen wir es nicht. Am besten merkt der Kunde erst gar nicht, dass sein Ökoinvestment den teuren Lebenswandel des Managements finanziert. Beim Zitat von Pressesprecher Gunter Schäfer: “…mich interessieren aber auch die Renditen“ bekommt man den selben Eindruck, dass Öko nur der Mantel ist, der wahre Kapitalismus steckt im Detail und wird von allen vorrangig geschätzt. Im Übrigen wurde Fraudanwalt von anonymer Stelle mitgeteilt, dass besagter G. Schäfer gerne „lästige Anfragen“ zur Gesinnung der Unternehmensführung abbügeln soll, ebenso wie kritische Nachfragen im Allgemeinen.

Ein guter Gradmesser für ein erfolgreich geführtes Unternehmen ist auch der Aktienkurs, wenn es sich wie bei der Ökoworld um eine AG handelt . Der Blick auf den aktuellen Kurs zeigt wenig Begeisterung bei den Anlegern, das Handelsvolumen pendelt sich bei Stückzahlen im 3-stelligen Bereich ein, d.h. etwa 300 Papiere pro Tag. 10 – 11 Euro zahlt man für eine Aktie, die viel mehr Zulauf haben müsste, wenn Öko einen wirklich hohen Stellenwert hätte. Es geht bei der Ökoworld AG eben primär darum, in einem Nischenmarkt des Börsengeschäftes eine große Scheibe vom Ertrags-Kuchen abzuschneiden. Dafür sprechen die hohen Fondskosten für gemanagte Fonds, die sich aus Ausgabeaufschlag, Agio oder Management Kosten und Erfolgsgebühr zusammensetzen Das schmälert eindeutig die Aussicht auf eine attraktive Rendite. Ähnlich sieht es bei den vom Unternehmen emittierten Rentenfonds aus : Diese verfügen zwar über eine Kapitalgarantie, aber durch die hohen Fondskosten von 2,3% auf die Einlage geht eine gute Rendite den Bach herunter und ist nicht realisierbar. Beim Ökogeschäft wird halt auch nur mit „Wasser gekocht“.

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