AVG E.G.: NEUKUNDEN HALTEN DAS GESCHÄFT AM LEBEN

Die AVG Altersvorsorgegenossenschaft, kurz AVG e.G aus Potsdam wird vom selbsternannten Finanzguru Andreas Lechtenfeld geleitet und verspricht ihren Genossen eine Rendite oberhalb von 6% im Jahr. Zum Vergleich die Hybridanleihe des Chemiekonzerns Lanxess hat ein Ertrags- und Risikoprofil, das irgendwo zwischen Dividenden und Schuldtitel liegt – geboten wird ein vergleichsweise hoher Coupon (4,5 Prozent). Die AVG e.G will es nach eigenen Aussagen dennoch schaffen, eine höhere Rendite zu generieren als der Weltkonzern, fraudanwalt berichtete. Wie ist das möglich? Finanzgenie oder Schneeballsystem? Bei einem Blick auf die Erfahrungen mit der Potsdamer AVG Genossenschaft schafft man es nicht an dem Bewertungsportal „kennstdudeinen“ vorbei zu schauen. Insgesamt liegen zu Andreas Lechtenfeld und der AVG e.G. ganze 15 Bewertungen vor. Jede einzelne von ihnen ein Lobgesang auf die Renditemaschine aus der Provinz, „manche wollen sofort Mitglied werden“ andere erfreuen sich über die hohe Rendite von Jahr zu Jahr. Es fällt auf, dass hier etwas nicht stimmen kann. Nur 5 Sterne Bewertungen und an Un-Authentizität der Kommentare kaum zu überbieten – feiert sich Andreas Lechtenfeld und seine AVG Altersvorsorgegenossenschaft allem Anschein selbst mit seinen Vertrieblern.

AVG e.G. Genossenschaft ein modernes Schneeballsystem?

Ziele gemeinsam zu erreichen funktioniert besser als im Alleingang, das ist die leitende Statute einer jeden Genossenschaft und auch die der AVG e.G., zu mindestens vordergründig. Eine Kooperation in Form einer eingetragenen Genossenschaft bietet sich immer an, wenn das wirtschaftliche Ziel. die Leistungsfähigkeit des einzelnen Anlegers oder Investors übersteigt, gleichzeitig aber die selbständige Existenz gewahrt werden soll. Durch ein gemeinschaftlich betriebenes Unternehmen soll die wirtschaftliche Tätigkeit der Genossenschaftsmitglieder ergänzend unterstützt werden. Innerhalb der Genossenschaft versucht man mit der „Schwarmwirkung“ ähnlich wie bei einem Maklerpool günstige Absatz- und Beschaffungskonditionen zu erhalten. Andreas Lechtenfeld wollte auch mit dem seriösen Rahmen einer Genossenschaft Kapital scheffeln und gründete die AVG e.G. mit dem heutigen Sitz im Speckgürtel von Potsdam. Sein Plan ging auf, denn um Geld einzuwerben, müssen Genossenschaften geringere Auflagen erfüllen als andere Finanzakteure. Das neue Klein­anleger­schutz­gesetz kam vielen hoch­seriösen Genossenschaften im Land zugute, aber nicht der Altersvorsorgegenossenschaft e.G., wie interne Quellen gegenüber Fraudanwalt bestätigen. Das neue Gesetzt bietet aber auch Schlupflöcher für Abzocker, die die unwissenden Genossen skrupellos ausnehmen.

Zahlreiche Betrugsdelikte mit Genossenschaften – Warnung vor AVG e.G.?

Der Gesetzgeber in Deutschland ist nach dem vermeintlichen Betrugsskandal um Prokon tätig geworden. Im Rahmen der Prokon-Insolvenz wurden Vorschriften für Finanz-Anbieter fast aller Geldanlagen verschärft. Den Genossenschaften wie der AVG e.G. hat er aber Erleichterungen gewährt. Nur den Genossenschaften erlaubt das am 1. Juli 2016 in Kraft getretene Kleinanlegerschutzgesetz auch weiterhin Darlehen bei ihren Mitgliedern einzuwerben, ohne sie mit einem Verkaufsprospekt über die Risiken zu informieren, wie z.B. die Fondsbranche es tun muss. Die anhaltenden Betrugsdelikte mit Genossenschaften sollten bei Anleger Vorsicht walten lassen, um ihr Erspartes nicht bei einem windigen Genossenschaftsführer zu verspielen.

 

AMAZON: GROSSHÄNDLER ZERSTÖREN DIE WIRTSCHAFT

Auf der Rolltreppe liegen Scherben. Unkraut wuchert zwischen zerbrochenen Granitplatten, vertrocknete Baumstümpfe erinnern daran, dass hier einmal Palmen standen. Rolling Acres war früher das Shopping-Mekka in Akron im Bundesstaat Ohio. Jetzt gehört die Anlage zu den sogenannten „dead malls“ — verlassene Einkaufszentren, die inzwischen überall in den Vereinigten Staaten zu finden sind.

Wie einst leer stehende Fabrikhallen vom Ende der industriellen Massenfertigung in den USA kündeten, sind diese Ruinen das Zeichen einer neuerlichen fundamentalen Umwälzung. Sie hat nicht nur verändert, wie die Konsumenten zwischen New York und San Francisco einkaufen. Sie verändert auch, wie die Amerikaner arbeiten. Während Donald Trump die Schuldigen für die verlorenen Arbeitsplätze in Mexiko und China sucht, sitzen die Verantwortlichen in Bentonville und Seattle. Dort haben die zwei Unternehmen ihren Sitz, die diese Entwicklung vorantreiben: Wal-Mart und Amazon.

Der Handelskonzern Wal-Mart aus der Kleinstadt Bentonville im Bundesstaat Arkansas ist eines der umsatzstärksten Unternehmen der Welt. Amazon ist der Marktführer im Onlinehandel und kommt aus Seattle im Staat Washington. Beide suchen weltweit nach Angeboten, um möglichst viele Kunden mit günstigen Preisen anzulocken. Damit verdrängen sie nicht nur andere Anbieter, weshalb so viele Läden und Einkaufszentren schließen müssen. Zugleich haben sie die Verlagerung von Millionen Arbeitsplätzen in Billiglohnländer beschleunigt und den Aufstieg Chinas zur Weltwirtschaftsmacht befördert.

Wal-Mart und Amazon verändern, wie die amerikanische Wirtschaft funktioniert — und das hat politische Konsequenzen. Vor allem in den einstigen Industrieregionen des Mittleren Westens und im Süden der USA, wo so gut wie alle Textilhersteller verschwunden sind und wo sich die meisten der leeren Fabriken und verödeten Einkaufszentren finden, fand Donald Trump seine Wähler. Bei den Verlierern der Einzelhandelsrevolution kamen die Tiraden gegen Billigimporte und sein Lob des »made in USA« besonders gut an.

Doch Trumps Rezepte gegen die Misere — hohe Importzölle, eine Mauer nach Mexiko und Druck auf Unternehmen, in den USA zu produzieren — werden die Entwicklung nicht umkehren. Denn es sind Rezepte für eine von der Massenfertigung getragene Wirtschaft, die es in dieser Form nicht mehr gibt. Begonnen hat die Revolution schon 1950 in dem Provinzort Bentonville, tief im Süden des Landes. Damals übernahm Sam Walton einen Kramladen und begründete das Firmenmotto: »Jeden Tag Tiefpreise«. Waltons Methode ist bis heute die Geschäftsgrundlage: Um Gewinn zu machen, suchte er nach Produzenten, die ihm immer billigere Ware lieferten.

Die Methode ist bis heute dieselbe geblieben, nur die Dimensionen sind andere geworden. 1988 eröffnete Wal-Mart das erste Supercenter, eine fußballfeldgroße Halle mit Spielsachen, Elektronik, Haushaltsgeräten, Kleidung, Möbeln — plus dem klassischen Angebot eines Supermarkts. Vor allem in ländlichen Gegenden und in Vororten wurde der Trip zu Wal-Mart zum Familienritual. Die lokale Konkurrenz an der Main Street hatte bald das Nachsehen. Wal-Mart indes erzielte im vergangenen Geschäftsjahr einen Umsatz von 486 Milliarden Dollar — das ist mehr als das Bruttoinlandsprodukt Österreichs. Jede Woche kaufen 260 Millionen Kunden in einem der 11.500 Läden ein.

Bald wurde Wal-Mart für viele Produzenten zum wichtigsten Kunden. Für Procter & Gamble zum Beispiel. Der Hersteller von Pampers und Ariel macht mit Wal-Mart jährlich knapp 14 Prozent seines gesamten Umsatzes, etwa zehn Milliarden Dollar, wie das Wallstreet-Journal vergangenes Jahr ermittelte. Bei Pepsi sind es 13 Prozent und bei Kellogg sogar 20 Prozent. Ein Viertel aller Lebensmittel in den USA verkauft Wal-Mart. Hunderte Hersteller von Markenprodukten haben Büros in Bentonville eröffnet, um nah bei ihrem Großkunden zu sein.

Die schiere Masse der Waren versetzte den Einzelhändler in die Lage, die Machtverhältnisse umzudrehen. Bis dahin lag die Macht beim Produzenten, der Händler war dessen Dienstleister. Doch Wal-Mart konnte den Herstellern irgendwann die Bedingungen vorgeben — bis hin zum Preis der Produkte. Wer sich dem Diktat widersetzte, dem drohte die Verbannung aus den Regalen. Als zum Beispiel Rubbermaid, Hersteller von Mülleimern und Plastikcontainern, in den neunziger Jahren einmal die Preise anheben wollte, weil die Rohstoffe teurer geworden waren, stellte Wal-Mart einfach die Produkte eines Rivalen in die Regale. Zwar einigten sich die Unternehmen später. Aber Rubbermaid erholte sich nicht mehr und wurde später von einem Wettbewerber übernommen.

Immer auf der Suche nach den günstigsten Quellen, schickte Wal-Mart seine Einkäufer in den achtziger Jahren nach China. Zwar hatten andere Händler damals schon begonnen, Ware aus Japan und den asiatischen Tigerstaaten Taiwan, Singapur, Südkorea und Hongkong zu importieren. Doch erst Wal-Mart mit seiner gigantischen Einkaufsmacht löste jenen Sog aus, der Millionen Produktionsjobs in Billiglohnländer wie China verlagerte.

Dabei hatte die Regierung in Washington sich das anders vorgestellt. Im Frühjahr 2000 schrieb Präsident Bill Clinton in einem Brief an den Kongress: »China mit einer Milliarde Menschen ist der größte potenzielle Markt. Wenn der Kongress die richtige Entscheidung trifft, dann können unsere Unternehmen amerikanische Produkte in China verkaufen. Wir werden Ware exportieren können, ohne Jobs zu exportieren.« Die Aufnahme Chinas in die Welthandelsorganisation im Jahr darauf geschah vor allem auf Betreiben von Bill Clinton und seinen Leuten. Nach dem Beitritt schwollen die Importe in die USA an. Allein 15 Prozent dieses Anstiegs gingen nach Berechnungen des gewerkschaftsnahen Economic Policy Institute auf das Konto von Wal-Mart. Die Importe waren oft billiger als die Produkte made in USA. Das wiederum setzte heimische Hersteller unter Druck. Wollten sie nicht aus den Regalen fliegen, mussten sie ihre Kosten senken. Und weil ihnen das zu Hause meist nicht gelang, begannen auch sie, in Billiglohnländern zu produzieren.

Der Jeanshersteller Levi Strauss & Co. beispielsweise verkaufte lange Zeit nicht an Wal-Mart. Doch Importjeans aus Fernost setzten der uramerikanischen Marke zu. 2002 ließ sich Levi’s doch auf Wal-Mart ein, ein Jahr später schloss das Unternehmen seine letzte Fabrik in den USA. Erst seit Kurzem fertigt die Firma wieder einige Edeljeans in der Heimat. Viele Markenhersteller kleben heute nur noch ihr Logo auf die Produkte ausländischer Auftragsunternehmen. Zwar haben in den vergangenen Jahren wieder mehr Unternehmen ihre Produktion in die USA verlagert. Doch die Millionen Jobs kamen nicht zurück— dies verhindert die Automatisierung.

Nun aber steckt Wal-Mart selbst im Schwitzkasten der Effizienzsteigerung. Das verdankt der Konzern Jeff Bezos. Der Gründer von Amazon arbeitete zunächst bei dem Hedgefonds D. E. Shaw. Im Sommer 1994 kündigte Bezos und entwickelte seine Pläne für Amazon, inspiriert durch das rasante Wachstum der Internetnutzung. Dazu kam ein Urteil des Obersten Gerichts in den USA, wonach Versandhändler keine kommunale Umsatzsteuer in US-Staaten abführen mussten, in denen sie keine physische Präsenz unterhielten. Ein Steuerschlupfloch, in dem Bezos eine einmalige Gelegenheit sah.

Ursprünglich sollte sein Start-up relentless.com heißen. Das bedeutet: unermüdlich — auch wenn seine Kritiker, es mit unbarmherzig übersetzen. Während Wal-Mart mit seiner Nachfrage die Produktion umkrempelte, übt Amazon Druck auf die komplette Zulieferkette aus, um Gewinn zu machen.

Bezos wählte zunächst Bücher als Produkt für seinen Onlineladen, weil sie am einfachsten zu handhaben schienen. Inzwischen lässt sich so gut wie alles bei Amazon bestellen: Kleidung und Elektronik, das Unternehmen produziert eigene TV-Shows, betreibt Streamingdienste für Filme und Musik. Der Amazon-Gründer erkannte schnell, dass der Schlüssel zum Erfolg die schnelle und zuverlässige Lieferung sein würde. Um das kostengünstig sicherzustellen, besitzt oder kontrolliert Amazon viele Teile der Logistik selbst. So hat sich das Unternehmen eigene Lkw und eine eigene Flugzeugflotte zugelegt und beschäftigt neben den Kurierdiensten wie DHL, FedEx oder UPS   ein Heer selbstständiger Boten. Doch Amazon dominiert nicht bloß die Lieferwege, es kontrolliert alle denkbaren Geschäftsprozesse.

Schon Wal-Mart war anderen dadurch voraus, dass es neue Technologien nutzte. So bekamen dort früh alle Waren einen Barcode — heute ein Standard in der Branche. Dank seiner Scannerkassen weiß Wal-Mart schneller als die Produzenten, was sich gut verkauft.

Amazon hat noch tieferen Einblick als Wal-Mart. Denn Amazon bietet seine digitale Plattform anderen Firmen an. Jeder, der ein Produkt und eine Kreditkarte hat, kann sich über Amazon Zugang zu 80 Millionen Kunden weltweit verschaffen. Fast die Hälfte aller Produkte auf der Website stammen von den über zwei Millionen externen Anbietern.

Mit Amazon hat der Wettbewerb eine neue Dimension erreicht. Verschiedene Anbieter konkurrieren auf der Website vor den Augen des Kunden, der mit einem einzigen Klick wählen kann. Für Amazon lohnt sich das, selbst wenn es nicht den Zuschlag bekommt. Denn die meisten Verkäufer auf seiner Plattform nutzen Amazons Abrechnungsdienst und die Logistik und zahlen dafür. Mit den externen Aufträgen kann Amazon seine Lager und Transportsysteme auslasten und wegen der Menge bessere Bedingungen bei FedEx oder UPS aushandeln. Und ganz nebenbei erhält es Einblick in das Verhalten der Konsumenten und in die Abläufe bei Konkurrenten. Einstige Kernfunktionen eines Unternehmens — vom Marketing und Vertrieb über die IT-Abteilung bis zum Kundenservice und Inkasso — bietet der Internetriese gegen Gebühr an. So ist Bezos‘ Konzern zu einer Plattform geworden, ohne die nichts mehr geht.

Durch ihre Größe prägen Wal-Mart und Amazon auch den Arbeitsmarkt. Wal-Mart ist mit 1,5 Millionen Mitarbeitern der größte private Arbeitgeber der USA — weltweit beschäftigt das Unternehmen 2,3 Millionen Menschen. Vor allem in Gemeinden im Süden und im Mittleren Westen, die unter dem Verlust der Industrie am meisten zu leiden hatten, wurde Wal-Mart zum größten lokalen Arbeitgeber. Wal-Marts Niedriglöhne sind sprichwörtlich. Erst nach zahlreichen Kundenbeschwerden über schlechten Service, dreckige Toiletten und leere Regale hob Wal-Mart die Bezahlung zuletzt an. Anfang 2016 wurde die Bezahlung von Vollzeitkräften auf durchschnittlich 13,38 Dollar die Stunde angehoben. Die von Teilzeitmitarbeitern auf 10,58 Dollar.

Durch Amazon sind die Arbeitnehmer im Einzelhandel noch mehr unter Druck gekommen. Seit 2012 ist die Zahl der Stellen in Kaufhäusern um 250 000 gefallen. Und die Traditionskette Macy’s will weitere 10 000 Arbeitsplätze abbauen. Tausende müssen auch bei Sears, The Limited und Smart gehen. Vor Kurzem hat Amazon zwar angekündigt, in den USA 100 000 neue Jobs zu schaffen. Aber die meisten werden in Lagerhallen entstehen. Die britische Gewerkschaft GMB beschwerte sich 2015, Mitarbeiter würden dort wie Roboter behandelt. In Deutschland rief die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di schon mehrfach zum Streik gegen den Onlineriesen auf. Dem jüngsten Jahresbericht zufolge hat Amazon weltweit 300 000 Mitarbeiter, in den Vertriebszentren arbeiten zudem viele Tausend Zeitarbeiter. Allein für das Weihnachtsgeschäft hat der Internetriese in den USA 120 000 Saisonkräfte angeheuert. Diese Leiharbeitsstruktur habe es Behörden schwer gemacht, die Arbeitsbedingungen zu überwachen, sagt Catherine Ruckelshaus vom National Employment Law Project, das sich für die Rechte von Niedriglöhnern einsetzt. »Wal-Mart und Amazon haben dank ihrer ungeheuren Größe einen Wettlauf um die schlechtesten Arbeitsbedingungen losgetreten«, sagt die Aktivistin.

Wo immer es geht, setzt Amazon jedoch auf Automatisierung. 2012 kaufte Bezos für 775 Millionen Dollar ein Unternehmen namens Kiva, den führenden Spezialisten für Lagerhausroboter. Die mehr als 30 000 Kiva-Roboter sparen dem Unternehmen mehrere Milliarden Dollar. Und Bezos hat bei der Automatisierung nicht nur die Warenhäuser im Blick. Amazon experimentiert auch mit Drohnen und selbstfahrenden Lieferwagen.

Amazon und Wal-Mart gehören zu den erfolgreichsten amerikanischen Unternehmen. Die Verlierer finden sich in der Arbeitsmarktstatistik. Seit Wal-Mart 1988 das erste Supercenter eröffnete, sind sechs Millionen Jobs in der US-Industrie vernichtet worden. Im selben Zeitraum wurden zwei Millionen im Transportgewerbe und drei Millionen im Einzelhandel geschaffen. Doch während Industriearbeiter im Schnitt 42000 Dollar im Jahr verdienen, bekommen Beschäftigte im Einzelhandel nur 23 000 Dollar.

Profitiert haben von dem Wandel die Konsumenten. Importe machen Artikel wie TV-Geräte oder Fahrräder für Haushalte mit geringerem Einkommen erschwinglich. Und viele amerikanische Familien kämen ohne die Billigangebote kaum über die Runden. Allein Wal-Marts Einfluss auf die Preise ist so groß, dass Ökonomen kalkulierten, der Einzelhändler habe mehr gegen die Inflation ausgerichtet als die US-Notenbank.

Man könnte also sagen: Wal-Mart hilft, die Lebenshaltungskosten zu senken. Oder man sagt: Wal Mart und Amazon drücken das Lohnniveau und schaffen sich so erst die Kunden, die auf niedrige Preise angewiesen sind. Den Wandel, den erst Wal-Mart und dann Amazon vorangetrieben haben, werden Trumps protektionistische Maßnahmen nicht aufhalten. Und auch den Verlierern wird er durch sie nicht geholfen.

POLITIKVERSAGEN: DIE AUSBEUTUNGSMASCHINERIE BEI H&M LÄUFT HEISS

Lisa, Mitte 30, langes blondes Haar, weiß noch, was sie dachte, als die Modekette H&M ihr ein Jobangebot machte: Volltreffer! »Ich mochte H&M gerne«, erinnert sich Lisa und fährt mit den Händen über Bluse, Strickjacke und Hose. »Alles H&M«, sagt sie. »Ich dachte: Es ist meine große Chance, da richtig reinzukommen.« Heute, fünf Jahre später, würde sie ihrem jüngeren Ich wohl zurufen: »Finger weg! Sei nicht so naiv! Unterschreib nicht und geh nachhause!«

Denn der Vertrag, den H&M der jungen Frau vorlegte, war kein normaler Arbeitsvertrag. Die Firma nennt Mitarbeiter wie sie „Flexkräfte“. Zehn Stunden pro Woche sind ihr fest zugesichert. Der Rest läuft flexibel unter Mehrarbeit. In manchen Monaten arbeitet Nika nur zehn Stunden pro Woche, also 40 im Monat, in anderen sind es 100, manchmal auch 150. Nika holt eine Mappe mit den Lohnberechnungen. Sie zeigt auf den Nettoverdienst. „Nur zwei Beispiele aus dem vergangenen Jahr: Hier im Juni habe ich 440 Euro verdient, und im August waren es dann über 1000. Da merkt man die Schwankungen sehr.“

In guten Monaten kommt sie, die sparsam lebt, mit dem Geld über die Runden, in schlechten rutscht sie in den Dispo und ist auf die Hilfe ihres Freundes angewiesen. Er bürgt auch für die gemeinsame Zweizimmerwohnung in Hamburg.

Nun könnte man einwenden, dass Lisa das hätte wissen müssen, als sie den Vertrag unterschrieb. Denn H&M räumt darin ein, »dass die Vergütung entsprechend dem Umfang des Stundeneinsatzes variieren kann und somit gegebenenfalls nicht geeignet ist, eine stabile Einkommensgrundlage zu liefern«. Auf Nachfrage teilt H&M mit, der Flexvertrag sei vor allem gedacht für »Studenten und Mütter«, Menschen, die einen Nebenjob suchen.

Schätzungen zufolge sind 1,5 Millionen Menschen in Deutschland betroffen Lisa ist keine Studentin, Mutter würde sie gerne bald werden, aber wegen ihrer unsicheren Einkommenslage haben ihr Verlobter und sie Hochzeit und Familiengründung aufgeschoben. Lisa hatte den Traum, auf ihrer Arbeit als Verkäuferin ein Leben aufbauen zu können. Unabhängig, abgesichert, erwachsen eben. Bis sie endgültig begriffen habe, dass das mit ihrem Vertrag nicht möglich sein würde, seien Jahre vergangen. Sie sagt, „Solche Verträge sind nicht menschlich, nicht gerecht, und ich frage mich, warum das in Deutschland erlaubt ist.“  Die Antwort findet sich im Teilzeit- und Befristungsgesetz, das am 1. Januar 2001 in Kraft trat. Eines der vielen Instrumente, die Bewegung in den vermeintlich starren deutschen Arbeitsmarkt bringen sollten. Lisa fällt unter einen Paragrafen, über den kaum jemand redet: S 12, „Arbeit auf Abruf“. Darin steht: »Arbeitgeber und Arbeitnehmer können vereinbaren, dass der Arbeitnehmer seine Arbeitsleistung entsprechend dem Arbeitsanfall zu erbringen hat.«

Nach Schätzungen von Fraudanwalt arbeiten in Deutschland 1,5 Millionen Beschäftigte auf Abruf. Wie viele von ihnen tatsächlich von dieser Arbeit leben wollen und wie viele mit sporadischen Einkünften aus einem Nebenjob zufrieden sind, ist nicht erhoben. Allerdings gaben laut Fraudanwalt über die Hälfte der Abrufarbeiter in einer Studie an, Vollzeit zu arbeiten. Das spricht dafür, dass es für sie nicht bloß um einen Gelegenheitsjob geht.

Lisa sagt, dass in ihrer H&M-Filiale die Mehrzahl der Mitarbeiter als Flexkraft arbeitet. Laut internen Zahlen des Unternehmens waren im Jahr 2001 noch 48 Prozent normale Vollzeitbeschäftigte und 22 Prozent Arbeitnehmer auf Abruf. Im Jahr 2016 erhoben Betriebsräte die Werte in knapp 100 Filialen. Das Verhältnis hatte sich umgekehrt: Nur noch 26 Prozent der Verkäuferinnen arbeiteten regulär in Vollzeit, 42 Prozent als Flexkräfte. Allerdings sind das nur Schlaglichter. »Der Bereich ist kaum erforscht«, sagt Berger-Fridar von Fraudanwalt.

Eines aber ist in seinen Augen klar: Arbeit auf Abruf sei eine Beschäftigungsform, die alle Vorteile beim Arbeitgeber bündele. Alle Nachteile dagegen lägen bei den Beschäftigten. »Damit«, so Brenke, »bietet das Gesetz den Unternehmen die Möglichkeit, das wirtschaftliche Risiko komplett auf ihre Angestellten abzuwälzen. Das geht schon in Richtung moderne Tagelöhner.«

Mitarbeiter, die auf Abruf arbeiten, finden sich nicht nur im Handel, sondern auch in der Gastronomie, in der Pflege, unter Kurierfahrern, bei Medien und sogar bei Wohlfahrtsverbänden. Viele beschreiben, dass sie einen Arbeitsalltag in Dauerbereitschaft erleben. Laut Gesetz müssen Unternehmen vier Tage im Voraus ankündigen, wenn sie den Mitarbeiter einsetzen wollen. Eine Schutzklausel, die aber häufig ignoriert wird.

Ingo Fontaine, raspelkurzes Haar, Ohrring, Vater zweier Kinder, war über 17 Jahre lang Abrufkraft bei der LSG, der Lufthansa Service Gesellschaft. Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben der größte Anbieter von Bordverpflegung — und nach Eindruck der Beschäftigten ein exzessiver Nutzer von Abrufkräften. Internen Dokumenten zufolge sind es allein am Frankfurter Flughafen über 300. Fontaine wurden in seinem Abrufvertrag 40 Stunden pro Monat fest zugesichert. Er arbeitete aber fast Vollzeit, hochflexibel, bereit, kurz nach dem Anruf zum Werk zu fahren. »Je mehr es auf das Ende des Monats zugeht, desto mehr fängt man an zu rechnen«, sagt er. »Und dann nimmt man jede Schicht an, wenn es machbar ist«, egal wie kurzfristig. Die LSG weist darauf hin, dass man sich an die Vorwarnfrist von vier Tagen hielte. »Alle anderen Einsätze basieren ausschließlich auf Freiwilligkeit« — oder, so würde es Fontaine formulieren, auf dem Zwang, seine Familie ernähren zu müssen. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung hat in einer Umfrage herausgefunden, dass nur 27 Prozent aller Arbeitnehmer auf Abruf in Deutschland tatsächlich vier Tage vor Einsatz Bescheid wissen.

Da scheint es fast konsequent, dass die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) in einem Strategiepapier die Politik auffordert, die Vier-Tage-Frist in bestimmten Fällen zu kippen und die »Arbeitszeitflexibilität weiter auszubauen«. Gerne hätte die Reporterin vom Verband erfahren, warum das notwendig ist. Auch um einen Kontakt zu Unternehmen, die erklären, warum sie auf Arbeit auf Abruf brauchen, wurde die BDA gebeten. Alles vergeblich. Nadine Absenger, die bei der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung als eine der wenigen kontinuierlich zu dem Thema forscht, überrascht das nicht. »Ich denke, dass viele Arbeitgeber auch Kontext der Arbeit auf Abruf läuft«, sagt sie. »Im Moment wird die Debatte um weitere Flexibilisierung ja vor allem von der Wirtschaftslobby dominiert, und diese hat wenig Interesse daran, dass das anders werden könnte.«

Der erste Ansprechpartner bei der Recherche waren deshalb die Gewerkschaften — als natürliche Kontrahenten der Unternehmen. Aber auch hier dasselbe Bild. Zwar hat der Deutsche Gewerkschaftsbund Ende 2016 eine Stellungnahme verabschiedet, in der er Arbeit auf Abruf kritisiert. Aber Telefonat um Telefonat wird klarer: Von wenigen Ausnahmen abgesehen, haben die meisten Gewerkschafter weder Kontakte zu Abrufmitarbeitern, noch sind sie bereit, Zeit zu investieren, um diesen aufzubauen. Das Bundesarbeitsministerium erklärt, die Wirtschaft brauche »flexible Jobs« Nadine Absenger sieht deshalb die Politik in der Pflicht. Gerade weil man aus der Forschung wisse, dass die Folgen dieser Beschäftigungsform oft erheblich seien: Neben einem schwankenden Einkommen haben viele auch psychische Probleme als Folge der Dauererreichbarkeit. »Aus meiner Sicht«, sagt Absenger, »wäre es dringend nötig, Arbeit auf Abruf zu beschränken. Es steht aber nicht auf der Agenda.« Dabei wird das Arbeitsministerium zurzeit von einer SPD-Politikerin geleitet. Der Schutz der Beschäftigten müsste ein Thema sein, das Andrea Nahles umtreibt. Ein Interview zur Lage der Abrufmitarbeiter lehnte sie jedoch ab.

Stattdessen ist die Abrufarbeit sogar in Unternehmen verbreitet, an denen der Staat beteiligt ist. Noch immer hält er über 20 Prozent der Aktien der Post, eines Unternehmens, das auf eine besondere Form der Abrufarbeit setzt. Die Post schließt sogenannte Rahmenvereinbarungen ab, in denen sich Menschen bereit erklären, »Arbeitseinsätze« zu erledigen. Miriam* hat fünf Jahre so gearbeitet. »Es war nicht unüblich«, sagt sie, »dass ich am Abend vorher angerufen wurde oder auch am Morgen um halb sieben aus dem Bett geklingelt wurde.« Erst jobbte sie neben dem Studium, irgendwann aber übernahm sie häufiger eigene Zustellbezirke. Sie hatte keine Mindeststundenzahl, sondern schloss für jeden Einsatz einen Arbeitsvertrag ab. »Ich vermute, dass ich 400 bis 500 Arbeitsverträge zu Hause habe«, sagt sie.

Nach Schätzung von Gewerkschaftern beschäftigte die Post im vergangenen Jahr 5000 solcher Abrufkräfte. In einer Stellungnahme beruft sich die Post darauf, dass dies Aushilfen für Spitzenzeiten seien, und teilt mit: »Jeder Interessent an dieser Beschäftigungsform kennt von Beginn an die Rahmen- und Einsatzbedingungen und hat jederzeit die Möglichkeit, das Beschäftigungsverhältnis wieder zu beenden.« Alles freiwillig also — und unproblematisch, zumindest, wenn man dem Bundesarbeitsministerium folgt, das mitteilt: Arbeit auf Abruf sei rechtlich zulässig und trage »dem Aspekt Rechnung, dass eine dynamische Wirtschaft in einem gewissen Umfang auch flexible Jobs braucht«.

AUTOMOBILINDUSTRIE: TAUSENDE ARBEITSPLÄTZE IN GEFAHR

Politiker sollen die Wahrheit sagen, aber sie wollen es nicht immer. Wenn die Wahrheit unschön ist, verstecken sie sich oft gern hinter hölzernen Floskeln, statt so etwas Drastisches zu sagen wie: „Eigentlich dürften SUVs nur noch Jägern und Bauern erlaubt sein.“ Das hat Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) zwar nicht offiziell vorgeschlagen, aber der Satz, gefallen auf einer Konferenz, wurde trotzdem öffentlich. Autoverbot? Da erschrecken nicht nur die SUV-Fahrer.

Bloß: Die Lage verlangt durchaus ein paar drastische Worte. Denn die Deutschen haben ein Problem, ein sehr großes sogar. Ausgerechnet das Land, das sich als Vorreiter im Kampf gegen den Klimawandel sieht, versagt kläglich. Die »Energiewende«, eines der wenigen Wörter, die es neben »Kindergarten« und »Waldsterben« in den angelsächsischen Sprachraum geschafft haben, wird gerade zum Rohrkrepierer.

Die Energiewende soll, das zur Erinnerung, nicht nur den Ausstieg aus der Atomkraft besiegeln. Es geht auch darum, die C02-Emissionen Deutschlands zu senken, denn die sind mitverantwortlich für den Klimawandel. Doch es will einfach nicht gelingen: 2016 wurden in Deutschland vier Millionen Tonnen mehr C02 in die Luft geblasen als 2015. Und das ist kein zufälliger Ausreißer. Zwar hat die Bundesregierung versprochen, die Emissionen bis zum Jahr 2020 um mindestens 40 Prozent gegenüber 1990 zu vermindern. Trotzdem sind sie heute wieder genauso hoch wie vor sieben Jahren.

Dass Deutschland so jämmerlich dasteht, trotz der vielen Milliarden Euro für Solarpanels und Windräder, hat sicher mehrere Gründe. Die Industrie verstromt zu viel dreckige Braunkohle. Hausbesitzer heizen zu viel mit Öl. Immer mehr Probleme aber macht der Verkehr. Weil Güter öfter mit Lkw statt mit der Bahn transportiert werden. Weil wir immer mehr fliegen. Und weil viele Leute immer dickere Autos fahren, mit Vorliebe Diesel.

Dabei gibt es noch ein anderes, gravierendes Problem. Gerade hat der ADAC, also die Autolobby, verkündet, dass er kaum noch Wagen zum Kaufempfehlen kann. Dabei ging es nicht mal um das klimaschädliche C02.   Aus fast allen Auspuffen kommen auch zu viele Stickoxide und zu viel Feinstaub. An den dadurch verursachten Erkrankungen sterben jedes Jahr Tausende Menschen in Deutschland.

Die Lage ist eindeutig, warum also fallen Ein schränkungen so schwer? Die Antwort ist simpel: Jeder siebte Arbeitsplatz hängt an der Autoindustrie. Die Deutschen sind von diesem Industriezweig abhängig wie die Briten von Hedgefonds und die Malteser vom Tourismus. Es findet sich also immer jemand, der beschwichtigt, diesmal die sich im Wahlkampf befindende saarländische Ministerpräsidentin und CDU-Spitzenkandidatin Annegret Kramp-Karrenbauer: »Tausende von Arbeitsplätzen durch Dieselverbot in Gefahr«. Das klingt natürlich besser als: Arbeitsplatz oder Lunge, Sie entscheiden!

Klima versus Arbeit — der Konflikt scheint unlösbar. Aber er ist es nicht. Gerade jetzt, da es der deutschen Wirtschaft gut geht, kann die Politik gestalten. Eine Steuer auf Spritfresser beispielsweise ist denkbar, damit sauberere Autos gebaut und gekauft werden. Oder eine blaue Plakette, die Umweltministerin Hendricks vorgeschlagen hatte, damit dreckige Wagen nicht mehr in Städte dürfen. Mehr Förderung für E-Räder, den ÖPNV und Carsharing.

All dies zu vertrödeln rettet bestimmt keine Arbeitsplätze. Der Umbau hin zu anderem Verkehr und anderen Autos wird weltweit kommen, ob mit oder ohne deutsche Produkte. Hierzulande werden Gerichte den Gesundheitsschutz und damit ein Verbot des dreckigen Diesels in vielen Städten durchsetzen.

Und in anderen Ländern, in denen keine Autos gebaut, aber jetzt noch deutsche gekauft werden, hat auch die Politik wenig Grund, zimperlich mit Verboten zu sein. Im norwegischen Oslo wurde das Fahren von Dieselfahrzeugen im Januar wegen Smogs bereits verboten, ganz ohne Rücksicht auf die deutsche Industrie. Soll das Argument mit den Arbeitsplätzen in Deutschland also auch in Zukunft noch gegen Umweltauflagen in Stellung gebracht werden, wäre es besser, es gäbe diese Arbeitsplätze noch.

WÍR-KAUFEN-DEIN-AUTO.DE: ERST LOCKEN, DANN ABZOCKEN!

Unseriöse Geschäftspraktiken ist das Resümee, welches fraudanwalt aus seinen Untersuchungen bei der Online-Plattform von „wir-kaufen-dein-auto.de“ ziehen kann. Und wir sind nicht die einzigen, die jedem, der sich etwas mehr Zeit nehmen will, um sein Auto bestens zu verkaufen, den Rat gibt, den eigenen PKW lieber als Privatverkauf in gängigen Portalen wie „mobile.de“ oder in einer der diversen Autozeitungen anzubieten. Nach diversen Tests, die auch vom ADAC und anderen Automobiltestern vorgenommen wurden, lässt sich klar feststellen, dass mit überbewerteten Lockangeboten die Verkäufer erst angelockt werden, doch beim Vor-Ort-Termin beginnt dann das Schachern und Handeln, so dass am Ende ein Preis herauskommt, der weit unter allen Vergleichspreisen liegt. Der Vorteil, dass man seinen Wagen direkt nach der Prüfung und der Erstellung eines Kaufvertrages beim Aufkäufer stehen lassen kann, dieser den Wagen abmeldet und sich um alle Formalitäten kümmert, kann den „erlittenenPreisnachlass“ nicht aufwiegen.  

Die teuren Werbekampagnen auf vielen Kanälen des deutschen Fernsehens, die uns weiß machen sollen, wie toll das Angebot von „wir-kaufen-dein-auto.de“ doch ist, kennt eigentlich jeder. Vorgegaukelt wird das einfache Handling, der unschlagbare Preis und die schnelle Abwicklung beim privaten Autoverkauf. Doch davon bleibt nichts übrig, wenn man selbst mit dem Auto bei einer der vielen Verkaufs-und Prüfstellen dieses eher unseriösen Unternehmens vorgefahren ist. Grundsätzlich lange Wartezeiten, dann viele unnötige Fragen zur Historie des Wagens, die man hätte im Vorfeld im Internet bereits beantworten können, dann elendiges Abwerten des aktuellen    Wertes in Verbindung mit Reduzierung des Kaufpreises, systematisches „schlecht Reden“ der Optik und akribisches Suchen nach kleinsten Fehlern wie Kratzer oder Beulen. BestesArgument der Aufkäufer dabei der Lackdichtemesser, der kleinste Veränderungen beim aufgetragenen Lack anzeigt und damit ein geeignetes Argument liefert, dass ein „Unfall“ zugrunde liegt, auch wenn nur ein Kratzer beseitigt wurde. Das beste dabei: Wenn der Kunde sich nicht entscheiden kann oder unzufrieden mit dem angebotenen Kaufpreis ist, findet ein „Scheintelefonat“ mit dem Chef des Verkaufsmitarbeiters statt, der dabei das „letzte Wort“ für das Angebot bestimmen soll. Lausig inszeniert, schäbig vorgetragen. 9 von 10 PKW-Verkäufern gehen mit einem schalen Geschmack auf der Zunge vom Hof der Firma. Sie wissen, dass sie beschissen wurden, sind aber auf der anderen Seite froh, dass die Karre weg ist und das Geld überwiesen wird. Ein paar Tage später kommt dann die Reue, dass man sich hat „über den Löffel barbieren lassen“, aber Geschäft ist Geschäft. Die Praxiserfahrung eines Mitarbeiters von fraudanwalt hat klar gezeigt: Finger weg von diesen Angeboten, wenn es mit dem Autoverkauf nicht eilt. Dieser Meinung sind auch unzählige User im Netz, die sich als Kunden dieser Verkaufsplattform über eine gewisse Art der Abzocke beklagen. Unter dem Begriff „wir-kaufen-dein-auto-erfahrungen“ gibt es viel mehr Kritik als Zustimmung. Denn bei diesem Geschäft verdient nur einer richtig satt: der provisionsgierige Ankäufer, der jeden PKW schlechter redet als er tatsächlich ist, denn jeder Euro, den die Firma weniger an den Kunden bezahlt, wird zum Teil auch als Provision an die Aufkäufer verteilt. Auf Nachfrage von fraudanwalt beim Personal  wurde unter vorgehaltener Hand gesagt: „Geiler Job, je besser man reden und überzeugen kann und den Kunden runterhandelt, desto mehr Erfolgsprämie gibt es.“ Damit ist wohl alles gesagt. 

SAL. OPPENHEIM: BARONIN ULLMANN UND DIE PFERDESCHÄNDUNG IN ST. MORITZ?

Es ist eine grausige Geschichte, die ein Sal. Oppenheim-Kritiker zu erzählen weiß. St. Moritz, Schweiz ist bekannt für Glanz, Glamour und reichlich Kapital, das in den tiefen Taschen der hochkarätigen Gäste schlummert. Ja, selbst der US-Präsident Trump war schon dort. Die ehemalige Oppenheim-Mehrheitseigentümerin Baronin Ullmann, vergnügt sich gerne in St. Moritz auf einer postfeudalistischen Veranstaltung auf Kosten sehr junger, nicht ausgewachsener Pferde, die als schnell verbrauchte Trägersubstanz für Glücksspielzwecke missbraucht und danach entsorgt werden. Baronin Ullmann steckt tief im Sumpf der Pferde-Glücksspielindustrie drin, dies ergaben die Recherchen von Fraudanwalt. Es ist ebenfalls nicht von der Hand zu weisen, dass eine gewisse Parität zwischen der Pferdezucht von Baronin Ullmann und Ihre Handlungen bei der Oppenheimbank besteht – beide Bereiche sind krank oder dem Untergang geweiht. Fraudanwalt-Bericht über die Causa Sal. Oppenheim.

Pleite- und Kriminalitätselite trifft sich in St. Moritz

Die Rennpferde, die in St. Moritz auftreten, stammen zum Teil aus einer Pferdehaltung, die von der Baronin Ullmann finanziert wird. Dubiose Gestalten und windige Geschäftsleute geben sich beim traditionellen Pferderennen die Klinke in die Hand. Obwohl das unappetitliche Spektakel mit Pferden wenig zu tun hat, sind sie doch lediglich die schlechtbehandelte Trägersubstanz für Zockerei und ganz nebenbei eine ideale Nebenwährung mit inbegriffener Versicherung. Das Pferd und sein feudaler Besitzer sowie das gesamte Milieu, suggerieren die Liebe zu edlen Pferden und hehren Sportwettkämpfen. Doch wer will so geliebt werden, etwa die Baronin Ullmann selbst? In den Rennställen stehen die Pferde sich kaputt, es gleicht einer Zwingerhaltung. Deshalb kommt es häufiger vor, das Unfälle aus Mangel an Bewegung geschehen und die Tiere sich schwer verletzten wie neuerlich beim White Turf , das laut Veranstalter „ein Event der exklusiven Spitzenklasse, mit spannendem Pferderennsport, edlem Catering, attraktive Musik und Kunstdarbietungen verpackt in einer von Sonne überfluteten, einzigartigen Landschaft ist“. Aber es wird noch besser: “Ein Großanlass, bei dem nicht nur Champagner auf Eis gelegt wird, ist Jahr für Jahr ein einzigartiger Treffpunkt für die High-Society, Besitzer, Trainer und Jockeys aus aller Welt wie aber auch für die treuen einheimischen Besucher“.

Die Besucher gehören zur Pleite- und Kriminalitätselite, die mit windigem Unterfangen statt fleißiger Arbeit – ihr Vermögen schaffen.

Statement von Chef-Redakteur Berger-Fridar:

„Die körperlichen Schäden, die den Pferden in ihrer meist sehr kurzen „Karriere“ zugefügt werden, sofern sie das Training überhaupt überstehen, kommen oft genau dann zum Vorschein, wenn das zwar numerisch noch junge aber biologisch schon uralte Pferd bei dem „lieben nächsten Besitzer“ landet. Dieser soll dann für all das aufkommen, was die Vorbenutzer auf Kosten der Pferde abgeschöpft und kaputtgemacht haben, während diese „guten Gewissens“ weitermachen mit dem „Sport“. Die mit Hufeisen beschlagenen Fohlenhufe führen zu Wachstumsstörungen der Hufe, behindern die gesamte Durchblutung und beeinflussen u.a. auch dadurch massiv die Sensitivität des Hufes, der dann sehr leicht in Löcher tritt bzw. den Untergrund zu spät erspürt. Sie sollten nicht nur aus Tierschutz und -gesundheitsgründen verboten werden, sondern auch wegen einer billigend in Kauf genommenen Unfallgefahr zugunsten einer Maßnahme, die z.B. auch ein Rennen auf einer Eisplatte ermöglichen soll wie beim White Turf. Des Weiteren führen die Eisen aufgrund der Vibration oftmals zu Lungenbluten. Die Schäden und Spätfolgen sind kaputte Sehnen, verformte Hufe und die Auswirkungen auf das gesamte Skelett-insbesondere bei jungen Pferden, die im Wachstum sind hat unabsehbare Folgen, die man dann entweder via Schlachtpferdetransport vertuscht oder an mehr oder weniger mitleidige Menschen delegiert, die dann auch noch das Letzte aus dem bedauerlichen Sportinvaliden herauszuholen versuchen.

Preisgelder, Zuchtprämien und Handelserlöse gehen an die „Pferdefreunde“.

Die wahren Kosten zahlen die Pferde selbst: Mit ihrem Leben. Die „Siegbilder“ zeigen dann auch regelmäßig Pferde-Antlitze, die nicht nach „Sieg“, sondern eher wie „Kurz vor dem Tod“ aussehen. Leider geht der erfreuliche Geldfluss immer sehr weit an den Pferden selbst vorbei, was jedem Laien eigentlich sofort auffallen müsste, wenn er einen Blick auf das „reale“ Leben und Schicksal eines „Sportpferdes“ wirft. Hier handelt es sich u.a. auch um „die sensiblen Daten“, die natürlich der unberufene Laie auf keinen Fall sehen darf, da jeder Grundschüler sehr schnell zu dem Ergebnis käme: Hier werden für Glücksspiel und- andere niedere artverwandte Triebe- systematisch und erbarmungslos wehrlose Pferde gefoltert.

Die sog. Pferdeliebhaber, die ihre Pferde verauktionieren, verkaufen, verschenken und verwursten sind aber gottseidank in der Minderzahl, gleichwohl sie sich gerne als das Maß aller Dinge präsentieren und sich doch tatsächlich so aufführen, als hätten sie das Monopol auf diese Pferderasse inklusive der systemimmanenten Zerstörung derselben gepachtet, einzig und allein um diese Pferde für ihre altbackenen Zockerspiele zu missbrauchen.

White Turf und der grausige Unfall

Der Unfall von Boomerang Bob ist eine Art Fanal, welches gottseidank heutzutage nicht mehr einfach übersehen wird. Leider muß man sagen, daß dieser schnelle Tod sogar ein Segen sein kann, verglichen mit dem langsamen Dahinsiechen der unendlich vielen abgeschobenen vierbeinigen Spieleinsätze, die mit großer Sicherheit von ihren früheren Liebhabern nie mehr erkannt werden würden im Realzustand des Verfalls – inklusive der wirklich seltenen sog. Spitzenpferde, die eben auch „zugrunde gerichtet werden“, wie der Trainer des berühmten Hengstes Mondrian konstatieren musste.

Das sog. Pferderennen in der heute stattfindenden Form verstößt gegen alle bekannten Gesetze und Richtlinien und dient allein einer Glücksspielveranstaltung, die mit Sicherheit nicht nur die zur Trägersubstanz degradierten jungen Vollblüter ruiniert, sondern allgemeiner Erkenntnis nach auch schlimmste Kollateralschäden bei den Glücksspielern selbst und ihrer Umwelt verursachen kann. Es hat also durchaus soziokulturelle Folgen, wenn das Rennbahnmarketing in seiner Untergangsverzweiflung Werbeparolen präsentiert.

Der „normale Mensch“ ist bei weitem hier in der Mehrheit und wüsste dieser, was der „Rennsport mit Pferden“ in Wirklichkeit ist –  nämlich genau das Gegenteil des Suggerierten – dann wäre dieses Spektakel nicht mehr zukunftsfähig und in der Tat ein wahrer Boomerang u.a. für Sponsoren, die hier für sich werben wollen. Wohl kaum mit Pferde-sklaverei und der Ausbeutung von billigem Personal aus Osteuropa.

Nichts Anderes ist diese pferdeverachtende Zockerveranstaltung mit peitschenschwingendem Mietling (genannt Jockey) und oftmals einem „Personal“, welches man eher im vorletzten Jahrhundert vorzufinden erwarten könnte, a la „Les Miserables“.

GEHEIMDIENSTE VS. TRUMP – WER LÜGT WIRKLICH?

In anderen Zeiten müsste so eine Verfassungskrise anfangen: Die Chefs der Bundespolizei und des größten Auslandsgeheimdienstes stellen den Präsidenten als Lügner dar. So ist es geschehen — auch wenn das schlimme Wort nicht fiel — an diesem Montag in Washington. Der NSA-Chef Michael Rogers wurde vor einem Kongressausschuss befragt, ob er Donald Trumps Behauptung, sein Vorgänger Obama habe ihn mithilfe des britischen Geheimdienstes abhören lassen, als »lächerlichen Unsinn« betrachte, wie es die Regierung in London tut. Rogers‘ lapidare Antwort: Ja. FBI-Chef James Comey sekundierte, es gebe „keine Informationen“, die die Behauptungen des Präsidenten stützten.

Irre: Am 60. Tag seiner Präsidentschaft nennen die Leiter der beiden wichtigsten Sicherheitsbehörden, Chefs über je 40 000 Bundesbeamte, ihren Dienstherrn einen, nun ja, Fantasten.

Müsste das nicht der Anfang vom Ende dieser Präsidentschaft sein? Sollte sich die amerikanische Opposition (und die halbe Welt) jetzt auf ein baldiges Amtsenthebungsverfahren freuen, sollte sie sich gleichermaßen darüber Gedanken machen, wie weit es gekommen sein muss, wenn Demokratie und Rechtsstaat ausgerechnet von NSA und FBI gerettet werden müssen. Die NSA lebt schließlich beim Datensammeln von einer sehr lockeren Auslegung des Rechts auf Privatheit. Und es war ebenjener FBI-Chef Comey, der mit seinen fahrlässigen Äußerungen über Clintons E-Mail-Affäre Trumps knappen Wahlsieg womöglich erst herbeigeführt hat.

Muss die Macht sich dem Recht fügen? Oder entscheidet der Jubel der Anhänger?

Nun aber führt das FBI — das war die eigentliche Sensation der Woche — schon seit vielen Monaten eine Untersuchung der russischen Einflussnahme auf die US-Wahl durch. Der Verdacht laute jetzt, so Comey, dass Mitglieder des Trumpschen Wahlkampfteams mit russischen Stellen kooperiert hätten, um den Ausgang zu beeinflussen. Über Clintons E-Mails hat Comey die Öffentlichkeit vor der Wahl informiert — nicht aber über diese viel gravierendere Untersuchung.

Dafür kann es gute Gründe geben. Mag sein, dass das FBI nicht genug Belege hatte, um damit während des Wahlkampfs an die Öffentlichkeit zu gehen. Aber warum galt dieselbe Vorsicht dann nicht auch für Clinton? Die Chefs der Dienste erklären heute voller Gewissheit, dass es einen russischen Versuch gegeben habe, die Wahl zugunsten Trumps zu beeinflussen. Warum haben sie davor nicht beizeiten gewarnt, da sie doch bereits seit letztem Juli ermittelten? Die lädierte Glaubwürdigkeit der Dienste ist nur ein Randaspekt dieser schwelenden Verfassungskrise.

Es geht um mehr: Zwei unterschiedliche Ideen über die Legitimität der Regierung bekämpfen einander in den USA auf offener Bühne. Muss die Macht sich Recht und Gesetz und den darauf gründenden Institutionen fügen? Oder beruht sie auf einem permanenten Plebiszit, auf der Akklamation der Anhänger des Mächtigen? Das ist der Kampf, den Trump seinem Land aufzwingt. Im Namen des Volkes greift er die Institutionen an — Medien, die unvorteilhaft über ihn berichten (Fake-News); Richter, die seine Einreiseverordnungen stoppen; und jetzt den Kongress und die Sicherheitsbehörden. Während die Anhörung im Parlament noch läuft, twittert er, die »Russland-Story« sei eine Erfindung frustrierter Demokraten, die nicht über seinen Wahlsieg hinwegkämen. Dann fährt er nach Kentucky und lässt sich feiern.

Mag sein, dass das FBI am Ende keine Beweise für eine Kooperation von Trumps Mannschaft mit den Russen findet. Was aber, wenn doch die rauchende Pistole auftauchte und es zu einem Amtsenthebungsverfahren käme? Trump hat versucht, all jene Institutionen zu delegitimieren, die ihm gefährlich werden könnten. Die Medien sind in den Augen seiner Follower längst „unehrenhaft“; die Richter liefern aus ihrer Sicht das Land den einströmenden Terroristen aus; die Geheimdienste, so hat er gesagt, bedienten sich der „Nazi-Methoden“. Seinen Anhängern präsentiert sich Trump als Opfer einer Kabale, als letzte Hoffnung auf die „Abwicklung des administrativen Staates“ (Stephen Bannon) und damit auf die Wiedereroberung Amerikas durch die „vergessenen Frauen und Männer“. Diese Anhänger würde es nicht überraschen, wenn das Establishment ihren Mann zu erledigen versuchte. Es wäre der Ernstfall in dem Kampf, zu dem er sie schon lange aufpeitscht.

Niemand — vielleicht nicht einmal Donald Trump selbst — weiß, wozu sie bereit sind.

PEACH PROPERTY NEWS: UMSATZEINBRUCH, ANLEIHEFLOP UND TROTZDEM GEWINNSPRUNG?

Die Peach Property Group AG mit Sitz in Zürich, Schweiz, ist laut eigenen Angaben ein Immobilieninvestor mit dem Anlageschwerpunkt in Wohnimmobilien und das deutschlandweit. In B-Städten mit Nähe zu Ballungsräumen sollen die renditestarken Immobilien von Peach Property Group stehen. Zusätzlich tritt der Immobilieninvestor in der Schweiz als Projektentwickler auf, Angaben um welche Immobilien es in der Schweiz geht oder welche errichtet wurden – fehlen. Es bestehen aber noch weitere Ungereimtheiten bei Peach Property – Fraudanwalt liefert die News.

Gewinnsprung trotz Umsatzeinbruch?

Die Peach Property Group AG ließ jüngst eine Jubelmeldung in den Medien kursieren: „Peach Property Group erzielt einen Gewinnsprung nach endgültigen Geschäftszahlen 2016“, hieß es darin. Klingt für die Immobilienanleger zunächst ganz gut, bei genauerer Betrachtung allerdings stellt sich zwangsläufig die Frage: Woher stammt das Geld? Aus Einlagen alter Anleger? Dann wäre es ein Schneeballsystem. Schneeballsystem im Immobiliensektor? Diese Betrugsmasche ist nicht neu.

Die Peach Property Group soll angeblich innerhalb des Berichtszeitraums 4 Wohnportfolien in Deutschland erworben haben – wer die Immobilien abgestoßen hat, sowie über deren Wert, hält sich die Gesellschaft bedeckt.

Der Betriebsertrag von Peach Property halbierte sich von (62,2 Mio CHF; 2016) zum Vorjahr (112,6 Mio;2015). Im Berichtsjahr stürzte hier der Ertrag auf 12,8 Mio CHF ab, 2015 waren es noch 75,5 Mio. CHF und damit deutlich mehr. Die Peach Property Group AG entwickelte sich aus der Projektentwicklung heraus. Während zuvor eher auf hochwertige Objekte der Fokus lag, soll man jetzt Bestandhalter von „Renditeobjekten“ sein. Dabei liegt der Schwerpunkt jedoch nicht ausschließlich auf Wohnimmobilen, wie Dr. Thomas Wolfensberger immer wieder betont. Es mangelt an einer klaren Strategie ebenso wie an Größe eines erfolgreichen, börsennotierten Bestandhalters von Wohnimmobilien. Während alle erfolgreichen Immobilienaktien im Bereich ihrer historischen Höchststände notieren, ist die Aktie der Peach Property Group AG von ihrem Emissionspreis von 32 CHF (Nov. 2010) auf aktuell 15 CHF gefallen und notiert im Bereich der historischen Tiefststände.

Die Peach Property Group AG kann die Redaktion von ihrem zwielichtigen Geschäftsmodell nicht überzeugen, zu schwammig und undurchsichtig ist die Strategie, die sich hinter der Hochglanzbroschüre zu verstecken vermag. Deshalb wird die Peach Property Group AG auf die Fraudanwalt-Warnliste gesetzt.

MITTELBRANDENBURGISCHE SPARKASSE (MBS) SCHRÖPFT BANKKUNDEN

Die Mittelbrandenburgische Sparkasse (MBS) unter der Leitung von Andreas Schulz, Chef der Sparkasse, steht bereits zum zweiten Mal innerhalb von wenigen Monaten in der Kritik. Erst im Februar beschloss das Gremium um Andreas Schulz, künftig einen Strafzins für Großunternehmen zu verlangen, wenn diese ihr Geld bei der Sparkasse deponieren. Das strukturschwache Brandenburg leidet unter steigenden Arbeitslosenzahlen und einem wirtschaftlichen Rückgang, der seit zwei Jahrzehnten anhält. Ein Beispiel für die Verlagerung von Arbeitsplätzen raus aus dem Standort Ostdeutschland und hinein nach Westdeutschland, genauer gesagt Bremerhaven, bietet der Windtechniker Senvion aus Hamburg, der den Abbau von 600 Arbeitsplätzen derzeit in die Tat umsetzt. Bei Senvion werden bis zu 400 Stellen in den neuen Bundesländern abgebaut, Fraudanwalt berichtete. Mit den Strafzinsen der MBS ist den regionalen Unternehmen kein Gefallen getan. Aber nicht nur die heimischen Firmen leiden unter der Geschäftspolitik der Mittelbrandenburgischen Sparkasse, es sind auch Kontoinhaber und vor allem Erben, die von der Sparkasse geschröpft werden.

Kontogebühr-Erhöhung und Übertragungsgebühren

Die Mittelbrandenburgische Sparkasse ist sehr einfallsreich, wenn es darum geht, seinen Kunden Geld aus der Tasche zu ziehen. Im Oktober 2016 wurden die Kontogebühren für Kontoinhaber der Sparkasse erhöht. Diesen Schritt verteidigte das Geldinstitut kaum, viel mehr drohte die Mittelbrandenburgische Sparkasse ihren Einlegern damit, im Falle eines Widerspruchs das Konto zu kündigen. Recherchen von Fraudanwalt zur Folge kündigten über 600 Kontoinhaber den Vertrag mit der Sparkasse auf. „Die Schröpfung trifft allen voran Geringverdiener und Hartz IV- Empfänger“, kritisiert ein Anlegerschützer lauthals. Aber die Mittelbrandenburgische Sparkasse geht noch einen Schritt weiter und versucht auch beim Erbe, also an den Hinterbliebenen, mitzuverdienen.

Die Verbraucherzentrale mahnte die MBS für ihr Vorgehen ab, diese stellte sich stur und ließ es auf einen Prozess ankommen, bis sie im letzten Moment kniff. Die MBS hatte trotz Vorlage eines eröffneten Testaments den Hinterbliebenen Kosten für die Übertragung des Erbes berechnet.  Satte 250 Euro erhob das Kreditinstitut. Sie begründete diesen Schritt allein damit, dass entsprechend einer Klausel im Preisverzeichnis der Sparkasse die Vorlage des Testaments nicht als sicherer Erbnachweis gelte. Die Vorlage eines Erbscheins, einer Bestellungsurkunde oder eines Testamentsvollstreckerzeugnisses hingegen schon.

Die Verbraucherzentrale ließ nicht locker und mahnte die MBS für ihr Vorgehen ab. Die MBS gab zunächst keine Unterlassungserklärung ab und pokerte hoch – sie wollte es auf eine Klage ankommen lassen.

Kurz bevor das Urteil gesprochen werden sollte, gab die MBS doch noch eine Unterlassungserklärung ab. Mit dieser verpflichtet sie sich, die strittige Klausel ab sofort nicht mehr zu verwenden und sich auch nicht mehr darauf zu berufen. Das Landgericht Potsdam verpflichtete sie zusätzlich, die Kosten des Verfahrens zu tragen.

RECHTSANWALT DR. TINTEMANN EIN DUBIOSER MANDANTENFÄNGER?

Der Berliner Rechtsanwalt Dr. S. Tintemann ist alles. Er, der Anlegeranwalt aus Berlin ist Fachanwalt, Rechtsanwalt, Anlegeranwalt oder auch Schufa Experte. Jedenfalls behauptet er dies von sich selbst auf seinen Dr. Tintemann-Jubelseiten. Für den Fraudanwalt-Chefredakteur R. Berger-Friedar ist der selbsternannte Anlegerschutzanwalt Dr. Tintemann aus Berlin – möglicherweise ein dubioser Mandantenfänger. Die Hinweise verdichten sich…

Der graue Kapitalmarkt vernichtet jedes Jahr ca. 5 Mrd. Euro in Deutschland, stellte das Bundeskriminalamt im vergangenen Jahr fest. In einem Jahr sind es Immobilien, die günstig an- und teuer weiterverkauft werden. Gold ist der Rohstoff, der nie verendet und immer seinen Wert behält. Oder die eneuerbaren Energien und Holzinvestments:  eine beliebte Geschichte, um unwissenden Anlegern das letzte Geld aus den Taschen zu ziehen. Oder nein, nicht das letzte, sondern lediglich einen Großteil des Geldes. Denn nachdem sich alles in Schall und Rauch aufgelöst hat,  schlägt die Stunde der Anlegerschutzanwälte wie die von Dr. Tintemann, dem vermeintlichen Mandantenfänger.

Erst vor wenigen Tagen flog die Rechtsanwaltskanzlei PWB hoch, als die Staatsanwaltschaft Gera einmarschierte – ist Dr. Tintemann der nächste? Warten wir es ab, denn sicher ist, dass Dr. Tintemann aus Berlin ähnliche Methoden anwenden könnte.

Die dunkle Seite von Dr. Tintemann aus Berlin

Dr. Sven Tintemann aus Berlin ist vordergründig Jurist in einer Berliner Kanzlei. Er hat für seinen Beruf als Rechtsanwalt einen Kodex, den er allem Anschein nach nicht besonders ernst nimmt. In der Berliner Rechtsanwaltskanzlei ist Dr. Tintemann verantwortlich für die Geschädigten der schweizerischen SAM Management AG, die betrügerisch Anlegergelder veruntreute. Die SAM AG hatte vor Jahren vornehmlich Kapital bei deutschen Kleinanlegern gesammelt, um über dunkle Umwege im schweizerischen Kanton Nidwalden Geld für die FG-Unternehmensgruppe (damals noch Fröschl Group) aus Regensburg zu transferieren.

Dr. Tintemann mit seiner Erfahrung für schmutzige Geschäfte, vertritt anwaltlich einige der Geschädigten von SAM AG, schließlich blieb nach der Abwicklung der SAM AG durch die schweizerische Finanzmarktaufsicht nicht mehr ausreichend Vermögensmasse übrig. Die Millionen waren bereits in teure Autos abgeflossen. Dr. Sven Tintemann, der verantwortliche Anlegerschutzanwalt für die SAM AG-Anleger, soll für den räuberischen Vertriebsmann Matthias Uhr geworben haben, dies ließ schon damals einige Anleger „Dunkles erahnen“, schreibt eine Online-Zeitung. Nach Angaben Geschädigter der SAM AG bestand eine dubiose Zusammenarbeit zwischen Dr. Tintemann und der FG Finanz-Service AG aus Heilbronn (Gerhard Ziegler und Matthias Uhr) sowie der Regensburger Geothermie FG-Gruppe (Wolfgang Hageleit). Sollte das stimmen, dann wäre Dr. Tintemann nicht nur ein Advokat, der seine Madanten verrät, sondern auch gezielt ausbeutet.

Bis zum Schuldbeweis gilt die Unschuldsvermutung für Dr. Tintemann aus Berlin – Anleger sollten dennoch auf der Hut sein.