ZU SPÄT FÜR EINEN NEUANFANG

Das Hongkonger Unternehmen Li & Fung kennt in Deutschland so gut wie niemand. Wenn wir uns bei Karstadt ein Hemd ansehen oder uns im Kaufhof nach neuen Küchengeräten umschauen, kommen wir alle mit hoher Wahrscheinlichkeit mit Waren in Kontakt, die durch die Hände von Li & Fung gegangen sind.

Das große chinesische Handelshaus kauft für die bekannten Marken in aller Welt in ganz Asien ein, organisiert die Lieferketten und bringt die Bestellungen just in time in den USA und Europa in die Regale.

Als ich den damaligen Chef des Handelshauses, Victor Fung, 1996 in seinem Büro im 32. Stock des Alexandra House in Hongkong besuchte, liefen seine Geschäfte fantastisch. Seine Firma liege in der Globalisierung „ganz vorn“, sagte mir der frühere Harvard-Professor. Die „Business Week“ zählte ihn damals zu den „25 besten Managern der Welt“.

Heute führt sein Sohn Spencer die altehrwürdige „Hong“, wie die Chinesen ein Handelshaus nennen. 1906 hatte sich sein Urgroßvater in Guangzhou selbstständig gemacht. Die Globalisierung machte Asien groß und die Fungs reich. Seit drei Jahren aber kämpft Spencer Fung gegen den Niedergang seines Geschäfts. Li & Fung macht immer noch knapp 16 Mrd. Euro Umsatz. Doch die Gewinne sinken und sinken. Die „Financial Times“ empfahl der Sippe gerade, die Firma zu verkaufen, „solange es überhaupt noch etwas zu verkaufen gibt“.

Der Niedergang der Hongs ist ein Lehrstück in Sachen Digitalisierung. Die Stärke der Handelshäuser war über Jahrzehnte ihr Netz von kleinen, billigen Lieferanten in der Region. Victor Fung sprach vor 20 Jahren stolz von 5 000 Fabriken, die für ihn produzierten. Für westliche Konzerne war es damals unmöglich, selbst Lieferbeziehungen zu kleinen Betrieben in Asien aufzubauen. Heute sorgen digitale Plattformen für den direkten Austausch zwischen Produzenten in China oder Vietnam und Einzelhandelsketten in Europa.

Oder die Fabriken in Asien machen gleich einen Deal mit Amazon und setzen ihre Waren weltweit über den Onlineriesen ab. Den Zwischenhändler braucht niemand mehr. Deshalb leidet Li & Fung.

Die Lehre für deutsche Unternehmen liegt auf der Hand: Geschäftsmodelle, die von Intransparenz und fragmentierten Märkten leben, verschwinden über kurz oder lang. Über Jahrzehnte gehörte beispielsweise ein Schraubenhänd1er wie Würth zu den erfolgreichsten deutschen Mittelständlern. Auf Dauer aber muss auch Würth sich als Digitalunternehmen neu erfinden.

Noch gibt es in einigen Branchen hohe Eintrittsbarrieren für digitale Wettbewerber. Das gilt zum Beispiel für den Handel mit hochgiftigen Chemikalien. Davon profitiert der weltweite Marktführer, die deutsche Brenntag aus Mülheim. Doch mittlerweile brechen erste Start-ups selbst in diese Bereiche ein.

Li & Fung gibt nach drei desaströsen Jahren jetzt 150 Mio. Euro für die völlige Digitalisierung der Geschäftsoperationen aus. Das Programm frisst fast zwei Drittel des Jahresgewinns – und ist möglicherweise trotzdem viel zu wenig. Viele Beispiele zeigen: Erodieren die alten Geschäftsmodelle durch neue, digitale Konkurrenten, ist es fast immer zu spät für einen Neuanfang.

SAUDI ARAMCO: DAS BÖRSENGANG-MÄRCHEN

Saudi-Arabiens Vize-Kronprinz hat eine Vision: Bis 2030 will Mohammed bin Salman die Olmonarchie unabhängiger vom Öl machen. Und dazu neue Industrien aufbauen, das Bildungssystem verbessern, die teils marode Infrastruktur modernisieren. Die Milliarden dafür soll der im Winter anstehende Teilbörsengang von Saudi Aramco bringen. Der staatliche Olkonzern werde einen Börsenwert von 2 000 Mrd. Dollar haben, behauptet bin Salman. Zum Vergleich: Das derzeit höchstbewertete Unternehmen der Welt, Apple, liegt bei rund 750 Mrd. Dollar. Wie kann Saudi Aramco mehr als doppelt so viel wert sein – zumal der Ölpreis mit derzeit rund 50 Dollar pro Barrel weniger als halb so hoch ist wie 2014? Zwar haben die Saudis nach Staatsangaben Reserven von gut 260 Milliarden Barrel (je 159 Liter). Allerdings gibt das Land seit 1989 eine Zahl um 260 Milliarden Fass an – obwohl es seither rund 80 Milliarden gefördert hat. Westliche Gutachter sollen nun prüfen, ob die Statistik stimmt. Fraglich ist auch, ob Saudi Aramco das alles profitabel fördern kann. Denn ein Teil des Öls ist stark schwefelhaltig und damit weniger wert; zudem muss Saudi Aramco Benzin in der Heimat billiger abgeben. Die Branchenspezialisten der angesehenen Beratungsfirma Wood Mackenzie schätzen Saudi Aramcos wahren Wert auf „nur“ etwa 400 Mrd. Dollar.

Es sollen im Herbst 2017 laut saudischen Medienberichten 5% des staatlichen Ölkonzerns an die Börse.

SPARKASSEN-MÄRCHENONKEL GEORG FAHRENSCHON BLAMIERT SICH

Sparkassenkönig Georg Fahrenschon musste sich des Öffteren wegen seiner umstrittenen Automatengebühr rechtfertigen. Die Sparkasse sind nicht mehr die Institute des Vertrauens, sondern versuchen mit listigen Tricks ihre Kunden abzuzocken – zum Fraudanwalt-Bericht.

Die umstrittene Automatengebühr der Sparkassen bringt den Instituten nur minimale Zusatzeinnahmen — bei einem großen Imageschaden. Wie eine Berechnung von Capital in Kooperation mit Barkow Consulting zeigt, nehmen die betreffenden Sparkassen mit den Automatengebühren für eigene Kunden zusammen allenfalls 20 Mio. Euro jährlich ein. In Relation gesetzt sind das maximal 0,2 Prozent des Vorsteuerergebnisses sämtlicher deutscher Sparkassen.

Die Institute haben sich mit der neuen Gebühr ein Problem geschaffen, ohne ihre Einnahmeseite wirklich zu stärken. Nachdem bekannt geworden war, dass viele vor allem kleinere Sparkassen mittlerweile auch bei eigenen Kunden Abhebegebühren verlangen, wurde der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV) Georg Fahrenschon öffentlich scharf angegriffen. Er hatte die Gebühr dementiert, da sie nur für bestimmte Kontomodelle gilt – und wurde in der „Bild“ dafür als „Märchenonkel von der Sparkasse“ verspottet.

Auf die 20 Mio. Euro kommt man, indem man von den 43 Sparkassen, die eigenen Kunden Gebühren berechnen, jene abzieht, die das nur bei „Mehrfachtätern“ tun. Denn: Laut Zahlen des Bankenverbands gehen die Deutschen im Schnitt nur 2,3-mal monatlich an den Automaten, während die Gebühr bei den meisten beteiligten Sparkassen erst ab der vierten Abhebung anfällt.

Berücksichtigt man also nur die 17 Institute, die das Entgelt schon beim ersten Geldziehen verlangen, ergibt sich bei einer Durchschnittsgebühr von 37 Cent eine Summe von 19,7 Mio. Euro pro Jahr. Dass die Gebühr bei den 17 Sparkassen nicht für alle Kontomodelle gilt, ist in dieser Zahl noch gar nicht berücksichtigt. Wirklich Geld verdienen die Banken hingegen über die Erhöhung der Grundgebühren. Geht man davon aus, dass diese zuletzt im Schnitt um etwa 1,50 Euro monatlich gestiegen sind, macht das bei rund 100 Millionen Girokonten 1,8 Mrd. Euro jährlich aus.

DAIMLER UND MAN VERSTRICKT IN KARTELLSUMPF

Die Hersteller Daimler und MAN müssen sich wegen des Lkw-Kartells auf Schadensersatzklagen aus ganz Europa in Milliardenhöhe einstellen. Denn die Transport- und Logistikbranche mobilisiert derzeit EU-weit über ihre Verbände Tausende geschädigte Unternehmen, die gemeinsam klagen wollen. Damit steht Daimler innerhalb von wenigen Wochen erneut in der Kritik – zum Fraudanwalt-Bericht.

 

Die US-Kanzlei Hausfeld ist nach Angaben ihres deutschen Juristen Christopher Rother von den maßgeblichen Lkw-Branchenverbänden aus sechs EU-Staaten mandatiert: Deutschland, Niederlande, Schweden, Dänemark, Tschechien und einzelne Regionen Frankreichs. Weitere Länder planten, sich anzuschließen. Damit steigen die Chancen, dass die Lkw-Hersteller nach dem höchsten Bußgeld in der Geschichte der EU auch den höchsten Schadensersatz zahlen müssen. Das Kartell, bei dem sechs Hersteller ihre Lkw-Verkaufspreise abgesprochen haben, lief von 1997 bis 2011. Die EU deckte die Absprachen 2011 auf und verhängte eine Rekordstrafe von knapp 3 Mrd. Euro gegen Daimler, Iveco, DAF und Volvo/Renault. Die VW-Tochter MAN kam als Hinweisgeber ohne Bußgeld davon, was sie aber nicht vor Schadensersatzforderungen schützt.

Während der Zeit des Kartells waren in der EU rund zehn Millionen Lkw verkauft worden. Allein in Deutschland dürften 1,1 Millionen Schwerlaster betroffen sein. Die Höhe des Schadens ist strittig. Die Kanzlei Hausfeld geht von mindestens 50 Mrd. Euro aus. Dabei kalkuliert sie mit einem durchschnittlichen Schaden pro Lkw von rund 5 000 Euro. Andere Kanzleien und deren Gutachter gehen bereits von höheren Summen aus. Die EU macht keine Angaben zur Schadenshöhe bei den Lkw-Abnehmern.

Der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL), der 7 000 Unternehmen vertritt, organisiert derzeit Roadshows in 20 Städten. Zielgröße für die Klage: mindestens 100 000 betroffene Lkw. Der BGL hatte eine außergerichtliche Einigung versucht, war aber bei den Herstellern abgeblitzt.

Den Kunden sei kein Schaden entstanden, heißt es bei MAN und Daimler auf Anfrage. Beide setzten darauf, dass die Idee der Schadensersatzklagen im Sand verläuft. Außerdem spekulierten sie auf die Verjährungsfrist, die für einen Teil des Schadens Ende des Jahres abläuft.

ERGO DIREKT VERSICHERUNG AG: DER SCHEIN TRÜGT!

Wer sich über die ERGO Direkt Versicherung schlau machen will, der könnte beim ungenauen Blick auf die Kundenbewertungen glatt den Eindruck bekommen, die allermeisten Kunden wären zufrieden. Da werden mehr als 121.000 Kundenmeinungen auf der hauseigenen Bewertungsplattform mit der guten 4,7 von 5 Sternen-Bewertung abgebildet. Aber der Schein trügt. Das, was neutrale Bewertungsportale sagen, sieht ganz anders aus. Dort überwiegen die negativen Beiträge. Und zwar solche, die richtig krass sind in der Formulierung von genervten, enttäuschten und verärgerten Kunden. Es ist die Rede von: „Albtraum mit 4 Buchstaben“, oder „Manipulation der Wahrheit“, „Die wünsche ich keinem“ bis hin zu „Ergo zahlt nicht!“ Und das ist nur ein kleiner Auszug aus einer langen Liste von Beschwerden. Tatsächlich gingen auch bei Fraudanwalt Leserbriefe ein, die diese Missstände anprangern. Von Kunden, die hoffen, dass sich endlich etwas ändert.

Das, was man aus vielen Berichten bei Untersuchungen von Versicherungsgesellschaften kennt, spiegelt sich auch in der Abwicklung bei ERGO wider. Es wird viel nerviger, zeitaufwändiger Papierkram bei der Regulierung zugrunde gelegt. Belege, Nachweise, Kopien, Originale – für alles braucht der Kunde Schriftstücke, die aber nicht konkret im ersten Kontakt angefordert werden, sondern nach und nach, so dass die Tage und Wochen ins Land gehen. In einem speziellen Fall, über den Fraudanwalt hier berichtet, heißt es vom Kunden: Bei telefonischen Nachfragen gibt es entweder die Auskunft, dass man in der falschen Abteilung gelandet ist, dann wird mit langen Wartepausen weitergeleitet.

Danach kommt die nächste Sachbearbeiterin, die erst einmal die Basisdaten des Kunden abfragt. Obwohl das die Kollegin vorher bereits gemacht hat. Dann erfolgt die erschöpfende Auskunft: “Die ERGO Direkt benötigt für jeden Vorgang mindestens 10 Tage, daher können wir Ihnen derzeit nichts sagen!“ Selbst eine kurze Zusatzfrage, ob alle Unterlagen komplett sind oder ob etwas fehlt, wird mit dem Standardspruch beantwortet: „Verstehen Sie das doch, die Ergo braucht 10 Tage, vorher sagen wir dazu nichts!“ Dann pünktlich nach 10 Tagen kommt ein Schreiben der ERGO Direkt: „Wir können leider nicht fortfahren, da ein Nachweis fehlt. (z.B. Kopie des abgerechneten Heil-und Kostenplans).  Beim Anruf im Kundencenter mit der Beschwerde, warum man genau das nicht bereits in dem Tage vorher stattgefundenen Telefonat mitgeteilt hat, folgt eine Belehrung eines „typischen Oberlehrers“, der einem vermittelt, dass der Fehler beim Kunden liegt, weil dieser nicht alle Informationen in den unzähligen Schreiben und Mitteilungen nachgelesen hat. Also wieder hin zum Arzt, und den Heil- und Kostenplan geholt, und zur ERGO Direkt geschickt.

Dann wieder tagelange Wartezeit. Bei der telefonischen Nachfrage bei der ERGO Direkt, wieviel denn nun der Versicherer an Kosten übernimmt (in diesem Fall eine Zahnzusatzversicherung) wird mitgeteilt, dass die entsprechende Abteilung daran arbeite und eine Auskunft nicht möglich ist.  Wenn dann irgendwann die Abrechnung der ERGO Direkt eintrifft, stellt man in vielen Fällen, wie auch hier, fest, dass weniger erstattet wird, als besprochen. Die unzähligen Vertragsklauseln und Bedingungen machen es dem Laien beinahe unmöglich, den Rechenweg des Unternehmens nachzuvollziehen.  Zurück bleiben ungezählte unzufriedene Kunden. So, wie man es in den Bewertungen nachlesen kann.      Unglaublich, unbeweglich, uneffektiv und unmöglich. So sollte ein marktführendes Unternehmen nicht mit seinen Kunden umgehen. Was alle Kunden obendrein noch zusätzlich nervt, sind die vielen Werbebriefe der Versicherung, mit denen man die Versicherungsnehmer zu weiteren Abschlüssen bewegen will. Selbst dann, wenn die aktuelle Angelegenheit noch nicht abgeschlossen ist. Mit billigen „Kettenbriefen“ die tausendfach ausgedruckt werden und auf gut Glück versandt werden. Der ein oder andere wird ja wohl noch weitere Versicherungen bei der ERGO abschließen…  Auch das ist schlechter Stil, und führt zu Abwertungen des Unternehmens.

ONECOIN-BETRUG IN DREISTELLIGER MILLIONENHÖHE

Der jüngste Betrug mit der Kryptowährung OneCoin hat alle Zutaten für einen Anlegerskandal. Gierige Investoren, ausgebuffte Anwälte und eine Gruppe Marketingafiner Menschen mit hoher krimineller Energie. Die IMS International Marketing Services GmbH mit der vermeintlichen Firmengruppe rund um die Onecoin Ltd aus Dubai, hat neuesten Medienberichten zur Folge über 100 Mio. € veruntreut. Die Bafin hat die Konten sperren lassen und die Abwicklung angeordnet, für die Anleger nur ein schwacher Trost, auch weil die Reaktion der Bafin lange auf sich warten ließ.

Betroffene sollten sich schnellstens anwaltlichen Rat holen, um ein Stück vom Insolvenzkuchen abzubekommen, denn es gilt „wer zuletzt kommt, den bestraft das Leben“. Aber Vorsicht! Auf unserer Warnliste finden Sie Anlegeranwälte, denen möglicherweise das Mandat wichtiger ist als Ihnen Ihr Geld wieder zu beschaffen.

Die Rechtfertigung der Bafin

Gegenüber der IMS hatte die BaFin gemäß § 4 Absatz 1 Satz 1 Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz (ZAG) verfügt, das unerlaubt für Onecoin Ltd, Dubai, betriebene Finanztransfergeschäft mit „OneCoin“-Anlegern sofort einzustellen, und die Abwicklung dieser Geschäfte angeordnet. Über die bekannten noch aktiven Konten der IMS in Deutschland hatte die Behörde bereits am 17. und 20. Februar 2017 nach § 4 Absatz 1 Satz 4 ZAG eine Kontensperre verhängt, die von Gesetzes wegen sofort vollziehbar ist.

Die Onecoin Ltd, Dubai, steht in einem Verbund von Unternehmen, die unter dem Begriff „OneCoin“ über ein mehrstufiges Vertriebssystem weltweit und auch in der Bundesrepublik Deutschland virtuelle Einheiten vertreiben, die sie als Kryptowährung deklarieren. Im Auftrag von Onecoin Ltd ließ sich die IMS von Anlegern, die in den Besitz von „Onecoins“ kommen wollten, die dafür zu leistenden Entgelte auf wechselnde Bankkonten bei verschiedenen Kreditinstituten in Deutschland überweisen und leitete die Gelder im Auftrag von OneCoin Ltd an Dritte insbesondere auch außerhalb Deutschlands weiter. Die Dienstleistung der IMS ist als Finanztransfergeschäft nach § 1 Absatz 2 Nr. 6 ZAG zu qualifizieren, das als Zahlungsdienst nach § 8 Absatz 1 Satz 1 ZAG unter Erlaubnisvorbehalt steht. Die erforderliche Erlaubnis, die durch die BaFin zu erteilen gewesen wäre, hatte und hat die IMS nicht. Insgesamt hat die IMS aufgrund der mit der Onecoin Ltd geschlossenen Vereinbarung zwischen Dezember 2015 und Dezember 2016 rund 360 Millionen Euro angenommen. Davon liegen noch rund 29 Millionen Euro auf den derzeit gesperrten Konten.

LLOYD FONDS AG: ASSETMANAGER MIT VIELEN KLEINEN UND GRÖSSEREN PROBLEMEN

Eigentlich heißt es in der Branche: Der Containerschiff-Markt ist tot. Und gerade hier tummelt sich mit einem großen Teil seiner Anlegergelder der Hamburger Fondsverwalter Lloyd Fonds AG, über den man hier und dort die Nase rümpft.

Als Fondsmanager, der geschlossene Fonds anbietet und verwaltet, braucht man sich über schlechte Presse nicht zu wundern, zumal die Risikoaufklärung ein echter Stolperstein für viele Anbieter geworden ist. Denn immer mehr Juristen und Anlegerschutzvereine nehmen eine falsche oder fehlerhafte Risikoaufklärung zum Anlass, um mit ihren Mandanten gegen dubiose Anbieter vorzugehen. Auch die Hamburger Lloyd Fonds AG hat diese Erfahrung machen müssen, was sich nun sehr nachteilig in Presse auf das Unternehmen auswirkt. Das Magazin „Finanztest“ hatte sich schon 2015 in mehreren Ausgaben über die fragwürdigen Geschäftspraktiken des Fondsmanagers geäußert, dazu kamen Negativmeldungen eines Finanznachrichtendienstes oder diverse Anwaltsseiten, die sich über Falschberatungen durch das hanseatische Unternehmen ausließen.

Das alles liest sich nicht sehr schön, wenn das Unternehmen selbst mit 20 Jahren Erfahrung am Markt und einer 10-jährigen Börsenpräsenz prahlt, allerdings auch eine Spur der Verärgerung bei seinen Investoren hinterlässt. Man kann den eigenen Anlegern z.B. nur schwerlich vermitteln, dass diese ihre Fondsanteile in Aktien mit einem Aktienkurs umwandeln sollen, der knapp 1 Euro höher ist als der Einstiegspreis an der Börse für Neuaktionäre – weiter lesen. Das passt nicht so recht zu dem Auftrag, den man hat, um die fast 50.000 eigenen Investoren bei Laune zu halten und deren mehr als 3 Milliarden Euro Kapitaleinlage angemessen zu verwalten. In dem Moment, in dem das Finanz-Konzept einmal nicht aufgeht, steht ein Unternehmen dieser Art schnell einer Armada an Anwälten und Verbraucherschützern gegenüber. Und das kann unangenehme Folgen haben, wie die Firma Lloyd Fonds AG am eigenen Leib erfahren hat. Im Übrigen ist es sicherlich kein Ruhmesblatt, wenn wie im vergangenen Jahr eine Dividende von 7 Cent pro Anteilsschein ausgeschüttet wird (Kurs 2,12 Euro), gleichsam auf dem Niveau eines Flaschensammlers, der pro leerer Bierpulle ebenfalls 7 Cent Pfand einstreichen kann. Mittlerweile notiert der Aktienkurs bei 3,70 Euro, was auf eine Verbesserung der Lage am Wertpapiermarkt schließen lässt. Stellt sich die Frage, ob das jetzt der berühmte Tropfen auf dem heißen Stein ist, oder die Aktionäre noch etwas mehr erwarten können. Schließlich bewegt sich das Unternehmen in einem sehr fragwürdigen Geschäftsbereich, nämlich dem der geschlossenen Fonds, vor denen jeder Abstand nimmt, der genau weiß, was ihn im schlechtesten Fall erwartet: Nämlich ein sattes Totalverlustrisiko gepaart mit der Erkenntnis, dass es keinen vorzeitigen Ausstieg gibt. Bis zum bitteren Ende sozusagen!

ECOFINCONCEPT GMBH: FEHLENDE BILANZEN SEIT 2013, DROHT DER TOTALVERLUST?

Still und leise beackert die EcofinConcept GmbH aus Hückelhoven im Raum Aachen den Markt der erneuerbaren Energien und sammelt Kapital bei Kleinanlegern ein. In den Bereichen Solar, – Wind- und Bioenergie hat sich das Unternehmen seine Investoren herangezogen, die ihr Kapital für Projekte hergeben, die ein Volumen von fast 600 Mio. Euro erreicht haben. Stramme Leistung, sollte man meinen, wenn, ja wenn da nicht die Veröffentlichung der Bilanzen im Jahr 2012 aufgehört hätte. Niemand weiß so recht, wie die Geschäftsleitung in den vergangenen 4 (vier!) Jahren gewirtschaftet hat und wie es der Firma tatsächlich geht.

Verwunderlich ist, dass niemand von den Investoren und Privatanlegern sich mal öffentlich beschwert, dass es mit der Transparenz nicht weit her ist. Beim Blick in den Bundesanzeiger stellt man fest, dass die 2012er Bilanz Anfang 2014 veröffentlicht wurde, danach sieht und hört der interessierte Nachfrager nichts mehr außer vielleicht dem Rauschen der drehenden Propeller der Windkrafträder. Und genau hier haben wir ein Problem.

Beispielsweise mit der Verbraucherschutz-Gesetzgebung, die den grauen Kapitalmarkt schärfer reguliert, nachdem vor einigen Jahren der Windkraftbetreiber PROKON in die Insolvenz geschliddert ist und 75.000 Anleger ins Verderben gerissen hat. Seitdem gibt es z.B. die Neuerung, dass an die Stelle der bislang zeitlich unbegrenzten Gültigkeit von Verkaufsprospekten zu Vermögensanlagen künftig eine maximale Gültigkeit von 12 Monaten tritt. Nun stellt sich die Frage, wie genau es die EcofinConcept GmbH mit dieser Verpflichtung nimmt. Denn das Ziel ist es, maximale Transparenz für Anleger zu schaffen, über Produktivität und Rentabilität zu informieren und den Investoren aufzuzeigen, ob die gewählte Anlageform für den einzelnen überhaupt geeignet ist. Sollten sich Geschäfte verschlechtern und gar eine Insolvenz drohen, müssen Unternehmen diese Informationen im Prospekt nachtragen. Ist der Vertrieb bereits abgeschlossen, will die Regierung Anbieter zwingen, bei sich abzeichnenden Problemen mit der Zinszahlung oder Rückzahlung „ad-hoc-Mitteilungen“ zu verbreiten. Doch wie soll man das feststellen, wenn die Zahlen und Fakten fehlen, weil keine Bilanz veröffentlicht wird und das Unternehmen sich in Schweigen hüllt? Es handelt sich immerhin um ein Marktsegment, welches hohe Risiken für Geldgeber beinhaltet. Am Beispiel der PROKON konnte man jahrelang die tollsten Zahlen und Entwicklungen bestaunen, bis von heute auf morgen plötzlich alles vorbei war, und das Schiff unterging. Droht den Anlegern bei der EcofinConcept etwa ein ähnliches Schicksal?

Denn selbst 1,4 Milliarden Euro wie bei PROKON, als abschreckendes Beispiel, können sich bei wirtschaftlichen Turbulenzen schnell in Nichts auflösen.

SCHNEEBALL-BROKER ANYOPTION ZOCKT TRADER AB

Das Trading-Portal AnyOption.de wird von der zwielichtigen Ouroboros Derivates Trading Ltd. bereitsgestellt. In unserem letzten Bericht, erzählten wir von den katastrophalen Erfahrungen mit 24option – zum Fraudanwalt-Bericht, allerdings erscheint AnyOption auf dem ersten Blick als noch größere Betrugsmaschinerie, aber es gibt auch Gemeinsamkeiten. Obwohl der Broker eine deutsche Domain innehat, befindet sich der Sitz auf Zypern. Andere Länder andere Sitten und auch andere Betrugsmaschen.

In einschlägigen Foren berichten Betrugsopfer von AnyOption über Probleme bei der Auszahlung, dem Kundenservice, der Rückerstattung von Gewinnen und vorsätzlichem Kreditkartenbetrug. Die Masche mit der AnyOption wirbt, ist für Menschen gemacht, die auf das schnelle Geld stehen. Tradingkonto aufladen und mit einem Klick zum Reichtum, doch die Realität sieht meist anders aus. Die dubiosen Tradingplattformen fürchten die Regulierung oder gar seriöse Gesetzgebung. Sie verschanzen sich mit ihren Betrugsbrokern gern auf Inseln wie Zypern, die nur wenige Regulierung verlangen und meist in Korruption und Unregelmäßigkeiten verwildern.

Schneeballsystem AnyOption?

Erwarten Sie als Trader nicht, dass die Aufsichtsbehörden in Zypern Sie beschützen. Die Leute dort machen vielleicht die Regeln und verteilen ab und an Strafen, lassen sich aber auch gerne schmieren. Auch wenn im Fall AnyOption der Betrug außergewöhnlich lange und in einem großen Umfang aufrechterhalten wird, so ist doch das, was der Broker tut – nach dem Vorbild eines Schneeballsystems – nichts Neues. Schneeballsysteme gibt es seit Anbeginn der Zeit und wird es auch in der Zukunft geben. Kein noch so gutes Regelwerk wird Diebe davon abhalten, willige Opfer zu finden. Mittels Plattformen wie AnyOption funktioniert es besonders gut, weil Sie im Ausland nicht kontrolliert werden. So können sie das Anlegergeld verschieben wie es notwendig ist. Neue Tradergelder werden in der Regel dazu verwendet, um alteingesessene auszuzahlen, einen immensen Teil behält AnyOption. Dann nach einiger Zeit, wenn zu viele Trader ihr Geld abziehen, geht der Borker insolvent und das Geld ist…weg.

Unsere Empfehlung ist für Trader die Online-Plattform von Comdirect.

KATASTROPHALE ERFAHRUNGEN MIT 24 OPTION DER RODELER LTD.

Die Rodeler Ltd. mit Sitz in Zypern betreibt unter anderem die Trading-Webseite 24option.com. Zahlreiche Kunden Beschwerden und Erfahrungen mit dem Option 24 sind in der Redaktion eingetroffen, einige mit katastrophalen Berichten. Für die Redaktion Fraudanwalt deuten einige Faktoren auf einen Betrug hin. Der Firmensitz befindet sich in Zypern, dabei ist es uninteressant welche Rechtsform der angebliche Trader gewählt hat, sondern viel mehr die Gerichtsbarkeit. Es ist die laxe Regulierung mit einer Mischung von Korruption und krimineller Energie, die Ganoven aus aller Welt anzieht. Die zypriotische Regulierungsbehörde CySEC, ein Supervision Department, führt im besten Fall eine oberflächliche Überprüfung durch. Der Trading-Anbieter 24 Option ist weder reguliert, noch kann die Plattform Zertifikate nachweisen, die die Ausübung derartiger Geschäfte  erlauben. Daher rät Fraudanwalt allen Hobbytradern davon ab, im Ausland befindliche Angebote anzunehmen und empfiehlt die Plattform comdirect.de.

Vorgehen: Trader wie 24option.com zahlt nicht aus

Für den Fall, dass eine Tradingplattform  Sie verunsichert hat, dann Sie sollten zunächst alle Positionen schließen und die Auszahlung des Kapitals beantragen.  Sollte die Auszahlung nicht innerhalb von 3 Werktagen durchgeführt worden sein, dann sollten Sie schnellstmöglich eine formale Beschwerde bei der zuständigen Abteilung „Compliance Department“ des Tradingportals einreichen. Den gesamten Schriftverkehr aufbewahren, um bei einem äußerst unwahrscheinlichen, aber möglichen Gerichtsverfahren die Beweislast zu erhärten. Sie sollten in der Regel eine Bestätigung mit Zuweisung einer Referenz-Nr.  innerhalb von einer Woche erhalten. Sollte das nicht der Fall sein, fragen Sie unter Hinweis auf die CySEC Circular 100 vom 7. Dezember 2015 nach. Eine anwaltliche Drohung macht sich ebenfalls gut in solchen Angelegenheiten.

Prüfen Sie das Kleingedruckte und vergewissern Sie sich, dass der Broker wirklich in Zypern reguliert ist. Reichen Sie dann online Beschwerde bei der zypriotischen Regulierungsbehörde CySEC  ein (Supervision Department), aber wie oben beschieben, sollten Sie nicht zu viel Hoffnungen in diese Behörde stecken.

Prüfen Sie, ob die AGB des Brokers, die Sie bei Vertragsabschluss akzeptiert haben, nach EU Verbraucherrecht zulässig sind. Gemäß Richtlinie 93/13/EWG (Council Directive 93/13/EEC of 5 April 1993) dürfen Standarvertragsbestimmungen nicht „missbräuchlich“ sein.  Reichen Sie anschließend Beschwerde über den Online Resolution Portal der EU ein. Wenden Sie sich an das Europäische Verbraucherzentrum Deutschland. Diese Stelle bietet unkomplizierte Hilfe und unterstützt Fraudanwalt in seinen Bemühungen für Verbraucherschutz. Reichen Sie Beschwerde bei der BaFIN ein. Es stimmt nicht, dass die deutsche Finanzaufsicht keine Zuständigkeit für grenzüberschreitende Anbieter hat. Es ist allerdings so, dass Bafin-Angestellte nicht besonders motiviert sind Betrugsdelikte aufzudecken. Für Streitigkeiten bis 5000,- € können Sie den zypriotischen Consumer Protection Service einschalten. Dabei handelt es sich um die Stelle, die von der ADR-Richtlinie der EU vorgesehen und für die außergerichtliche Schlichtung von Verbraucherbeschwerden zugelassen ist. Sie können Strafanzeige bei dem für Ihren Wohnort zuständigen Landeskriminalamt stellen. Bei Betrug mit Binären Optionen hat neulich das FBI Geschädigte aus der ganzen Welt aufgefordert, sich beim Federal Bureau of Investigation zu melden.

Der beste Weg sich vor Trading-Betrug zu schützen ist es – eine seriöse Plattform wie Comdirect zu wählen.