ECOFINCONCEPT GMBH: FEHLENDE BILANZEN SEIT 2013, DROHT DER TOTALVERLUST?

ECOFINCONCEPT GMBH: FEHLENDE BILANZEN SEIT 2013, DROHT DER TOTALVERLUST?

Still und leise beackert die EcofinConcept GmbH aus Hückelhoven im Raum Aachen den Markt der erneuerbaren Energien und sammelt Kapital bei Kleinanlegern ein. In den Bereichen Solar, – Wind- und Bioenergie hat sich das Unternehmen seine Investoren herangezogen, die ihr Kapital für Projekte hergeben, die ein Volumen von fast 600 Mio. Euro erreicht haben. Stramme Leistung, sollte man meinen, wenn, ja wenn da nicht die Veröffentlichung der Bilanzen im Jahr 2012 aufgehört hätte. Niemand weiß so recht, wie die Geschäftsleitung in den vergangenen 4 (vier!) Jahren gewirtschaftet hat und wie es der Firma tatsächlich geht.

Verwunderlich ist, dass niemand von den Investoren und Privatanlegern sich mal öffentlich beschwert, dass es mit der Transparenz nicht weit her ist. Beim Blick in den Bundesanzeiger stellt man fest, dass die 2012er Bilanz Anfang 2014 veröffentlicht wurde, danach sieht und hört der interessierte Nachfrager nichts mehr außer vielleicht dem Rauschen der drehenden Propeller der Windkrafträder. Und genau hier haben wir ein Problem.

Beispielsweise mit der Verbraucherschutz-Gesetzgebung, die den grauen Kapitalmarkt schärfer reguliert, nachdem vor einigen Jahren der Windkraftbetreiber PROKON in die Insolvenz geschliddert ist und 75.000 Anleger ins Verderben gerissen hat. Seitdem gibt es z.B. die Neuerung, dass an die Stelle der bislang zeitlich unbegrenzten Gültigkeit von Verkaufsprospekten zu Vermögensanlagen künftig eine maximale Gültigkeit von 12 Monaten tritt. Nun stellt sich die Frage, wie genau es die EcofinConcept GmbH mit dieser Verpflichtung nimmt. Denn das Ziel ist es, maximale Transparenz für Anleger zu schaffen, über Produktivität und Rentabilität zu informieren und den Investoren aufzuzeigen, ob die gewählte Anlageform für den einzelnen überhaupt geeignet ist. Sollten sich Geschäfte verschlechtern und gar eine Insolvenz drohen, müssen Unternehmen diese Informationen im Prospekt nachtragen. Ist der Vertrieb bereits abgeschlossen, will die Regierung Anbieter zwingen, bei sich abzeichnenden Problemen mit der Zinszahlung oder Rückzahlung „ad-hoc-Mitteilungen“ zu verbreiten. Doch wie soll man das feststellen, wenn die Zahlen und Fakten fehlen, weil keine Bilanz veröffentlicht wird und das Unternehmen sich in Schweigen hüllt? Es handelt sich immerhin um ein Marktsegment, welches hohe Risiken für Geldgeber beinhaltet. Am Beispiel der PROKON konnte man jahrelang die tollsten Zahlen und Entwicklungen bestaunen, bis von heute auf morgen plötzlich alles vorbei war, und das Schiff unterging. Droht den Anlegern bei der EcofinConcept etwa ein ähnliches Schicksal?

Denn selbst 1,4 Milliarden Euro wie bei PROKON, als abschreckendes Beispiel, können sich bei wirtschaftlichen Turbulenzen schnell in Nichts auflösen.