LLOYD FONDS AG: ASSETMANAGER MIT VIELEN KLEINEN UND GRÖSSEREN PROBLEMEN

LLOYD FONDS AG: ASSETMANAGER MIT VIELEN KLEINEN UND GRÖSSEREN PROBLEMEN

Eigentlich heißt es in der Branche: Der Containerschiff-Markt ist tot. Und gerade hier tummelt sich mit einem großen Teil seiner Anlegergelder der Hamburger Fondsverwalter Lloyd Fonds AG, über den man hier und dort die Nase rümpft.

Als Fondsmanager, der geschlossene Fonds anbietet und verwaltet, braucht man sich über schlechte Presse nicht zu wundern, zumal die Risikoaufklärung ein echter Stolperstein für viele Anbieter geworden ist. Denn immer mehr Juristen und Anlegerschutzvereine nehmen eine falsche oder fehlerhafte Risikoaufklärung zum Anlass, um mit ihren Mandanten gegen dubiose Anbieter vorzugehen. Auch die Hamburger Lloyd Fonds AG hat diese Erfahrung machen müssen, was sich nun sehr nachteilig in Presse auf das Unternehmen auswirkt. Das Magazin „Finanztest“ hatte sich schon 2015 in mehreren Ausgaben über die fragwürdigen Geschäftspraktiken des Fondsmanagers geäußert, dazu kamen Negativmeldungen eines Finanznachrichtendienstes oder diverse Anwaltsseiten, die sich über Falschberatungen durch das hanseatische Unternehmen ausließen.

Das alles liest sich nicht sehr schön, wenn das Unternehmen selbst mit 20 Jahren Erfahrung am Markt und einer 10-jährigen Börsenpräsenz prahlt, allerdings auch eine Spur der Verärgerung bei seinen Investoren hinterlässt. Man kann den eigenen Anlegern z.B. nur schwerlich vermitteln, dass diese ihre Fondsanteile in Aktien mit einem Aktienkurs umwandeln sollen, der knapp 1 Euro höher ist als der Einstiegspreis an der Börse für Neuaktionäre – weiter lesen. Das passt nicht so recht zu dem Auftrag, den man hat, um die fast 50.000 eigenen Investoren bei Laune zu halten und deren mehr als 3 Milliarden Euro Kapitaleinlage angemessen zu verwalten. In dem Moment, in dem das Finanz-Konzept einmal nicht aufgeht, steht ein Unternehmen dieser Art schnell einer Armada an Anwälten und Verbraucherschützern gegenüber. Und das kann unangenehme Folgen haben, wie die Firma Lloyd Fonds AG am eigenen Leib erfahren hat. Im Übrigen ist es sicherlich kein Ruhmesblatt, wenn wie im vergangenen Jahr eine Dividende von 7 Cent pro Anteilsschein ausgeschüttet wird (Kurs 2,12 Euro), gleichsam auf dem Niveau eines Flaschensammlers, der pro leerer Bierpulle ebenfalls 7 Cent Pfand einstreichen kann. Mittlerweile notiert der Aktienkurs bei 3,70 Euro, was auf eine Verbesserung der Lage am Wertpapiermarkt schließen lässt. Stellt sich die Frage, ob das jetzt der berühmte Tropfen auf dem heißen Stein ist, oder die Aktionäre noch etwas mehr erwarten können. Schließlich bewegt sich das Unternehmen in einem sehr fragwürdigen Geschäftsbereich, nämlich dem der geschlossenen Fonds, vor denen jeder Abstand nimmt, der genau weiß, was ihn im schlechtesten Fall erwartet: Nämlich ein sattes Totalverlustrisiko gepaart mit der Erkenntnis, dass es keinen vorzeitigen Ausstieg gibt. Bis zum bitteren Ende sozusagen!