ONECOIN-BETRUG IN DREISTELLIGER MILLIONENHÖHE

ONECOIN-BETRUG IN DREISTELLIGER MILLIONENHÖHE

Der jüngste Betrug mit der Kryptowährung OneCoin hat alle Zutaten für einen Anlegerskandal. Gierige Investoren, ausgebuffte Anwälte und eine Gruppe Marketingafiner Menschen mit hoher krimineller Energie. Die IMS International Marketing Services GmbH mit der vermeintlichen Firmengruppe rund um die Onecoin Ltd aus Dubai, hat neuesten Medienberichten zur Folge über 100 Mio. € veruntreut. Die Bafin hat die Konten sperren lassen und die Abwicklung angeordnet, für die Anleger nur ein schwacher Trost, auch weil die Reaktion der Bafin lange auf sich warten ließ.

Betroffene sollten sich schnellstens anwaltlichen Rat holen, um ein Stück vom Insolvenzkuchen abzubekommen, denn es gilt „wer zuletzt kommt, den bestraft das Leben“. Aber Vorsicht! Auf unserer Warnliste finden Sie Anlegeranwälte, denen möglicherweise das Mandat wichtiger ist als Ihnen Ihr Geld wieder zu beschaffen.

Die Rechtfertigung der Bafin

Gegenüber der IMS hatte die BaFin gemäß § 4 Absatz 1 Satz 1 Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz (ZAG) verfügt, das unerlaubt für Onecoin Ltd, Dubai, betriebene Finanztransfergeschäft mit „OneCoin“-Anlegern sofort einzustellen, und die Abwicklung dieser Geschäfte angeordnet. Über die bekannten noch aktiven Konten der IMS in Deutschland hatte die Behörde bereits am 17. und 20. Februar 2017 nach § 4 Absatz 1 Satz 4 ZAG eine Kontensperre verhängt, die von Gesetzes wegen sofort vollziehbar ist.

Die Onecoin Ltd, Dubai, steht in einem Verbund von Unternehmen, die unter dem Begriff „OneCoin“ über ein mehrstufiges Vertriebssystem weltweit und auch in der Bundesrepublik Deutschland virtuelle Einheiten vertreiben, die sie als Kryptowährung deklarieren. Im Auftrag von Onecoin Ltd ließ sich die IMS von Anlegern, die in den Besitz von „Onecoins“ kommen wollten, die dafür zu leistenden Entgelte auf wechselnde Bankkonten bei verschiedenen Kreditinstituten in Deutschland überweisen und leitete die Gelder im Auftrag von OneCoin Ltd an Dritte insbesondere auch außerhalb Deutschlands weiter. Die Dienstleistung der IMS ist als Finanztransfergeschäft nach § 1 Absatz 2 Nr. 6 ZAG zu qualifizieren, das als Zahlungsdienst nach § 8 Absatz 1 Satz 1 ZAG unter Erlaubnisvorbehalt steht. Die erforderliche Erlaubnis, die durch die BaFin zu erteilen gewesen wäre, hatte und hat die IMS nicht. Insgesamt hat die IMS aufgrund der mit der Onecoin Ltd geschlossenen Vereinbarung zwischen Dezember 2015 und Dezember 2016 rund 360 Millionen Euro angenommen. Davon liegen noch rund 29 Millionen Euro auf den derzeit gesperrten Konten.