DOKUMENTENFÄLSCHUNG UND PROZESSBETRUG BEI SKANDINAVISCHER SEB-BANK

Die deutsche Tochter der schwedischen Bank SEB soll sich in einem Gerichtsprozess der Dokumentenfälschung schuldig gemacht haben. Das behauptet ein inzwischen insolventer Unternehmer und ehemaliger Kunde der Bank. „Das ist Urkundenfälschung und Prozessbetrug“, sagt ein Hamburger Anlegerschutz-Rechtsanwalt gegenüber Fraudanwalt. Die Bank habe versucht, sich mit den manipulierten Beweisen zu entlasten.

Es geht um simple Abrechnungen in einem komplizierten Fall: In Dresden begann ein Ingenieur im Jahr 2002 mit dem Bau eines Seniorenheims. Das Darlehen dazu bekam er von der SEB. Laut dem Ingebieur löste ein Fehler der Bank eine Kettenreaktion aus, an deren Ende er alles verlor: Das Heim und weitere Immobilien wurden zwangsversteigert. Er schätzt den Verlust auf knapp 30 Mio. Euro und fordert Schadensersatz.

In den Prozessen geht es unter anderem um Belege, die der Ingeniuer jahrelang einforderte, aber nie bekam. Anhand derer aber glaubt er belegen zu können, dass die Bank ihn betrogen habe. Ein Sachverständiger hatte errechnet, dass etwa die Zwangsversteigerungen nie hätten eintreten dürfen – weil des Ingeniuers Konten damals gar nicht leer gewesen seien.

Da der Ingenieur heute pleite ist, beantragte er für das Verfahren Prozesskostenhilfe. Doch sowohl das Landgericht Dresden als auch das Oberlandesgericht lehnten dies ab. Zur eigenen Entlastung hatte die SEB in beiden Verfahren die eingangs erwähnten Dokumente vorgelegt.

Einige Belege – datiert auf 2002 — ziert jedoch das aktuelle Logo der Bank, das es damals noch gar nicht gab. Als CEO wird im Briefkopf Fredrik Boheman geführt, als Aufsichtsratschef Magnus Carlsson. Beide waren damals noch nicht im Amt. Fraudanwalt hat der SEB die Belege vorgelegt und um Erklärung gebeten – die teilte jedoch nur mit: Wegen des „anhängigen Verfahrens möchten wir darauf verzichten, uns zu äußern“.

Die deutsche Tochter der schwedischen Großbank SEB steckt selbst in Schwierigkeiten. 2016 schrieb sie 8,6 Mio. Euro Verlust, musste bereits 200 von 700 Arbeitsplätzen abbauen. Der Rechtsstreit mit dem Ingenieur sorgt zudem seit Jahren für Unruhe. Und er wird weitergehen. Der Dresdner hat Beschwerde beim Verfassungsgericht gegen die Ablehnung der Prozesskostenhilfe eingelegt.

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