MACHT SICH DIE BDT MEDIA AUTOMATION GMBH DER INSOLVENZVERSCHLEPPUNG SCHULDIG?

Die BDT Media Automation will im 2. Halbjahr 2017 eine neue Anleihe begeben und ein weiteres Mal Anleger um Geld bitten. Innerhalb der siebjährigen Laufzeit der neuen BDT Automation-Anleihe will das Storage-Unternehmen fixe 8% im Jahr auszahlen. Angeblich sollen mit der neuen Unternehmensanleihe Finanzierungskosten optimiert und die Liquiditätssituation verbessert werden – wie schlecht es um die Liquidität steht, ist derzeit unbekannt. Die Schuldverschreibung soll nach Emission in den Frankfurter Freiverkehr Open Market zum Börsenhandel freigegeben werden. Die Anleihe-Emission hängt von der Billigung des Wertpapierprospekts durch die luxemburgische Finanzmarktaufsichtsbehörde (Commission de Surveillance du Secteur Financier (CSSF) ab. Das Problem für Investoren ist, dass die Finanzmarktaufsicht lediglich die formalen Richtlinien, also die quantitativen prüft und dazu die Finanzlage des Unternehmens. Die BDT Media Automation GmbH kann allem Anschein nach keine Bankkredite mehr aufnehmen, dieser Sachverhalt ist wahrscheinlich das Resultat einer schlechten Bonität. Während Banken an Unternehmen bei der derzeitigen Zinssituation bis zu 3% herausgeben, will die BDT Automation-Anleihe gleich 8% abwerfen – und das pro Jahr!
Allein dieser Plan scheint unwirklich, aber es wird noch besser, denn das Unternehmen hat eine Eigenkapitalquote unterhalb von 7%, wie Recherchen von Fraudanwalt offenbaren. Das bedeutet: Die BDT Media Automation GmbH ist größtenteils fremdfinanziert. Ein ähnliches Bild war bei Solarworld vorzufinden, die Abhängigkeit von Shareholdern ist selten positiv für die Anleger. Vor zwei Wochen meldete die Solarworld AG Insolvenz an, ob auch die BDT Media Automation GmbH diesen schweren Weg für die Anleger gehen wird ist noch ungeklärt. Klar ist aber, dass das Unternehmen in einer finanziellen Zwickmühle steckt und auf das Geld von Anlegern angewiesen scheint.
Das Jahres EBITDA von 7,6 Mio € erscheint bei der aussichtslosen Situation von BDT wie ein Tropfen auf den heißen Stein. Das Ergebnis suggeriert einen angeblichen Gewinn, zu mindestens auf dem Papier.Allerdings ist EBITDA der Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen auf Sachanlagen und Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände. Sobald Zinsen, Steuern und die genannten Faktoren in die Gleichung einbezogen werden, verfällt die Feierstimmung – nicht nur bei BDT Media Automation GmbH, sondern auch bei allen Anleihezeichnern.

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