CYBER-KRIMINALITÄT NIMMT DEUTLICH ZU

CYBER-KRIMINALITÄT NIMMT DEUTLICH ZU

Es fällt nicht nur Insidern auf, dass sich in den letzten Jahren neue Kriminalitätsphänomene gebildet haben, weil sich viele Straftaten ins Internet verlagern. Die sogenannten Cyberkriminellen haben ein neues Betätigungsfeld gefunden, womit sie viele Menschen das Leben schwermachen. Der Fraudanwalt-Redaktion ist aufgefallen, dass Anfragen von Firmen und Institutionen zunehmen, welche sich mit Verleumdung, Rufschädigung, Betrug und Datenklau auseinandersetzen müssen. Wie das Bundeskriminalamt in einer aktuellen Stellungnahme mitteilt, ist im „Phänomenbereich Cybercrime – wie in kaum einem anderen Deliktsbereich – eine kontinuierlich steigende Kriminalitätsentwicklung zu verzeichnen“.

Die globale Vernetzung mittels Internet ist eine tolle Sache für alle, die sich in kürzester Zeit Informationen beschaffen oder mit anderen austauschen wollen. Doch mittlerweile nutzen immer mehr kriminell gesinnte Personen das World Wide Web, um dort ihr Unwesen zu treiben und Unternehmen bzw. Personen aus Wirtschaft und Politik zu schaden. Schmutzkampagnen sind im Darknet für Beträge zwischen 10 tsd. € und 400 tsd. € erhältlich. Der Fantasie scheinen dabei keine Grenzen gesetzt, wenn es darum geht, in der Anonymität des Internets neue Straftaten zu begehen.

An vorderer Stelle rangiert dabei der Datendiebstahl sensibler Bankdaten – Phishing genannt –  mittels dessen Bankkunden und Kontoinhaber um große Geldbeträge gebracht werden. Entsprechende Schadsoftware sorgt für den Zugang zu den Informationen, die dann über verschlungene Onlineverbindungen in die Hände der Diebe gelangen. Laut einer Aussage des Instituts für Wirtschaftsforschung gibt es jährlich mehr als 12 Mio. Fälle von Phishing in Deutschland bei insgesamt etwa 14,7 Mio. Dabei wird oft die Reputation der Bank massiv geschädigt, ebenso wie das Vertrauen zu Kontoinhabern – zum Fraudanwalt-Bericht.

Auch der Online-Handel offenbart immer mehr Schwachstellen, die Kriminellen nutzen, um die Kunden zu prellen und bezahlte Ware nicht auszuliefern, weil die Adressangaben der Händler nicht stimmen und eine Identifizierung oft unmöglich ist. Mit jedem neuen Internet-Wurm, wie zuletzt dem „Wanna-cry-Virus“, der auf die Reise geschickt wird, werden Erpressungsversuche gestartet, die den Inhalt haben gegen eine hohe Einmalzahlung einen Entschlüsselungscode für das Virus zu verkaufen.

Jeder sollte sein Bewusstsein für Cyber-Kriminalitätsdelikte schärfen

Wer das Internet nutzt muss wissen, dass er sich eines gefährlichen Mediums bedient. Dabei ist höchste Vorsicht geboten. Oberstes Gebot für alle Online-Surfer: Regelmäßig Backups anfertigen, also gespeicherte Daten und Informationen nochmal auf einer externen Festplatte ablegen. Keine Email-Anhänge aufmachen, die unbekannter Herkunft sind oder von bekannten Banken oder Unternehmen zu sein scheinen. Darin verbergen sich meistens Viren, die ihr System ausspionieren und neben dem Datendiebstahl auch andere Funktionen lahmlegen. Im schlimmsten Fall überträgt ein infiziertes Computersystem die Schadsoftware unbewusst auf all diejenigen und deren PC‘s, die mit diesem User in Kontakt stehen. Eine Kettenreaktion, die erhebliche Schäden verursacht. Außerdem wichtig: Regelmäßige updates von Firewalls, regelmäßige Nutzung von seriösen Virenscannern. Nur so ist man halbwegs darauf vorbereitet, wenn es eines Tages heißt: Nichts geht mehr – Systemabsturz. Dann retten einen die zusätzlich gespeicherten Daten vor der totalen Apokalypse.