EX-SATURN-CHEF MICHAEL ROOK REHABILITIERT

EX-SATURN-CHEF MICHAEL ROOK REHABILITIERT

Der Korruptionsskandal bei Europas größtem Elektronikhändler Media Saturn zieht immer weitere Kreise. 2011 wurden zwei weitere Beschuldigte verhaftet. Einer davon ist der ehemalige Chef Michael Rook. Er gehörte bis Ende Oktober der neunköpfigen Geschäftsführung von Media-Saturn an und war Deutschland-Chef von Media Markt. Insgesamt sitzen nun sechs Beschuldigte in Untersuchungshaft. Gut möglich, dass es dabei nicht bleiben wird.

Die Strafe sollte drakonisch sein und war es auch: fünf Jahre und drei Monate Knast. Die Karriere des Michael Rook endete 2012 in einem Albtraum. Der frühere Deutschland-Chef des Elektronikriesen Media-Saturn soll einem Vermittler von Telekommunikationsverträgen zwischen 2005 und 2011 bundesweit Verkaufsflächen in den Märkten der Metro-Tochter verschafft und dafür die Hand aufgehalten haben. Rund zwei Millionen Euro hätten Rook und seine Mittäter kassiert. So sah es das Landgericht Augsburg und verurteilte ihn wegen Bestechlichkeit. Der Beschuldigte stritt dies stets ab. Rooks Anwälte sprachen von einem Skandal. Nun zeigt sich: Sie hatten womöglich recht. Das Landgericht Itzehoe zumindest sieht Widersprüche in der Beweisaufnahme der Augsburger Kollegen. Nach einem ungewöhnlich langen Prozess mit 16 Verhandlungstagen kommen die Richter in einem 90-seitigen Urteil zu einem anderen Ergebnis. „Die Kammer ist im Rahmen ihrer freien Beweiswürdigung weder überzeugt, dass der Beklagte an den Bestechungsabsprachen persönlich beteiligt war, noch dass er persönlich Bestechungsgelder erhalten hat“, so das Gericht.

Die spektakuläre Wende verdankt Rook ausgerechnet einer Schadensersatzklage seines früheren Arbeitgebers, die vom Landgericht Itzehoe abgewiesen wurde. Obwohl der zivilrechtliche Freispruch der strafrechtlichen Verurteilung entgegensteht, bleibt eine völlige Rehabilitierung ungewiss. Eine Wiederaufnahme des Verfahrens ist schwierig.

Rook, der zuletzt in Neumünster einsaß, ist seit Mai 2015 auf freiem Fuß. Der Rest seiner Strafe ist zu vier Jahren auf Bewährung ausgesetzt.