BMW WAPPNET SICH GEGEN US-STRAFZÖLLE

BMW WAPPNET SICH GEGEN US-STRAFZÖLLE

Für den Fall von US-Strafzöllen gegen Importe aus Mexiko setzt der deutsche Autobauer BMW auf Produktionsverlagerungen innerhalb seines Netzwerks. „Die Antwort bei Volatilitäten wie Zöllen und Steuern ist Flexibilität“, sagte BMW-Chef-Harald Krüger am Rande eines Besuchs in Spartanburg im Bundesstaat South Carolina, wo das Unternehmen sein weltweit größtes Werk betreibt. „Wir haben immer wieder schnell reagiert und neue Autos notfalls an anderen Standorten gebaut.“ Krüger hielt sich anlässlich des 25-jährigen Jubiläums des Werks in South Carolina auf.

US-Präsident Donald Trump hatte BMW explizit mit hohen Abgaben gedroht, falls der Konzern versuche, Autos aus seinem neuen Werk in Mexiko auf dem US-Markt zu verkaufen. BMW — der größte US-Exporteur von Autos — fährt im Umgang mit dem Präsidenten nun eine Doppelstrategie: Zum einen versucht man, mit einer Ausbildungsinitiative und neuen Investitionen in den USA das Wohlwollen der Regierung zu gewinnen. Zum anderen wappnet sich BMW für den Fall, dass es tatsächlich zu Strafzöllen kommt. Die Produktion in Mexiko könnte dann zum Teil auf den südamerikanischen Markt gehen. Zugleich würde in Spartanburg dann noch stärker für die US-Abnehmer produziert.

Im Ernstfall würde das eine Umschichtung bei den Modellen bedeuten. Im mexikanischen Werk San Luis Potosi wird ab 2019 die 3er-Limousine gebaut. In Spartanburg werden nur Geländewagen produziert.

Krüger sagte mit Blick auf Strafzölle, er „glaube im Augenblick nicht, dass das kommt“. Allerdings betonte der BMW-Chef das Prinzip des Freihandels, das Trump infrage gestellt hatte. „Wenn man 70 Prozent exportiert, ist ein solches Modell natürlich auch angewiesen auf freien Welthandel“, sagte Krüger. Unterstützung bekam BMW vom republikanischen

Senator Lindsey Graham, der in Spartanburg eine Rede hielt. Er sei ein „amerikanischer Politiker, der deutsche Autos liebt“, so Graham.