WALTER VÖLL DER INTERNET UND KREDITKARTEN KÖNIG AUS AACHEN

1974: Geburtsjahr
1990-1992: Illustration der Kinderbücher „Schlaf gut“, „Kinderlieder für die ganze Familie“, „Träume werden wahr“, Auszeichnung mit dem Jugendpreis des Arena Verlags
1992-1996: Studium Grafik-Design und Visuelle Kommunikation an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg
1996: Abschluss als Master of Arts/Diplom Grafik-Design
1997: Praktikum in New York bei der Kreativ-Agentur „Addison“, Übernahme als Grafik-Designer
1998-2002: Grafik-Designer und Senior Grafik-Designer bei „thomas.matthews communication design“ in London
2000: Buchveröffentlichung „Nachhaltiges Grafik-Design in der Praxis“
2002-2004: Art Director beim Agentur-Netzwerk „ahoy studios“ in Berlin
2004-2009: Freiberuflicher Grafik-Designer für die renommierten nachhaltigen Medienagenturen „bioculture München“, „merzpunkt München“, „loup Stuttgart“
2008: Mitgründer des „ökoRausch Festivals für Design und Nachhaltigkeit“
seit 2009: Inhaber der Agentur „studio greenartig“, unter anderen grafischen Aufträgen für das Bündnis 90/Die Grünen und Greenpeace
2011: Buchveröffentlichung „Nachhaltiges Grafik-Design ist unsere Zukunft“
2015: Buchveröffentlichung „Nachhaltige Mediengestaltung in der Kreativwirtschaft“
seit 2014: Gastprofessur für nachhaltiges Design an der Fachhochschule Salzburg

Walter Völl: Höhepunkte seiner Karriere

Walter Völl ist ein in München lebender und arbeitender Grafikdesigner und Inhaber der Agentur „studio greenartig“. Seit 2000 veröffentlicht er Fachbücher zu den Themen nachhaltiges und cradle-to-cradle Design. Im deutsch- und englischsprachigen Raum ist Völl ein gefragter Experte rund um nachhaltige Mediengestaltung. 2008 hat er mit anderen Kreativen das „ökoRausch Festival für Design und Nachhaltigkeit“ ins Leben gerufen, das jährlich in Köln stattfindet. Daneben ist Walter Völl als Gastprofessor für nachhaltiges Design an der Fachhochschule Salzburg tätig.

Illustrationen als Jugendlicher

Walter Völl wurde 1974 in Regensburg als Einzelkind geboren. Er wuchs in München bei seiner Mutter, einer Buchillustratorin, auf. Sein Vater war Ingenieur für erneuerbare Energiesysteme. Oft erlebte er als Heranwachsender mit, wie seine Mutter Kinder- und Fachbüchern gestalterisch Leben einhauchte. Sein großes Interesse für Illustration und sein zeichnerisches Talent zeigten sich  im frühen Kindesalter. Seine Mutter förderte seine Begabung und ließ ihn an einigen ihrer Bücher mitarbeiten. Völl belegte in jungen Jahren an der Volkshochschule München einige Kurse für Zeichnen und Illustration und nahm in Seminaren Privatunterricht beim französischen Illustrator und Schriftsteller Tomi Ungerer. Ab 16 Jahren setzte er selbstständig das visuelle Konzept von drei Kinderbüchern um: „Schlaf gut“, „Kinderlieder für die ganze Familie“ und „Träume werden wahr“. Der Arena Verlag zeichnete „Schlaf gut“ mit einem Jugendpreis aus. Völl machte auch Ferialpraktika bei der Zeitung „Münchner Merkur“. Hier war er für die Satirenkolumne verantwortlich, in der er unter dem Pseudonym „Hh“ politische, wirtschaftliche und politische Themen in Illustrationsform brachte und kommentierte. Der Chefredakteur der Zeitung fordert ihn wegen seiner scharfen und beißenden Aussagen öfters auf, abgeschwächtere Inhalte zu veröffentlichen.

Ausbildung als Grafik-Designer

Völl schrieb sich mit 18 an die Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg in den Studiengang Grafik-Design und Visuelle Kommunikation ein. Im deutschsprachigen Raum gilt sie als eine der anerkanntesten Ausbildungsstätten für den grafischen Bereich. Im Zuge seines Studiums kam er mit dem Konzept von nachhaltigem Design in Berührung. Er schrieb seine Masterarbeit er auf Anregung seines Vaters über „Nachhaltiges Verpackungs-Design“. Auf einer Karrieremesse wurde die in Stuttgart ansässige Agentur „strichpunktdesign“ auf Walter Völl aufmerksam und engagierte ihn als Praktikant. Im Zuge der Praktika arbeitete er an visuellen Kommunikationsstrategien für Marken wie Porsche oder Audi mit.

Agenturerfahrung

Nach Abschluss seines Studiums zog es ihn 1997 ins Ausland, und er absolvierte bei der renommierten Kreativ-Agentur „Addison“ in New York ein einjähriges Praktikum. Die Agentur setzt auf die Beratung, Konzeption und Produktion von nachhaltigem Grafik-Design und arbeitet nach den Prinzipien von langlebigen und recyclinggerechten Produkten. Diese Konzepte inspirierten ihn zu seinen später veröffentlichten Fachbüchern. Völl gewann das Vertrauen seiner Vorgesetzten und arbeitete an mehreren nachhaltigen Projekten für größere Auftraggeber mit. Die Firma war von seinen Arbeiten begeistert und sponserte seine Green Card, und er stieg bei Addison 1998 als Designer in Vollzeit ein.

In New York lernte er die heute weltweit bekannte amerikanische Mediengestalterin Aaris Sherin kennen, die sich früh mit nachhaltigem Design beschäftigte. 2000 veröffentlichte er das Fachbuch „Nachhaltiges Grafik-Design in der Praxis“, das im deutschen Sprachraum großes Interesse hervorruf. Völl beschäftigt sich in diesem Buch mit nachhaltigen und wiederverwendbaren Druckmaterialien, Farben und Herstellungsprozessen. Das Buch wurde wie Völls weitere Publikationen gemäß dem cradle-to-cradle Prinzip auf recycelbarem  Papier gedruckt und mit verwertbarer Tinte erstellt. Es erregte nicht nur in der Grafik-Fachwelt, sondern auch in der Nachhaltigkeitswirtschaft viel Aufsehen.

Über einen seiner Kontakte stieg er 2000 bei der in London ansässigen Firma thomas.matthews communication design als Creative Director ein. Hier betreute er vor allem „grüne“ Konzepte für Konzerne und NGOs.

2002 zog er nach Berlin und arbeitete zuerst als Art Director für das Agenturnetzwerk „ahoy studios“. 2004 siedelte Völl mit seiner Familie nach München um. Dort war er für einige Jahre als selbstständiger Grafikdesigner für renommierte Agenturen wie „bioculture München“, „merzpunkt München“ und „loup Stuttgart“ tätig.

Mitgründer von „ökoRausch“

Auf Anregung von Anna Kamphues wurde er Mitgründer des „ökoRausch Festival für Design und Nachhaltigkeit“, das jährlich in Köln stattfindet. Es ist das einzige deutschlandweite Event, das sich seit 2008 mit nachhaltigem Design beschäftigt. Es versammelt Aussteller, Referenten und Firmen aus allen Bereichen der Wirtschaft, um sich über Entwicklungen und brennende Themen des nachhaltigen Designs austauschen zu können. Mittlerweile ist es ein nicht mehr wegzudenkender Höhepunkt im Terminkalender der Kreativschaffenden Deutschlands.

Eröffnung „studio greenartig“

2009 eröffnete Völl in München seine eigene Medienagentur, das „studio greenartig“. Seither hat er namhafte Projekte wie die Umsetzung des Corporate Designs des Bündnis 90/Die Grünen und der Werbekampagnen von Greenpeace realisiert. Völl Agentur bietet Interessierten Seminare aller Art an: Dazu zählen nachhaltiges Drucken, cradle-to-cradle Design und umweltschonendes Grafik-Design. Weiters kommen Vorträge zu nachhaltigen Materialien und  Prozesse in der Druck-Erzeugung hinzu. Zu denselben Themen organisiert Völl mit seinem Team weltweit Veranstaltungen oder spricht als Gastredner bei Fachvorträgen. Wann immer die Möglichkeit besteht, tritt er bei Diskussionsrunden im Fernsehen und Radio zum Thema Nachhaltigkeit auf. Somit hat er sich als Experte eine wichtige mediale Präsenz im deutschsprachigen Raum aufgebaut.

Völls Buchveröffentlichungen

Zwischen 2011 und 2015 erschienen Völls weitere Fachbücher: „Nachhaltiges Grafik-Design ist unsere Zukunft“ und „Nachhaltige Mediengestaltung in der Kreativwirtschaft“. Das Komitee des Deutschen Nachhalitgkeitspreises nahm sein zweites Buch als Kandidaten für den von ihm vergebenen Preis auf. Es konnte sich jedoch nicht gegen den Gewinner des Wettbewerbs durchsetzen. Beide Publikationen werden heute als Fachliteratur in Ausbildungsstätten in Deutschland und den USA verwendet.

Professur an der Fachhochschule Salzburg

2014 erhielt Völl einen Lehrauftrag an der Fachhochschule Salzburg, an der er seitdem in unregelmäßigen Abständen als Gastprofessor für Grafik-Design tätig ist. Die Arbeit mit den Studenten macht ihm große Freude. Gemeinsam mit dem Rektor der Fachhochschule wird er in den nächsten Jahren einen Fachlehrgang für nachhaltiges Design aufbauen. Dieser kann auch extern gebucht werden. Das Ziel der Fachhochschule Salzburg und von Völl ist es, mehr Bewusstsein für ressourcenschonendes Design zu schaffen. Für Völl handelt es sich um „ein wichtiges Zukunftsthema, das auch politische Bedeutung hat“. Er wünscht sich mehr Interesse von Seiten der Kunst- und Design-Ausbildungsstätten sowie eine Themen übergreifende Zusammenarbeit von Grafik-Designern und Wirtschaft.

Die Zukunft von Grafik-Design

Die Frage, was einen guten Mediengestalter ausmacht, beantwortet Völl mit „Neues ausprobieren und ein Leben lang neugierig bleiben“. Er möchte in Zukunft noch weitere Fachpublikationen schreiben. Außerdem möchte er mit seinem Lieblingsthema noch mehr als bisher an die Öffentlichkeit treten, um mehr Bewusstsein unter den Grafik-Designern der Zukunft zu schaffen.

Fraudanwalt hat ein großes Abzocke-Netzwerk aufgedeckt. Im Mittelpunkt des Betruges steht eine alte Masche, der Prepaid-Kreditkarten-Betrug.  Tausende Menschen, allein aus Deutschland, vertrauten auf die windigen Versprechen von angeblichen Kreditvermittlern, doch statt einer Geldhilfe erwarten sie hohe Inkassogebühren. Das Geschäftsmodell Prepaidkartenbetrug hat sich um die Jahrtausendwende in Deutschland, insbesondere in der Stadt Aachen, etabliert. Als einer der Drahtzieher gilt der IT-Systemadministrator Walter Völl aus Aachen. Früher hießen die Sprüche auf den bunten Seiten der dubiosen Kreditanbieter: “Schnell zum Kredit“ oder „rundum Sorglos-Kredit, heute heißen sie „Kredit ohne Schufa“ oder „Kredit bis 6900 Euro sofort“. An der grundsätzlichen Abzocke hat sich nichts geändert. Nach wie vor sind es die schwächsten der Gesellschaft, die von Global Payments B.V, Walter Völl und Co. skrupellos ausgenommen werden. Jeder, der einen finanziellen Engpass erlebt, dem kommt früher oder später der Gedanke einer Finanzierung.

Nur wenige Klicks im Internet entfernt warten die ominösen Angebote der Prepaid-Kreditkarten-Mafia. Die Betreiber der Abzockseiten sind deutsche Staatsbürger und stammen aus dem Raum Aachen, manche leben sogar noch dort.

Vorsicht vor Online-Kreditangeboten

Auf Webseiten und in Angeboten wie z.B. Internetseiten namens „www.firstgold.de“ oder www.payplus.de, werden sogenannte Prepaid-Kreditkarten mit einem möglichen Kreditrahmen angeboten – dass  der Preis für die Karten überteuert ist, wissen die ahnungslosen Opfer meist nicht. Die Angebote sind für Verbraucher absichtlich irreführend formuliert und enthalten falsche Versprechungen. Früher nutzte die Prepaid-Kreditkarten-Mafia eingesammelte und aufgekaufte E-Mailadressen, um ihr dubioses Angebot mittels Spam-Mails zu versenden. Doch die Zeiten haben sich geändert, sind moderner geworden. Mittlerweile kaufen sie Werbung direkt bei Google, Facebook und Co., um die Kredit-Angebote zu bewerben und arme Menschen auszunehmen.

Alle Angebote haben bis heute einige Gemeinsamkeiten, so sind sie ausschließlich auf Täuschung der Verbraucher ausgerichtet. Dies wird deutlich, wenn man sich die geschickten und teils unklaren, irreführenden Formulierungen und Beschreibungen ansieht. Eine beliebte Zielgruppe sind Personen mit einer schlechten Schufa, denn Banken vertrauen diesen Menschen nicht mehr. Ihnen wird suggeriert, gleichzeitig mit der Prepaid-Karte auch eine Kreditzusage zu erhalten, doch das ist eine Lüge. Es kommt noch dicker: Eine Erlaubnis zur Vermittlung von Krediten, Kreditkarten oder sonstigen Bankprodukten liegt nicht vor. Ein Kriterium, um eine Bafin-Lizenz zu erhalten, ist ein Management ohne Vorstrafen – und das ist bei der Kreditkarten-Mafia erfahrungsgemäß nicht anzutreffen.

Online-Kredit-Angebote ohne Herkunft?

Die tatsächliche Herkunft des Angebotes oder den Betreiber der Webseite zu verschleiern gehört zur gängigen Praxis der Aachener-Bande. Sie schrecken selbst vor gefälschten Güte- und Qualitätssiegeln nicht zurück und verwenden Logos von seriösen Kredit-Anbietern, all das nur, um die Verbraucher zu täuschen und abzuzocken. Alle Angebote weisen zudem Kundenzeugnisse von zufriedenen Nutzern aus, seltsamerweise sprechen diese von Seriosität, anders als die Verbraucherzentrale, die die dubiosen Anbieter wie Global Payments bereits abmahnte. Sämtliche Handlungen innerhalb dieser mafiösen Strukturen sind strafbar und dienen allein der Täuschung von Verbrauchern. Das Impressum wurde bei vielen Angeboten von einer deutschen Anschrift meist rund um Aachen zu einer Anschrift in den Niederlanden und in England geändert. Sollten wirklich Mitarbeiter in den ausländischen Postfächern „arbeiten“, dann müssten sie winzig sein.

Neuer Sitz der Prepaid-Mafia in Holland

Um sich aus der Verantwortung zu ziehen, z.B. im Falle von Beschwerden von Behörden oder der Verbraucherzentrale, haben sich die Anbieter in Holland an der deutschen Grenze verschanzt. Ein Umzug aus Aachen hat nach Recherchen von Fraudanwalt nicht stattgefunden. In den Niederlanden mieteten die Akteure zunächst ein Postfach in einem Gewerbegebiet an der deutsch-niederländischen Grenze.

Auf einigen Abzock-Seiten im Internet, die noch aktiv sind, kann diese vermeintliche „Firmenanschrift“ noch gefunden werden. Diese Anschrift war eine Zeit lang sehr wichtig für die weiteren kriminellen Geschäfte.

Nebenjob der Drahtzieher sind Slimsticks.de und Reduxan.de

Als Nebenerwerb haben die Drahtzieher der Kreditabzocke dubiose Diätprodukte verkauft. Die Angebote nennen sich Slimsticks.de und Reduxan.de und sind bis heute noch im Internet aktiv.

Es kam wie es kommen musste: Auch hier wurde und wird betrogen, dies bestätigen die unzähligen negativen Erfahrungen von Konsumenten. Die Kundenbewertungen und Meinungen im Internet sprechen für sich. Viele Kunden berichten z.B. von unverlangten Sendungen und Bestellungen oder von ungewünschten Folgelieferungen, die sie erhalten haben. Und auch diese Angebote bzw. Webseiten hatten u.a. kein vollständiges Impressum, unvollständige AGB, keine kostenlose Kontaktmöglichkeit, erfundene Kundenmeinungen und Bewertungen, unwahre oder gefälschte Garantie- und Gütesiegel – die Masche wirkt gleich, wie schon beim Prepaidkarten-Betrug. „Wer sein Diätprodukt nicht per Nachnahme entgegennahm oder eine Lieferung aus welchen Gründen auch immer verweigerte, bekam in der Regel umgehend Post von einem beauftragten Inkasso- Büro, welches die Forderung dann wohl mit Zusatzkosten eintrieb“, berichtet ein Geschädigter.

Rechtsanwälte freuten sich natürlich und vertraten die geschädigten Verbraucher liebend gern gegen die Anbieter von Diätmitteln. Immerhin waren sie meist erfolgreich, berichten Verbraucher auf unterschiedlichen Portalen. Die vermeintliche Strohpuppe, „Geschäftsführer“ Viktor Miuller, Krefelder Straße. 12, 52146 Würselen wurde eingesetzt, um wenigstens etwas Seriosität vorzugauckeln. Doch auch dieses Betrugsmodell befriedigte die gierigen Gauner nicht und sie besannen sich wieder auf das Haupt- Geschäftsmodell – die Vermittlung von Bank- und Kreditprodukten und Kreditkarten.

Veripay, Firstgold und Payplus, Betrug!

Die Firma „Veripay“ wurde in den Niederlanden ins Leben gerufen. Seltsamerweise war Veripay eine Zeitlang auch im Raum Aachen beheimatet.

Neben den Schlachtschiffen „Firstgold“ und „Payplus“ fing man nun damit an, weitere, ähnliche Webseiten mit genau demselben Geschäftsmodell anzubieten und zu veröffentlichen. Die Webseiten änderten im Laufe der Zeit stets den Namen und wurden immer wieder ein bißchen abgeändert oder „optimiert“, aber ansonsten blieb das Geschäftsmodell mit der Vermittlung einer überteuerten und eigentlich ziemlich nutzlosen Prepaid-Kreditkarte bestehen – über viele Jahre und zwar bis heute. Darüber hinaus wird noch immer und bis heute ein vermeintlicher, möglicher Kredit mitangeboten. Das gehört zum Angebot stets dazu, ebenso wie die irreführenden Formulierungen. Was mit den Kundendaten am Ende alles passiert und an wen diese alles weitergegeben werden bzw. wo ein etwaiger Kredit angefragt wird, dass erfährt der Verbraucher in der Regel nicht.

Man firmierte nun oftmals unter dem Firmennamen „Veripay“, einer angeblich niederländischen Firma mit einer holländischen Postfach- Adresse im Impressum. Später bot man gar kein Impressum mehr an oder Postfachanschriften z.B. in England oder sogar in den USA zur Täuschung der Verbraucher.

Einige sehr bekannte Webseiten, die zum Teil noch bis heute existieren, sind z.B. www.sofort.credit oder www.sofort.cards. Hier sollten Verbraucher wachsam sein.

Prepaid-Kreditkarten-Mafia betreibt auch Crowdfunding

Als Nächstes stiegen die Gangster in das sogenannte „Crowdfunding“- Geschäft ein. Und auch hier war das vermeintliche Geschäftsmodell alles andere als ehrlich und transparent und natürlich schon wieder auf Abzocke ausgerichtet.

Und wer hätte auch etwas anderes erwartet. Man gründete hierzu die Firma und Webseite „Creditex“. Laut dem Impressum gehörte diese Firma zu „Veripay B.V.“ – wieder in Holland.

Die Firma „Creditex“ hat viele Rechtsanwälte eine sehr lange Zeit beschäftigt, die abgezockte Verbraucher vertreten haben und ihnen halfen. Einer dieser Rechtsanwälte, der anscheinend auch sehr erfolgreich bisher gegen „Creditex“ und „Veripay“ vorgegangen ist, ist RA Pilarski (www.rechtsanwalt-pilarski.de).

Auf seiner Webseite finden sich Details zu den von ihm bisher betreuten Fällen.

Crowdfunding bedeutet eigentlich, dass eine Privatperson einen akuten Geldbedarf hat z.B. für eine dringend benötigte Anschaffung oder für ein ganz bestimmtes Projekt und anschließend von einer oder von mehreren anderen Privat-Personen ein Darlehen oder einen Kredit bekommt und diesen dann ratenweise zurückbezahlt, wenn das Projekt realisiert wurde und der Kredit ausgezahlt wurde.

Auf der Webseite „Creditex“ konnte man als Kreditsuchender ein vermeintliches Inserat aufgeben für ein Kreditgesuch oder einen Kreditwunsch. Potentielle Kreditgeber und Investoren sollten dann darauf aufmerksam werden und Kontakt aufnehmen.

Ein Kredit kam nie zustande. Die Kreditplattform und Webseite „Creditex“ verlangte pro veröffentlichtem Inserat eine prozentuale „Inserationsgebühr“ von ca. 2,5 bis 5 Prozent von der Kreditsumme pro aufgegebenem Inserat-völlig unabhängig von einem etwaigen Erfolg der Kreditsuche.

Ein Problem bestand darin, dass man sich zunächst kostenlos anmelden sollte und seine Daten wie z.B. Namen und Adressdaten, sowie E-Mail Adresse angeben mußte.

Es wurde der Anschein erweckt, dass dies alles noch völlig „unverbindlich“ sei. Aber das war natürlich nicht so. Unabhängig davon, ob man wirklich dort ein Inserat aufgegeben hat mit einer Kreditanfrage, oder „nur“ seine Adressdaten angegeben hat- um einen „kostenlosen“ Account zu eröffnen- es folgte innerhalb kürzester Zeit eine hohe Rechnung, meist in einem Bereich zwischen 25,- und teilweise mehreren hundert Euro, in Abhängigkeit von der angefragten Kreditsumme.

Beglich man die unberechtigte Forderung nicht, dann ging die Forderung sofort weiter an ein Inkasso-Büro, welches diese dann versuchte einzutreiben und noch weitere hohe Gebühren und Mahnspesen dazu addierte. Wenn man sich die Erfahrungen und Bewertungen von betroffenen Kunden im Internet anschaut, so kann man wohl davon ausgehen, dass es hier am Ende mehrere Hundert Geschädigte bzw. abgezockte Kunden gab. Es ist bekannt, dass man für einen solchen Geschäftsbetrieb eigentlich in Deutschland eine Erlaubnis z.B. nach der Gewerbeordnung oder nach der BaFin braucht und zudem eine Reihe von Regelungen und Gesetzen bei einem solchen Geschäft der Kreditvermittlung beachten muss. Auch hier waren die AGB zumindest fragwürdig und unvollständig und die ganze Webseite und der Internetauftritt waren mal wieder sehr auf Irreführung und auf Täuschung der Verbraucher ausgerichtet. Das Angebot bzw. die Webseite „Creditex“ wurde inzwischen abgeschaltet und existiert nicht mehr.

Unter www.creditfriends.de bzw. unter „www.crediforest.com“ macht man übrigens munter mit der Abzocke weiter, aber dies ist anscheinend nur ein weiterer Nebenerwerb der Abzocker.

Nun zog es die Abzocker komplett in die Niederlande. Man wohnt ja schon ganz nahe an der deutsch- niederländischen Grenze, also ist es doch naheliegend, dass man ein Geschäft in den Niederlanden aufbaut. Damit kann man davon ablenken, dass man selbst in Deutschland beheimatet ist und Kunden abzocken möchte, die ebenfalls in der Regel meist deutsch sind.

Es wurde die Firma „Global Payments“ gegründet, welche mit den bisherigen Geschäftsmodellen einfach so wie bisher weitermacht, Fraudanwalt berichtete. Das Haupt- Geschäftsmodell ist nach wie vor der Verkauf bzw. Vertrieb einer völlig überteuerten Prepaid- Kreditkarte zusammen mit irreführenden Angaben und mit dem vermeintlichen Versprechen einer etwaigen Kreditanfrage oder Kreditvermittlung. Die Firma „Global Payments B.V.“ scheint immerhin in den Niederlanden angemeldet zu sein und man hat sogar einen Geschäftsführer bestellt. Zumindest steht im Impressum ein Geschäftsführer, ob er existiert oder doch Walter Völl selbst ist, weiß niemand.

Die Firma Global Payments betreibt Webseiten und Angebote wie z.B. www.mastercredit.de oder www.sorglosduo.de oder www.blitz.credit.

Von der Seriosität bzw. der Qualität des Angebotes kann sich jeder selbst ein Bild machen. Wer eine Prepaid-Kreditkarte auf solchen Webseiten bestellt, der muss Beträge zwischen 100,- und 150,- Euro bezahlen oder bekommt schnell Post von einem Inkassobüro, welches die Forderung eintreibt und noch weitere hohe Gebühren berechnet. Die Lieferung erfolgt in der Regel bei all diesen Angeboten ausschließlich per Vorkasse oder Nachnahme.

Widerrufe oder Kündigungen von Kunden werden meist kategorisch ignoriert oder bleiben unbeachtet, so kann man es auch im Internet in vielen verschiedenen Foren nachlesen, wo betroffene Kunden sich beschweren und ihre Erfahrungen schildern. Die Widerrufsbelehrung oder AGB waren oder sind teils noch oftmals unvollständig und oft fehlt auch der Button mit der Aufschrift „jetzt rechtsverbindlich bestellen“, so wie es gesetzlich vorgeschrieben ist. Dies alles ist aber charakteristisch für alle diese hier geschilderten Angebote.

Nur in einigen Fällen hat man den Bestellprozess inzwischen ein bisschen überarbeitet und versucht nun, die rechtlichen Vorgaben und Bestimmungen etwas besser einzuhalten. Wie gesagt, dies war und ist nicht auf allen Webseiten dieser Betreiber immer der Fall. An den Inhalten der Angebote hat sich aber nicht viel geändert. Die beschriebenen Angebote konnte man im Laufe der Zeit immer wieder unter anderen, ähnlichen Namen wiederfinden.

Die Abzocker ändern oft den Namen der Webseiten und schalten einige Webseiten nach einer gewissen Zeit wieder ab, um dann dafür neue Webseiten wieder zu veröffentlichen und zu bewerben. Auch das Impressum variiert u.a. zwischen deutschen, niederländischen, englischen oder sogar teils amerikanischen Adressen. Wobei diese Anschriften in der Regel wohl meist nur Postfach- Anschriften sind. Als aktuelle Betrugs-Webseite könnte zur Zeit wohl z.B. „www.kreditclub24.com“ genannt werden oder auch z.B. „www.sorgloscash24.com“ oder www.mein-kreditclub24.com oder www.platinmastercard.de, aber es gibt noch mehr.

Man kann über viele dieser Angebote inzwischen auch Warnungen der Verbraucherzentralen finden, da sich dort die Beschwerden von betroffenen Verbrauchern nach einiger Zeit immer wieder häuften.

Culpa-Inkasso macht gemeinsame Sache mit der Mafia

Ein besonders wichtiger Aspekt bei allen diesen Betrügereien ist stets die Beauftragung und Zusammenarbeit mit Inkassobüros, um die Verbraucher, welche z.B. von ihrem Widerrufsrecht rechtzeitig Gebrauch machen oder einfach die Annahme einer Lieferung per Nachnahme oder gegen Vorkasse verweigern, massiv unter Druck zu setzen und trotzdem zu einer Zahlung zu bewegen oder zu nötigen. Im Laufe der Zeit hat man anscheinend schon mit vielen solcher Inkassobüros zusammengearbeitet. Meist handelt es sich dabei ebenfalls um dubiose oder zumindest fragwürdige Firmen. Einige Firmen scheinen das Mandat nach einiger Zeit wieder abgegeben zu haben, weil der Ärger mit den Verbrauchern (oder deren Rechtsanwälten) zu groß wurde oder weil sie eingesehen haben, dass Forderungen wohl unberechtigt oder rechtlich nicht wirklich haltbar waren.

Eine längere Zeit arbeitete man z.B. mit der Firma „Culpa-Inkasso“ aus Stuttgart zusammen. Diese verschickte eine Vielzahl von Rechnungen und Mahnungen an die Verbraucher. Aber es gab und gibt wohl noch zahlreiche andere Inkassobüros, die mit den Abzockern regelmäßig zusammenarbeiten. Ein Rechtsanwalt Luesgens aus Köln sei hier noch genannt, der anscheinend mit der Truppe befreundet ist und Fachanwalt für Wirtschafts- und Inkassorecht ist. Dieser hat anscheinend auch zahlreiche Mahnbriefe mit Inkassoforderungen an Verbraucher verschickt im Namen und Auftrag von „Global Payments“ oder „Mastercredit“.

Kurioserweise scheint die Firma „Mastercredit“ wohl eine Zeit lang unter genau derselben Adresse wie dieser Anwalt in Köln registriert gewesen zu sein oder dort ein Büro gehabt zu haben, bestätigen unsere Recherchen. Die Inkassobüros dienen in der Regel alle dazu, eine massive Druck- und Drohkulisse aufzubauen. Zu guter Letzt hat man ein eigenes Inkassobüro mitaufgebaut, welches die Forderungen massiv eintreibt und zwar die Eurocollect-Inkasso GmbH. Dieses war bzw. ist sogar offiziell lizenziert und zugelassen.

Diese Firma hat eine Firmenanschrift in Düsseldorf, aber dies ist nur ein leeres Büro oder ein Postfach. Die Redaktion konnte niemanden antreffen. Die tatsächlichen Geschäfte werden wohl aus Würselen, einem Vorort bzw. Ortsteil der Stadt Aachen durchgeführt.

Es ist übrigens kein Zufall, dass man bei vielen dieser ganzen Angebote oftmals Adressen in der Stadt Aachen oder im Landkreis Aachen findet. Es ist mit hoher Wahrscheinlichkeit und einer gewissen Sicherheit davon auszugehen, dass die Abzocker genau aus dieser Region stammen.

Die Inkassobüros schlagen auf die vermeintlichen Forderungen oftmals noch horrende Zusatzgebühren und Extrakosten, sowie Mahnspesen, Verzugszinsen etc. auf. Auch die Firma Eurocollect-Inkasso beschäftigte und beschäftigt anscheinend noch immer zahlreiche Rechtsanwälte im ganzen Bundesgebiet und sorgt dafür, dass sie viel Arbeit haben, indem sie viele Verbraucher beraten und verteidigen.

Seit ungefähr einem Jahr versucht man nun die sagenhafte schufafreie „Prepaid- Mastercard“ mit goldener Farbe und exklusiver Hochprägung auch telefonisch zu verkaufen unter dem Namen „Veripay“. Dazu wurde schnell ein Callcenter im Ausland beauftragt (in Bosnien oder in der Türkei), welches die Verbraucher ungefragt anruft. Die Gespräche werden wohl alle aufgezeichnet und wenn man telefonisch eine Zusage macht, dann erhält man die Karte per Nachnahme zugeschickt. Der Verkaufspreis liegt bei ca. 100,- bis 150,-Euro und der tatsächliche Wert der Karte wohl in einem Bereich zwischen 10,- und 20,- Euro. Es ist unbekannt, woher die Kundendaten stammen.

Neueste Projekte der Kreditabzocker

Wer die neuesten Projekte sehen möchte, dem sei empfohlen, einmal auf die Webseiten „www.schneller.credit“ oder „www.schufafrei.credit“ oder „www.kreditexpess.club“ oder „www.kreditsofort24.com“ zu gehen, es gibt unzählige mehr.

Auch hier findet man wieder Angebote für die bekannte Kreditkarte oder für dubiose Kredite und Kreditanfragen, also alles wie immer. Bei fast allen den hier genannten Angeboten und Webseiten kann man sich auch als ein sogenannter selbstständiger Werbepartner (als ein sogenannter „Affiliate“ ) bei den Abzockern bewerben. Wer diese Angebote dann z.B. auf seiner eigenen Webseite bewirbt (z.B. auf Werbelinks, Werbebannern etc.) und dafür eine Provision erhält, erlebt ein böses Erwachen.

Wir raten hiervon ganz dringend ab.

Eine Webseite, wo man sich als Werbepartner anmelden und registrieren kann, ist beispielsweise „www.oneplus-partner.com“. Die Zeugnisse und Erfahrungsberichte von vermeintlich zufriedenen Werbepartnern sind alle frei erfunden. Ein Geschäftsführer namens Dr. Samuel Kaiser ist im Impressum angegeben, angeblich ein Rechtsanwalt, existiert mit hoher Sicherheit ebenfalls nicht.

Aber das Problem ist ein ganz anderes:

Wenn man sich tatsächlich als Werbepartner dort bewirbt und anmeldet und das Formular auf der Webseite ausfüllt, dann bekommt man einige Zeit später wohl einen Brief von einem Rechtsanwalt. Dort wird einem vorgeworfen, dass man angeblich gegen die AGB des Partnerprogrammes verstoßen hätte und einen Betrug begangen hat. Als Beweis wird dann u.a. die IP- Adresse vorgelegt.

In der Folge wird eine hohe Forderung von mehreren hundert oder sogar mehreren tausend Euro gestellt. Man möchte sich dann „im Guten“ einigen und auf eine Strafanzeige und weitere rechtliche Schritte verzichten – gegen eine Bezahlung versteht sich natürlich. Tja, und wer steckt hinter den ganzen Angeboten?

Es deutet alles darauf hin, dass ein Herr Walter Völl aus Aachen maßgeblich an diesen Angeboten beteiligt ist und einer der mutmaßlichen Drahtzieher und Hintermänner dieser „Angebote“ sein könnte. Diese Person ist bereits mit solchen und ähnlichen Angeboten im Internet in den Jahren 2000-2001 schon mehrfach negativ aufgefallen.

Er ist angeblich gelernter Systemadministrator und verfügt über einige IT-Grundkenntnisse. Wir vermuten, dass er noch weitere Freunde und Geschäftspartner im Raum Aachen und vielleicht auch in den Niederlanden hat. Wir bleiben für Sie dran.

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