GEFÄHRLICHE COMPANISTO-WETTEN AUF RENDITE

Crowdinvesting, der Anlagetrend für Finanz-Hippster und Kleinanleger erlebt eine Krise, weil zu viele von Kleinsparern finanzierte Projekte gefloppt sind.

Bei der Onlineplattform Companisto kann jeder mit wenigen Euros in ein Unternehmen investieren und auf hohe Renditen hoffen. Nach Recherchen von Fraudanwalt haben bislang zirka 85 Gründer in Deutschland ihre Firmen mittels der Crowd, dem Schwarm, an den Start gebracht. Es haben insgesamt etwas hunderttausend Kleinanleger zirka 6,8 Millionen Euro in die Start-Ups investiert. Alle haben den Traum es Peter Thiel nachzumachen, der 2004 als erster Investor 500.000 Dollar in Facebook investierte, die sich bis zum Börsengang 2012 auf etwa sieben Milliarden Dollar vermehrten. Die Crowdfunding-Fans von Companisto oder auf Seedmatch träumen von einer Investition in ein Unternehmen wie Google oder Facebook. Und daran sind Crowdinvestoren wie Companisto und ihre Werbemaschinerie nicht unbeteiligt.

Das Crowdinvesting wird in Deutschland geschickt vermarktet. Das Schlagwort Schwarmintelligenz wird dabei immer wieder genannt. Der Einzelne ist nicht so weise, wie die Masse (crowd). Die vielen Investitionsentscheidungen des Einzelnen wird schon die profitabelste Investition irgendwann an die Börse bringen und dem Crowdinvestor eine hohe Rendite bescheren, so die Idee.

Doch was ist eine „hohe Rendite“ angesichts des Risikos, das Crowdinvestoren eingehen? Denn nüchtern betrachtet, ist die Crowd in Wahrheit gar nicht mächtig, weil zwischen ihr und dem Investitionsobjekt die Vermittlungsplattform Companisto steht. Und im Zweifel fühlt sie sich den Start-ups, die sie finanziert, näher als der Crowd. Bei erfolgreicher Vermittlung kassiert die Crowdplattform nämlich eine ordentliche Provision.

Risikoinvestment bei Crowdplattformen

Bei Crowdinvestitionen zum Beispiel über Companisto, Seedmatch oder Immoinvest (weitere Anbieter finden) erwerben die Investoren keine Aktien oder anderweitige qualifizierte Anteile, sondern eine stille Beteiligung. Mitspracherecht an Unternehmensentscheidungen? Fehlanzeige! Investoren zahlen, haben aber nichts zu sagen. Und noch schlimmer: Auf Gewinne und Dividenden warten sie meist vergeblich, weil die Mehrheit der Start-ups – das belegen die meisten seriösen Gründer-Studien – eher pleitegeht als schwarze Zahlen zu schreiben. Hinzu kommt, dass das Kapital über Jahre gebunden ist und die Projektentwickler nur wenig Erfahrung mitbringen. Test.de berichtete.

Allein in Deutschland sind bereits Millionenwerte von Kleinsparer versenkt worden. Zu den bekanntesten Crowdpleiten zählen Tollabox, Vibewrite, foodieSquare und Paymey. Kleinanleger träumen dennoch weiter von einem lukrativen Exit wie es Silicon Valley-Star Peter Thiel einst vorgemacht hat.

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