MLM-ERFAHRUNGEN: AMWAY DEUTSCHLAND IN BETRUG VERWICKELT?

MLM-ERFAHRUNGEN: AMWAY DEUTSCHLAND IN BETRUG VERWICKELT?

Die US-MLM-Firma Amway steht für Milliardenumsätze, tausende Vertriebspartner und den „american way of life“. 1959 wurde Amway von Jay Van Andel und Richard DeVos in Michigan, USA gegründet. Vor einigen Jahren hat Amway Deutschland als Zweigniederlassung seine Tätigkeiten aufgenommen. Das Unternehmen vertreibt Produkte aus den Bereichen Gesundheit, Beauty und Haushalt. Das Geschäftsmodell ist klassisches Multi-Level-Marketing, d.H. eine Art des Direktvertriebs. Bei Amway Deutschland werden die Händler „Independant Business Owners“ (IBOs) genannt und nicht nur für den Vertrieb der Produkte provisioniert, sondern auch für das Anwerben von weiteren selbstständigen Händlern. Kaum ein MLM-System hatte in den vergangenen Jahren mehr Rechtsstreitigkeiten als Amway, selbst Verbote und Beschlagnahmungen sind für das Kosmetik-Imperium nicht unbekannt. Immer wieder lautet der Vorwurf „illegales Schneeballsystem“. Doch bislang konnten die Anschuldigungen mithilfe von teuren Anwälten abgewehrt werden.

Ist Amway-Deutschland ein Schneeballystem?

Bei einem Schneeballsystem, wie es mutmaßlich die Vegas Cosmetics betreibt, wird ein Multi-Level-Marketing Modell so konzipiert, dass letztlich mehr Geld über die Rekrutierung neuer Vertriebspartner generiert wird als über den tatsächlichen Verkauf der Produkte. Die Vertriebspartner von Amway Deutschland würden also ausgebeutet, indem sie hohe Eintrittskosten für Produkte und Schulungen tragen. Während die Führungsebene ihre hohen Gewinne mit dem Anwerben und Ausbilden neuer Vertriebspartner und dem Verkauf innerhalb des Unternehmens erwirtschaftet, können die Vertriebspartner mit Provisionen ihre Ausgaben nicht decken und haben so im Gegenzug hohe Verluste zu tragen. Auf diesen Betrug durch Amway an Vertriebspartnern hatte Ex-Vorstand Dr. Peter Verdegem keine Lust mehr, weshalb er zum 17. Oktober sein Amt als Geschäftsführer der Amway Deutschland GmbH niedergelegt hat, berichtet ein Insider gegenüber Fraudanwalt. „Amway und Verdegem haben sich einvernehmlich auf eine Vertragsauflösung geeinigt“, heißt es in einer Mitteilung des US-Unternehmens. In Wahrheit soll Verdegem damit gedroht haben, Unterlagen, die beweisen sollen, dass Amway Deutschland ein Schneeballsystem betreibt – an die zuständige Staatsanwaltschaft zu übermitteln, erklärt der Insider.

Bei Amway verdient nur ein geschlossener Kreis

Amway ist nach eigenen Aussagen Direktvermarkter, weshalb die Prioritäten beim Anwerben neuer Mitglieder liegen und nicht beim Vertrieb von Produkten. Wirklich viel verdient nur derjenige, der viele Mitglieder überredet mitzumachen und die neuen Mitglieder in seiner Downline hat. Um ca. 2.500 Euro im Monat zu bekommen, ist ein Gruppenumsatz von ungefähr 20.000 Euro monatlich erforderlich – dazu muss die eigene Downline aus 176 Mitgliedern bestehen. Rein rechnerisch kann nur jedes 177. Mitglied so viel verdienen. Hat man eine entsprechende Downline aufgebaut, muss die Größe für ein gutes regelmäßiges Einkommen zumindest gleichbleiben, was schwierig ist, da sehr viele Neuzugänge verständlicherweise wieder aussteigen.

Amway Deutschland propagiert, ein sozial gerechtes Unternehmen zu sein, einerseits wegen seiner zahlreichen Spenden an humanitäre Projekte, andererseits, weil jedes Mitglied die gleichen Möglichkeiten habe. Fraudanwalt kann das Letztere nicht recht glauben, weil ein neues Mitglied eine sehr geringe Chance habe, zu viel Geld zu kommen. Den Begriff „soziale Gerechtigkeit“ im Zusammenhang mit einem MLM-System zu hören, klingt aufgrund der Struktur seltsam. Es werden immer diejenigen am meisten verdienen, die ganz oben sitzen. „Die Einnahmen bei Amway Deutschland werden aus einem relativ geschlossenen Kreis von Menschen generiert. Innerhalb dieser Gruppe verdienen nur ein paar wenige an der Spitze gut.“, erklärt Claudia (eine begeisterte Amway Vertriebspartnerin).

Amway Deutschland setzten wir auf die Warnliste.