AKTIENFONDS DANK TRUMP IM AUFWIND

AKTIENFONDS DANK TRUMP IM AUFWIND

Seit Donald Trump im November 2016 die Wahl zum US-Präsidenten gewonnen hat, sind die Kurse US-amerikanischer Aktien kräftig gestiegen. Der Leitindex S&P 500 hat in den vergangenen Monaten neue Rekordhöhen erklommen, ebenso das Industriebarometer Dow Jones und der Technologie-lndex Nasdaq. Analysten weisen zwar darauf hin, dass US-Aktien mittlerweile hoch bewertet sind. Sie gehen davon aus, dass die Kurse im weiteren Jahresverlauf nicht mehr so stark steigen werden wie bisher. Insgesamt bleiben die Aussichten für den US-Aktienmarkt aber gut: Die Gewinne vieler amerikanischer Unternehmen klettern, ihre Aktien haben nach wie vor Kurssteigerungspotenzial.

Fest steht: Ohne Titel aus der größten Volkswirtschaft der Welt ist ein Aktienportfolio nicht komplett, nicht nur aus Diversifizierungs-, sondern auch aus Renditegründen. US-Standardwertefonds der Kategorie „Blend“, die weder eine Value- noch eine Growth-Strategie verfolgen, haben in den 34 vergangenen drei Jahren im Schnitt um rund 17 Prozent pro Jahr an Wert zugelegt, zeigen Zahlen der Fondsratingagentur Morningstar.

An der Spitze der US-Aktienfonds, die für deutsche Privatanleger erhältlich sind, steht beim Blick auf die vergangenen drei Jahre ein Fonds der US-Investmentgesellschaft AB. Der AB US Thematic Research Portfolio legte in diesem Zeitraum um 20,4 Prozent pro Jahr im Wert zu. Fondsmanager Daniel Roarty sucht nach Aktien von Unternehmen unterschiedlicher Branchen, die von technologischen oder demografischen Trends profitieren könnten. Zu den größten Positionen gehören aktuell Aktien von Facebook, Apple und der Google-Mutter Alphabet. IT-Titel machen rund ein Viertel des Portfolios aus.

Die Morningstar-Analysten bewerten die Strategie des Managers als überdurchschnittlich ris9nt. In Aufwärtsphasen war sie zuletzt allerdings auch überdurchschnittlich erfolgreich: In den vergangenen zwölf Monaten hat der Fonds um satte 30 Prozent zugelegt, seit Jahresbeginn um 12 Prozent. Damit erzielte Roarty ein deutlich höheres Plus als seine Konkurrenten.

Am zweitbesten schnitt auf Dreijahressicht ein Fonds der österreichischen Walser Privatbank ab. Der Walser Portfolio Aktien USA investiert ausschließlich in Aktien, die im S&P 500 gelistet sind. Fondsmanager Florian Zelder wählt Titel aus, die weniger stark schwanken als der Gesamtmarkt und möglichst wenig miteinander korreliert sind, sich also ungleich entwickeln. Zu den größten Positionen im Portfolio zählen derzeit Aktien von Wells Fargo, Wal-Mart und Intel.

Der sogenannte Minimum-Varianz-Ansatz, den das Management verfolgt, soll in Abwärtsphasen Verluste begrenzen, kann aber in Aufwärtsphasen die Renditechancen schmälern. Für Anleger, die auf kurzzeitige Kurs-Feuerwerke an der Wall Street spekulieren, eignet der Walser-Fonds sich deshalb nicht. Seit Januar verzeichnet er unter den Top Vier mit 1,6 Prozent den geringsten Wertzuwachs. Langfristig macht sich ein gutes Risikomanagement dafür in stabilen Erträgen bemerkbar. Der Fonds schaffte seit seiner Auflegung im Jahr 2000, über die Nachwehen der Dotcom-Blase und die Finanzkrise hinweg, ein jährliches Plus von knapp 4 Prozent.

Der Fonds T. Rowe Price US Large Cap Equity, aufgelegt von der US-Investmentgesellschaft T. Rowe Price, verzeichnet seit Jahresbeginn ein Plus von 5,5 Prozent. Fondsmanager Jeff Rottinghaus investiert querbeet in US-Standardwerte und zieht dabei sowohl Wachstums- als auch Substanzwerte in Betracht. Unter den zehn größten Positionen im Portfolio finden sich derzeit Aktien von Apple, PepsiCo und JPMorgan.

Je nachdem, ob Substanz- oder Wachstumswerte dominieren, kann der Fonds zeitweise stark schwanken. Nach Einschätzung der Morningstar-Analysten eignet er sich deshalb vor allem für risikobereite Langfrist-Anleger, die keine Angst vor der potenziell höheren Volatilität von Wachstumsaktien haben. Ein Blick auf die langfristige Wertentwicklung zeigt: In Abwärtsphasen ist der Fonds zeitweise tiefer gefallen als der S&P 500. Im laufenden Jahr hat er den Index dafür bislang deutlich übertroffen.

Auf Rang vier der besten US-Aktienfonds der vergangenen drei Jahre liegt ein Produkt von Allianz Global Investors. Der Allianz US Equity erzielte in diesem Zeitraum ein Plus von 19 Prozent pro Jahr. Im laufenden Jahr steht bislang ein Plus von 3,6 Prozent zu Buche. Fondsmanager Steve Berexa investiert in US-Standardwerte, ohne dabei einen fixen Investmentstil zu verfolgen. Zu den zehn größten Portfolio-Positionen zählen aktuell Aktien von Microsoft, General Electric und der Bank of America. Eine breite Streuung soll das Verlustrisiko minimieren.

Ebenso wie seine Kollegen hat Berexa zuletzt von der Trump-Rallye an der Wall Street profitiert. Er rechnet allerdings damit, dass jene nicht unbedingt von Dauer sein wird. „Anleger sollten flexibel bleiben und sich auf Veränderungen einstellen“ sagt er. „Man muss zwischen kurzfristigen Stimmungsschwankungen und tatsächlichen Veränderungen der fundamentalen Unternehmensdaten unterscheiden.“ Die Regierung Trump werde in der kommenden Zeit sowohl positive als auch negative Auswirkungen auf die US-Wirtschaft haben. Insgesamt bleibe das Umfeld für Investments in US-Aktien aber günstig, nicht zuletzt dank solider Unternehmensgewinne.