Betrug und Unterschlagung bei der Rietumu Banka JSC Riga

Bank sperrt Konten unbescholtener Kunden ohne Rechtsgrund.

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (2 votes, average: 5,00 out of 5)
Loading...

 

Klaus K. aus Berlin meldet sich bei Fraudanwalt – sein Rietumu Konto wurde im März gesperrt. Angeblich wolle man keine weiteren Kunden mit Firmen aus Drittländern (insbesondere Steueroasen).

Fraud at Rietumu Banka
Fraud at Rietumu Banka

Mit diesen Firmen hatte die Bank in den letzten Jahren viel Geld gemacht und sogar für die Kontoeröffnung geworben. Leider wurde Sie – zuletzt von der französischen Bankenaufsicht – zu einer Strafzahlung von über 80 Mio Dollar verurteilt eben wegen dieser Steuerhinterziehungsmodelle. Nun sind aber nicht alle “Shelf”-Companies strafbare Konstrukte. In Ländern wie Deutschland oder Belgien ist es nicht verboten, in Steueroasen Firmen zu gründen.

Nun holt die Rietumu Bank weiter aus als nötig – offensichtlich will man sich den Schaden nun bei den Kunden wieder reinholen. Man befürchtet wohl, dass alle Kunden Ihre Guthaben von der Rietumu Banka abziehen – dann stünde die Bank – schon alleine wegen der 80 Millionen Strafe – mittellos da und könnte Ihre Pforten für immer schließen.

Zahlreiche Kunden der Bank berichten, dass Guthaben von mehreren hundert Tausend Dollar bereits seit März “frozen” also eingefroren sind. Und plötzlich werden monatliche Gebühren für die “Kontoführung” von 1000 Dollar und mehr berechnet.

Wann man das Geld zurückerhalte oder ob überhaupt bleibt fraglich – auf diese Frage erhielten alle unsere Informanten bisher keine Antwort.

Fraudanwalt warnt ausdrücklich vor der Rietumu Banka – es ist nicht auszuschliessen, dass Sie Ihre dortigen Einlagen vollständig verlieren. Wir raten allen Kontoinhabern an, sich an die Finanzaufsicht Ihres Landes zu wenden (in Deutschland z.B. die BAFin) und auch an die Aufsicht in Lettland (https://www.bank.lv/)

Gegen den Vorstand der Rietumu Banka bietet sich eine Strafanzeige an. Diese erstatten Sie direkt bei der Bankaufsicht.

Viele Geschädigte und Betrogene haben sich auch in diesem Forum zusammengefunden

Frans D. aus Dänemark berichtet

Ich hatte zum Glück nur noch 15.000 EURO auf der Rietumu Bank als man mir kündigte und das Konto sperrte. Das Geld solle alsbald an mich überwiesen werden. Das war im März. Nun wurde für März, April, Mai und Juni jeweils 1.000 EURO Kontogebühr berechnet. Blieben noch 11.000 EURO. Jetzt wurde noch 5000 EURO AML (Geldwäsche d. Red.) Gebühr abgezogen. Bleiben noch 6.000 EURO. Ich bin sicher auch davon werde ich keinen Cent erhalten. Man wird weiter Monatsgebühren abziehen bis das Konto leer ist. Das ist gewerblicher Betrug im großen Stil. Bandenmäßig und offensichtlich von einer kriminellen Organisation durchgeführt.

Wie man bei “Die Presse” erfährt ist der Chef der Rietumu Bank tatsächlich wegen Geldwäsche zu 4 Jahren verurteilt worden aber weiter im Amt. Unvorstellbar was bei der Bank abgeht.

Wir baten die Bank um Stellungnahme haben bis heute jedoch keine Antwort erhalten.

 

 

Anlegerbetrug mit Schneeballsystem

Im Februar war die Staatsanwaltschaft Frankfurt mit 1200 Fahndern in den Räumen der Immobiliengruppe S&K angerückt und hatte 130 Standorte untersucht. Die beiden Geschäftsführer der S&K Kapitalanlagegesellschaft, Schäfer und Köller, sind nach Angaben des Generalstaatsanwalt Hans-Josef Blumensatt die Hauptbeschuldigten. Ihnen wird Untreue sowie gewerbs- und bandenmäßiger Betrug mit Kapitalanlagen vorgeworfen. Sie sollen die Anleger über ein Schneeballsystem geprellt und das Geld mit einem extrem aufwendigen Lebensstil verprasst haben. Bei einem Schneeballsystem werden die Gelder der Anleger gar nicht investiert, sondern neue Einzahlungen genutzt, um die Ausschüttungen an alte Gläubiger zu bezahlen.

Das System der S&K bestand aus zahlreichen Tochterunternehmen und diversen Fonds. Um zu erkennen, dass dabei etwas nicht stimmte, mussten Anleger schon sehr genau hinschauen und eine ordentliche Portion Finanzwissen mitbringen. So investierte der Fonds „Deutsche S&K Sachwerte Nr. 2“ laut Emissionsprospekts gar nicht direkt in Immobilien, vielmehr wurde mit dem Geld der Anleger ein Darlehen an ein S&K-Tochterunternehmen gezahlt. Dessen Investitionen sollten dann „im weitestgehenden Zusammenhang mit Immobilien“ stehen.

Gelockt wurden die Anleger mit sehr hohen Zinsen. Ihnen wurde eine jährliche Rendite von zwölf Prozent in Aussicht gestellt – und das, obwohl von ihrer Einlage und dem zu zahlenden Aufschlag nur etwas mehr als 80 Prozent als Darlehen weitergegeben wurden. Der Rest ging laut Prospekt für Vergütungen, Provisionen, sonstige Kosten und eine kleine Liquiditätsreserve drauf.

Nicht nur der mutmaßliche Anlegerbetrug sorgte für Aufregung, sondern auch der exzessive Lebensstil der S&K-Gründer Stephan Schäfer und Jonas Köller. Es wurden zahlreiche Bilder öffentlich, die sie bei ihren legendäre Partys, mit Models, Promis und Luxuskarossen zeigten.

 

WO IST DAS GELD DER KTG AGRAR-ANLEGER GEBLIEBEN AMS/HOFREITER?

KTG Agrar war Europas größter börsennotierter Landwirtschaftskonzern. Seine Pleite vor wenigen Monaten brachte Tausende Anleger um Millionen. Interne Unterlagen aus dem Insolvenzverfahren  zeigen jetzt, wohin ein Teil des Geldes floss.

Am Tag vor der Kapitulation werden noch einmal hektisch Zahlungen angewiesen. Von einem Konto des taumelnden Landwirtschaftskonzerns KTG Agrar gehen fünf Überweisungen an die gleiche Empfängerin: Beatrice Ams, Großaktionärin und Aufsichtsrätin. Zusammen mit dem KTG-Patriarchen Siegfried Hofreiter, ihrem langjährigen Lebensgefährten, hatte Ams den Konzern aufgebaut und 2007 an die Börse gebracht. Nun muss sie zuschauen, wie er in die Pleite rutscht.

Doch eine Sache soll noch erledigt werden, bevor das Unternehmen mit Sitz in Hamburg und Verwaltung in Oranienburg bei Berlin Insolvenz anmeldet. Am 4. Juli 2016, es ist ein Montag, weist die Dachgesellschaft KTG Agrar SE die Privatbank Seeliger an, fünf Tranchen an Beatrice Ams zu überweisen: dreimal 5 700 Euro, zweimal 17 850 Euro, insgesamt 52 800 Euro. Verwendungszweck: Erstattung der Umsatzsteuer, die Ams für 2014 und 2015 auf ihre Aufsichtsratsvergütung von jährlich 30 000 Euro abgeführt hatte. Dazu die Vergütung für ihr Aufsichtsratsmandat plus Umsatzsteuer für das Jahr 2016. Ganz kurz vor dem Ende scheint Ams noch mitnehmen zu wollen, was sich mitnehmen lässt, und seien es ein paar Tausend Euro – anders als ihre beiden Kollegen im Aufsichtsrat, die dem Krisenkonzern ihre Dienste schon gar nicht mehr in Rechnung stellen.

Einen Tag später, am Dienstag, reicht die KTG Agrar SE beim Amtsgericht Hamburg einen Insolvenzantrag ein. Der Geldhahn ist zu.

Die Abkassierer bei KTG Agrar

Es ist nicht in erster Linie die Höhe, sondern der Zeitpunkt der Überweisungen an Ams, der den Gläubigern der Pleitefirma die Zornesröte ins Gesicht treiben dürfte. Die Zahlungen wenige Stunden vor dem Aus illustrieren das Selbstverständnis, mit dem der Familienclan Hofreiter/ Ams das an der Börse einst für seine Wachstumsstory gefeierte Unternehmen als Selbstbedienungsladen angesehen hat. Bis zuletzt.

Zu den großen Verlierern gehören die 12 000 Anleger, die insgesamt 340 Mio. Euro in drei „Biowertpapiere“ steckten – Mittelstandsanleihen, deren Wert nach einer der spektakulärsten Pleiten in diesem Segment größtenteils vernichtet sein dürfte. Hoffen können sie nur noch auf den Insolvenzverwalter Stefan Denkhaus, der von Hofreiter, Ams und sechs weiteren ehemaligen Vorständen und Aufsichtsräten 218 Mio. Euro Schadensersatz eintreiben will (Capital berichtete). Zudem ermittelt die Staatsanwaltschaft Hamburg gegen Hofreiter wegen des Verdachts auf Insolvenzverschleppung, Untreue und Betrug.

An dem Tag, an dem der KTG-Chef Insolvenz anmeldet, hat der Konzern fast 400 Mio. Euro Schulden. Monatelang wühlt sich der Insolvenzverwalter durch das verworrene Geflecht des KTG-Imperiums mit seinen 120 Tochterfirmen. Sein Fazit: Das Unternehmen sei schon spätestens seit dem 30. Juni 2015 — also ein Jahr vor dem Pleitebekenntnis – überschuldet gewesen. Damit bestehe gegenüber der früheren Konzernspitze ein Haftungsanspruch für Zahlungen, die nach diesem Zeitpunkt geleistet wurden. Wie etwa die 52 800 Euro an Ams. Aber auch weit größere Beträge.

Fraudanwalt liegt eine Dokumentation vor, die knapp 2 000 Transaktionen der KTG-Holdinggesellschaft KTG Agrar SE im Zeitraum 30. Juni 2015 bis 4. Juli 2016 aufschlüsselt. Die mehrere Dutzend Seiten umfassende Aufstellung gibt einen seltenen Einblick in ein laufendes Insolvenzverfahren – und liefert Antworten auf die zentrale Frage, die stets nach Pleiten dieser Größenordnung bleibt, bei Prokon, German Pellets oder nun KTG: Wo sind die Millionen der Anleger geblieben?

Zu den Transaktionen zählen Kleinigkeiten wie Stromrechnungen und Strafzettel, dazu Zahlungen an Analysten und Berater, für Kreditkartenabrechnungen und für die Gehälter der Vorstände. Die Aufstellung belegt auch, dass Geld von Konten der KTG Agrar SE an Firmen aus dem privaten Umfeld des Hofreiter-Ams-Clans floss. In den besseren Zeiten hatte der KTG-Herrscher mit Ams sowie Verwandten und Weggefährten ein Schattenreich aus Privatfirmen aufgebaut, das mit dem Konzern rege Geschäfte trieb – und gut daran verdiente. Auf Fragen von Capital zu den Transaktionen reagierten Hofreiter und Ams nicht.

Laut den Unterlagen gehörte zu den Empfängern ein Agrarunternehmen namens KTG Farming International, an das im Jahr vor dem Insolvenzantrag netto fast 3,5 Mio. Euro flossen. Geschäftsberichten zufolge gehörte die Firma zu 50 Prozent dem KTG-Konzern. Eigentümer der anderen Hälfte: ein privates Unternehmen von Großaktionärin Ams. Belegt sind auch Überweisungen der KTG Agrar SE über 332 000 Euro an den Agroservice A.M.S. — eine weitere Privatfirma der Großaktionärin auf Usedom. Diese wurde von KTGBetrieben immer wieder beauftragt, wenn sie externe Helfer und Maschinen benötigten – laut Konzerninsidern zu Preisen über dem marktüblichen Niveau. Weitere Einkünfte dürfte die Ams-Firma von den KTG-Betrieben selbst erhalten haben.

Mehrere Überweisungen im Gesamtvolumen von knapp 1,7 Mio. Euro gingen an die Firma KA-Service auf Usedom, die laut Handelsregister Fahr- und Flugzeuge verkauft, betreibt, wartet und chartert. Über die KA-Service lief auch der Helikopter, auf den Hofreiter selbst dann nicht verzichten wollte, als es dem Konzern immer schlechter ging. Ihr Vorstand: Siegfried Hofreiter.

Darüber hinaus dokumentiert die Auflistung etliche Zahlungen an eine Beratungsfirma von Hofreiter. Über diese rechnete der KTG-Chef offenbar seine Vorstandsvergütung ab — ein eher unübliches Vorgehen, zumal die Beträge variierten: mal 5 950 Euro, mal 59 500 Euro. Insgesamt erhielt der damalige Vorstandschefim Jahr vor der Insolvenz 404 600 Euro. Hinzu kamen mehr als 25 000 Euro für Abrechnungen seiner Firmenkreditkarten. Auch für Hofreiters neue Freundin, mit der er nach der Trennung von Ams 2015 zusammenkam, beglich die KTG Agrar SE Visakartenabrechnungen über 7158 Euro — obwohl die Frau dort gar nicht angestellt war.

In den Unterlagen findet sich auch die Firma Terra Agrar von Hofreiters Bruder Werner. An Terra Agrar überwies die KTG-Dachgesellschaft im August 2015 den größten Einzelbetrag im Jahr vor dem Insolvenzantrag: 6 Mio. Euro. Auf Nachfrage erklärte Werner Hofreiters Anwalt, die Aufstellung des Insolvenzverwalters enthalte eine „entscheidende Unvollständigkeit“: Sein Mandant habe das Geld bereits fünf Tage später zurücküberwiesen, weil sich eine gemeinsame Akquisition nicht habe realisieren lassen. Insolvenzverwalter Denkhaus lehnte einen Kommentar zu diesem Vorgang unter Verweis auf einen „laufenden Rechtsstreit“ ab.

Finanzsituation geschönt?

Eine echte „Smoking Gun“, etwa in Form einer großen Überweisung auf ein Schweizer Konto, lässt sich in den Unterlagen zwar nicht finden. Aber die vielen Einzelbeträge, die alleine über die KTG-Dachfirma an Privatunternehmen des Familienclans flossen, ergeben ein klares Muster. In einem Gutachten für den Insolvenzverwalter, das Capital vorliegt, nennen Wirtschaftsprüfer die Finanzierung dieser „nahestehenden Unternehmen“ durch den Konzern als einen wesentlichen Grund für die Überschuldung — neben dem unprofitablen Geschäftsmodell in allen drei Konzernsparten Agrar, Energie und Food sowie unternehmerischen Fehlern wie etwa den Aktivitäten in Litauen und Rumänien.

Aus der Auflistung der Zahlungsströme geht hervor, dass der Konzernchef die Firmen in seinem Privatumfeld bis zuletzt schützte. „Die letzte Zeit vor der Insolvenz hat Hofreiter offenbar dazu genutzt, seine persönlichen Dinge zu regeln und die Grundlage für die Zeit danach zu  legen“, sagt ein Insider, der mit den Konzernfinanzen vertraut ist. In den letzten Wochen und Monaten habe Hofreiter „seine Schäfchen ins Trockene gebracht“ — und dafür gesorgt, dass die Familienfirmen nicht in den Sog der KTG-Pleite geraten.

Das Gutachten für den Insolvenzverwalter zeichnet zudem nach, wie der KTG-Herrscher die immer dramatischere Finanzlage des Konzerns kaschierte. Seit 2015 schloss er für die Ernte sogenannte Finetrading-Geschäfte mit externen Finanzierern ab. Allein 2015 lag das Volumen bei mehr als 30 Mio. Euro. Finetrading dient der Einkaufsvorfinanzierung von Firmen, die mit ihrem Kreditrahmen nicht auskommen. Die Finanzierer kaufen dabei im Auftrag ihrer Kunden Rohstoffe oder Waren ein und gewähren ihnen gegen eine Gebühr einen längeren Rückzahlungsrahmen.

Hofreiter spannte die Finetrader in ein Finanzkarussell ein – mithilfe zweier nahestehender Unternehmen namens KTK, die zusammen als eine Art Bad Bank des Konzerns dienten. Offiziell kauften die beiden KTK-Firmen den KTG-Betrieben die

Ernte ab, um sie weiterzuverkaufen: an externe Abnehmer und an die Biogastöchter im Konzern. Dabei sei das Getreide zu überhöhten Preisen an die KTK-Gesellschaften verkauft worden, die es dann zu niedrigeren Marktpreisen weiterverkaufen mussten, schreiben die Gutachter. Die Preise seien von Hofreiter „händisch“ festgelegt, die Differenz in der KTG-Konzernbilanz als Forderung an die KTK-Firmen verbucht worden. So wurde Vermögen geschaffen -jedoch nur auf dem PaPier. Eine Mittelstandsberatung, die Hofreiter bei diesen Tricks assistierte, kassierte im Jahr vor der Pleite mehr als 100 000 Euro.

Mit diesen Geschäften hielt Hofreiter das Unternehmen einige Zeit über Wasser — auf Kosten zweier Finetrader, die die Geschäfte vorfinanzierten. Sie erlebten nach der  Insolvenz ein böses Erwachen: Das Getreide, mit dem ihre Forderungen besichert waren, gab es nicht. Zwar seien ihnen noch in den Wochen vor der Pleite Silos gezeigt worden, in denen angeblich Getreide lagerte, heißt es im Gutachten. Ob aber überhaupt existierende Erntebestände übertragen wurden, sei „mehr als zweifelhaft“. Die Gutachter zitieren Hofreiter, der nach der Pleite auf Nachfrage der Verwalter freimütig bekannte, die Getreidelager seien am Tag der Insolvenz „leer“ gewesen.

Die Finetrader hätten sich „von vorne bis hinten verarschen lassen“, sagt ein KTG-Insider. Die Münchner CapFlow AG und die WCF Finetrading gehören nun mit 2,5 Mio. Euro und 5,1 Mio. Euro an Forderungen zu den größten Gläubigern. Für eine  der Firmen kommen die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft zu spät: Marktführer WCF, der zur Hamburger Otto-Gruppe gehörte, hat im Juni das Neugeschäft eingestellt.

Pleitier-Hofreiter macht jetzt Agroservice Nord-Ost

Pleitier Hofreiter dagegen ist dabei, sich mit alten Weggefährten eine neue Zukunft aufzubauen — in „ostdeutschland, weit weg von Oranienburg, wo heute die Bremer Zech-Gruppe das Sagen hat. Persönlich taucht der KTG-Patriarch dabei kaum in der ersten Reihe auf. Aber die Firmen tragen seine Handschrift. Da ist der Agroservice Nord-Ost, Nachfolger des Agroservice A.M.S. von Hofreiters Ex-Partnerin Ams: dieselbe Handelsregisternummer, identische Website, gleicher Fuhrpark. Der Agroservice Nord-Ost beschreibt sich als „stetig wachsendes“ Unternehmen mit Aktivitäten in großen Teilen Ostdeutschlands. Sieben Stellen sind ausgeschrieben.

Als Kontaktadresse ist eine Anschrift in Postlow angegeben — ein Flecken bei Anklam, in der Nähe der Insel Usedom. Wegbegleiter berichten, dass Hofreiter den Ort, der für die Familie schon zu KTG-Zeiten eine Rolle spielte, als Basis für einen Neu, anfang gewählt habe. Dort gibt es die AK Agrarproduktions GmbH, die früher mit dem KTG-Konzern Geschäfte machte. Eigentümer: der gemeinsame Sohn von Ams und Hofreiter, der heute erst 19 Jahre alt ist.

Auch die Anfang August gegründete Stroh Express GmbH sitzt in Postlow. Eigentümerin und Geschäftsführerin: Hofreiters 28-jährige Freundin. Diese Firma, die mit Stroh und Pellets handelt, scheint ebenfalls zu expandieren. Auf ihrer Website sind mehrere Stellen ausgeschrieben. Bewerber können ihre Unterlagen an die gleiche Adresse schicken, unter der auch der Agroservice Nord-Ost erreichbar ist. Die Firmen scheinen miteinander verbunden zu sein – so wie früher.

Auch der Ex-KTG-Chef selbst hat seit August einen neuen Job als Vorstand eines Landguts auf Usedom mit herrschaftlichem Anwesen und Biogasanlage. Das Gut in Welzin gehört seit Jahren einer alten Bekannten: Beatrice Ams. Sollte es Hofreiter gelingen, aus den Betrieben in PostIow und Welzin ein neues Firmenreich zu formen, sagt ein Agrarexperte, „dann wird er davon gut leben können“. Es sei denn, ihm kommt die Staatsanwaltschaft dazwischen.

 

Agroservice Nord-Ost wird auf die Warnliste gesetzt.

STAR OIL PRODUCTION UND PROVEN OIL SIND BRÜDER IM GEISTE

Das Öl- und Gas-Geschäft in Kanada, seit Jahrzehnten ein Eldorado für Goldgräber und Ölfirmen, verkommt zunehmend zum Milliardengrab für deutsche Anleger. HCI Capital AG, MPC Deepsea Oil Explorer oder auch Proven Oil bringen tausenden Anleger heute noch um den Schlaf, weil Ersparnisse sich in Luft aufgelösthaben.

Jedoch versuchen immer wieder neue Firmen mit öligen Geschäftsideen an das Anlegerkapital zu gelangen, ein Ende der Öl-Rallye scheint nicht in Sicht. Die Star Oil Production GmbH aus Hamburg bietet Anlegern Anteile an einer LLC an, in diesem Jahr sollen laut Aussagen von Geschäftsführer Thomas Ruf bereits drei Quellen erschlossen worden sein. Die Teilhaberschaft an einer US-LLC ist für Anleger aus Deutschland umfangreich und komplex.

Der Kopf des Unternehmens ist Thomas Ruf, der gleiche Thomas Ruf, der noch bis vor wenigen Wochen bei Proven Oil war. Das Modell von Star Oil Production GmbH „weicht von der Blindfonds- Konstruktion der genannten anderen Firmen Proven Oil stark ab. Wir haben ein Direktinvestitionskonzept mit Grundbuchabsicherung der Investoren“, erläutert Ruf gegenüber Fraudanwalt.

Nachdem der Star Oil Production-Geschäftsleiter Thomas Ruf kürzlich bei Proven Oil Canada oder besser gesagt bei dem, was von POC noch übrig ist -gefeuert wurde – kritisiert er Fraudanwalt für die ungefragte Berichterstattung in der vergangenen Woche. „Man sollte zuerst verstehen, bevor man kommentiert“, erzürnte Ruf in einer E-Mail an die Redaktion. Vorangegangen war ein Fraudanwalt-Bericht über die riskante Wette auf Öl der Hamburger Star Oil Production GmbH, Ruf’s eigentlicher Hauptfirma. Diese Erwähnung ist insofern wichtig, weil Thomas Ruf versucht hat einige Anleger der Proven Oil Canada Fonds zu seiner Star Oil Production zu locken und bot ihnen Beteiligungen in fünfstelliger Höhe an.

Daraufhin wollten wir es genauer wissen und übersandten Ruf einen Fragenkatalog:

Fragen an Thomas Ruf:

 

Haben Sie Ihre Nähe zu Proven-Anlegern genutzt, um sie für Ihr eigenes Projekt anzuwerben?

Keine Antwort.

 

Was war der Grund für Ihre Entlassung bei Proven Oil?

Keine Antwort.

 

Weshalb sind nach wie vor Kontakt-Informationen von Ihnen bei Proven Oil zu finden?

https://proven-oil-canada.com/impressum/

Keine Antwort.

 

Sind Edmund Kockartz oder Klaus Christochowitz in Ihre Handlungen involviert?

Keine Antwort.

 

Wie viel von den einbezahlten 15 Millionen Euro sind noch vorhanden?

Keine Antwort.

 

Ist es wahr, dass sich Kockartz oder Christochowitz an den Geldern bedienen/ten? (Spesen)

Keine Antwort.

 

Schätzen Sie die finanzielle Situation Ihres Unternehmens ein.

Keine Antwort.

 

Halten Sie den Verkauf von LLC-Anteilen für eine sichere Kapitalanlage?

Keine Antwort.

 

Weshalb blockiert sich plötzlich Thomas Ruf von der Star Oil Production GmbH? Und ist zu keiner Stellungnahme mehr bereit?!

Kein weiterer Kommentar…

KRYPTOWÄHRUNG: EINE LIZENZ ZUM GELDRUCKEN

Im Februar 2016 wendet sich Max Kordek, 24 Jahre alt, Student der Elektrotechnik aus Aachen, an die Kryptoszene und bittet um Geld. 30 Tage später hat er 14 079 Bitcoin beisammen, damaliger Gegenwert: gut 6 Mio. Dollar. Mit dem Kapital  will Kordek ein Start-up aufbauen: Lisk, eine Softwareplattform, auf der Entwickler Blockchainanwendungen einfacher programmieren können.

Kordek hat zu diesem Zeitpunkt weder ein fertiges Produkt noch ein vorzeigbares Team, ganz zu schweigen von einem Büro oder einem angemeldeten Unternehmen.

Seinem Mitgründer, dem 36-jährigen Briten Oliver Beddows, ist er nie persönlich begegnet, die beiden kennen sich nur übers Netz.

Lösen Kryptowährungen Crowdfunding ab?

Dass jemand in einen solchen Laden Millionen investieren würde, klingt schwer vorstellbar. Bei professionellen Venture-Capital-lnvestoren war Kordek zuvor abgeblitzt. „Ich hatte null Renommee bei den VCS“, erinnert er sich. „Dann ist es schwer, an Geld zu kommen.“ Der Ausweg war ein Initial Coin Offering (ICO): Das Start-up gab im Tausch gegen Bitcoin eine eigene virtuelle Währung namens Lisk aus. Deren Marktkapitalisierung stieg zwischenzeitlich — das Unternehmen war da auf knapp 20 Mitarbeiter gewachsen, hatte aber immer noch kein fertiges Produkt auf über 900 Mio. Dollar. Wer beim ICO dabei war, hätte seinen Einsatz also theoretisch um das 150-Fache steigern können. Selbst für die ziemlich verrückte Welt der Kryptoinvestments ist das eine irre Zahl.

Kein Wunder, dass Anleger sich gerade um neue Coins reißen. Und dass mehr und mehr Start-ups auf die Finanzierungsmethode setzen.

Schon ist eine heftige Debatte um ICOs entbrannt, an der nicht nur Kryptonerds beteiligt sind, sondern auch Ökonomen, Investoren und Aufsichtsbehörden. ICOs sind das neue Crowdfunding, sagen die einen: eine Revolution der Unternehmensfinanzierung, demokratisch, effizient, sicher. Der ausufernde Boom spiegele nur das revolutionäre Potenzial der Technologie wider.

ICOs sind eine Einladung an Aufschneider und Betrüger, sagen andere: ein irrationaler Goldrausch, die nächste Dotcom-Blase, die unbedarfte Kleinanleger in großem Stil um ihr Erspartes bringen wird.

Klar ist: Der ICO-Markt dreht gerade komplett frei. Über 1,8 Mrd. Dollar sind nach Berechnungen des Portals Coindesk bislang damit eingesammelt worden – allein 1,5 Mrd. Dollar davon in den ersten acht Monaten dieses Jahres. 20 Mio. Dollar kommen im Schnitt pro ICO zusammen. Manchmal braucht es dafür nur Sekunden: Anfang Juni war das Start-up Brave, das einen werbefreien Internetbrowser entwickelt, innerhalb einer halben Minute um 35 Mio. Dollar reicher. Die Blockchainprojekte Tezos und Eos pumpten sich im Juli innerhalb weniger Tage um jeweils mehr als 200 Mio. Dollar auf.

Zocken wie im Casino

ICOs verbinden Elemente eines Börsengangs (englisch IPO) mit der Idee der Schwarmfinanzierung und der Technologie des Kryptogeldsystems. Meist im Rahmen einer zeitlich befristeten Auktion geben Start-ups dabei sogenannte Token oder Coins aus und bekommen dafür Geld in Form von Bitcoin oder Ether, den beiden wertvollsten Kryptowährungen. Wie beim Crowdfunding geht es den Geldgebern einerseits darum, dem Projekt Starthilfe zu bieten. Daneben lassen sich die Token mitunter auch als Zahlungsmittel auf der Plattform des jeweiligen Start-ups einsetzen – wie Jetons im Casino oder Fantasiewährungen in Onlinespielen, mit denen man neue Charaktere oder Waffen kaufen kann. Auch bei Lisk ermöglichen die Token den Zugang zur Plattform. „Wie bei einem Auto, für das du Benzin benötigst, brauchst du Lisk, um unsere Netzwerkfunktionen nutzen zu können“, erklärt Kordek.

Bei anderen ICOs geben die Token dem Inhaber ein Stimmrecht im Unternehmen, stellen Firmenanteile dar oder berechtigen zum Dividendenbezug. Dann gibt es ICOs, die eher werbewirksam die Erfolgsaussichten eines Projekts unterstreiChen sollen: Kauft unsere Token, so die Botschaft, denn sie können als Kryptowährung im Netz gehandelt werden und euch reich machen.

Was gerade passiert, ist sogar den Pionieren der Finanzierungsmethode unheimlich. ICOs seien eine „tickende Zeitbombe“, warnt Charles Hoskinson, Mitgründer von Ethereum, dem Projekt hinter der zweitwichtigsten Kryptowährung Ether. Ethereum sammelte 2014 mit einem der ersten ICOs 19 Mio. Dollar ein, eine aus heutiger Sicht fast bescheidene Summe.

„Es ist krass, was da abgeht“, sagt auch Max Kordek von Lisk. Er kritisiert, dass viele Start-ups auf ICOs setzen, obwohl ihre Idee gar nicht auf die Blockchaintechnologie angewiesen ist. „Die Leute überlegen sich irgendetwas, häufig ist es einfach eine Ausrede, um einen ICO machen zu können.“ Auch der Berliner Bitcoin-Aktivist Aaron Koenig sieht einen „sehr überhitzten Markt“. Vielen wollten gerade „auf den Zug aufspringen und einen eigenen Token herausbringen, auch wenn das überhaupt keinen Sinn ergibt“.

Kein Wunder, dass sich viele Beobachter an die Dotcom-Blase Ende der 90er-Jahre erinnert fühlen. Koenig glaubt: „Wir werden sicher auch bei den ICOs bald eine Korrektur erleben.“ Einschränkend fügt er hinzu, dass das Internet das Jahr 2000 überlebt habe. „Aus dem Dotcom-Boom sind starke Firmen wie Amazon und Ebay hervorgegangen.“ ICO-Fans entgegnen auf die Kritik, dass Spekulation nun mal Innovation antreibe – und die Blase zwar nicht schön, aber notwendig sei. Die Frage ist, ob das auch bei den Aufsichtsbehörden verfängt, die dem Treiben lange tatenlos zugesehen haben. Anfang September schritt als erste Institution die chinesische Zentralbank ein und verbot ICOs komplett. Diese seien „eine Art illega1er öffentlicher Kapitalbeschaffung“ und stünden häufig im Zusammenhang „mit kriminellen Machenschaften wie Betrug und Schneeballsystemen“. Die US-Finanzaufsicht SEC warnte schon im Juli, dass viele Token Eigenschaften von Wertpapieren aufweisen – und daher eigentlich den strengen US-Aktienmarktregeln unterworfen werden müssten.

Noch sind es vor allem Bitcoin-Veteranen, die ihr Geld in ICOs stecken. Viele haben mit dem Aufschwung der Währung über die vergangenen Jahre gut verdient, jetzt wollen sie ihr Kryptoportfolio diversifizieren. Dazu kommen vermehrt institutionelle Investoren, sogar VC-Firmen werden in dem Hochrisikomarkt aktiv. Genaue Zahlen zur Käuferstruktur gibt es nicht, denn die Transaktionen sind grundsätzlich anonym. Der Anteil normaler Anleger gilt noch als gering – das aber könnte sich angesichts der irren Gewinne und niedrigen Einstiegshürden bald ändern. Bitcoin-Aktivist Koenig sagt, es sei doch toll, „dass jetzt nicht nur Superreiche an diesem Boom teilhaben, die es sich leisten können, hohe Summen in Risikokapitalfonds zu investieren“.

Die deutsche Finanzaufsichtsbehörde Bafin hat sich bisher nicht öffentlich zum ICO-Markt geäußert. Aus dem Umfeld der Behörde heißt es, eine Stellungnahme sei in Vorbereitung. Ein generelles Verbot dürfte es kaum geben. Bei der Bafin argumentiert man, es sei sinnvol1er, jedes Projekt für sich zu prüfen, denn die Funktionsweise der Token sei von Fall zu Fall sehr unterschiedlich. Allerdings wird die Aufsicht nur auf Anfrage oder Aufforderung etwa durch die Staatsanwaltschaft tätig. Die allermeisten ICOs, auch jene aus Deutschland, haben daher bisher ohne Kenntnis oder Genehmigung der Bafin stattgefunden. Dass sie sich in einer regulatorischen Grauzone bewegen, ist nach dem Geschmack der Kryptojünger. Das Misstrauen gegenüber Autoritäten und Zentralinstitutionen ist bei ihnen tief verwurzelt, Teil der Bitcoin-Philosophie waren immer anarchische und radikal marktliberale Züge. Gut beobachten ließ sich das Ende August bei einem Treffen der Berliner Kryptoszene in einem Neuköllner Hinterhof. Die Veranstaltung, bei der Experten über ICOs als „neuen Weg der Unternehmensfinanzierung“ informieren wollten, fand in einem hippen Großraumbüro statt, es gab Augustiner-Bräu, im Publikum dominierten junge Männer. „Es ist toll, wie viele Leute auftauchen, wenn es um die drei magischen Buchstaben ICO geht“, sagte Veranstalter Sven Läpple. Eine der wenigen, die an diesem Abend die Euphorie etwas bremste, war die Anwältin Nina-Luisa Siedler. „Die bisherigen ICOs waren ganz überwiegend rechtlich nicht sauber strukturiert“, mahnte sie. Frage aus dem Publikum: „Was denken Sie persönlich, muss der freie Markt den Regeln folgen oder sollte es nicht umgekehrt sein?“ Siedler gab eine längliche Antwort, der sie am Ende fast entschuldigend hinzufügte: „Don’t shoot the messenger.“

Die Anwältin sieht es als ihre Mission, den Tatendrang und die Aufbruchstimmung der Blockchainanhänger mit den nun einmal existierenden gesetzlichen Rahmenbedingungen in Einklang zu bringen. Mit anderen hat sie im Juni den Bundesblock gegründet, einen Lobbyverband, der auf die anstehenden Koalitionsverhandlungen im Herbst einwirken will, um Rechtssicherheit für die neue Technologie zu schaffen.

Erst einmal rät sie aber: Vor einem ICO sollte ein Gründer die Bafin kontaktieren. Was nicht helfe, sei die Flucht in schwächer regulierte Standorte wie Gibraltar oder die Schweiz. „Für regulatorische und steuerrechtliche Fragen ist es irrelevant, von wo aus ein ICO gestartet wird. Wichtig ist, wo das Angebot wahrgenommen werden kann.“ Mehr und mehr ICOs sind deswegen auf bestimmte Regionen begrenzt oder schließen etwa US-Amerikaner von der Teilnahme aus.

Bisher haben viele Start-ups für ihre ICOs den Schweizer Kanton Zug gewählt und dort Stiftungen gegründet – so auch Lisk. Die Lisk Stiftung, deren Präsident Max Kordek ist, verwaltet das enorme Vermögen des Projekts. Die 14 079 Bitcoin, die Anfang 2016 eingesammelt wurden, sind heute gut das Zehnfache wert also 60 Mio. Dollar.

Dass in Deutschland schon jetzt auf legalem Weg ICOs möglich sind, will ein Berliner Start-up beweisen. Zoe Adamovicz und Marcin Rudolf, in der Hauptstadt bekannt als Gründer der 2014 erfolgreich verkauften App-Suchmaschine Xyo, werkeln seit Monaten an einem Projekt namens Neufund. Entstehen soll eine Investmentplattform auf Block chain-Technologie, auf der auch Nicht-Kryptounternehmen Geld einsammeln können.

Neufund firmiert als korrekt angemeldete GmbH, und CEO Zoe Adamovicz steht nach eigener Aussage in engem Kontakt zur Bafin. Sie lobt sogar die Regulatoren aus Bonn: „Die wollen das Thema verstehen.“ Zu Jahresbeginn hat Neufund bereits 2 Mio. Euro von traditionellen Risikokapitalgebern eingeworben. Um die Kriegskasse aufzustocken, ist — natürlich – auch ein ICO geplant: Im Herbst sollen 200 Mio. Euro zusammenkommen. Klingt vollmundig, aber es dürfte gelingen.

 

 

Mehr über den großen OneCoin-Betrug lesen?

VEGAS COSMETICS-BERATER FÜRCHTEN PLEITE

Das umstrittene MLM-Unternehmen Vegas Cosmetics GmbH steht in der Kritik. Vertriebspartner und Medien zweifeln an der Seriosität von Kosmetik-Papst Carlos Fernandes und seiner Vegas Cosmetics GmbH aus Groß-Umstadt und haben sich an Fraudanwalt gewandt. Zum jetzigen Zeitpunkt unbestätigten Berichten zur Folge soll Vegas Cosmetics kurz vor der Pleite stehen, berichtet ein Insider gegenüber der Redaktion. Es soll laut seinen Aussagen gravierende Verzögerungen bei der Auszahlung von Provisionsgeldern gekommen sein. Vertriebspartner von Vegas warten zum Teil seit Monaten auf Auszahlungen, manche haben bereits das Handtuch geworfen und sind zur Konkurrenz abgewandert. Über die finanziellen Probleme bei Vegas Cosmetics berichtete ein renommierter Finanznachrichtendienst aus den USA – lesen Sie den ganzen Bericht: http://www.gomopa.net/Pressemitteilungen.html?id=2386&meldung=Vegas-Cosmetics-GmbH-Die-windigen-Partner-um-Cosmetic-Papst-Carlos-Fernandes.

Demnach übersteigen die Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr in Höhe von rund 985.000 Euro im Jahr 2015 (Vorjahr rund 754.000 Euro) deutlich das ausgewiesene Reinvermögen der Vegas Cosmetics GmbH in Höhe von rund 823.000 Euro. Möglicherweise können deshalb nicht alle Vertriebspartner und Berater pünktlich ausgezahlt werden? Wir wissen es nicht.

MLM- „Berater“ Jürgen Liebig neu bei Vegas Cosmetics

Der dubiose Millionär Jürgen Liebig aus Neuenkirchen in Westfalen und der nicht weniger skrupellose Oliver Brecht  aus Bodman-Ludwigshafen im Baden-Württembergischen Landkreis Konstanz gehören zur neuen Elite bei Vegas Cosmetics. Beide sollen zahlreiche MLM-Vertriebler abgezockt haben, so schreibt es der Finanznachrichtendienst. Bei der LR Health & Beauty Systems aus Ahlen in NRW, ist Jürgen Liebig gefeuert worden. Hinter vorgehaltener Hand spricht man davon, dass es mit seinen Betrügereien zutun hätte, dies können wir nicht abschließend bestätigen. Solche Vertriebsexperten wie Liebig sind teuer. Carlos Fernandes musste sicherlich tief in die Tasche greifen, um die beiden zu verpflichten. Möglicherweise resultiert daraus die finanzielle Schieflage von Vegas.

Dubioses Management und ranzige Produkte bei Vegas Cosmetics?

In einschlägigen Foren berichten Verbraucher über die minderwertige Qualität der Vegas-Produkte. Nach kurzer Zeit sollen die Produkte ranzig riechen oder sogar Hautausschlag verursachen. Zwar beteuert Carlos Fernandes stets, dass die Produkte „erstklassig“ wären, aber die Konsumenten sagen etwas anderes. „Es kommt einem vor, als würde er ausschließlich in Vertriebsleute wie Liebig investieren und nicht in die Produktqualität“, kommentiert ein Berater von Vegas Cosmetics, der zahlreiche Kundenbeschwerden beantworten muss.

Carlos Fernandes versucht zu verschleiern

Obwohl sich die Schulden bei Vegas Cosmetics Jahr für Jahr in die Höhe türmen und Vertriebspartner auf Provisionen warten müssen, investiert Carlos Fernandes munter in eine Anwaltskanzlei. Karina Grisse von der Kölner-Kanzlei CBH freut sich über das viele Geld, das Fernandes ihr zuschiebt. Die Aufgabe, die ihr Vegas Cosmetics GmbH aufgetragen hat, ist eindeutig: „Es sollen Kritiker im Internet mundtot gemacht werden“. Auch Fraudanwalt erhielt von ihr Mahnschreiben, weil ihr die Berichterstattung missfalle. Frau Grisse wollte sagenhafte 20.000 Euro Schadenersatz für einen Bericht, in dem wir die dubiosen Machenschaften von Vegas Cosmetics aufgedeckt haben.

Unsere Meinung zu Vegas Cosmetics GmbH:

Vegas Cosmetics GmbH und Carlos Fernandes sind ominöse Gestalten in der MLM-Szene. Fernandes verfügt noch nicht einmal über einen Schulabschluss, will aber „hochwertige Kosmetik“ verkaufen. Betrügerische Vertriebskräfte, unter anderem in der Gestalt von Jürgen Liebig, der auf Mallorca für Vegas neue Berater einarbeitet, sind ein weiteres Indiz dafür, worum es wirklich geht: schnelles Geld. Wir empfehlen jedem Berater seine Provisionsansprüche möglichst schnell einzufordern, andernfalls droht der Provisionsverlust.

 

Recherchen zu Vegas Cometics GmbH auf einen Blick:

Vegas verprasst Geld

Vegas Cosmetics Abzocke?

Finanznachrichtendienst zu Carlos Fernades und Jürgen Liebig

FINUM PRIVATE FINANCE MEHRFACH RECHTSKRÄFTIG VERURTEILT

Die FINUM Private Finance AG mit Sitz in Berlin wird von Ralph Conrad geleitet und ist die Tochtergesellschaft der JDC Group. Die Berliner Vermögensberater für wohlhabendes Klientel konnten erst im vergangenen Jahr ihr Geschäft kräftig ausbauen. „Die Vermögensverwaltungstochter des Finanzdienstleisters JDC Group verwaltet mehr Kundengeld als im Vorjahr. Zudem haben sich weitere Private Banker und Wealth Manager der Gesellschaft angeschlossen“, heißtes in einer Mitteilung im Finanzportal Fondsprofessionell. Neues Personal, allen voran neue Vertriebler oder Finanzberater hat das Unternehmen dringend nötig. Im Umfeld von Finum Private Finance ist zwar immer wieder die Rede von sicheren Kapitalanlagen oder auch nachhaltigen Geldanlagen, in der Realität stehen allerdings mehrere rechtskräftige Urteile wegen Falschberatung und dem Verkauf von wertlosen Vermögensanlagen zu buche.

Finum Private Finance zu Schadenersatz verurteilt

Schroeder Logistik Investmentfond sind der Inbegriff für Kapitalvernichtung in der Containerbranche. Für Anleger war das Investment bei Schroeder Logistik gekennzeichnet von Übervorteilung, Druck und hohen Verlusten. Der Schroeder Logistik Investment Fonds 2 stellte Anleger damals vor die Wahl – entweder sofort verkaufen mit hohen Verlusten – oder warten und später mit noch höheren Verlusten verkaufen. Die Fondsgeschäftsleitung übte kontinuierlich Druck aus, am Ende haben Anleger bis zu 75% ihres Kapitals verloren.

Doch das ist nur eine Seite der Medaille, denn es muss auch jemanden geben, der die wertlosen Kapitalanlagen verkauft und das war in diesem Fall die Finum Private Finance AG aus Berlin. Ein rüstiger Anleger, etwa um die 60 Jahre alt, erhielt im Jahr 2007 einen Besuch eines der Berater von Finum Private Finance, um sich über Investitionen beraten zu lassen. Zu seiner wirtschaftlichen Situation wollte er dem fremden Berater nichts erzählen, lediglich, dass er 10.000 Euro sicher investieren wollte. Für den Finum-AG-Berater kein Problem. Er bot ihm die verhängnisvolle Geldanlage von Schroeders an, die sollte ein maximales Verlustrisiko von 15 Prozent haben. Letztlich verlor der Mann 65 Prozent seines Kapitals und klagte gegen Finum Private Finance AG. Mit Erfolg, denn das Landgericht München I hat mit dem Urteil vom 14.12.2015 die Falschberatung durch Finum bestätigt und die Finum Private Finance AG zur Schadenersatzzahlung rechtskräftig verurteilt. Das Gericht begründete seine Entscheidung: „Die Finum AG, vertreten durch ihren Berater, habe ihre Pflichten aus dem Anlageberatungsvertrag verletzt. Die Beratung erfolgte nicht anlegergerecht, da die vermittelte Anlage nicht zu den vom Kläger vorgegebenen Zielen passte“.

Jeder Finanzvertrieb begeht einmal einen Beraterfehler, aber bei Finum Private Finance passiert dies häufiger. Life Trust Two GmbH & Co. KG und andere Life Trust haben Anlegern hohe Verluste beschert: „Ausweislich der veröffentlichten Geschäftsberichte haben diese Fondsgesellschaften im Jahr 2010 wesentliche Teile ihrer als Finanzanlagen ausgewiesenen Versicherungspolicen abschreiben müssen. Hatten die genannten Fonds in den Geschäftsberichten zum 31.12.2009 noch € 119.000.000,00 Finanzanlagen ausgewiesen, so waren es zum 31.12.2010 nur noch € 19.000.000,00. Diese Wertberichtigung von € 100 Millionen ging vollständig zu Lasten des Kommanditkapitals der Anleger“, schreibt ein Anlegerschutzanwalt.

Die Finum Private Finance AG hat Anleger nicht nur in einer Risikoklasse zu „ihren Gunsten“ eingestuft, nein sie hat ihre Anleger auch belogen. Ein weiterer Rechtsanwalt schreibt: “Nach Auffassung des Gerichts hat die Finum Private Finance AG gegen Pflichten aus einem zwischen ihr und der Klägerin zustande gekommenen Beratungsvertrag verstoßen. Konkret hatte es die Finum nach den Feststellungen des Landgerichts unterlassen, auf einen Widerspruch zwischen den von ihr verwendeten Unterlagen und den tatsächlichen Eigenschaften des Produkts hinzuweisen. Während in diversen von der FiNUM verwendeten Unterlagen die Rede von einer „Mindest-Garantierendite“ ist, existiert eine solche im Fonds tatsächlich nicht“. Das heißt die Vermögensberater haben sich die „Mindest-Garantierendite“ einfach ausgedacht, um ahnungslose Anleger in die teuren Fonds zu locken.

Nach noch unbestätigten Insiderinformationen hat die Finum Private Finance AG für die vertriebenen Finanzprodukte satte Provisionen von bis zu 20 Prozent des Anlagekapitals erhalten. Sollte dieser Hinweis stimmen, dann kann man verstehen, weshalb Finum AG-Berater die Schrottprodukte verkauften.

Verkaufte Finum Private Finance spekulative Produkte als Altersvorsorge?

Dieser Vermutung sind wir nachgegangen und sind auf das DCM GmbH & Co. Vorsorgeportfolio 1 KG gestoßen, das ebenfalls von Finum Private-Beratern angepriesen wurde. Es kam wie es kommen musste und Anleger verloren auch bei dieser Investition ihr Kapital. „Das Landgericht Heilbronn hat in einem Urteil vom 21.12.2016 entschieden, dass es sich bei diesem Dachfonds aufgrund seines Blind-Pool-Charakters in Verbindung mit den beabsichtigten Investitionen, die unter Umständen gar nicht in Sachwerte fließen, um eine hochspekulative Geldanlage handelt“, kommentiert ein Anlegerschutzanwalt. Die Finum Private Finance AG verkaufte die Produkte als Altersvorsorge.

„Über 100 Berater sollen sich mittlerweile der Finum Private Finance AG aus Berlin angeschlossen haben, heißt es aus Unternehmenskreisen“. Und weiter: „Mit freier Produktauswahl, moderner Beratungstechnologie und zukunftsweisenden Tools für das Kundenreporting bietet die Finum Private Finance ein stabiles und langfristiges zu Hause für private Banker und Wealth Manager, die ihre Kunden ohne Vorgaben nachhaltig beraten wollen“.

Freie Produktauswahl und ohne Vorgaben beraten? Klingt toll, aber angesichts der vermittelten Schrottprodukte bleibt ein seltsamer Nachgeschmack bei diesem Statement haften.

Dubiose Unternhmen finden Sie auf unserer Warnliste.

Haben Sie Erfahrungen mit Finum Private Finance AG aus Berlin gemacht? Schreiben Sie es uns.