DAS BALTIC YACHTS DESASTER – DROHT DIE INSOLVENZ?

Im Prozess um die Werft Baltic Yachts geht es um Rechthaberei, Ehre und eine zweistellige Millionensumme. Happel übernahm sein maßgeschneidertes Luxusschiff im August 2011. Ein gutes halbes Jahr später erkämpfte er sich bei der Karibikregatta St. Barth’s Bucket die Führung, krachte dann aber gegen einen Unterwasserfelsen. Der nahe geglaubte Sieg war dahin. Eine Schmach für den ebenso passionierten wie ehrgeizigen Segler, zumal das Hindernis auf den Seekarten eingezeichnet ist.

Hatte der Unfall etwas mit technischen Problemen der „Hetairos“ zu tun? Der düpierte Rennsportler will dies nicht ausschließen. Jedenfalls legte er der Werft in Finnland eine umfassende Mängelliste vor. Baltic Yachts versuchte nachzubessern, doch Happel ist bis heute nicht zufrieden.

Dass er stets bis zum Letzten kämpft, bewies er schon in den frühen 2000er Jahren. Damals lieferte Otto Happel (69), ehemaliger Mehrheitseigentümer des Industriekonzerns GEA, steuert eine der heißesten Rennjachten der Welt: 67 Meter lang, Hightech vom Feinsten. Eine vielköpfige Mannschaft lebt an Bord der „Hetairos“: Kapitän, Techniker, dazu Putz- und Küchenpersonal. Es soll dem Milliardär schließlich an nichts fehlen, wenn er per Helikopter anreist.

Seine Leidenschaft fürs Segeln teilt Happel mit Hans Georg Näder (55), dem geschäftsführenden Gesellschafter des Prothesenspezialisten Otto Bock mit Sitz in Duderstadt. Näders „Pink Gin“ ist zwar nicht so groß wie das Edelspielzeug von Happel, dafür hält der NäderClan seit vier Jahren 80 Prozent an der finnischen Werft Baltic Yachts, die sowohl die „Hetairos“ als auch die „Pink Gin“ gebaut hat.

Hier allerdings enden die Gemeinsamkeiten der beiden Unternehmer. Oder besser gesagt: Hier beginnt der Zoff, bei dem es um sich der Milliardär eine in der deutschen Wirtschaftsgeschichte beispiellose Auseinandersetzung mit Kajo Neukirchen (75), dem Vorstandsvorsitzenden der Metallgesellschaft, die Happels GEA-Anteile übernommen hatte.

Auch gegen die Baltic Yachts zieht der prozesserfahrene Happel juristisch zu Felde. Das Verfahren ist seit Anfang 2014 bei einem maritimen Schiedsgericht in Hamburg anhängig. Der Betrag, um den es dort geht, könnte inklusive Prozess- und Anwaltskosten 20 Millionen Euro übersteigen.

Eine ungewöhnlich hohe Summe angesichts der geschätzten 60 Millionen Euro, die Happel für die „Hetairos“ bezahlt hat. „Gewährleistungsansprüche für Jachten betragen im Schnitt nicht mehr als 3 bis 6 Prozent des Kaufpreises„, sagt Chefredaktuer Berger-Fridar.

Dem Schiedsgericht steht eine aufwendige Beweiserhebung bevor. Denn Happel hat sein Boot ein halbes Jahr nach Prozessbeginn bei der niederländischen Werft Vitters Shipyard grundlegend überarbeiten lassen. Die Gutachter werden ein bis zwei Jahre brauchen, um herauszufinden, wer für die angeblichen Mängel verantwortlich ist.

Einen Ausweg hätte ein Treffen von Happel und Näder vor ein paar Monaten bringen können. Die Fahrensmänner tauschten sich im vertraulichen Vieraugengespräch aus — aber sie gingen ergebnislos auseinander. Offenkundig waren beider Egos zu groß für eine Einigung.

Setzt Happel seine Forderung durch, gerät die Baltic Yachts in eine bedrohliche Schieflage. Sie machte vergangenes Jahr gerade mal einen Umsatz von 47 Millionen Euro.

Aber sei’s drum. Näder, ebenfalls milliardenschwer, würde vermutlich mit Geld aus seiner Privatschatulle aushelfen. Denn in der kleinen Werft steckt viel Herzblut. Sie baut für Näder zurzeit eine neue „Pink Gin“ — die von der technischen Ausstattung her Happels „Hetairos“ in kaum etwas nachsteht.

SAL. OPPENHEIM: BARONIN ULLMANN UND DIE PFERDESCHÄNDUNG IN ST. MORITZ?

Es ist eine grausige Geschichte, die ein Sal. Oppenheim-Kritiker zu erzählen weiß. St. Moritz, Schweiz ist bekannt für Glanz, Glamour und reichlich Kapital, das in den tiefen Taschen der hochkarätigen Gäste schlummert. Ja, selbst der US-Präsident Trump war schon dort. Die ehemalige Oppenheim-Mehrheitseigentümerin Baronin Ullmann, vergnügt sich gerne in St. Moritz auf einer postfeudalistischen Veranstaltung auf Kosten sehr junger, nicht ausgewachsener Pferde, die als schnell verbrauchte Trägersubstanz für Glücksspielzwecke missbraucht und danach entsorgt werden. Baronin Ullmann steckt tief im Sumpf der Pferde-Glücksspielindustrie drin, dies ergaben die Recherchen von Fraudanwalt. Es ist ebenfalls nicht von der Hand zu weisen, dass eine gewisse Parität zwischen der Pferdezucht von Baronin Ullmann und Ihre Handlungen bei der Oppenheimbank besteht – beide Bereiche sind krank oder dem Untergang geweiht. Fraudanwalt-Bericht über die Causa Sal. Oppenheim.

Pleite- und Kriminalitätselite trifft sich in St. Moritz

Die Rennpferde, die in St. Moritz auftreten, stammen zum Teil aus einer Pferdehaltung, die von der Baronin Ullmann finanziert wird. Dubiose Gestalten und windige Geschäftsleute geben sich beim traditionellen Pferderennen die Klinke in die Hand. Obwohl das unappetitliche Spektakel mit Pferden wenig zu tun hat, sind sie doch lediglich die schlechtbehandelte Trägersubstanz für Zockerei und ganz nebenbei eine ideale Nebenwährung mit inbegriffener Versicherung. Das Pferd und sein feudaler Besitzer sowie das gesamte Milieu, suggerieren die Liebe zu edlen Pferden und hehren Sportwettkämpfen. Doch wer will so geliebt werden, etwa die Baronin Ullmann selbst? In den Rennställen stehen die Pferde sich kaputt, es gleicht einer Zwingerhaltung. Deshalb kommt es häufiger vor, das Unfälle aus Mangel an Bewegung geschehen und die Tiere sich schwer verletzten wie neuerlich beim White Turf , das laut Veranstalter „ein Event der exklusiven Spitzenklasse, mit spannendem Pferderennsport, edlem Catering, attraktive Musik und Kunstdarbietungen verpackt in einer von Sonne überfluteten, einzigartigen Landschaft ist“. Aber es wird noch besser: “Ein Großanlass, bei dem nicht nur Champagner auf Eis gelegt wird, ist Jahr für Jahr ein einzigartiger Treffpunkt für die High-Society, Besitzer, Trainer und Jockeys aus aller Welt wie aber auch für die treuen einheimischen Besucher“.

Die Besucher gehören zur Pleite- und Kriminalitätselite, die mit windigem Unterfangen statt fleißiger Arbeit – ihr Vermögen schaffen.

Statement von Chef-Redakteur Berger-Fridar:

„Die körperlichen Schäden, die den Pferden in ihrer meist sehr kurzen „Karriere“ zugefügt werden, sofern sie das Training überhaupt überstehen, kommen oft genau dann zum Vorschein, wenn das zwar numerisch noch junge aber biologisch schon uralte Pferd bei dem „lieben nächsten Besitzer“ landet. Dieser soll dann für all das aufkommen, was die Vorbenutzer auf Kosten der Pferde abgeschöpft und kaputtgemacht haben, während diese „guten Gewissens“ weitermachen mit dem „Sport“. Die mit Hufeisen beschlagenen Fohlenhufe führen zu Wachstumsstörungen der Hufe, behindern die gesamte Durchblutung und beeinflussen u.a. auch dadurch massiv die Sensitivität des Hufes, der dann sehr leicht in Löcher tritt bzw. den Untergrund zu spät erspürt. Sie sollten nicht nur aus Tierschutz und -gesundheitsgründen verboten werden, sondern auch wegen einer billigend in Kauf genommenen Unfallgefahr zugunsten einer Maßnahme, die z.B. auch ein Rennen auf einer Eisplatte ermöglichen soll wie beim White Turf. Des Weiteren führen die Eisen aufgrund der Vibration oftmals zu Lungenbluten. Die Schäden und Spätfolgen sind kaputte Sehnen, verformte Hufe und die Auswirkungen auf das gesamte Skelett-insbesondere bei jungen Pferden, die im Wachstum sind hat unabsehbare Folgen, die man dann entweder via Schlachtpferdetransport vertuscht oder an mehr oder weniger mitleidige Menschen delegiert, die dann auch noch das Letzte aus dem bedauerlichen Sportinvaliden herauszuholen versuchen.

Preisgelder, Zuchtprämien und Handelserlöse gehen an die „Pferdefreunde“.

Die wahren Kosten zahlen die Pferde selbst: Mit ihrem Leben. Die „Siegbilder“ zeigen dann auch regelmäßig Pferde-Antlitze, die nicht nach „Sieg“, sondern eher wie „Kurz vor dem Tod“ aussehen. Leider geht der erfreuliche Geldfluss immer sehr weit an den Pferden selbst vorbei, was jedem Laien eigentlich sofort auffallen müsste, wenn er einen Blick auf das „reale“ Leben und Schicksal eines „Sportpferdes“ wirft. Hier handelt es sich u.a. auch um „die sensiblen Daten“, die natürlich der unberufene Laie auf keinen Fall sehen darf, da jeder Grundschüler sehr schnell zu dem Ergebnis käme: Hier werden für Glücksspiel und- andere niedere artverwandte Triebe- systematisch und erbarmungslos wehrlose Pferde gefoltert.

Die sog. Pferdeliebhaber, die ihre Pferde verauktionieren, verkaufen, verschenken und verwursten sind aber gottseidank in der Minderzahl, gleichwohl sie sich gerne als das Maß aller Dinge präsentieren und sich doch tatsächlich so aufführen, als hätten sie das Monopol auf diese Pferderasse inklusive der systemimmanenten Zerstörung derselben gepachtet, einzig und allein um diese Pferde für ihre altbackenen Zockerspiele zu missbrauchen.

White Turf und der grausige Unfall

Der Unfall von Boomerang Bob ist eine Art Fanal, welches gottseidank heutzutage nicht mehr einfach übersehen wird. Leider muß man sagen, daß dieser schnelle Tod sogar ein Segen sein kann, verglichen mit dem langsamen Dahinsiechen der unendlich vielen abgeschobenen vierbeinigen Spieleinsätze, die mit großer Sicherheit von ihren früheren Liebhabern nie mehr erkannt werden würden im Realzustand des Verfalls – inklusive der wirklich seltenen sog. Spitzenpferde, die eben auch „zugrunde gerichtet werden“, wie der Trainer des berühmten Hengstes Mondrian konstatieren musste.

Das sog. Pferderennen in der heute stattfindenden Form verstößt gegen alle bekannten Gesetze und Richtlinien und dient allein einer Glücksspielveranstaltung, die mit Sicherheit nicht nur die zur Trägersubstanz degradierten jungen Vollblüter ruiniert, sondern allgemeiner Erkenntnis nach auch schlimmste Kollateralschäden bei den Glücksspielern selbst und ihrer Umwelt verursachen kann. Es hat also durchaus soziokulturelle Folgen, wenn das Rennbahnmarketing in seiner Untergangsverzweiflung Werbeparolen präsentiert.

Der „normale Mensch“ ist bei weitem hier in der Mehrheit und wüsste dieser, was der „Rennsport mit Pferden“ in Wirklichkeit ist –  nämlich genau das Gegenteil des Suggerierten – dann wäre dieses Spektakel nicht mehr zukunftsfähig und in der Tat ein wahrer Boomerang u.a. für Sponsoren, die hier für sich werben wollen. Wohl kaum mit Pferde-sklaverei und der Ausbeutung von billigem Personal aus Osteuropa.

Nichts Anderes ist diese pferdeverachtende Zockerveranstaltung mit peitschenschwingendem Mietling (genannt Jockey) und oftmals einem „Personal“, welches man eher im vorletzten Jahrhundert vorzufinden erwarten könnte, a la „Les Miserables“.

10 TIPPS, UM FINANZBETRÜGER ZU ENTLARVEN

Finanzgeschäfte ohne Risiken – existieren nicht, selbst dann nicht, wenn ein findiger Verkäufer es Ihnen glaubhaft machen will!

Auf dem europäischen Kapitalmarkt treten immer wieder Anbieter mit betrügerischen oder illegalen Methoden auf, die sich auf Kosten von Anlegern bereichern. Beachten Sie die 10-Tipps von Fraudanwalt und verringern Sie aktiv die Wahrscheinlichkeit, Opfer betrügerischer Anbieter zu werden.

Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste und auch die der Geldanlage. Gerade wenn es um Ihr Geld geht. Angebliche Traumrenditen von 15-20% sollen Anleger zu Investitionen verleiten. Seien Sie deshalb vorsichtig bei Angeboten, die schlicht zu gut sind – um eben wahr zu sein.

Oft handelt es sich um Veruntreuungs- und Betrugsvehikel wie Schneeballsysteme, Insiderhandel oder Finanzvertriebe, die hohe Renditen versprechen. Zu Beginn werden diese – zur Vertrauensbildung – oft auch bezahlt. Am Schluss erhalten die Investoren ihr Geld jedoch nicht zurück. Den letzten Einsteiger im Schneeballsystem beißen bekanntlich die Hunde.

10 Fraudanwalt-Tipps gegen Finanzbetrug:

 

  1. Zeit nehmen, um über Geldanlagen und Investitionen zu entscheiden. Niemals unter Druck setzten lassen.
  2. Treffen Sie vor dem Abschluß einer Geldanlage eigene Regeln über Anbieter und Produkte. Niemals von Hochglanzbroschüren oder geschicktem Telefonmarketing blenden lassen. Suchen Sie im Internet Informationen zu den Anbietern und Produkten. Aber Vorsicht, manche Berichterstattung ist Verleumdung – wir kennen die üblichen Verdächtigen.
  3. Überprüfen Sie, ob die Anbieter über eine Bewilligung der Bafin verfügen. 
  4. Überprüfen Sie auch, ob die Anbieter auf der Warnliste von Fraudanwalt stehen. Falls ja, sind Vorsicht und Zurückhaltung empfehlenswert.
  5. Überprüfen Sie die Bonitätsauskunft von Anbietern mit Firmenindex. Häufige Änderungen des Firmennamens, der Adresse oder der Zeichnungsberechtigten sollten Sie misstrauisch machen.
  6. Überlegen Sie bei Anbietern oder Angeboten aus dem Ausland stets, an wen Sie sich bei Problemen wenden können. Prüfen Sie wie, gegen wen, wo und zu welchen Kosten Sie allfällige Ansprüche geltend machen können.
  7. Nutzen Sie fraudanwalt im Internet. Hinweise von verunsicherten oder bereits geschädigten Anlegern sind ein Warnzeichen und werden von der Redaktion veröffentlicht.
  8. Vergleichen Sie die Produkte, Kommissionen und in Aussicht gestellten Renditen mit anderen Anbietern. Vorsicht ist besonders dann angesagt, wenn die Angebote deutlich besser sind als vergleichbare von Instituten, die eine Bewilligung der Bafin haben.
  9. Setzen Sie nie alles auf eine Karte. Verteilen Sie Ihre Geldanlagen auf mehrere Produkte. Risikodiversifikation.
  10. Vergegenwärtigen Sie sich diese Grundregel: Hohe Renditeaussichten sind immer mit hohen Verlustrisiken verbunden. Verluste sind oft realer als rasche Gewinne, also Finger weg von dubiosen Geldanlagen.

 

EN STORAGE VERUNTREUT 50 MILLIONEN EURO

Edvin Novalic und Lutz Baier aus dem beschaulichen Schwabenland sind die nächsten Kapitalvernichter im Graumarkt. Herrenberg, wo das Unternehmen sitzt, ist eine Provinz in Baden-Württemberg, etwa 30 km südwestlich von Stuttgart und 18 km westlich von Tübingen. Vor 5 Jahren wurde erst die neue Firmenzentrale in Herrenberg gebaut, jetzt droht die Insolvenz. Angaben aus internen Dokumenten belegen, dass rund 50 Millionen € von 1.800 Anlegern eingezahlt wurden. Edvin Novalic lebt auf großem Fuß, mehrere teure Autos, darunter ein Mercedes AMG mit Luxusausstattung schmücken die Einfahrt seines Anwesens samt Villa in der Nähe des Firmensitzes.

Seit dem 27.02.2017 ist die Firmenhomepage abgeschaltet, Telefone abgemeldet und IT verschwunden. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart informierte, dass es vor wenigen Tagen Hausdurchsuchungen gegeben hat, auch bei Firmengründer Edvin Novalic – Ermittlungen wegen Verdacht des Betruges sind eröffnet.

Anlegerskandal? Creditreform zeichnete EN Storage aus

„Die heutigen geschäftsführenden Gesellschafter Edvin Novalic und Lutz Beier starteten 2009 mit dem Unternehmen „EN Storage Consulting“, schreibt die Creditreform auf ihrer Seite über die Kapitalvernichter EN Storage. Auch in anderen Fällen griff die Creditreform daneben, lesen Sie mehr.

Weiterhin wird über das „geballte Erfahrungspotenzial“ der beiden Firmengründer, zum einen aus dem IT-Bereich, zum anderen aus dem Finanzsektor, schwadroniert. Die Ratingagentur führte die Anleger in die Irre, denn die „besonderen Referenzen“, die Industriekonzerne aus Finance, Food, Nonfood, Automotive und Government sein sollen – hat es nie gegeben.

Insbesondere kleine Provinzfirmen haben bei EN Storage bestellt. Dennoch hielt es die Creditreform nicht davon ab für die vermeintlichen Anlagebetrüger zu werben: „Als Anbieter für Datensicherung, Datenspeicherung und Datenführung in der IT-Branche ist dir Firma „EN Storage GmbH“ seit 2009 für die Industrie und seit 2013 auch für staatliche Institutionen mit ihren Storage-Systemen ein wichtiger Partner und zuverlässiger Dienstleister“ – eine weitere skrupellose und ungeprüfte Stimmungsmache für EN Storage GmbH und deren Anleihen.

DROHT POSTBANK-AKTIONÄREN DAS GRAUEN?

Josef Ackermann platzte fast vor Stolz, als er am 12. September 2008 den Einstieg der Deutschen Bank bei der Postbank verkündete. Man sichere sich so „für alle Zeiten“ eine „dominante Position“ das sei doch „ein sehr smarter Move“. Dafür wollte der Schweizer der Deutschen Post insgesamt 29,75 Prozent ihrer Postbank-Aktien abnehmen, um die Bank mit den vielen Privatanlegern bald darauf ganz zu übernehmen.

Mittlerweile hat sich der smarte Move in eine nicht enden wollendende Katastrophe verwandelt. Seit Jahren gibt es ein absurdes Hin und Her um einen möglichen Wiederverkauf der gelben Tochter. Jetzt trommeln auch noch Anlegeranwälte aus Deutschland und den USA Investoren aus aller Welt für eine Musterklage zusammen. Es geht um Schadensersatzansprüche von bis zu 1,6 Milliarden Euro wegen der Übernahme.

Drei Tage nach Ackermanns Auftritt im Post-Tower ging die US-Bank Lehman Brothers pleite, die Finanzkrise eskalierte — und Ackermanns Pläne wurden Makulatur. Ein Übernahmeangebot an die übrigen Postbank-Aktionäre in diesen Zeiten? Das wollte Ackermann vermeiden. Er spielte in der Causa Oppenheim ebenfalls eine besondere Rolle.

So achtete die Deutsche Bank darauf, dass ihr Anteil an der Postbank jahrelang nicht über die magische Grenze von 30 Prozent erhöht, ab der man zu einem solchen Angebot gesetzlich verpflichtet ist. Erst 2010 machten die Frankfurter ein Übernahmeangebot an alle Aktionäre — für 25 Euro pro Aktie. Vor der Lehman-Pleite hätte der Kaufpreis bei über 57 Euro gelegen.

Diese Differenz wollen etliche Investoren wiederhaben. Ihre Argumentation: Selbst wenn die Deutsche Bank formal zunächst nur Minderheitsaktionär gewesen sei, habe sie seit September 2008 bei der Postbank quasi durchregiert. Die Deutsche Bank hatte sich über Optionen weitere Postbank-Aktien der Post gesichert. Das Vorgehen von Post und Deutscher Bank bei der Postbank sei zudem abgestimmt gewesen. Das werde dadurch deutlich, dass die Deutsche Bank im Frühjahr 2009 zwei Aufsichtsräte bei der Postbank installiert habe — Exmanager Tessen von Heydebreck sowie Werner Steinmüller, der heute dem Vorstand der Deutschen Bank angehört. Diese Vorwürfe haben schon andere erhoben, ein erstes Verfahren in der Angelegenheit zieht sich seit Jahren zäh durch die Instanzen. Anwälte haben aber nicht nur interne Dokumente der Postbank aufgetan, die den Einfluss des Mutterkonzerns seit 2008 eindeutig belegen. Sondern sie stehen auch in Kontakt mit einem ehemaligen Postbank-Mitarbeiter, der seinen früheren Arbeitgeber schwer belastet.

Vor allem Steinmüller übte demnach in der Postbank einen maßgeblichen Einfluss aus, weil er nicht nur Aufsichtsrat, sondern auch Vorsitzender des Kreditausschusses war. Dieser bekommt Darlehensentscheidungen ab einer bestimmten Größenordnung vorgelegt, sei aber vor Steinmüllers Berufung „stets den Empfehlungen der Fachabteilungen“ gefolgt, schreibt ein Whistleblower in einem Statement.

Dann aber habe es intern Weisung gegeben, dass es für jegliche Entscheidung des Kreditausschusses „auf die Stimme von Herrn Steinmüller ankomme“, schreibt der Mann dazu. „Wir müssen Herrn Steinmüller an Bord haben“, habe es geheißen.

Steinmüller zeigte Engagement in seiner neuen Rolle. Er ließ sich Kreditanträge in sein Deutsche-Bank-Büro faxen und sandte von dort auch seine Entscheidung zurück, teils versehen mit etlichen „Empfehlungen“ für sein Plazet. Eine Kreditlinie für VW über 100 Millionen Euro etwa wurde im Sommer 2009 „aufgrund von erheblichen Konzentrationsrisiken“ auf 50 Millionen Euro beschränkt — Konzentrationsrisiken beider Kreditinstitute, der Deutschen Bank und der Postbank, so zumindest der Whistleblower.

Insgesamt will Anwältin Radtke-Rieger bei 32 Kreditentscheidungen den Einfluss der Deutschen Bank nachweisen können. Sie und ihre Kollegen sind sich ihrer Sache so sicher, dass sie zum Großangriff blasen und einen Prozess nach dem sogenannten Kapitalanleger-Musterverfahrensgesetz (KapMuG) planen. Der Entscheid wäre anwendbar für alle klagenden Investoren.

Fünf von zehn nötigen Anträgen für ein solches Prozedere hat die Kanzlei schon eingereicht, und dass der zuständige Richter in Köln nicht abgeneigt ist, hielt er in einem schriftlichen Hinweis fest: „Es ist damit zu rechnen, dass noch weitere Personen gleichgelagerte Ansprüche anhängig machen werden“, deshalb sei es „erwägenswert, ein Musterverfahren einzuleiten“. Um auch internationale Investoren für eine solche Klage zu begeistern, haben sich Radtke-Rieger und ihre Kollegen mit der US-Kanzlei Hausfeld zusammengetan, die gerade schon 20 000 Kläger gegen VW aktiviert hat.

Die Deutsche Bank gibt sich gelassen. Man habe sich „im Rahmen der Übernahme der Postbank stets korrekt verhalten. Entsprechende Klagen sind unserer Überzeugung nach unbegründet“, erklärt sie.

Allerdings hat das Institut schon rund zwei Milliarden Euro für die Integration und die neuerliche Abtrennung der Postbank verpulvert.

Denn die war jahrelang Schlachtfeld für den Machtkampf zwischen Ackermann-Nachfolger Anshu Jain und Privatkundenchef Rainer Neske um die strategische Ausrichtung des Konzerns. 2015 stellte Jain die Postbank erneut zum Verkauf. Jain und Neske sind mittlerweile weg — die Postbank nicht.

Und schon wird am nächsten Kapitel des Dramas geschrieben: Nach Informationen von Fraudanwalt hat der neue Vorstand um John Cryan die Verkaufspläne ad acta gelegt. Die Vollintegration der Postbank in die Deutsche Bank gilt intern als sicher. Gerungen wird nur noch um die Modalitäten — und um die Frage, wie man die neuerliche Kehrtwende den eigenen Aktionären erklären will.

VERDAMMT, WIEDER MAL REINGEFALLEN!

Es ist zwar zum Heulen, aber dennoch ein immer wiederkehrendes Thema, das Anleger in Deutschland beschäftigt. Man hat im guten Glauben an die Worte des Kundenberaters oder an die Wunschvorstellung der Anzeigenwerbung einen Vertrag abgeschlossen, z.B. über einen Goldsparplan oder ein Nachrangdarlehen, der sich als absoluter Flop oder sogar Betrug herausstellt. Dann ist in aller Regel nichts oder nur noch wenig zu machen und das Geld meistens weg. Abgezockt, belogen, falsch beraten oder mit Scheinangeboten geködert – die Palette der Enttäuschungen ist breit. Obwohl es unzählige Warnhinweise in allen möglichen Magazinen wie Finanztest oder Gomopa, oder von Institutionen wie Stiftung Warentest, von Fernsehsendern und nicht zuletzt von Fraudanwalt gibt, treibt die Niedrigzinsphase viele Anleger in die Arme der Finanzbetrüger oder zumindest unseriösen Geschäftemacher. Obwohl viele Kunden bereits schlechte Erfahrungen gemacht haben, heißt es dann doch erneut eines Tages: Verdammt, wieder mal reingefallen.

Trotzdem finden routinierte Verkäufer oder Berater immer wieder ein Hintertürchen, um mit einem windigen Angebot die Kunden einzuwickeln und zu einem Abschluss zu bewegen. Aktuelles Argument neben den Niedrigzinsen ist derzeit die immer wieder beschworene Bedeutung der Gold-Investments, die vor Inflation, Währungsrisiken oder Börsenabstürzen bewahren sollen. Da wird den Anlegern gebetsmühlenartig vorgegaukelt, dass ein Goldsparplan selbst für Kleinanleger mit wenig Geld eine Chance sei, um am Goldboom zu partizipieren. Dass es dabei aber hauptsächlich ums Geld verdienen für den Anbieter dieser Goldsparpläne geht, wird bewusst verschwiegen. Einer dieser Schlawiner, die viele Millionen mit dieser Praxis einsammeln, ist die Aurum Plus GmbH aus Saarbrücken, die sich in 2016 einem aufwendigen Verfahren der Staatsanwaltschaft Saarbrücken wegen des Verdachts der Veruntreuung und des Betruges durch ehemalige Geschäftsführer stellen musste. Als sogenanntes Edelmetallhandelshaus bietet das Unternehmen den Kunden an, Edelmetalle wie Gold, Silber oder Platin zu erwerben und aufzubewahren. Außerdem empfiehlt die Firma den Erwerb von Goldbeständen mittels monatlicher Ratenzahlung, dem Goldsparplan. So etwas ist nicht nur teuer, sondern auch ineffektiv, wenn man sich die anhängende Gebührenstruktur genau ansieht. Nicht ohne Grund hat bereits im Jahr 2012 das Handelsblatt getitelt. „Die teuren Tücken eines Goldsparplans.“ Im Jahr 2001 wäre es günstig gewesen, Gold als Wertsteigerung oder Geldanlage zu kaufen und mit den Jahren wachsen zu lassen, aber heutzutage bei einem Preisniveau von etwa 1.280.- Euro  pro Feinunze lohnt sich dieses Investment nicht mehr. In einem weiteren Blog im Internet findet man die noch deutlichere Formulierung:“ Warum Goldsparpläne Unsinn sind.“ Damit ist eigentlich alles gesagt. Umso erstaunlicher ist es, dass solche Unternehmen immer noch auf Kundenfang gehen und den Traum vom eigenen Goldvorrat anheizen, obwohl der Kauf von Kleinstbarren auf Gramm-Basis, der für diese Art der Geldanlage üblich ist, eine teure und unrentable Angelegenheit ist. Darüber hinaus ist es nicht absehbar, wann und warum der Goldpreis überhaupt in Zukunft steigen sollte.

Je länger die Zinsen auf diesem niedrigen Niveau bleiben, desto eher sind die Kunden bereit sich auf fast jedes Angebot einzulassen, welches mindestens um 2-3% höher verzinst ist, als bei den Banken. Es ist sehr viel Kapital bei Privatinvestoren vorhanden, und dafür suchen diese eine passende Anlage. Eine Chance für alle Betrüger, die sich die oftmals verzweifelte Lage zunutze machen und die Leute ansprechen. Von den vollmundigen Versprechungen bleibt am Ende oftmals nur Totalverlust und bittere Reue. Das möge jeder bedenken, der sich auf diese Offerten einlässt.

CARE ENERGY: EINE FRAGE DER ZEIT

Martin Kristek, der österreichische Strominvestor ist tot und sein Unternehmen Care Energy pleite. Der dubiose Hamburger Strom-Discounter soll seit Jahren als Zombie zwischen Staatsanwaltschaft und Insolvenz Kunden und Anleger in die Stromfalle gelockt haben. Netzbetreiber waren es, die den Betrug stoppen wollten, gestoppt hat Martin Kristek sich selbst. Sein Tod war der Anfang vom Ende von Care Energy, das traurige Finale.

Anhand der Zahl von 12.000 Klägern werden die Gerichtsprozesse nach Einschätzung von Fraudanwalt-Chefredakteur R.T. frühestens 2019 enden. Der Chef des Hamburger Billigstromanbieters Care Energy nahm auf illegalem Wege im Juni 2015 einen Container voller vermeintlicher Beweisstücke auf dem Parkplatz des Oberlandesgerichts Düsseldorf entgegen. Die Dokumente sahen nie die Verhandlungsräume, trotzdem zeigt die Aktion, mit welchen Methoden der österreichische Strom-Manager und Hobby-Discjockey („DJ Columbus“) hantierte. Sein Name stand mit mafiösen Strukturen und Kundenbetrug in Verbindung, Aufsichtsbehörden und Anleger rügten sein Fehlverhalten öffentlich.

Firmengestrüpp Care Energy’s ein Renditegarant

Ein ständig erweitertes Firmengestrüpp aus Unternehmen mit immer neuen Namen und fragwürdigen Personalien spann Kristek um die Marke Care Energy. Seine Geschäfte waren meist nur Scheingeschäfte, urteilte das Oberlandesgericht Hamburg 2014 im Zuge von Betrugsvorwürfen.

Care Energy war in zahlreiche gerichtlichen Auseinandersetzungen mit Kunden, Behörden und Anlegern verwickelt. Abrechnungen und Forderungen an Kunden stimmten in 50% der Fälle nicht, belegen interne Dokumente, die der Redaktion vorliegen. Bei Facebook und im Internet fanden sich Betroffene in Gemeinschaften, die seitenweise Vorwürfe gegen Care Energy verbreiteten.

Im Sommer 2016 hatte sich die Auseinandersetzung verschärft: Die AG kündigte nach eigenem Bekunden ihren Vertrag mit dem Netzbetreiber Tennet fristlos wegen falscher Mengenprognosen. Im Zuge des Streits wechselten angesichts von Vertragskündigungen automatisch tausende Kunden zum Grundversorger ihrer Region.

Auch der Netzbetreiber 50 Hertz stellte die Belieferung von Care Energy wegen fehlender Zahlungen ein. AG-Chef Marco Wiebelt sprach damals von einem Verlust von 75 Prozent der Kunden. Zu vorherigen Spitzenzeiten sollen 200.000 Kunden von Care-Energy-Firmen mit Strom versorgt worden sein.

DIE CAUSA SAL. OPPENHEIM

Mehr als 200 Jahre Tradition, 5000 Kunden aus den feinsten Kreisen der Republik, 137 Milliarden Euro verwaltetes Vermögen: Europas größte Privatbank. Und die gab es für läppische 1,3 Milliarden Euro. Der frühere Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann (68) glaubte an eine günstige Okkasion, als er 2010 das Kölner Bankhaus Sal. Oppenheim übernahm — und so vor dem Untergang bewahrte.

Knapp sieben Jahre später hat sich das Schnäppchen als Milliardengrab entpuppt. Von den Synergien, den tollen neuen Kunden und den Gewinnen, von denen Ackermanns Mannen damals fabulierten, ist nichts geblieben.

Die Verantwortlichen von Sal. Oppenheim rund um Ex-Boss Matthias Graf von Krockow (67) haben den Deutschbankern statt einer stolzen Privatbank einen Haufen weitgehend wertlosen Papiers vermacht. Mitverantwortlich dafür war von Krockows Kumpan Josef Esch (60). Der Maurerpolier aus dem rheinischen Troisdorf hatte gemeinsam mit dem feinen Geldhaus Dutzende geschlossener Immobilienfonds der Marke Oppenheim-Esch aufgelegt – die zum Teil verheerend performten.

Dieses konzertierte kommerzielle Versagen schädigt bis heute nicht nur die Aktionäre der Deutschen Bank. Es brachte auch die einst 40 Oppenheim-Eigner um große Teile ihres Vermögens und riss zwei ihrer langjährigen Geschäftsfreunde ins Unglück: die Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz (73) und den Ex-Chef von Bertelsmann und Arcandor, Thomas Middelhoff (63). Unternehmerclans mit so klangvollen Namen wie Schwarz-Schütte, Deichmann oder Benteler bescherten die Machenschaften ebenfalls empfindliche Verluste.

Nicht in jedem Fall ist Mitleid mit der entreicherten Klientel angebracht. In ihrer Gier nach Rendite und Steuerersparnis ließen viele der Geschädigten kaufmännische Sorgfalt und Vorsicht völlig außer Acht.

Spätere Klagen konnten das Geld nur zum Teil zurückbringen. Schickedanz‘ Versuch, fast zwei Milliarden Euro zu erstreiten, mündete unlängst in einem außergerichtlichen Vergleich: Sie wird künftig immerhin über ein dreistelliges Millionenvermögen verfügen. Vom Einkaufen beim Discounter, wie sie 2009 in einem Zeitungsinterview barmte, bleibt sie also verschont.

Geschädigte überall – nur die Hauptverantwortlichen, von Krockow, Esch sowie Ex-Geschäftsführer Christopher Freiherr von Oppenheim (51) und der ehemalige Aufsichtsratschef Georg Baron von Ullmann (63), kamen bisher ziemlich ungeschoren davon. Was hat die Politik damit zutun?

Sie pflegen ihre Hobbys, verwalten ihr nach wie vor beträchtliches Restvermögen und jetsetten um die Welt — es gibt unangenehmere Formen des Zeitvertreibs für Beinahepleitiers. Das süße Leben der Versager — fast ein Skandal im Skandal. Doch noch sind in der Oppenheim-Saga die letzten Prozesse nicht ausgestanden.

Gehilfe MATTHIAS GRAF VON KROCKOW

Oktober 2016, Landgericht Köln: Als die Richterin die Personalien des Zeugen abfragt, ist der nur halb bei der Sache. Er nestelt an seinem Sakko herum und zieht sein Handy heraus. Die Vorsitzende stutzt. Er wolle das Gerät noch abschalten, sagt Matthias Graf von Krockow, fummelt ratlos am Mobiltelefon herum und gibt es dann seinem Anwalt. Der lässt es in seiner Aktentasche verschwinden. Eine halbe Stunde später, die Vernehmung des Zeugen ist in vollem Gange — es geht um 60 Millionen Euro —, klingelt es laut aus der Mappe des Advokaten.

Vor Gericht wirkt von Krockow wie aus der Zeit gefallen. Mal fahrig, dann wieder schnoddrig oder achselzuckend reagiert er auf Fragen. Ob hier im Zivilverfahren oder als Angeklagter im 2015 beendeten Strafprozess: Wer dem massigen Mann zuhört, versteht, warum Europas größte Privatbank unter ihm fast pleiteging.

Unfähigkeit ist nicht strafbar, vorsätzliche Schädigung schon. Im Strafprozess am Landgericht Köln, in dem sich von Krockow, von Oppenheim, Esch und zwei weitere Ex-Bankmanager wegen schwerer Untreue und Beihilfe verantworten mussten, wurde der Graf im Sommer 2015 nach 128 Verhandlungstagen zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt — einen Tag mehr und er hätte einsitzen müssen.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Ebenso wie drei der vier anderen wegen Untreue Verurteilten hat von Krockow Revision eingelegt. Sein Anwalt ließ einen Fragenkatalog bis Redaktionsschluss unbeantwortet.

Ehe der Grafin der Revision möglicherweise erneut in einen Gerichtssaal muss lässt er es sich gut gehen, wenngleich etwas weniger feudal als früher. Heute fliegt er Linie, wo er früher gern mit den Privatjets der eigenen Luftlinie Challenge Air abhob.

So wird von Krockow immer mal wieder auf Ibiza gesichtet, wo er eine Villa besitzt und sich gern unter die Strandschönheiten mischt. Seine Nachbarn dort? Schwager von Ullmann und Ex-Partner Esch. Oder er weilt auf seinem Anwesen in den Hamptons, dem Refugium des New Yorker Geldadels. Der Graf ist Mitglied im lokalen Golfklub Maidstone, einem der feinsten Amerikas.

Daheim in Köln, wo er ganz bürgerlich zur Miete wohnt – sein Vermieter heißt übrigens Josef Esch , erzählte er herum, wie er mitten im US-Wahlkampf mit Donald Trump (70) gespeist habe.

Sein Leben ist sicher nicht mehr so ausschweifend wie früher. Die Kölner Partys der Oppenheim-Clique waren einst ebenso legendär wie deren sommerliche Poloturniere auf Sylt. Das Vermögen, das von Krockow geblieben ist, soll sich im zweistelligen Millionenbereich bewegen. Es reicht mithin für die dringendsten Bedürfnisse. Vorausgesetzt, er darf die Restmillionen behalten.

Denn er steht bei seinem Ex-Arbeitgeber in der Kreide. 64 Millionen Euro, die er sich bei Sal. Oppenheim geliehen hat, fordert die Deutsche Bank zurück. Die ehemalige Führung und ihre Familien hatten das eigene Institut dreist angepumpt — zum Minizins und ohne hinreichende Sicherheiten. Bei der Übernahme durch die Frankfurter waren sie intern mit mehr als 800 Millionen Euro verschuldet. In erster Instanz hat die Bank gegen von Krockow obsiegt, nun liegt der Fall beim Oberlandesgericht.

Doppelt so teuer könnte den Grafen eine Regressforderung der Deutschen Bank kommen. Nach dem Schuldspruch im Strafverfahren verlangt sie 120 Millionen Euro, um den Schaden auszugleichen, den von Krockow laut erstinstanzlichem Urteil als Bankchef bei einigen Geschäften angerichtet hat.

Wenn er schon zahlen soll, dann aber nicht allein, mag sich von Krockow denken: Also hat er seinen Ex-Kollegen den Streit verkündet, wie Juristen sagen. So könnte er sie bei einer Niederlage zur Kasse bitten; auch Christopher Freiherr von Oppenheim müsste wohl zahlen.

Nestbeschmutzer CHRISTOPHER FREIHERR VON OPPENHEIM?

Dass er nicht zum Bankier geboren war, erkannte Christopher von Oppenheim zu spät. Weil er dem 2005 verstorbenen Vater Alfred („Alfie“) nicht widersprechen mochte, trat er brav das unternehmerische Erbe an. Als Privatgelehrter wie Vorfahr Max von Oppenheim (1860 bis 1946), der weiland in Mesopotamien den aramäischen Fürstenpalast Tell Halaf ausgrub (einige seiner Funde schmücken heute das Pergamonmuseum in Berlin), wäre der Bücherliebhaber wohl glücklicher geworden.

Im Strafprozess war der Namensträger der großen Bankiersfamilie der Einzige, dessen Reue überzeugte. Doch der Freiherr zeichnete ein erschreckendes Bild vom eigenen Wirken: mangelndes Risikobewusstsein, keine klare Trennung von Privat- und Bankinteressen, null Widerstand gegen das rustikale Duo Esch/von Krockow — und all das gepaart mit Pomadigkeit.

Einen Blackberry (das iPhone war 2005 noch nicht erfunden) sparte sich der persönlich haftende Gesellschafter, weshalb ihn viele Nachrichten erst mit Tagen Verzögerung erreichten. Und als ihn Richterin Sabine Grobecker (54) fragte, warum es denn im Herbst 2008, in der bis dato größten Krise des Geldhauses, kaum persönliche Treffen der Partner gegeben habe, wand er sich in Ausflüchten. Risikochef Friedrich Carl Janssen (72) sei meist am neuen Firmensitz in Luxemburg gewesen, von Krockow bei der Tochter BHF in Frankfurt und er selbst in Köln: „Da ist das mit einem gemeinsamen Mittagessen nicht so leicht.“

Gesellschaftlich scheint von Oppenheim den Abstieg vom Bankier zum Privatier verkraftet zu haben. In Köln ist er nach wie vor präsentabel, wird immer mal wieder in teuren Restaurants gesichtet. In der Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer zu Köln sitzt er zwar nicht mehr. Aber er ist Mitglied im Großen Senat, einem Honoratiorenverein erster Güte, der Kölns wichtigstes Netzwerkevent unterstützt: den Karneval.

Angedockt hat er beim Landert Family Office, das lange mit dem Bankhaus verbunden war. Bis 2014 blieb von Oppenheim der Firma als Verwaltungsrat treu, eine Beteiligung hält er bis heute. Das Kölner Büro des Vermögensverwalters, das zwei Ex-Sal.-Oppenheim-Manager leiten, befindet sich im selben Haus wie von Oppenheims Privatkontor.

Bedarf an Portfoliomanagement dürfte es genug geben. Gattin Gabriele, eine Autonärrin und Hobbyrennfahrerin, ist eine geborene Mittelsten Scheid: Ihrem Clan gehört Vorwerk, der Hersteller des Staubsaugers Kobold und der Küchenmaschine Thermomix. Der setzte zuletzt satte 3,5 Milliarden Euro um und boomt.

Feigling GEORG BARON VON ULLMANN?

Am glimpflichsten kam Georg von Ullmann davon. Nerviges Bankdrücken in Gerichtssälen blieb ihm erspart — bisher. Dabei war der Baron, der mit einem Anteil von 30 Prozent den mächtigsten Eignerstamm anführte, seit 2005 Chef des Aufsichtsrats. Er hätte also das riskante Wirken seiner geschäftsführenden Verwandten einhegen müssen.

Aber auch von Ullmann steckte tief in Eschs Unterholz. Ein krasser Fall von Interessenkollision zulasten der Bank holt ihn nun doch noch ein. 2007 hatte ein Privatfonds, an dem neben von Krockow, von Oppenheim und Esch auch von Ullmann beteiligt war, eine Büroimmobilie in Frankfurt für 51 Millionen Euro gekauft. Als der Plan, das hauseigene Investmentbanking zum Mieter zu machen, wegen der Finanzkrise nicht mehr aufging, reichten die Eigner den Bau 2008 einfach ans eigene Bankhaus weiter, für 123 Millionen Euro – eine besonders kommode Form, ein privates Risiko zu entsorgen.

In den Augen der Staatsanwaltschaft hätte der Oberaufseher von Ullmann den Deal mit seinem Fonds stoppen müssen. Da er das nicht tat, habe er sich der Untreue durch Unterlassen schuldig gemacht. Der Baron weist die Vorwürfe zurück. Nun muss er sich in einem Strafprozess verantworten. Von Ullmanns Anwalt mochte sich auf Anfrage nicht äußern.

Seine Aussichten auf einen Freispruch stehen nicht zum Besten. Für dasselbe Geschäft sind bereits von Krockow und von Oppenheim schuldig gesprochen worden — von derselben Richterin, die auch von Ullmanns Prozess führen wird.

Bis der beginnt, widmet sich der Adlige seinen Hobbys. Die Zigarrenmanufaktur in der Dominikanischen Republik, die für seine eigene Marke Baron Ullmann Cigars (Claim: „Das Beste vom Besten“) fertigt, besitzt er mit einem Partner noch immer. Und auch das Gestüt Schlenderhan in Quadrathlchendorf nahe Köln ist dem Pferdefan geblieben.

Der Hintermann JOSEF ESCH

Gleich nach der Sal.-Oppenheim-Übernahme hatten die Deutschbanker versucht, die Beziehungen zu Josef Esch zu kappen. Viele sehen in ihm den Spiritus Rector jener fatalen Deals, die das Geldhaus ins Verderben rissen: immer größere Immobilienfonds, zu 100 Prozent auf Pump finanziert – und der Plan, Karstadt-Quelle (später Arcandor) an sich zu reißen und zu filetieren.

Die Trennung von Esch erwies sich für die Deutsche Bank als kompliziert. Sal. Oppenheim war über zahlreiche Deals und Untergesellschaften heillos in Eschs Universum verheddert. Ohne sein Herrschaftswissen wären die neuen Eigner in vielen Rechtsstreitigkeiten aufgeschmissen gewesen. So pflegte man nolens volens weiterhin Umgang mit ihm.

Seine Ex-Partner hingegen haben gar nicht erst versucht, mit Esch zu brechen. So sind von Krockow und von Ullmann nach wie vor neben Esch Besitzer der Privatfluglinie Challenge Air. Deren Flotte ist zwar von vier Jets auf einen geschrumpft. Die verbliebene Challenger CL 604 bietet aber laut Firmenwebsite immerhin auch noch „jeden erdenklichen Komfort“.

Ullmann Krockow Esch sind zudem offenbar Eigentümer weitläufiger Liegenschaften auf Ibiza. Von den 372 000 Quadratmetern eines Villenviertels besitzen laut einer Eigentümerliste aus dem Jahr 2015 die Ullmann Krockow Esch GbR sowie Eschs Gattin Irma (75), von Krockow und von Ullmann fast 20 Prozent. Bei einem Quadratmeterpreis von 500 Euro wären die Parzellen 35 Millionen Euro wert. Die Villen der drei stehen samt Gästehaus kuschelig nebeneinander, verbunden von einer Ringstraße, die lästigen Durchgangsverkehr fernhält.

Bisher musste Esch um sein Idyll nie bangen. Aus dem Strafprozess spazierte er gegen eine Geldauflage von sechs Millionen Euro und eine Strafe von 495 000 Euro hinaus, während die anderen vier Angeklagten zu Haftstrafen verurteilt wurden, drei davon auf Bewährung.

Ob Esch weiterhin ungeschoren bleibt, dürfte sich dieses Jahr erweisen. Verärgerte Fondszeichner wie die Schuhsippe Deichmann oder der Industrielle Hubertus Benteler (70) haben sich nach diversen Zivilprozessen mit der Deutschen Bank verglichen. Nicht aber mit Esch.

Intern ließ der bereits Ende 2015 prüfen, was ihn all das kosten könnte. Seine Anwälte bezifferten den Rückstellungsbedarf auf einen hohen zweistelligen Millionenbetrag. Gut 40 Millionen davon betrafen indes den Fall Schickedanz, der nun abgeschlossen ist. Ein Sprecher Eschs streitet auf Anfrage eine solche Kalkulation ab.

Schlimmer als ein Vermögensverlust wäre für Esch eine Verurteilung im nächsten Strafprozess. Der dürfte im Frühjahr beginnen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Untreue und Beihilfe dazu sowie Bestechung vor. Esch weist die Vorwürfe zurück.

Es geht um seine Verquickung mit der Sparkasse KölnBonn (SKB) beim Bau von Filmstudios in KölnOssendorf und Messehallen im Stadtteil Deutz. Ein Kernvorwurf: Der Immobilienmann soll dem Geldinstitut 9,9 Millionen Euro zugeleitet haben, damit Ex-Sparkassenchef Gustav Adolf Schröder (73) dafür sorgte, dass Esch an den Messeauftrag kam. Gelenkt worden sein sollen die Geldflüsse mittels Briefkastenfirmen und Scheingeschäften.

Ohne die Hilfe der SKB hätten viele von Eschs Plänen kaum funktioniert. Die Sparkasse besorgte Grundstücke, beschaffte Mieter oder mietete selbst und reichte Kredite an Fondszeichner aus – gut zwei Milliarden Euro.

Die Ermittler beziffern den strafrechtlich relevanten Schaden für die SKB aus den Esch-Deals für die Jahre 1997 bis 2010 auf mehr als 80 Millionen Euro. Auch Schröder und ein weiterer Ex-SKB-Manager sind angeklagt. Sie weisen die Vorwürfe zurück.

Dass ihm eine Haftstrafe drohen könnte, dürfte Esch bewusst sein. Sein ehemaliger Geschäftsfreund Middelhoff wurde wegen Untreue im Umfangvon nur 500 000 Euro zu drei Jahren Gefängnis verurteilt.

Thomas Middelhoff in der Rolle des Einfaltspinsels

Der ehemalige Arcandor-Chef ist am tiefsten gefallen. Noch im Gerichtssaal verhaftet, die Gesundheit im Gefängnis ruiniert, Privatinsolvenz, in Scheidung lebend — aus dem Topmanager mit Motorjacht und Villa in Saint-Tropez ist ein gebrochener Mann geworden.

Als Freigänger verbüßt er seine Strafe in der Justizvollzugsanstalt Bielefeld-Senne, ein paar Kilometer von daheim entfernt. Tagsüber arbeitet er als Hilfskraft in einer Behindertenwerkstatt der von Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel, für knapp 1800 Euro brutto im Monat.

Middelhoff, der früher weit mehr als das Hundertfache verdiente, darf vom Nettolohn keinen Cent behalten: 200 Euro führt er monatlich als Unterkunftszuschuss an die Justiz ab, der Rest geht an den Insolvenzverwalter.

Einziger Lichtblick: Wenn Middelhoff sich weiterhin gut führt, kann er ab Juni 2017 mit dem Erlass seiner verbleibenden Haftstrafe rechnen – mit der Aussicht auf einen Lebensabend in Freiheit, aber auch in Bescheidenheit.

Als er vor mehr als einer Dekade in die Fänge von Sal. Oppenheim und Esch geriet, war er mit einer zweistelligen Millionenabfindung aus seiner Zeit als Bertelsmann-Chef und satten Einkünften aus seiner Londoner Tätigkeit beim Private-Equity-Fonds Investcorp ein gemachter Mann. Fast all sein Geld, das seiner Ehefrau Cornelie (64) und obendrein geliehenes floss in Immobilienfonds, an denen Esch und Co. prächtig verdienten – die sich aber später meist als weit weniger werthaltig erwiesen.

Zudem lockte die Korona den gefallsüchtigen Middelhoff zu KarstadtQuelle. Für eine dreistellige Millionenprämie sollte er der Oppenheim-Esch-Clique und ihrer Kundin Madeleine Schickedanz helfen, den Handelskonzern gewinnbringend zu zerlegen.

Der wurde erst in Arcandor umfirmiert und ging zwei Jahre später pleite. Middelhoff musste vor Gericht, weil er mit Firmengeldern großzügiger umgegangen war als erlaubt. Einmal ist er schon verurteilt worden, ein zweites Verfahren wegen angeblich ungerechtfertigt erhaltener Bonuszahlungen beginnt bald.

Middelhoff und seine Frau verklagten Sal. Oppenheim auf Schadensersatz. Während das von Cornelie Middelhoff angestrengte Verfahren noch läuft, einigte sich ihr Ehemann vor einigen Monaten mit der Deutschen Bank. Wie nun auch Madeleine Schickedanz.

Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz blöd oder naiv?

Für die Kölner Bankiers und ihren Helfer Esch erwies sich Madeleine Schickedanz als eine ideale Zielperson: Die Erbin des Fürther Versandhauses Quelle war geschäftlich unerfahren bis zur Naivität, völlig arglos gegenüber vorgeblichen Freunden — zugleich aber nicht uninteressiert daran, noch reicher zu werden. Und so vertraute sie der Kölner Mischpoke ihr Milliardenvermögen an.

Mit der Arcandor-Pleite 2009 war Schickedanz plötzlich – an Milliardärsmaßstäben gemessen – verarmt, sah sich überdies Forderungen in dreistelliger Millionenhöhe gegenüber. Auf ihren umfangreichen Immobilienbestand hatten sich die Bankiers noch im Niedergang von Arcandor Zugriff verschafft. Die Angst der verwöhnten Kaufmannstochter war, Privatinsolvenz anmelden zu müssen und vollends vom dritten Gatten Leo Herl (73) abhängig zu sein.

Mehr als sieben Jahre lebte sie mit dieser Bedrohung. Erst kurz vor Weihnachten 2016 gelang es mithilfe des Mediators Clemens Vedder (69), einen Vergleich zu erzielen, der ihr einen standesgemäßen Lebensabend garantiert.

Ihr wird zunächst ein Vermögen von etwa 70 Millionen Euro belassen. Ihre Beteiligungen an zwei Kölner Immobilienfonds kauft Sal. Oppenheim zurück. Zudem behält Schickedanz zwei Immobilien vor den Toren Nürnbergs — ihr Elternhaus in Hersbruck und eine Villa im nahen Zirndorf, in der ihr Ehemann Nummer zwei, der ehemalige Quelle-Chef-Wolfgang Bühler (84), lebenslanges Wohnrecht hat.

Auch die übrigen Immobilien sind nicht verloren, Vedder als Verwertungsbeauftragter soll sie binnen zwei Jahren verkaufen. Die etwa 100 Objekte liegen teilweise in Gesellschaften, an denen Schickedanz Anteile besitzt. Der Verkehrswert wird bei der Deutschen Bank aufmehr als eine halbe Milliarde Euro geschätzt. Schickedanz bekommt vom Erlös rund ein Fünftel, das Geldhaus den Rest.

Bis zum Vergleich war es ein weiter Weg. Zunächst stellte sich die Bank stur. Weil Verjährung drohte, verfertigten Schickedanz‘ Anwälte, ihre langj ährige Nürnberger Sozietät Beisse & Rath und die Kölner Kanzlei Ringstmeier & Kollegen, Ende 2011 eine Klageschrift, die sie erst einmal der Bank übersandten. Auf gut 130 Seiten zeichneten sie das Bild einer Frau, die benutzt, drangsaliert, getäuscht und betrogen worden war.

Der Schriftsatz las sich wie ein Thriller, warf aber die Frage auf, ob sich Schickedanz tatsächlich alle Dispositionen über ihr Vermögen hatte abnehmen lassen — als wehr- und willenloses Opfer.

Im Mai 2012, die Bank zeigte sich immer noch unbeeindruckt, wurde beim Landgericht Köln Klage eingereicht — gegen Sal. Oppenheim und 13 andere Beteiligte aus dem Dunstkreis des Instituts. Schickedanz forderte 1,2 Milliarden Euro Schadensersatz plus die Negativfeststellung, dass sie 700 Millionen Euro an Krediten nicht zurückerhält.

 

 

Zircon Invest GmbH

Der Tipp zur Zircon Invest GmbH stammt von einer aufmerksamen Leserin: Da wird der alte Vorstand der Berliner Zircon Invest GmbH aus dem Amt gejagt, und schon taucht eine neue Gestalt am Horizont der Firmenleitung auf: Oliver Halbach, seines Zeichens Geschäftsführer und „Mann der Praxis“. Tatsächlich macht er viel, fährt offensichtlich mehrgleisig und wird ebenfalls als Geschäftsführer einer Firma Selandia Finanz GmbH aus Berlin, geführt. Auch mit derselben Adresse wie Zircon Invest, nämlich Bauhofstrasse 1, in 10117 Berlin. Merkwürdig: Ein Geschäftsführer, der eingestellt wird, um den Karren aus dem Dreck zu ziehen, den ein Andreas Greiling mit Mißmanagement dorthin befördert hatte. Wie kann der gute Mann, also O. Halbach, sich auf die Führung zweier unterschiedlicher Unternehmen konzentrieren, wo das Image der Zircon Invest bereits arg ramponiert ist? Eigentlich geht das nicht. Sucht man dann weiter, um etwas mehr über O. Halbach zu erfahren, findet man bei „Linked-in“ ein Profil mit der Information, dass er aktuell Geschäftsführer von Selandia ist.

Kein Wort zu Zircon Invest, wo er erst im vergangenen Jahr als Geschäftsführer eingestellt wurde. Dass die sozialen Netzwerke ein wichtiger Bestandteil der Firmenpräsentation sind, scheint zu dem guten Mann bis dato nicht durchgedrungen zu sein. Bedingt durch seine Doppelfunktion ist ihm vielleicht ja auch keine Zeit geblieben, um seine eigene Webpräsenz einmal zu ordnen. Allerdings: um ein Top-Manager zu sein, braucht es schon etwas mehr, als nebulöse Strukturen und undurchsichtige Managementaufgaben hinter sich herzuziehen. Kein Wunder, dass sich Kunden der Zircon Invest, die ärgerlicherweise in ein Nachrangdarlehen der Firma investiert haben, sich sehr besorgt im „Netz“ äußern. Die Angst geht um, dass die Zircon Invest GmbH ihren Rückzahlungs-Verpflichtungen nicht nachkommt. Und dass ein Manager mit Mehrfachbelastung seinen Aufgaben nicht gewachsen ist. Kein schönes Gefühl für Anleger, die täglich in den Medien über Veruntreuung und Betrug und Firmenpleiten lesen können.

Da ist es nicht überraschend, dass sich auch Rechtsanwälte, wie der erfolgreiche Anlegeranwalt Seimetz, für das Geschäftsmodell der Zircon Invest interessieren und ihre Dienste anbieten, wenn es um das Thema „arglistige Täuschung“ oder nicht erfolgte Rückzahlung von Zinsen oder Einlage geht. Dass der dubiose Rechtsanwalt Resch mit seinen Resch Rechtsanwälten noch nicht darüber berichtete, ist selten wie verwunderlich. Das Unternehmen zahlt utopische Zinsen in Höhe von 10% p.a. auf die Einlage, da kann man sich gut vorstellen, dass es da hin und wieder zu einem Zahlungsverzug kommt. Und überhaupt: Wer mit solch einer schlechten Webpräsenz „glänzt“ und meint, er müsse mit Kundengeldern seine operativen Geschäftstätigkeiten im Immobilien- und Bau-Business finanzieren, dem bleibt ja bald gar nichts anderes übrig, als mit überhöhten und völlig unrealistischen Zinsversprechen neue Investoren zu gewinnen. Darum sei jedem geraten, bevor er irgendwo Geld anlegt, erst einmal kurz in den Suchmaschinen zu stöbern. Das kann einem hin und wieder im letzten Moment die Augen öffnen.

ZIRCON INVEST GMBH: NEBULÖSE MANAGEMENT- UND UNTERNEHMENSSTRUKTUREN

Der Tipp zur Zircon Invest GmbH stammt von einer aufmerksamen Leserin: Da wird der alte Vorstand der Berliner Zircon Invest GmbH aus dem Amt gejagt, und schon taucht eine neue Gestalt am Horizont der Firmenleitung auf: Oliver Halbach, seines Zeichens Geschäftsführer und „Mann der Praxis“. Tatsächlich macht er viel, fährt offensichtlich mehrgleisig und wird ebenfalls als Geschäftsführer einer Firma Selandia Finanz GmbH aus Berlin, geführt. Auch mit derselben Adresse wie Zircon Invest, nämlich Bauhofstrasse 1, in 10117 Berlin. Merkwürdig: Ein Geschäftsführer, der eingestellt wird, um den Karren aus dem Dreck zu ziehen, den ein Andreas Greiling mit Mißmanagement dorthin befördert hatte. Wie kann der gute Mann, also O. Halbach, sich auf die Führung zweier unterschiedlicher Unternehmen konzentrieren, wo das Image der Zircon Invest bereits arg ramponiert ist? Eigentlich geht das nicht. Sucht man dann weiter, um etwas mehr über O. Halbach zu erfahren, findet man bei „Linked-in“ ein Profil mit der Information, dass er aktuell Geschäftsführer von Selandia ist.

Kein Wort zu Zircon Invest, wo er erst im vergangenen Jahr als Geschäftsführer eingestellt wurde. Dass die sozialen Netzwerke ein wichtiger Bestandteil der Firmenpräsentation sind, scheint zu dem guten Mann bis dato nicht durchgedrungen zu sein. Bedingt durch seine Doppelfunktion ist ihm vielleicht ja auch keine Zeit geblieben, um seine eigene Webpräsenz einmal zu ordnen. Allerdings: um ein Top-Manager zu sein, braucht es schon etwas mehr, als nebulöse Strukturen und undurchsichtige Managementaufgaben hinter sich herzuziehen. Kein Wunder, dass sich Kunden der Zircon Invest, die ärgerlicherweise in ein Nachrangdarlehen der Firma investiert haben, sich sehr besorgt im „Netz“ äußern. Die Angst geht um, dass die Zircon Invest GmbH ihren Rückzahlungs-Verpflichtungen nicht nachkommt. Und dass ein Manager mit Mehrfachbelastung seinen Aufgaben nicht gewachsen ist. Kein schönes Gefühl für Anleger, die täglich in den Medien über Veruntreuung und Betrug und Firmenpleiten lesen können.

Da ist es nicht überraschend, dass sich auch Rechtsanwälte, wie der erfolgreiche Anlegeranwalt Seimetz, für das Geschäftsmodell der Zircon Invest interessieren und ihre Dienste anbieten, wenn es um das Thema „arglistige Täuschung“ oder nicht erfolgte Rückzahlung von Zinsen oder Einlage geht. Dass der dubiose Rechtsanwalt Resch mit seinen Resch Rechtsanwälten noch nicht darüber berichtete, ist selten wie verwunderlich. Das Unternehmen zahlt utopische Zinsen in Höhe von 10% p.a. auf die Einlage, da kann man sich gut vorstellen, dass es da hin und wieder zu einem Zahlungsverzug kommt. Und überhaupt: Wer mit solch einer schlechten Webpräsenz „glänzt“ und meint, er müsse mit Kundengeldern seine operativen Geschäftstätigkeiten im Immobilien- und Bau-Business finanzieren, dem bleibt ja bald gar nichts anderes übrig, als mit überhöhten und völlig unrealistischen Zinsversprechen neue Investoren zu gewinnen. Darum sei jedem geraten, bevor er irgendwo Geld anlegt, erst einmal kurz in den Suchmaschinen zu stöbern. Das kann einem hin und wieder im letzten Moment die Augen öffnen.