Betrug und Unterschlagung bei der Rietumu Banka JSC Riga

Bank sperrt Konten unbescholtener Kunden ohne Rechtsgrund.

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Klaus K. aus Berlin meldet sich bei Fraudanwalt – sein Rietumu Konto wurde im März gesperrt. Angeblich wolle man keine weiteren Kunden mit Firmen aus Drittländern (insbesondere Steueroasen).

Fraud at Rietumu Banka
Fraud at Rietumu Banka

Mit diesen Firmen hatte die Bank in den letzten Jahren viel Geld gemacht und sogar für die Kontoeröffnung geworben. Leider wurde Sie – zuletzt von der französischen Bankenaufsicht – zu einer Strafzahlung von über 80 Mio Dollar verurteilt eben wegen dieser Steuerhinterziehungsmodelle. Nun sind aber nicht alle “Shelf”-Companies strafbare Konstrukte. In Ländern wie Deutschland oder Belgien ist es nicht verboten, in Steueroasen Firmen zu gründen.

Nun holt die Rietumu Bank weiter aus als nötig – offensichtlich will man sich den Schaden nun bei den Kunden wieder reinholen. Man befürchtet wohl, dass alle Kunden Ihre Guthaben von der Rietumu Banka abziehen – dann stünde die Bank – schon alleine wegen der 80 Millionen Strafe – mittellos da und könnte Ihre Pforten für immer schließen.

Zahlreiche Kunden der Bank berichten, dass Guthaben von mehreren hundert Tausend Dollar bereits seit März “frozen” also eingefroren sind. Und plötzlich werden monatliche Gebühren für die “Kontoführung” von 1000 Dollar und mehr berechnet.

Wann man das Geld zurückerhalte oder ob überhaupt bleibt fraglich – auf diese Frage erhielten alle unsere Informanten bisher keine Antwort.

Fraudanwalt warnt ausdrücklich vor der Rietumu Banka – es ist nicht auszuschliessen, dass Sie Ihre dortigen Einlagen vollständig verlieren. Wir raten allen Kontoinhabern an, sich an die Finanzaufsicht Ihres Landes zu wenden (in Deutschland z.B. die BAFin) und auch an die Aufsicht in Lettland (https://www.bank.lv/)

Gegen den Vorstand der Rietumu Banka bietet sich eine Strafanzeige an. Diese erstatten Sie direkt bei der Bankaufsicht.

Viele Geschädigte und Betrogene haben sich auch in diesem Forum zusammengefunden

Frans D. aus Dänemark berichtet

Ich hatte zum Glück nur noch 15.000 EURO auf der Rietumu Bank als man mir kündigte und das Konto sperrte. Das Geld solle alsbald an mich überwiesen werden. Das war im März. Nun wurde für März, April, Mai und Juni jeweils 1.000 EURO Kontogebühr berechnet. Blieben noch 11.000 EURO. Jetzt wurde noch 5000 EURO AML (Geldwäsche d. Red.) Gebühr abgezogen. Bleiben noch 6.000 EURO. Ich bin sicher auch davon werde ich keinen Cent erhalten. Man wird weiter Monatsgebühren abziehen bis das Konto leer ist. Das ist gewerblicher Betrug im großen Stil. Bandenmäßig und offensichtlich von einer kriminellen Organisation durchgeführt.

Wie man bei “Die Presse” erfährt ist der Chef der Rietumu Bank tatsächlich wegen Geldwäsche zu 4 Jahren verurteilt worden aber weiter im Amt. Unvorstellbar was bei der Bank abgeht.

Wir baten die Bank um Stellungnahme haben bis heute jedoch keine Antwort erhalten.

 

 

Gemeinsames Konto nach Trennung leergeräumt – was man jetzt noch tun kann

Solange eine Beziehung funktioniert, ist ein gemeinsames Konto eine praktische Sache. Problematisch wird es erst, wenn das Paar sich trennt. Nämlich dann, wenn einer von beiden eigenmächtig das gesamte Geld abhebt.

Was man über Gemeinschaftskonten wissen muss

In vielen Partnerschaften gibt es Giro- oder Sparkonten, die als gemeinsames Konto geführt werden. Man erkennt das daran, dass beide als Inhaber auf dem Kontoauszug stehen. Insbesondere bei Girokonten ist es zweckmäßig, wenn diese als Oder-Konto eingerichtet wurden. Denn in diesem Fall kann jeder Inhaber ohne Zustimmung des anderen über das gesamte Kontoguthaben verfügen und beispielsweise Geld abheben oder Überweisungen veranlassen. Was im Alltag durchaus erwünscht ist, kann im Trennungsfall zum Verhängnis werden, wenn sich ein Partner illoyal verhält und heimlich das gesamte Konto abräumt – im schlimmsten Fall sogar noch den Dispokredit ausreizt.

Das Gegenstück zum Oder-Konto ist das Und-Konto: Hierbei können sämtliche Kontoverfügungen nur gemeinsam getätigt werden. Eine Kontoplünderung nach der Trennung wäre bei einem Oder-Konto also gar nicht erst möglich.

So ist die Rechtslage bei Kontoplünderungen

Die Inhaber eines Oder-Kontos sind aus juristischer Sicht sogenannte Gesamtgläubiger im Sinne des $430 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB). Deshalb kann ein Kreditinstitut das komplette Guthaben an einen der Kontoinhaber mit schuldbefreiender Wirkung auszahlen und braucht sich nicht darum zu kümmern, wem es tatsächlich zusteht. Im Innenverhältnis gehört allerdings jedem Kontoinhaber grundsätzlich die Hälfte, falls es keine anderweitige Bestimmung gibt. Dabei ist es vollkommen egal, wer das Geld eingezahlt hat oder woher es stammt. Gehen auf einem Girokonto beispielsweise nur Gehaltszahlungen des Ehemannes ein, so steht der Ehefrau trotzdem der hälftige Anteil zu.

Dieser Ausgleichsanspruch hat übrigens nichts damit zu tun, dass ein Paar verheiratet ist. Auch bei unverheirateten Paaren gilt nichts anderes. Deshalb kann man seinen Anspruch ggf. auch zusätzlich zum Zugewinnausgleich oder Unterhalt geltend machen.

Wer etwas will, muss tätig werden

Wer sich als Opfer einer Kontoplünderung im Recht fühlt, hat deswegen noch lange nicht sein Geld wieder. Vielmehr muss man seinen Anspruch einfordern. Wenn außergerichtliche Bemühungen nichts bringen, wird ein gerichtliches Verfahren unausweichlich. Nachdem es sich hierbei um eine sonstige Familiensache (g 266 FamGF) handelt, ist das Familiengericht zuständig. Aufgrund des gesetzlichen Anwaltszwanges muss man neben den Gerichtskosten auch ein entsprechendes Honorar einkalkulieren. Wer kein oder nur geringes Einkommen hat, kann auch die staatliche Beratungs- und Verfahrenskostenhilfe beantragen und muss die Kosten entweder nur in Raten oder gar nicht selbst bezahlen.

Ganz so einfach ist  es dann doch nicht

Der Anwaltszwang ist durchaus berechtigt, denn es warten jede Menge Fallstricke, wenn man nach einer Kontoplünderung sein Recht durchsetzen will. Das hat verschiedene Gründe:

Der Ausgleichsanspruch unterliegt einer Verjährungsfrist von drei Jahren.
Wartet man zu lange, ist das Geld verloren. Bei Eheleuten beginnt diese Frist erst mit der Rechtskraft der Scheidung, da die Verjährung unter Eheleuten während einer bestehenden Ehe gehemmt ist. Ansonsten gilt als Verjährungsbeginn der Schluss des Jahres, in dem die Kontoplünderung erfolgte und man davon Kenntnis erlangte. Aber auch schon vor Ablauf der Verjährung kann man seinen Anspruch unter bestimmten Voraussetzungen verwirken. Etwa dann, wenn man lange Zeit untätig war und der andere davon ausgehen konnte, dass er das Guthaben für sich alleine behalten darf.

Aufgrund der gesetzlichen Vermutung, dass jedem Kontoinhaber die Hälfte des Guthabens gehört, steht derjenige in der Beweislast, der das Konto leergeräumt hat. Er muss das Gericht davon überzeugen, dass er mehr als die Hälfte behalten durfte. Wenn ein nicht rentenversicherungspflichtiger Unternehmer beipielsweise auf einem gemeinsamen Sparkonto etwas für seine eigene Altersvorsorge angespart hat und das auch plausibel darlegen kann, so kann dies den Halbteilungsgrundsatz bereits ins Wanken bringen. Das Problem liegt freilich darin, die Existenz einer solchen Vereinbarung nachzuweisen, da es in aller Regel an der Schriftform fehlt.

Auch wenn man vom Gericht grundsätzlich Recht bekommt, bedeutet das noch lange nicht, dass man tatsächlich auch sein Geld wiedersieht. Denn wo nichts ist, da kann man bekanntlich auch nichts mehr holen. Die juristische Bezeichnung
hierfür lautet Entreicherung: Sie bedeutet nichts anderes, als dass der Kontoplünderer das Geld bereits ausgegeben hat, um damit beispielsweise seinen Lebensunterhalt zu finanzieren.

Lieber vorsorgen als später dem Geld hinterherrennen

Es klingt zugegebenermaßen sehr unromantisch: Wenn jeder Partner sein eigenes Konto hätte, dann gäbe es keine Kontoplünderungen nach einer Trennung. Wer das nicht möchte, sollte wenigstens über ein Dreikonten-Modell nachdenken, bei dem jeder seinen Anteil für Fixkosten auf ein extra Konto einzahlt. Weiterhin ist es ratsam, unmittelbar nach einer Trennung die Bank zu informieren. Diese kann veranlassen, dass Kontoverfügungen nur noch von beiden Inhabern gemeinsam getätigt werden können.

Anlegerbetrug mit Schneeballsystem

Im Februar war die Staatsanwaltschaft Frankfurt mit 1200 Fahndern in den Räumen der Immobiliengruppe S&K angerückt und hatte 130 Standorte untersucht. Die beiden Geschäftsführer der S&K Kapitalanlagegesellschaft, Schäfer und Köller, sind nach Angaben des Generalstaatsanwalt Hans-Josef Blumensatt die Hauptbeschuldigten. Ihnen wird Untreue sowie gewerbs- und bandenmäßiger Betrug mit Kapitalanlagen vorgeworfen. Sie sollen die Anleger über ein Schneeballsystem geprellt und das Geld mit einem extrem aufwendigen Lebensstil verprasst haben. Bei einem Schneeballsystem werden die Gelder der Anleger gar nicht investiert, sondern neue Einzahlungen genutzt, um die Ausschüttungen an alte Gläubiger zu bezahlen.

Das System der S&K bestand aus zahlreichen Tochterunternehmen und diversen Fonds. Um zu erkennen, dass dabei etwas nicht stimmte, mussten Anleger schon sehr genau hinschauen und eine ordentliche Portion Finanzwissen mitbringen. So investierte der Fonds „Deutsche S&K Sachwerte Nr. 2“ laut Emissionsprospekts gar nicht direkt in Immobilien, vielmehr wurde mit dem Geld der Anleger ein Darlehen an ein S&K-Tochterunternehmen gezahlt. Dessen Investitionen sollten dann „im weitestgehenden Zusammenhang mit Immobilien“ stehen.

Gelockt wurden die Anleger mit sehr hohen Zinsen. Ihnen wurde eine jährliche Rendite von zwölf Prozent in Aussicht gestellt – und das, obwohl von ihrer Einlage und dem zu zahlenden Aufschlag nur etwas mehr als 80 Prozent als Darlehen weitergegeben wurden. Der Rest ging laut Prospekt für Vergütungen, Provisionen, sonstige Kosten und eine kleine Liquiditätsreserve drauf.

Nicht nur der mutmaßliche Anlegerbetrug sorgte für Aufregung, sondern auch der exzessive Lebensstil der S&K-Gründer Stephan Schäfer und Jonas Köller. Es wurden zahlreiche Bilder öffentlich, die sie bei ihren legendäre Partys, mit Models, Promis und Luxuskarossen zeigten.

 

STAR OIL PRODUCTION UND PROVEN OIL SIND BRÜDER IM GEISTE

Das Öl- und Gas-Geschäft in Kanada, seit Jahrzehnten ein Eldorado für Goldgräber und Ölfirmen, verkommt zunehmend zum Milliardengrab für deutsche Anleger. HCI Capital AG, MPC Deepsea Oil Explorer oder auch Proven Oil bringen tausenden Anleger heute noch um den Schlaf, weil Ersparnisse sich in Luft aufgelösthaben.

Jedoch versuchen immer wieder neue Firmen mit öligen Geschäftsideen an das Anlegerkapital zu gelangen, ein Ende der Öl-Rallye scheint nicht in Sicht. Die Star Oil Production GmbH aus Hamburg bietet Anlegern Anteile an einer LLC an, in diesem Jahr sollen laut Aussagen von Geschäftsführer Thomas Ruf bereits drei Quellen erschlossen worden sein. Die Teilhaberschaft an einer US-LLC ist für Anleger aus Deutschland umfangreich und komplex.

Der Kopf des Unternehmens ist Thomas Ruf, der gleiche Thomas Ruf, der noch bis vor wenigen Wochen bei Proven Oil war. Das Modell von Star Oil Production GmbH „weicht von der Blindfonds- Konstruktion der genannten anderen Firmen Proven Oil stark ab. Wir haben ein Direktinvestitionskonzept mit Grundbuchabsicherung der Investoren“, erläutert Ruf gegenüber Fraudanwalt.

Nachdem der Star Oil Production-Geschäftsleiter Thomas Ruf kürzlich bei Proven Oil Canada oder besser gesagt bei dem, was von POC noch übrig ist -gefeuert wurde – kritisiert er Fraudanwalt für die ungefragte Berichterstattung in der vergangenen Woche. „Man sollte zuerst verstehen, bevor man kommentiert“, erzürnte Ruf in einer E-Mail an die Redaktion. Vorangegangen war ein Fraudanwalt-Bericht über die riskante Wette auf Öl der Hamburger Star Oil Production GmbH, Ruf’s eigentlicher Hauptfirma. Diese Erwähnung ist insofern wichtig, weil Thomas Ruf versucht hat einige Anleger der Proven Oil Canada Fonds zu seiner Star Oil Production zu locken und bot ihnen Beteiligungen in fünfstelliger Höhe an.

Daraufhin wollten wir es genauer wissen und übersandten Ruf einen Fragenkatalog:

Fragen an Thomas Ruf:

 

Haben Sie Ihre Nähe zu Proven-Anlegern genutzt, um sie für Ihr eigenes Projekt anzuwerben?

Keine Antwort.

 

Was war der Grund für Ihre Entlassung bei Proven Oil?

Keine Antwort.

 

Weshalb sind nach wie vor Kontakt-Informationen von Ihnen bei Proven Oil zu finden?

https://proven-oil-canada.com/impressum/

Keine Antwort.

 

Sind Edmund Kockartz oder Klaus Christochowitz in Ihre Handlungen involviert?

Keine Antwort.

 

Wie viel von den einbezahlten 15 Millionen Euro sind noch vorhanden?

Keine Antwort.

 

Ist es wahr, dass sich Kockartz oder Christochowitz an den Geldern bedienen/ten? (Spesen)

Keine Antwort.

 

Schätzen Sie die finanzielle Situation Ihres Unternehmens ein.

Keine Antwort.

 

Halten Sie den Verkauf von LLC-Anteilen für eine sichere Kapitalanlage?

Keine Antwort.

 

Weshalb blockiert sich plötzlich Thomas Ruf von der Star Oil Production GmbH? Und ist zu keiner Stellungnahme mehr bereit?!

Kein weiterer Kommentar…

VEGAS COSMETICS GMBH-BERATER: ZIEMLICH KRIMINELLE FREUNDE?

Es ist ein spätsommerlicher Mittwochabend im Jahr 2013 als sich Carlos Fernandes (Vegas Cosmetics-Gründer) entschließt zwei dubiose Akteure aus der MLM-Szene ins Boot zu holen. Carlos Fernandes hat keinen Schulabschluss, aber dafür hat er Erfahrung mit Kosmetik-Produkten und dem Vertriebssystem MLM. Dennoch hat er es nicht geschafft, seine Vegas Cosmetics dort hinzuführen, wo andere wie L&R Beauty bereits vor ihm waren – an der Spitze, erfolgreich.

Kriminalität ist innerhalb der MLM-Szene eine Begleiterscheinung, die jedem Mitwirkenden bewusst ist, wenn auch manchmal nur innerlich. Kontinuierlich zockt eine Firma ihre Vertriebspartner oder „Berater“ wie es im Fachjargong heißt, ab, oder die „Berater“ zocken ihre Bekannten ab, weil sie ihnen wertlose Produkte verkaufen, das halten viele für normal oder haben es selbst erlebt. Aus diesem Grund ist es wenig verwunderlich, dass Carlos Fernandes gleich zwei mutmaßlich kriminelle MLM-Profis zu Vegas Cosmetics GmbH geholt hat. „Jürgen Liebig ist umtriebig und gierig“, sagte ein Weggefährte gegenüber Fraudanwalt. Und sein neuer „ziemlich krimineller Freund“ Oliver Brecht, der mit „GlobePartners“ schon mal abzockte ist ebenfalls mit dabei, auf der Suche nach Beute.

Jürgen Liebig ein Gauner in Nadelstreifen?

Der MLM-Profi Jürgen Liebig ist nach eigenem Bekunden ein Selfmade-Millionär und war früher die selbsternannte Nummer 1 bei L&R Beauty. „Geld verdirbt den Charakter“, kaum eine Weisheit soll auf Jürgen Liebig so zutreffen wie diese. Denn nachdem er bei L&R aufgestiegen ist, soll er Aussagen von Beteiligten zufolge – seine eigenen Vertriebskollegen abgezockt haben. Überall wo Jürgen Liebig war, hinterließ er Verärgerung und Trümmer, weshalb sollte es jetzt bei Vegas Cosmetics anders sein? Kurz nachdem er sich bei Vegas Cosmetics eingelebt hatte, plante er seine erste Intrige, um an das Geld anderer Vertriebspartner zu gelangen. Und die sollte erfolgreich laufen. Der eigentlich seriöse Networker Rainer Schulte wurde fristlos von Carlos Fernandes, Geschäftsführer Vegas Cosmetics, gekündigt. Rainer Schulte, der bis 1998 als erfolgreicher Networker unter den TOP 10 von LR Kosmetik war, sollte nun, nach mehr als 10-Jähriger Vertriebspartnerschaft Vegas Cosmetics verlassen – fristlos. Ein dubioser Umsatzbringer wie Liebig ist Fernandes eben mehr wert als ein seriöser Vertriebspartner.  Unter seiner Beraternummer bei Vegas vermittelte er, nach eigenen Angaben, insgesamt 26 Millionen Verkaufsumsatz. Kann Vegas Cosmetics mit Jürgen Liebig eine seriöse Zusammenarbeit mit seinen Beratern führen? Wie soll das gehen? Vielleicht mit dem windigen Oliver Brecht, den Liebig eingespannt hat? Wohl kaum. Auf Mallorca hat Liebig mit seiner Frau Immobilien erworben, um Vegas-Berater und die, die es noch werden wollen, zu empfangen. Doch dazu an anderer Stelle mehr.

Serienbetrüger Oliver Brecht Berater bei Vegas Cosmetics?

Der dubiose MLM-ler Oliver Brecht ist auf Anraten von Jürgen Liebig bei Vegas Cosmetics eingestiegen, zunächst als „Vegas Berater“, heißt es aus unternehmensnahen Kreisen. Oliver Brecht ist selbsternannter Finanzspezialist, Tradingexperte und jetzt bei Vegas Cosmetics auch Kosmetik-Guru – eben für alles, was sich über MLM verkaufen lässt ist Oliver Brecht ein selbsternannter Experte. Mit GlobePartners hat Brecht ein Schneeballsystem erschaffen, dass seine wahre kriminelle Energie offenbart. Laut Aussagen von Insidern soll deshalb die Staatsanwaltschaft auf den Plan gerufen worden sein. Möglicherweise hält sich Oliver Brecht meist im Ausland auf, um sich den Deutschen Strafverfolgungsbehörden zu entziehen. GlobePartners sollte den Handel mit binären Optionen am internationalen Finanzmarkt ermöglichen. Bei seinen Betrügereien schreckt Oliver Brecht nicht einmal davor zurück öffentlich zu lügen! Auf der Seite seines Schneeballsystems schrieb er:

“GlobePartners ist ein sicheres und solides Finanzinstitut mit mehreren Niederlassungen auf der Welt und einer weltweiten Lizenz als Broker! Das Headquarter mit dem internationalen Support-Center und über 60!! Angestellten! befindet sich in Israel!“

Nachdem Brecht von Anlegerschützern ertappt wurde schrieb er öffentlich: „Wer sich ernsthaft für diese Chance, ganz am Anfang dabei zu sein mit einer neuen Sache, interessiert, kann mich gerne kontaktieren! www.oliverbrecht.com“. Zu dumm, dass die Seite gar nicht existiert.

Aus unserer Sicht ist diese Darstellung ein vorsätzlicher Betrug! Wie so häufig hat nur Brecht, der Gründer der Abzocke, abkassiert, seine Jünger haben nur gezahlt. Dass Oliver Brecht jetzt gemeinsame Sache mit Jürgen Liebig und Vegas Cosmetics GmbH macht – lässt uns aus Sicht der Berater Böses erahnen. Zum Fraudanwalt-Bericht.

Die dunkle Seite von Vegas Cosmetics GmbH

„Vegas Cosmetics-Berater, insbesondere die Neuankömmlinge lassen sich gerne blenden“, berichtet ein ehemaliger Vertriebler gegenüber Fraudanwalt. Und tatsächlich sieht das Leben eines Vegas-Beraters ungefähr so aus: Ein eigenes Haus, teure Anzüge, Sportwagen und jede Menge Geld, das man bekommt ohne wirklich etwas dafür zu leisten.

Die Wahrheit ist ganz anders, da rechnerisch nur ein geringer Teil, der kaum größer ist, als dass das Management-Team um Carlos Fernandes und Jürgen Liebig damit ernsthaft gutes Geld verdienen könnte.Das klassische MLM-System lebt davon, dass die eigenen Vertriebler die Waren kaufen und danach nochmals irgendwelche Menschen finden, die die meist minderwertigen oder überteuerten Produkte nochmals kaufen und sich innerhalb der Pyramide an ihr Provisionsmodell angliedern.

Bei Vegas Cosmetics erhalten Vertriebspartner keine Testprodukte kostenlos, selbst die „Testkosmetik“ muss vom Neuvertriebler bezahlt werden. Das bedeutet, dass Vegas Cosmetics Geld verdient, in dem sich neue Berater vom Erfolg blenden lassen – oder warum gibt es nicht einmal die Test-Produkte umsonst?

Vorsicht vor Vegas Cosmetics-Veranstaltungen

Die Masche von Vegas Cosmetics beinhaltet nicht nur, dass der meiste Umsatz innerhalb der Vertriebsbelegschaft generiert wird, nein, auch Veranstaltungen mit Eintrittspreisen von ca. 40 Euro sorgen dafür, das Geld in die Kassen von Fernandes gespült wird.

Eine dieser Verkaufs-Veranstaltungen fand erst vor wenigen Wochen in Dortmund statt.

Am 30.09.2017 lud Vegas Cosmetics ins Best Western Hotel Dortmund Airport ein. Von 13.00 Uhr bis 17.30Uhr durften die Teilnehmer dem Versprechen von Erfolg und Reichtum lauschen. Die Orgaleiter aus dem Team Rocket Münsterland und Soest, waren Markus Peyrick, Sergej Hass, Sergej Pavlük. Allesamt gescheiterte Persönlichkeiten, die es sich zur Lebensaufgabe gemacht haben, Leute dazu zu bringen, anderen Leuten Kosmetik-Produkte anzudrehen. Ebenso wie Vegas-Chef Fernandes verfügen viele MLM-ler nicht einmal über eine ausreichende Schulbildung, aber erzählen von Reichtum und Erfolg. Auf den Facebook-Seiten von Markus PeyrickSergej Hass und Sergej Pavlük kann man die Vegas-Masche gut erkennen: Mit Geld präsentieren“, lautet die Devise.

Jeder der drei Orgaleiter hatte mehrere Gruppenleiter mit dabei, welche wiederum bis zu 6 oder 7 weitere sogenannte Partner mit dabei hatten.  Auf der Veranstaltung waren mehr als 80 Menschen. Hauptsächlich russische junge Frauen waren an dieser Veranstaltung beteiligt. Warum? Weil es egal ist wer kommt, Hauptsache die Proben werden gekauft.

„Es wurde immer wieder bei der Verkaufs-Veranstaltung erwähnt, dass man diese Vegas-Produkte erst einmal für sich selbst kaufen solle, um diese zu testen“, erinnert sich eine Teilnehmerin. Entweder Cremes, Gesichtsmasken oder ein Parfümtester in Brieftaschenformat. Der erste Step ist immer die Gesichtsmaske. Die Teilnehmer wurden von den Orgaleitern aufgefordert Proben zu verschicken.

Die letzte Veranstaltung vor einer Woche:

Auszug Newsletter:

Strukturmeeting Orga Liebig & Kühs

08.10.17 in D-44791 Bochum
Achat Hotel, Kohlleppelsweg 45
Beginn: 14:00 / Ende: 18:00 Uhr
Informationen für den Erfolg, neue Produkte im Q4 für Partner & Interessenten
Referenten: Jürgen Liebig, Joachim Kühs, Sergej Hass

Bitte direkt bei Jürgen Liebig anmelden!
0170-4588303

Jedoch wer jetzt glaubt alle Facetten des dubiosen Treibens von Vegas Cosmetics zu erkennen, der irrt!

Nicht nur, dass Testprodukte zum Testen erstmal gekauft werden müssen und die eigenen Vertriebsleute 40 Euro für eine Verkaufsveranstaltung berappen sollen, nein, Vegas macht auch noch Geld mit Webseiten für die eigenen Vertriebler – bezahlen müssen sie sie natürlich selbst.

Dafür, dass die Webseiten von Vegas nur kopiert werden und der Vertriebspartner dem Unternehmen Umsatz bringen soll – sind 40 Euro eine stolze Gebühr.

Auszug Vegas-Werbung:

„Mit der neuen Website ist die Partnerseite ein MUST HAVE für jeden Partner! Und wer noch keine hat, ist gut beraten, diese jetzt für nur 36 Euro (30UP/15UV) im Jahr im internen Bereich unter TOOLS zu beantragen.
Die Partner-Website ist eine 1:1 Kopie der Vegas Website, einziger Unterschied: unter Kontakt stehen eure Kontaktdaten, so dass Interessenten und Kunden bei euch landen, bzw. sich direkt bei euch registrieren.
Mit der Partner-Site kann jeder Partner durch online- und offline Werbung einfach neue Kunden und Partner gewinnen.
Jeder Besucher kann jetzt Vegas Produkte im Online-Shop einkaufen und am Ende im Warenkorb selbst entscheiden, ob er als Endkunde beim Berater bestellen möchte oder doch lieber Partner oder Premiumkunde werden möchte…
Die Partner Website erreicht man, indem man hinter der Vegas Domain seine Beraternummer eingibt (Beispiel: www.vegascosmetics.de/de10010)
Tipp: Um eine eigene kurze Domain zu haben, empfiehlt es sich,  bei 1und1, Strato, Domain Factory, etc. eine eigene Domain zu beantragen und dort eine Weiterleitung zur Partner Website einzurichten“.

 

Wer wirklich Geld verdienen will und dem ehrliche Vertriebspartner wichtig sind, sollte sich genau überlegen, ob Vegas Cosmetics der richtige Ort für Erfolg und Reichtum ist.

Die Beteiligten an der Vegas-Masche setzten wir auf die Warnliste.

AKTIEN: AUF DIESE BRANCHE KÖNNEN SIE WETTEN

AktienresearchsAktienresearchs120 000 Aktionäre und 100 000 Anleihegläubiger waren ihr Geld los. Misswirtschaft und die neue Konkurrenz durch Flugzeug und Auto hatten der größten US-Eisenbahngesellschaft die Luft abgedrückt. Stattdessen waren Autohersteller und Fluggesellschaften die Stars der frühen Siebziger. Mobilität der Zukunft? Das war, nur ein Jahr nach der Mondlandung, näher dran an Überschallflugzeugen und Raketen als an stinkenden Dieselloks.

Mit dieser Prognose lagen die meisten richtig. Die Bedeutung von Flugzeug und Auto für die Mobilität kletterte weit stärker als die von Eisenbahnen. Nur ein Irrer hätte in Eisenbahnaktien investiert. Oder?

Elroy Dimson hat dieses „Oder?“ nicht losgelassen. Über viele Jahre hat der frühere Professor der London Business School die Kursentwicklung von Aktien und Sektoren in Industrieländern seit dem vorletzten Jahrhundert in einer Datenbank erfasst. Das Ergebnis: US-Eisenbahnaktien haben ab 1970 nicht nur andere Transportbranchen, sondern auch den Gesamtmarkt haushoch geschlagen. Aus 1000 Dollar in US-Eisenbahnaktien wurden 630 000 Dollar. Wer 1975 einstieg, kommt auf 334 000 Dollar. Das ist immer noch mehr als das 25-fache dessen, was mit Autoaktien und Fluggesellschaften drin war. Es ist eine Konstante der Börsengeschichte: Investoren können mit ihrer Technologieprognose richtigliegen. Ob sie damit aber an der Börse Geld verdienen, ist eine ganz andere Frage. Eisenbahngesellschaften kämpften gegen den Niedergang,  gingen aber umsichtig mit dem Geld um und zahlten üppige Dividenden. Die Wachstumsmärkte Auto- und Luftfahrt waren hart umkämpft. In 200 Jahren Börsengeschichte wurde Innovation oft über-, Substanz hingegen unterbewertet.

Angriff der Start-Up’s

Eine Lehre, die die großen Duelle dieser Tage in einem anderen Licht erscheinen lässt: Tesla gegen Daimler und BMW; Airbnb gegen Hilton; Amazon gegen den Rest der Welt folgt man der Einschätzung an den Börsen, dann sind all diese Megaduelle schon längst gelaufen, die meisten alten Weltkonzerne sind dem Untergang geweiht. Capital glaubt das nicht und hat die Bewertungen der großen Rivalen genauer analysiert.

Der Optimismus für disruptive Techkonzerne ist größer denn je, sie tragen die globale Aktienrally. Nachdem der US-Technologieindex seit Jahresbeginn noch mal um gut 22 Prozent zugelegt hat, haben Techaktien das mit weitem Abstand größte Gewicht im S&P 500 und das zweitgrößte im MSCI World.

Richtig ist zwar: Viele BranChen werden schlicht verschwinden – so wie rund 80 Prozent aller BranChen, die es noch im Jahr 1900 gab. Und anders als etwa zu Zeiten der Techblase im Jahr 2000 erwirtschaften Apple, Google und Co. auch Milliardengewinne. „Die großen Techaktien sind in den vergangenen drei Jahren nicht teurer, sondern fundamental billiger geworden, weil ihre Gewinne rascher wuchsen als die Kurse“, sagt ein Fondsmanager.

Dennoch mahnen die Empiriker unter den Kapitalmarktforschern vor überzogenen Erwartungen. Anders als klassische Fondsmanager interessieren sie sich nicht für blumige Präsentationen über die Zukunft. Sie identifizieren wiederkehrende Muster wie Euphorie und Depression. „Dass dividendenstarke Substanzaktien kaum vom Fleck kommen und Technologieaktien wie Netflix, Amazon, Google in stratosphärische Höhen schießen — diesen Film haben wir doch schon mal gesehen. Und wir wissen auch, was in der nächsten Szene passiert. Wir wissen nur nicht, wann sie beginnt“, warnte schon vor einigen Monaten der US-Kapitalmarktforscher Robert Arnott.

Es komme eben immer ganz anders, als die Masse denkt – und die sei, so Arnott, derzeit so innovations- und technologiebegeistert wie selten. Nur sind Innovationen und Profit unterschiedliche Dinge.

Ähnlich argumentieren die Empiriker Manfred Schlumberger und Norbert Keimling. Mit rund 20 Kilometer Abstand zum trubeligen Frankfurt sitzen die Fondsmanager der Starcapital AG in Oberursel an den Hängen des Vordertaunus und wälzen die meiste Zeit historische Kursdaten. „Die besten Branchen der vergangenen zehn Jahre sind meist die schlechtesten der folgenden Dekade — und die ungeliebten der letzten zehn oft die attraktivsten für die kommenden zehn“, sagt Schlumberger. Und nach zehn Jahren mit doppelt so hohen Renditen wie der Gesamtmarkt sei der Zyklus für Technologiekonzerne bald komplett. Die Sieger des nächsten Jahrzehnts fänden Anleger seiner Meinung nach eher unter den Verlierern des letzten Jahrzehnts: Finanzwerte, Rohstoffwerte und Autoaktien, aber auch Schwellenländertitel. Dass die Mehrzahl der Investoren derzeit lieber den Innovatoren nachjage, hält er für ein Problem. „Derzeit investieren nicht die starken, sondern die schwachen Hände in große Technologieaktien“, sagt Schlumberger. Der ETF-Boom verstärke das, da viele Anleger gar nicht wüssten, wo genau sie Geld reinsteckten. Jeder vierte passiv in US-Standardwerte investierte Euro und jeder fünfte weltweit lande aber automatisch in Technologiekonzernen.

Die Kehrseite: „Wann immer ganze Branchen wie derzeit Autohersteller oder Einzelhändler oder zuvor Banken kollektiv abgestraft werden, eröffnen sich Opportunitäten“, sagt Markus Herrmann, Fondsmanager bei Lupus alpha. Die Investoren unterschieden kaum beim Abverkauf. Er selbst setzt auf Einzelhändler, die eine kluge Multikanalstrategie fahren und ihre Onlinegeschäfte mit stationären Läden verzahnen.

UBS-Fondsmanager Thomas Digenan hat die Betreiber von Luxusmalls als Profiteure ausgemacht: „Deren Geschäfte laufen nicht so sehr Gefahr, von Amazon attackiert zu werden, weil man teure Uhren, Schmuck und Bekleidung lieber stationär kauft. Sie sind aber durch Amazons Expansion mit in den Abwärtsstrudel an der Börse geraten.“

Deutsche-Asset-Manager Poppe hingegen hat damit begonnen, deutsche Autohersteller und ihre Zulieferer zuzukaufen. „Die Konzerne stellen sich den Herausforderungen der Elektromobilität, reißen das Ruder herum und haben die für Investitionen nötigen Mittel“, sagt der Fondsmanager.

Aktiengrößen als Schnäppchen

So haben Daimler, BMW und Volkswagen von den Höchstkursen Anfang 2015 zwischen 35 und 50 Prozent verloren — obwohl sie unterschiedliche Strategien verfolgen und im abgelaufenen Geschäftsjahr zusammen netto rund 22 Mrd. Euro verdienten. „Drastische Gewinneinbrüche sind eingepreist, da die Autoherstel1er auf nur noch rund zwölf Prozent Indexgewicht im Dax kommen, aber ein Drittel der Dax-Gewinne erwirtschaften“, sagt Starcapital-Manager Schlumberger. Autoaktien seien „nach allen gängigen Bewertungskennziffern wie Buchwert, Dividende, Cashflow und Co. günstig.

Die aktuellen Top-Favoriten an der Börse lieber zu meiden zahlt sich meist aus. Denn die Nummer-einsAktien ihres Sektors und Landes hinkten im Jahrzehnt nach dem Aufstieg zum Spitzenreiter dem Gesamtmarkt im Schnitt um drei bis vier Prozent pro Jahr hinterher. „Wenn Sie die Nummer eins Ihrer Branche sind, müssen Sie sich laufend entschuldigen. Weil die Geschäftspraktiken, die Sie zur Nummer eins gemacht haben – Aggressivität, Fokussierung, die Rivalen ausmanövrieren — nicht länger akzeptabel sind“, argumentiert Arnott.

Eine Vorstellung davon bekommt derzeit Google, Quasimonopolist für Internetsuchen und mit Facebook Oligopolist für Onlinewerbung -zum Fraudanwalt-Bericht. Auch der nach Börsenwert größte Handelskonzern Amazon bekommt Schwierigkeiten – bei einem Börsenwert von 474 Mrd. Dollar ist er doppelt so viel wert wie der Einzelhändler Walmart, macht aber nur halb so viel Umsatz bei geringerer Profitabilität. „Amazon schadet steuerzahlenden Einzelhändlern, damit auch Städten, Kommunen und Bundesstaaten, und kostet Jobs“, wetterte bereits US-Präsident Donald Trump. „Ich halte es für möglich, dass Amazon in den kommenden Jahren kartellrechtliche Probleme bekommen wird“, warnt Steven Berexa, Leiter des globalen Aktienresearchs von Allianz Global Investors. Trotzdem stieg die Amazon-Aktie seit Jahresbeginn um weitere 31 Prozent.

Einer, der diese Chance verpasst hat, ist US-Starinvestor Warren Buffett. „Ich habe die Kraft des Geschäftsmodells nicht verstanden“, gab Buffett im Sommer zu.

Dafür hatte er mit einer anderen Investition den richtigen Riecher – 2009 stieg er bei der Eisenbahngesellschaft Burlington Northern and Santa Fe ein. Die Investition von rund 35 Mrd. Dollar brachte ihm seither nicht nur rund 22 Mrd. Dollar Dividenden ein. Heute ist die Eisenbahngesellschaft rund das Dreifache des Kaufpreises wert.

DIE MASCHE DER STAR OIL PRODUCTION GMBH

Die Boschstraße 23 in Hamburg ist Heimat der Star Oil Production GmbH. Geführt wird die Firma aus Hamburg von den selbsternannten „Ölgräbern“ Thomas Ruf, einem angeblichen „Branchenexperten“, und dem PR-Mann Andreas K. Tichy. Der zweitgenannte Tichy ist bei Star Oil Production für die Bereiche Finanzen, Compliance und Personalwesen zuständig, woher er als gelernter PR-Mann die Qualifikation hat, um Kundengelder und Ölprojekte adäquat zu verantworten, bleibt das Unternehmen aus Hamburg schuldig.Und dabei verspricht Star Oil „maximale Transparenz“, heißt es zumindest auf der notdürftig zusammengebastelten Homepage.

Nach eigenen Aussagen will die Star Production GmbH Direktinvestitionen im US-Ölgeschäft anbieten. Dass sich der Ölpreis seit Jahren im Sturzflug befindet, der Vormarsch von Erneuerbare-Energie-Trägern nicht mehr aufzuhalten ist und dass eine Beteiligung an einer ominösen US-LLC sehr viele Risiken und Pflichten für deutsche Anleger mit sich bringt – davon scheinen Ruf und Tichy nichts mitbekommen zu haben. Die beiden werben mit kräftigen Gewinnen. Gegenstand des Unternehmens soll „die Erschließung und Bewirtschaftung von Erdöl- und Erdgasquellen, An- und Verkauf von Explorations-Lizenzen sowie alle damit im Zusammenhang stehenden Tätigkeiten“, sein. In der Realität sollen nur Anteile an mutmaßlich wertlosen LLC’s verkloppt werden, nimmt die Redaktion an.

Die Masche mit Öl und Gas ist neu

Es haben schon viele dubiose Akteure die Taschen mit Anlegergeldern gefüllt. Immer wieder sollten „Förderechte“ oder ganze „Fördergebiete“ gekauft werden. Letztlich haben Anleger in den überwiegenden Teil der Fälle einen Totalverlust erlitten. Einige traf es sogar noch härter, wie die Anleger der Canada Gold Trust-Fonds, die ihre Ausschüttungen zurückzahlen müssen oder die Anleger von Proven Oil Canada, die nur noch auf einen kleinen Prozentsatz ihres Investments hoffen dürfen.

Die Star Oil Production GmbH aus Hamburg ist vergleichsweise „jung“ und das Management kann keine nachweisbaren Erfolge in der Branche vorweisen. Aber das ist für das listige Ölduo kein Hindernis, um „positive Presse“ zu präsentieren. Gleich bei mindestens drei renommierten Zeitungen haben die Verantwortlichen von Star Oil Production Anzeigen in Form von Advertorials gekauft. Advertorials sind plumpe Anzeigen, die nach einem redaktionellen Bericht aussehen. Diese Advertorials werden gerne von Betrügern im Graukapitalmarkt genutzt. Zwar ist innerhalb der redaktionellen Anzeigen ein Hinweis mit der Aufschrift „Anzeige“ versteckt, aber für den normalen Leser kaum zu identifizieren. Die Macher der guten Presse sind Ruf und Tichy. Und woher stammen die knapp 4000 Euro für die gekauften Anzeigen? Aus ihrer eigenen Tasche oder vom Anlegergeld? Wir können es nur erahnen.

Aus unserer Sicht ist das Geschäftsmodell eine gute Möglichkeit, sein Ersparnis loszuwerden…die Star Oil Production GmbH ist ein Fall für die Warnliste.

KRYPTOWÄHRUNG: EINE LIZENZ ZUM GELDRUCKEN

Im Februar 2016 wendet sich Max Kordek, 24 Jahre alt, Student der Elektrotechnik aus Aachen, an die Kryptoszene und bittet um Geld. 30 Tage später hat er 14 079 Bitcoin beisammen, damaliger Gegenwert: gut 6 Mio. Dollar. Mit dem Kapital  will Kordek ein Start-up aufbauen: Lisk, eine Softwareplattform, auf der Entwickler Blockchainanwendungen einfacher programmieren können.

Kordek hat zu diesem Zeitpunkt weder ein fertiges Produkt noch ein vorzeigbares Team, ganz zu schweigen von einem Büro oder einem angemeldeten Unternehmen.

Seinem Mitgründer, dem 36-jährigen Briten Oliver Beddows, ist er nie persönlich begegnet, die beiden kennen sich nur übers Netz.

Lösen Kryptowährungen Crowdfunding ab?

Dass jemand in einen solchen Laden Millionen investieren würde, klingt schwer vorstellbar. Bei professionellen Venture-Capital-lnvestoren war Kordek zuvor abgeblitzt. „Ich hatte null Renommee bei den VCS“, erinnert er sich. „Dann ist es schwer, an Geld zu kommen.“ Der Ausweg war ein Initial Coin Offering (ICO): Das Start-up gab im Tausch gegen Bitcoin eine eigene virtuelle Währung namens Lisk aus. Deren Marktkapitalisierung stieg zwischenzeitlich — das Unternehmen war da auf knapp 20 Mitarbeiter gewachsen, hatte aber immer noch kein fertiges Produkt auf über 900 Mio. Dollar. Wer beim ICO dabei war, hätte seinen Einsatz also theoretisch um das 150-Fache steigern können. Selbst für die ziemlich verrückte Welt der Kryptoinvestments ist das eine irre Zahl.

Kein Wunder, dass Anleger sich gerade um neue Coins reißen. Und dass mehr und mehr Start-ups auf die Finanzierungsmethode setzen.

Schon ist eine heftige Debatte um ICOs entbrannt, an der nicht nur Kryptonerds beteiligt sind, sondern auch Ökonomen, Investoren und Aufsichtsbehörden. ICOs sind das neue Crowdfunding, sagen die einen: eine Revolution der Unternehmensfinanzierung, demokratisch, effizient, sicher. Der ausufernde Boom spiegele nur das revolutionäre Potenzial der Technologie wider.

ICOs sind eine Einladung an Aufschneider und Betrüger, sagen andere: ein irrationaler Goldrausch, die nächste Dotcom-Blase, die unbedarfte Kleinanleger in großem Stil um ihr Erspartes bringen wird.

Klar ist: Der ICO-Markt dreht gerade komplett frei. Über 1,8 Mrd. Dollar sind nach Berechnungen des Portals Coindesk bislang damit eingesammelt worden – allein 1,5 Mrd. Dollar davon in den ersten acht Monaten dieses Jahres. 20 Mio. Dollar kommen im Schnitt pro ICO zusammen. Manchmal braucht es dafür nur Sekunden: Anfang Juni war das Start-up Brave, das einen werbefreien Internetbrowser entwickelt, innerhalb einer halben Minute um 35 Mio. Dollar reicher. Die Blockchainprojekte Tezos und Eos pumpten sich im Juli innerhalb weniger Tage um jeweils mehr als 200 Mio. Dollar auf.

Zocken wie im Casino

ICOs verbinden Elemente eines Börsengangs (englisch IPO) mit der Idee der Schwarmfinanzierung und der Technologie des Kryptogeldsystems. Meist im Rahmen einer zeitlich befristeten Auktion geben Start-ups dabei sogenannte Token oder Coins aus und bekommen dafür Geld in Form von Bitcoin oder Ether, den beiden wertvollsten Kryptowährungen. Wie beim Crowdfunding geht es den Geldgebern einerseits darum, dem Projekt Starthilfe zu bieten. Daneben lassen sich die Token mitunter auch als Zahlungsmittel auf der Plattform des jeweiligen Start-ups einsetzen – wie Jetons im Casino oder Fantasiewährungen in Onlinespielen, mit denen man neue Charaktere oder Waffen kaufen kann. Auch bei Lisk ermöglichen die Token den Zugang zur Plattform. „Wie bei einem Auto, für das du Benzin benötigst, brauchst du Lisk, um unsere Netzwerkfunktionen nutzen zu können“, erklärt Kordek.

Bei anderen ICOs geben die Token dem Inhaber ein Stimmrecht im Unternehmen, stellen Firmenanteile dar oder berechtigen zum Dividendenbezug. Dann gibt es ICOs, die eher werbewirksam die Erfolgsaussichten eines Projekts unterstreiChen sollen: Kauft unsere Token, so die Botschaft, denn sie können als Kryptowährung im Netz gehandelt werden und euch reich machen.

Was gerade passiert, ist sogar den Pionieren der Finanzierungsmethode unheimlich. ICOs seien eine „tickende Zeitbombe“, warnt Charles Hoskinson, Mitgründer von Ethereum, dem Projekt hinter der zweitwichtigsten Kryptowährung Ether. Ethereum sammelte 2014 mit einem der ersten ICOs 19 Mio. Dollar ein, eine aus heutiger Sicht fast bescheidene Summe.

„Es ist krass, was da abgeht“, sagt auch Max Kordek von Lisk. Er kritisiert, dass viele Start-ups auf ICOs setzen, obwohl ihre Idee gar nicht auf die Blockchaintechnologie angewiesen ist. „Die Leute überlegen sich irgendetwas, häufig ist es einfach eine Ausrede, um einen ICO machen zu können.“ Auch der Berliner Bitcoin-Aktivist Aaron Koenig sieht einen „sehr überhitzten Markt“. Vielen wollten gerade „auf den Zug aufspringen und einen eigenen Token herausbringen, auch wenn das überhaupt keinen Sinn ergibt“.

Kein Wunder, dass sich viele Beobachter an die Dotcom-Blase Ende der 90er-Jahre erinnert fühlen. Koenig glaubt: „Wir werden sicher auch bei den ICOs bald eine Korrektur erleben.“ Einschränkend fügt er hinzu, dass das Internet das Jahr 2000 überlebt habe. „Aus dem Dotcom-Boom sind starke Firmen wie Amazon und Ebay hervorgegangen.“ ICO-Fans entgegnen auf die Kritik, dass Spekulation nun mal Innovation antreibe – und die Blase zwar nicht schön, aber notwendig sei. Die Frage ist, ob das auch bei den Aufsichtsbehörden verfängt, die dem Treiben lange tatenlos zugesehen haben. Anfang September schritt als erste Institution die chinesische Zentralbank ein und verbot ICOs komplett. Diese seien „eine Art illega1er öffentlicher Kapitalbeschaffung“ und stünden häufig im Zusammenhang „mit kriminellen Machenschaften wie Betrug und Schneeballsystemen“. Die US-Finanzaufsicht SEC warnte schon im Juli, dass viele Token Eigenschaften von Wertpapieren aufweisen – und daher eigentlich den strengen US-Aktienmarktregeln unterworfen werden müssten.

Noch sind es vor allem Bitcoin-Veteranen, die ihr Geld in ICOs stecken. Viele haben mit dem Aufschwung der Währung über die vergangenen Jahre gut verdient, jetzt wollen sie ihr Kryptoportfolio diversifizieren. Dazu kommen vermehrt institutionelle Investoren, sogar VC-Firmen werden in dem Hochrisikomarkt aktiv. Genaue Zahlen zur Käuferstruktur gibt es nicht, denn die Transaktionen sind grundsätzlich anonym. Der Anteil normaler Anleger gilt noch als gering – das aber könnte sich angesichts der irren Gewinne und niedrigen Einstiegshürden bald ändern. Bitcoin-Aktivist Koenig sagt, es sei doch toll, „dass jetzt nicht nur Superreiche an diesem Boom teilhaben, die es sich leisten können, hohe Summen in Risikokapitalfonds zu investieren“.

Die deutsche Finanzaufsichtsbehörde Bafin hat sich bisher nicht öffentlich zum ICO-Markt geäußert. Aus dem Umfeld der Behörde heißt es, eine Stellungnahme sei in Vorbereitung. Ein generelles Verbot dürfte es kaum geben. Bei der Bafin argumentiert man, es sei sinnvol1er, jedes Projekt für sich zu prüfen, denn die Funktionsweise der Token sei von Fall zu Fall sehr unterschiedlich. Allerdings wird die Aufsicht nur auf Anfrage oder Aufforderung etwa durch die Staatsanwaltschaft tätig. Die allermeisten ICOs, auch jene aus Deutschland, haben daher bisher ohne Kenntnis oder Genehmigung der Bafin stattgefunden. Dass sie sich in einer regulatorischen Grauzone bewegen, ist nach dem Geschmack der Kryptojünger. Das Misstrauen gegenüber Autoritäten und Zentralinstitutionen ist bei ihnen tief verwurzelt, Teil der Bitcoin-Philosophie waren immer anarchische und radikal marktliberale Züge. Gut beobachten ließ sich das Ende August bei einem Treffen der Berliner Kryptoszene in einem Neuköllner Hinterhof. Die Veranstaltung, bei der Experten über ICOs als „neuen Weg der Unternehmensfinanzierung“ informieren wollten, fand in einem hippen Großraumbüro statt, es gab Augustiner-Bräu, im Publikum dominierten junge Männer. „Es ist toll, wie viele Leute auftauchen, wenn es um die drei magischen Buchstaben ICO geht“, sagte Veranstalter Sven Läpple. Eine der wenigen, die an diesem Abend die Euphorie etwas bremste, war die Anwältin Nina-Luisa Siedler. „Die bisherigen ICOs waren ganz überwiegend rechtlich nicht sauber strukturiert“, mahnte sie. Frage aus dem Publikum: „Was denken Sie persönlich, muss der freie Markt den Regeln folgen oder sollte es nicht umgekehrt sein?“ Siedler gab eine längliche Antwort, der sie am Ende fast entschuldigend hinzufügte: „Don’t shoot the messenger.“

Die Anwältin sieht es als ihre Mission, den Tatendrang und die Aufbruchstimmung der Blockchainanhänger mit den nun einmal existierenden gesetzlichen Rahmenbedingungen in Einklang zu bringen. Mit anderen hat sie im Juni den Bundesblock gegründet, einen Lobbyverband, der auf die anstehenden Koalitionsverhandlungen im Herbst einwirken will, um Rechtssicherheit für die neue Technologie zu schaffen.

Erst einmal rät sie aber: Vor einem ICO sollte ein Gründer die Bafin kontaktieren. Was nicht helfe, sei die Flucht in schwächer regulierte Standorte wie Gibraltar oder die Schweiz. „Für regulatorische und steuerrechtliche Fragen ist es irrelevant, von wo aus ein ICO gestartet wird. Wichtig ist, wo das Angebot wahrgenommen werden kann.“ Mehr und mehr ICOs sind deswegen auf bestimmte Regionen begrenzt oder schließen etwa US-Amerikaner von der Teilnahme aus.

Bisher haben viele Start-ups für ihre ICOs den Schweizer Kanton Zug gewählt und dort Stiftungen gegründet – so auch Lisk. Die Lisk Stiftung, deren Präsident Max Kordek ist, verwaltet das enorme Vermögen des Projekts. Die 14 079 Bitcoin, die Anfang 2016 eingesammelt wurden, sind heute gut das Zehnfache wert also 60 Mio. Dollar.

Dass in Deutschland schon jetzt auf legalem Weg ICOs möglich sind, will ein Berliner Start-up beweisen. Zoe Adamovicz und Marcin Rudolf, in der Hauptstadt bekannt als Gründer der 2014 erfolgreich verkauften App-Suchmaschine Xyo, werkeln seit Monaten an einem Projekt namens Neufund. Entstehen soll eine Investmentplattform auf Block chain-Technologie, auf der auch Nicht-Kryptounternehmen Geld einsammeln können.

Neufund firmiert als korrekt angemeldete GmbH, und CEO Zoe Adamovicz steht nach eigener Aussage in engem Kontakt zur Bafin. Sie lobt sogar die Regulatoren aus Bonn: „Die wollen das Thema verstehen.“ Zu Jahresbeginn hat Neufund bereits 2 Mio. Euro von traditionellen Risikokapitalgebern eingeworben. Um die Kriegskasse aufzustocken, ist — natürlich – auch ein ICO geplant: Im Herbst sollen 200 Mio. Euro zusammenkommen. Klingt vollmundig, aber es dürfte gelingen.

 

 

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MLM-ERFAHRUNGEN: AMWAY DEUTSCHLAND IN BETRUG VERWICKELT?

Die US-MLM-Firma Amway steht für Milliardenumsätze, tausende Vertriebspartner und den „american way of life“. 1959 wurde Amway von Jay Van Andel und Richard DeVos in Michigan, USA gegründet. Vor einigen Jahren hat Amway Deutschland als Zweigniederlassung seine Tätigkeiten aufgenommen. Das Unternehmen vertreibt Produkte aus den Bereichen Gesundheit, Beauty und Haushalt. Das Geschäftsmodell ist klassisches Multi-Level-Marketing, d.H. eine Art des Direktvertriebs. Bei Amway Deutschland werden die Händler „Independant Business Owners“ (IBOs) genannt und nicht nur für den Vertrieb der Produkte provisioniert, sondern auch für das Anwerben von weiteren selbstständigen Händlern. Kaum ein MLM-System hatte in den vergangenen Jahren mehr Rechtsstreitigkeiten als Amway, selbst Verbote und Beschlagnahmungen sind für das Kosmetik-Imperium nicht unbekannt. Immer wieder lautet der Vorwurf „illegales Schneeballsystem“. Doch bislang konnten die Anschuldigungen mithilfe von teuren Anwälten abgewehrt werden.

Ist Amway-Deutschland ein Schneeballystem?

Bei einem Schneeballsystem, wie es mutmaßlich die Vegas Cosmetics betreibt, wird ein Multi-Level-Marketing Modell so konzipiert, dass letztlich mehr Geld über die Rekrutierung neuer Vertriebspartner generiert wird als über den tatsächlichen Verkauf der Produkte. Die Vertriebspartner von Amway Deutschland würden also ausgebeutet, indem sie hohe Eintrittskosten für Produkte und Schulungen tragen. Während die Führungsebene ihre hohen Gewinne mit dem Anwerben und Ausbilden neuer Vertriebspartner und dem Verkauf innerhalb des Unternehmens erwirtschaftet, können die Vertriebspartner mit Provisionen ihre Ausgaben nicht decken und haben so im Gegenzug hohe Verluste zu tragen. Auf diesen Betrug durch Amway an Vertriebspartnern hatte Ex-Vorstand Dr. Peter Verdegem keine Lust mehr, weshalb er zum 17. Oktober sein Amt als Geschäftsführer der Amway Deutschland GmbH niedergelegt hat, berichtet ein Insider gegenüber Fraudanwalt. „Amway und Verdegem haben sich einvernehmlich auf eine Vertragsauflösung geeinigt“, heißt es in einer Mitteilung des US-Unternehmens. In Wahrheit soll Verdegem damit gedroht haben, Unterlagen, die beweisen sollen, dass Amway Deutschland ein Schneeballsystem betreibt – an die zuständige Staatsanwaltschaft zu übermitteln, erklärt der Insider.

Bei Amway verdient nur ein geschlossener Kreis

Amway ist nach eigenen Aussagen Direktvermarkter, weshalb die Prioritäten beim Anwerben neuer Mitglieder liegen und nicht beim Vertrieb von Produkten. Wirklich viel verdient nur derjenige, der viele Mitglieder überredet mitzumachen und die neuen Mitglieder in seiner Downline hat. Um ca. 2.500 Euro im Monat zu bekommen, ist ein Gruppenumsatz von ungefähr 20.000 Euro monatlich erforderlich – dazu muss die eigene Downline aus 176 Mitgliedern bestehen. Rein rechnerisch kann nur jedes 177. Mitglied so viel verdienen. Hat man eine entsprechende Downline aufgebaut, muss die Größe für ein gutes regelmäßiges Einkommen zumindest gleichbleiben, was schwierig ist, da sehr viele Neuzugänge verständlicherweise wieder aussteigen.

Amway Deutschland propagiert, ein sozial gerechtes Unternehmen zu sein, einerseits wegen seiner zahlreichen Spenden an humanitäre Projekte, andererseits, weil jedes Mitglied die gleichen Möglichkeiten habe. Fraudanwalt kann das Letztere nicht recht glauben, weil ein neues Mitglied eine sehr geringe Chance habe, zu viel Geld zu kommen. Den Begriff „soziale Gerechtigkeit“ im Zusammenhang mit einem MLM-System zu hören, klingt aufgrund der Struktur seltsam. Es werden immer diejenigen am meisten verdienen, die ganz oben sitzen. „Die Einnahmen bei Amway Deutschland werden aus einem relativ geschlossenen Kreis von Menschen generiert. Innerhalb dieser Gruppe verdienen nur ein paar wenige an der Spitze gut.“, erklärt Claudia (eine begeisterte Amway Vertriebspartnerin).

Amway Deutschland setzten wir auf die Warnliste.

GEFÄHRLICHE COMPANISTO-WETTEN AUF RENDITE

Crowdinvesting, der Anlagetrend für Finanz-Hippster und Kleinanleger erlebt eine Krise, weil zu viele von Kleinsparern finanzierte Projekte gefloppt sind.

Bei der Onlineplattform Companisto kann jeder mit wenigen Euros in ein Unternehmen investieren und auf hohe Renditen hoffen. Nach Recherchen von Fraudanwalt haben bislang zirka 85 Gründer in Deutschland ihre Firmen mittels der Crowd, dem Schwarm, an den Start gebracht. Es haben insgesamt etwas hunderttausend Kleinanleger zirka 6,8 Millionen Euro in die Start-Ups investiert. Alle haben den Traum es Peter Thiel nachzumachen, der 2004 als erster Investor 500.000 Dollar in Facebook investierte, die sich bis zum Börsengang 2012 auf etwa sieben Milliarden Dollar vermehrten. Die Crowdfunding-Fans von Companisto oder auf Seedmatch träumen von einer Investition in ein Unternehmen wie Google oder Facebook. Und daran sind Crowdinvestoren wie Companisto und ihre Werbemaschinerie nicht unbeteiligt.

Das Crowdinvesting wird in Deutschland geschickt vermarktet. Das Schlagwort Schwarmintelligenz wird dabei immer wieder genannt. Der Einzelne ist nicht so weise, wie die Masse (crowd). Die vielen Investitionsentscheidungen des Einzelnen wird schon die profitabelste Investition irgendwann an die Börse bringen und dem Crowdinvestor eine hohe Rendite bescheren, so die Idee.

Doch was ist eine „hohe Rendite“ angesichts des Risikos, das Crowdinvestoren eingehen? Denn nüchtern betrachtet, ist die Crowd in Wahrheit gar nicht mächtig, weil zwischen ihr und dem Investitionsobjekt die Vermittlungsplattform Companisto steht. Und im Zweifel fühlt sie sich den Start-ups, die sie finanziert, näher als der Crowd. Bei erfolgreicher Vermittlung kassiert die Crowdplattform nämlich eine ordentliche Provision.

Risikoinvestment bei Crowdplattformen

Bei Crowdinvestitionen zum Beispiel über Companisto, Seedmatch oder Immoinvest (weitere Anbieter finden) erwerben die Investoren keine Aktien oder anderweitige qualifizierte Anteile, sondern eine stille Beteiligung. Mitspracherecht an Unternehmensentscheidungen? Fehlanzeige! Investoren zahlen, haben aber nichts zu sagen. Und noch schlimmer: Auf Gewinne und Dividenden warten sie meist vergeblich, weil die Mehrheit der Start-ups – das belegen die meisten seriösen Gründer-Studien – eher pleitegeht als schwarze Zahlen zu schreiben. Hinzu kommt, dass das Kapital über Jahre gebunden ist und die Projektentwickler nur wenig Erfahrung mitbringen. Test.de berichtete.

Allein in Deutschland sind bereits Millionenwerte von Kleinsparer versenkt worden. Zu den bekanntesten Crowdpleiten zählen Tollabox, Vibewrite, foodieSquare und Paymey. Kleinanleger träumen dennoch weiter von einem lukrativen Exit wie es Silicon Valley-Star Peter Thiel einst vorgemacht hat.