FERIENIMMOBILIEN AUF MALLORCA ALS KAPITALANLAGE GEEIGNET?

Über zwei Jahre hat es gedauert, die Villa bei Sol de Mallorca zu planen und zu bauen. Ein Jahr lang leben Roland Maucher und seine Familie nun schon dort. Also: langsam Zeit weiterzuziehen. „Irgendwann passt eine Immobilie nicht mehr“, sagt der Hausherr, sonnengebräunt, das Haar so weiß wie sein Leinenhemd. „Wir haben jetzt die Idee, in Palma zu wohnen. In einem alten Stadtpalast. Das ist ein anderes Lebenskonzept.“ Seit die vierköpfige Familie im Jahr 2000 von Frankfurt nach Mallorca gezogen ist, hat sich an ihrem Lebenskonzept einiges verändert. In ihren anderthalb Jahrzehnten auf der Insel haben der Arzt und die Fotokünstlerin fünf Häuser erworben oder gebaut, aufgewertet, bewohnt und weiterverkauft. „Wenn man ein gutes Feeling dafür hat sagt Maucher, hält inne und setzt noch einmal neu an: „Wir haben ganz gut Geld gemacht mit Immobilien.“

Und weil nicht nur die Mauchers, sondern etliche Immobilieninvestoren ihre Häuser und Wohnkonzepte weiterentwickelt haben, verändert sich die gesamte Mittelmeerinsel: Sie wird teurer, exklusiver und bedient zunehmend einen gehobenen Geschmack. Der Immobilienmarkt auf der Lieblingsinsel der Deutschen brummt wie seit einem Jahrzehnt nicht mehr. Während der Lehman- und der Eurokrise war er praktisch kollabiert. 12 386 Immobilien wechselten 2016 auf Mallorca den Besitzer, 30 Prozent mehr als im Vorjahr. Auf den gesamten Balearen wurden Immobilien für rund 3,6 Mrd. Euro verkauft, das war der höchste Wert seit 2007. Fast die Hälfte des Transaktionsvolumens entfiel auf Ausländer.

Die lassen sich ihr Inselglück immer mehr kosten: Im Spitzensegment, in dem sich viele internationale Käufer tummeln, sind die Preise laut Engel & Völkers allein 2016 im Schnitt um 21 Prozent gestiegen. Das Maklerunternehmen vermittelte fast jede dritte Immobilie, die Ausländer 2016 auf den Balearen erwarben. C Im aktuellen Marktbericht von Engel & Völkers heißt es: „Eine Auswertung aller 2016 auf Mallorca angebotenen Immobilien zeigt, dass sich der Immobilienmarkt der Insel im vergangenen Jahr von einem Käufer- zu einem ausbalancierten Markt gewandelt hat — mit der Tendenz, zum Verkäufermarkt zu werden.“ Deutlich mehr Immobilien wurden verkauft als neu hinzukamen. „Objekte in der ersten Meereslinie sind im letzten Jahr um bis zu 50 Prozent rauf“, sagt Christina Deutsch, Managing Partner Engel & Völkers Mallorca Süd. „Grundstücke sind kaum noch welche da. Wahnsinnig viele Investoren sind auf der Suche nach guten Projekten. Neubauprojekte verkaufen wir wie geschnitten Brot. Es gibt allerdings nicht viele.“ Dass der Markt bereits überhitzt sei, befürchtet sie dennoch nicht: „Ich glaube, da ist noch Luft.“ „Wir erleben eine Bonanza“, sagt auch Heidi Stadler, Gründerin und CEO der Luxusimmobilienagentur First Mallorca, die auch Roland Maucher vertritt. „Vom Gefühl her — und von dem, was wir hören — ist der Markt so stark wie früher, wenn nicht stärker.“

Gute Nachrichten für die Mauchers. Ihre Villa ist etwas für Interessenten mit exquisitem Stil und dem passenden Portemonnaie.

Viereinhalb Meter hohe Decken. Ein Leuchter groß wie ein Lkw Reifen. An der Wand eine Fotoserie birmanischer Buddha-Statuen. Eiserne Türen und Treppen, Fenster vom Boden bis zur Decke. Der Blick schweift über den Infinity-Salzwasserpool und den Wald im gegenüberliegenden Naturschutzgebiet bis aufs Meer. Ein Pfad führt hinab zu einer kleinen Bucht, die unter Touristen nicht so bekannt ist, weil sie keinen guten Zugang hat – de facto ein Privatstrand.

Wie viel die Villa einem Neueigentümer wert sein sollte? „Ich mag es immer gar nicht sagen“, windet sich Maucher, wird dann ernst: „Sechs.“ Millionen Euro, heißt das.

Gut möglich, dass diese Forderung sich als realistisch herausstellt. „In den Jahren nach der Krise hatten wir kein starkes neues Produkt, und das ist ausschlaggebend für den hochpreisigen Sektor“, sagt Maklerin Heidi Stadler. „Heute gibt es ein Angebot, das im Preis sehr gestiegen ist und die Anforderungen der Kunden bedient, die wir früher nicht befriedigen konnten. Es ist für uns unheimlich interessant geworden.“

Das lockt eine neue Klientel nach Mallorca. „Es wird internationaler, auch durch die vielen Expats“, sagt Stadler. Noch immer sind Deutsche die mit Abstand größte Gruppe; bei Engel & Völkers stellten sie über die Hälfte der Kunden. 17 Prozent der Käufer waren Briten, sieben Prozent Schweden und sechs Prozent Schweizer. Die große Mehrheit stammt also nach wie vor aus Europa, auch wenn Maklern zufolge auch immer öfter US-Amerikaner, Araber und Chinesen zuschlagen. Das sei noch vor Kurzem nur selten der Fall gewesen.

Preise wie in Deutschland

2016 hat sich laut Engel & Völkers der Trend verstärkt, dass Käufer die Immobilien nicht nur für den Urlaub nutzen. Stattdessen lässt sich eine steigende Zahl gut situierter ausländischer Familien dauerhaft auf Mallorca nieder. Dabei nutzt der Hauptverdiener unter der Woche die guten Fluganbindungen für Geschäftsreisen und verbringt nur die Wochenenden auf der Insel. Solche Familien können auf eine hervorragende Infrastruktur zurückgreifen, etwa die 13 internationalen Schulen.

Für diese polyglotte Kundschaft haben internationale Architekten und Bauträger neue Häuser geschaffen, die von der rustikalen Finca höchstens noch Zitate aufnehmen. Klare Formen, mehr Helligkeit, modernste Materialien und Haustechnik statt dicker Feldsteinmauern und kleiner Fenster, deren wichtigste Funktion es war, Sonnenlicht und Hitze draußen zu halten.

„Die Architektur, die heute am meisten Zuspruch findet, geht in die Natürlichkeit“, sagt Stadler. „Natürliche Farben, Gerüche – Jasmin, Kräuter, Lavendel. Es wird mit Wasser gespielt, mit japanischen Zen-Gärten. Die Kunst heute ist, Häuser mit 1000 Quadratmetern so zu gestalten, dass man sich dort heimelig fühlt.“

Klingt nach den oberen Zehntausend? Stimmt. „Mallorca ist vor allem von Immobilien der gehobenen beziehungsweise Luxusklasse geprägt“, heißt es in der „Marktstudie Ferienimmobilienmarkt Mallorca 2017″. Dafür hat das Freiburger Center für Real Estate Studies mehr als 4 700 Objekte ausgewertet, die Anfang 2017 zum Verkauf standen. Ergebnis: Die durchschnittlichen Quadratmeterpreise in den beliebtesten Regionen liegen in Höhen, die man auch in München-Schwabing bezahlt: im Südwesten um Port d’Andratx bei 5 800 Euro, in Palma und Umgebung um die 700 Euro. Auch im Nordwesten um Soller und im Nordosten um Cala Ratjada werden mehr als 4 000 Euro fällig.

Für Meerblick kommt je nach Region ein Aufschlag von zehn bis 50 Prozent hinzu; für Objekte in der ersten Meereslinie gilt als Faustregel, dass diese Aufschläge sich verdoppeln. Dementsprechend solvent ist die Käuferschaft. „Alle, die sich was auf der Insel leisten, gehören zu einer Minorität“, sagt Stadler. „Wer kann sich schon eine Zweit-, Dritt-, Viertimmobilie leisten?“

Das zeigt sich auch an der Finanzierung. Laut einer Studie des Vermietportals Fewo-direkt gaben 41 Prozent der befragten Immobilienbesitzer an, sie hätten ihr Ferienhaus auf Mallorca komplett aus Eigenkapital finanziert. Bei deutschen Ferienimmobilien sind es nicht halb so viele. 64 Prozent wollen ihre mallorquinische Immobilie selbst nutzen und vermieten, 38 Prozent erwarben sie als Altersruhesitz. Um die reine Rendite ging es nur einer Minderheit von knapp einem Drittel. Im besten Fall hat man das Geld also einfach. Jedoch: „Was sich verändert hat über die Jahre: Die Leichtigkeit, mit der um das Jahr 2000 gekauft wurde, damals mit der Pesete, ist vorbei“, sagt Christina Deutsch von Engel & Völkers. „Man möchte sein Geld so anlegen, dass man nicht verliert.“ Fast wortgleich Heidi Stadler: „Die Mehrzahl der Kunden kauft zum eigenen Gebrauch. Wenn sie einmal verkaufen, wollen sie ihr Geld zurückbekommen, keine große Gewinne machen.“ Palma, Carrer de Vista Alegre, die Straße zur schönen Aussicht. Zu Füßen das Kreuzfahrtterminal, der Sommerpalast des spanischen Königs liegt direkt um die Ecke. Miguel Llinås, Sales Director bei First Mallorca, besichtigt die Baustelle eines Apartmenthauses. Eine Eigentums-wohnung gibt es hier ab 800 000 Euro, ein paar sind noch zu haben.

„In den letzten vier, fünf Jahren hat es wieder angefangen mit Neubauprojekten, weil die Nachfrage wieder da ist“, sagt Llinås. „Aber Mallorca ist halt eine Insel – wir haben nicht unbegrenzt Land. Früher oder später wird es Probleme mit den Alteingesessenen geben.“

Gentrifizierung auf Mallorca

Um genau zu sein, gibt es die bereits. Die Gentrifizierungsdebatte hat Mallorca längst erreicht. 2017 haben Aktivisten zwei Demonstrationen in Palma organisiert, um gegen die Verdrängung durch wohlhabende Ausländer und kurzurlaubende AirbnbTouristen zu protestieren. Gerade die Kurzvermietung von Privatwohnungen verknappt das Angebot für die Mallorquiner. „Ich habe zurzeit drei Mitarbeiter, die auf der verzweifelten Suche nach einer bezahlbaren Wohnung sind“, sagt Christina Deutsch. „Ein WG-Zimmer bekommt man nicht unter 500 Euro.“ Gentrifizierung existiert auch in Deutschland – zum Fraudanwalt-Bericht.

Im alten Fischerviertel Santa Catalina, einst heruntergekommen, heute beliebt für seinen lebhaften Markt und das Nachtleben, hat jemand ein Graffito an eine Fassade gesprüht: „Ciutat per a qui l’habita“ die Stadt denen, die drin leben.

Das beschreibt die aktuelle politische Stimmung. Natürlich sind die Mallorquiner nach wie vor herzliche Gastgeber. 2016 kamen rund zwölf Millionen Touristen; rund die Hälfte der Arbeitnehmer auf den Balearen arbeitet im Tourismus. Mallorca braucht auch die vielen Pauschalurlauber – sie sorgen dafür, dass die Flugverbindungen in alle Länder Europas nicht abreißen, und sichern damit einen Standortvorteil.

Dennoch war es auch der angespannte Mietmarkt, der 2015 zu einem Machtwechsel geführt hat: Die neue Präsidentin der Balearen ist Sozialistin, ihre Koalition mit einer linksgrünen Lokalpartei wird von Podemos toleriert. „Die Situation ist delikat“, sagt Stadler. Die Regierung pflege „eine angeborene Eifersucht gegenüber allen Erfolgreichen“.

Zu ihrem Programm gehört, den Sauftourismus einzudämmen und die Verdrängung der Einheimischen zumindest zu verlangsamen. Das hat Konsequenzen für Käufer, die ihre Ferienimmobilie auf Mallorca durch Vermietungen an Touristen refinanzieren wollen. „Das darf nur derjenige, der eine Lizenz für Ferienvermietungen besitzt“, sagt Deutsch. „Die Beantragung ist aber für ein Jahr ausgesetzt.“ Zudem: Offiziell dürfe man nur frei stehende Häuser vermieten, aber keine Wohnungen.

Wer sich auf Mallorca eine Immobilie zulegen möchte, sollte daher besonders auf gute Beratung durch eine seriöse Agentur achten – gerade in Zeiten, in denen die Immobilienpreise in die Höhe und Makler „wie Schwammerl aus dem Boden“ schießen, wie Stadler es ausdrückt. Auch sollten sich Käufer einen örtlichen Anwalt suchen, der auf spanisches Immobilienrecht spezialisiert ist und durch die Untiefen der Lokalverwaltung navigieren kann.

Wer all das bewältigt, der wird allerdings belohnt. „Es soll ja Leute auf Mallorca geben, die das Meer nicht mehr sehen können“, sagt Villenbesitzer Maucher. „Ich persönlich freue mich noch jeden Tag darüber.“

AKTIEN-VERLUSTE STEUERLICH GELTEND MACHEN?

Ja, aber nur, wenn Sie drei Voraussetzungen erfüllen. Erstens müssen Sie das Papier nach dem 1. Januar 2009 gekauft haben, also nachdem die Abgeltungsteuer eingeführt worden ist. Seitdem fließen pauschal 25 Prozent aller Kapitalerträge an den Staat, im Gegenzug können Sie Verluste auf die Abgeltungsteuer anrechnen lassen. Das geht zweitens aber nur, wenn Sie einen Verlust realisiert haben, die Aktie also mit einem Minus verkauft haben. Drittens ist bei insolventen Unter nehmen entscheidend, dass Sie sich beeilen und das Papier rechtzeitig veräußern.

Rechtzeitig bedeutet: Die Aktie der Pleitefirma muss weiter an der Börse notieren, Investoren müssen mit dem Papier handeln. „Das zeigt, dass jemand dem Unternehmen noch einen Wert zuschreibt“, sagt ein Steuerexperte beim Wirtschaftsprüfer Ernst & Young (EY).

Der Bonner Solarzellenhersteller Solarworld ist ein Beispiel für ein Unternehmen, das nach der Insolvenz weiter an der Börse gelistet ist. Seit der Pleite im Mai handeln Investoren das Papier recht rege, inzwischen jedoch im Cent-Bereich. Die Gründe, warum Investoren Aktien insolventer Unternehmen kaufen: Mancher Anleger mag schlicht noch an eine Firma und ihr Produkt glauben, rechnet mit der Wiederauferstehung. Manch anderer kauft die Papiere billig, spekuliert auf eine große Insolvenzmasse — und hofft, dass etwas für die Eigner übrig bleibt, sobald die Gläubiger ihr Geld zurückerhalten haben.

Ist die Aktie an der Börse unverkäuflich, veräußert mancher Sparer ein Papier schon mal an einen Freund oder ein Familienmitglied, etwa zum Preis von einem Euro. „Die Chancen stehen schlecht, dass die Finanzämter so etwas anerkennen“, sagt Steuerkenner Schmitt. In diesem Fall ist ja offensichtlich, dass es nicht um den Wert des Unternehmens geht – sondern bloß um einen Steuervorteil.

Können Sie die Aktie nicht verkaufen und erleiden einen Totalverlust, können Sie den Verlust nicht absetzen – und nur noch auf den Bundesfinanzhof (BFH) hoffen, Deutschlands oberstes Steuergericht. Dort läuft ein Verfahren, in dem eine Investorengruppe gegen diese Regel klagt (Az. VIII R 34/16).

Sie sollten das nutzen: Zuerst sollten Sie den Verlust in der Einkommensteuererklärung geltend machen, auch wenn das Finanzamt den Antrag ablehnen wird. „Anleger sollten dagegen im zweiten Schritt Einspruch einlegen und sich auf das Verfahren am BFH berufen“, rät EY-Experte Schmitt. Die Folge: Das Finanzamt entscheidet über Ihren Antrag final erst, wenn der BFH geurteilt hat. Entscheidet das Gericht in Ihrem Sinne, vermutlich fällt das Urteil in der zweiten Jahreshälfte 2018, erkennt das Finanzamt den Verlust nachträglich an.

VEGAS COSMETICS-BERATER FÜRCHTEN PLEITE

Das umstrittene MLM-Unternehmen Vegas Cosmetics GmbH steht in der Kritik. Vertriebspartner und Medien zweifeln an der Seriosität von Kosmetik-Papst Carlos Fernandes und seiner Vegas Cosmetics GmbH aus Groß-Umstadt und haben sich an Fraudanwalt gewandt. Zum jetzigen Zeitpunkt unbestätigten Berichten zur Folge soll Vegas Cosmetics kurz vor der Pleite stehen, berichtet ein Insider gegenüber der Redaktion. Es soll laut seinen Aussagen gravierende Verzögerungen bei der Auszahlung von Provisionsgeldern gekommen sein. Vertriebspartner von Vegas warten zum Teil seit Monaten auf Auszahlungen, manche haben bereits das Handtuch geworfen und sind zur Konkurrenz abgewandert. Über die finanziellen Probleme bei Vegas Cosmetics berichtete ein renommierter Finanznachrichtendienst aus den USA – lesen Sie den ganzen Bericht: http://www.gomopa.net/Pressemitteilungen.html?id=2386&meldung=Vegas-Cosmetics-GmbH-Die-windigen-Partner-um-Cosmetic-Papst-Carlos-Fernandes.

Demnach übersteigen die Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr in Höhe von rund 985.000 Euro im Jahr 2015 (Vorjahr rund 754.000 Euro) deutlich das ausgewiesene Reinvermögen der Vegas Cosmetics GmbH in Höhe von rund 823.000 Euro. Möglicherweise können deshalb nicht alle Vertriebspartner und Berater pünktlich ausgezahlt werden? Wir wissen es nicht.

MLM- „Berater“ Jürgen Liebig neu bei Vegas Cosmetics

Der dubiose Millionär Jürgen Liebig aus Neuenkirchen in Westfalen und der nicht weniger skrupellose Oliver Brecht  aus Bodman-Ludwigshafen im Baden-Württembergischen Landkreis Konstanz gehören zur neuen Elite bei Vegas Cosmetics. Beide sollen zahlreiche MLM-Vertriebler abgezockt haben, so schreibt es der Finanznachrichtendienst. Bei der LR Health & Beauty Systems aus Ahlen in NRW, ist Jürgen Liebig gefeuert worden. Hinter vorgehaltener Hand spricht man davon, dass es mit seinen Betrügereien zutun hätte, dies können wir nicht abschließend bestätigen. Solche Vertriebsexperten wie Liebig sind teuer. Carlos Fernandes musste sicherlich tief in die Tasche greifen, um die beiden zu verpflichten. Möglicherweise resultiert daraus die finanzielle Schieflage von Vegas.

Dubioses Management und ranzige Produkte bei Vegas Cosmetics?

In einschlägigen Foren berichten Verbraucher über die minderwertige Qualität der Vegas-Produkte. Nach kurzer Zeit sollen die Produkte ranzig riechen oder sogar Hautausschlag verursachen. Zwar beteuert Carlos Fernandes stets, dass die Produkte „erstklassig“ wären, aber die Konsumenten sagen etwas anderes. „Es kommt einem vor, als würde er ausschließlich in Vertriebsleute wie Liebig investieren und nicht in die Produktqualität“, kommentiert ein Berater von Vegas Cosmetics, der zahlreiche Kundenbeschwerden beantworten muss.

Carlos Fernandes versucht zu verschleiern

Obwohl sich die Schulden bei Vegas Cosmetics Jahr für Jahr in die Höhe türmen und Vertriebspartner auf Provisionen warten müssen, investiert Carlos Fernandes munter in eine Anwaltskanzlei. Karina Grisse von der Kölner-Kanzlei CBH freut sich über das viele Geld, das Fernandes ihr zuschiebt. Die Aufgabe, die ihr Vegas Cosmetics GmbH aufgetragen hat, ist eindeutig: „Es sollen Kritiker im Internet mundtot gemacht werden“. Auch Fraudanwalt erhielt von ihr Mahnschreiben, weil ihr die Berichterstattung missfalle. Frau Grisse wollte sagenhafte 20.000 Euro Schadenersatz für einen Bericht, in dem wir die dubiosen Machenschaften von Vegas Cosmetics aufgedeckt haben.

Unsere Meinung zu Vegas Cosmetics GmbH:

Vegas Cosmetics GmbH und Carlos Fernandes sind ominöse Gestalten in der MLM-Szene. Fernandes verfügt noch nicht einmal über einen Schulabschluss, will aber „hochwertige Kosmetik“ verkaufen. Betrügerische Vertriebskräfte, unter anderem in der Gestalt von Jürgen Liebig, der auf Mallorca für Vegas neue Berater einarbeitet, sind ein weiteres Indiz dafür, worum es wirklich geht: schnelles Geld. Wir empfehlen jedem Berater seine Provisionsansprüche möglichst schnell einzufordern, andernfalls droht der Provisionsverlust.

 

Recherchen zu Vegas Cometics GmbH auf einen Blick:

Vegas verprasst Geld

Vegas Cosmetics Abzocke?

Finanznachrichtendienst zu Carlos Fernades und Jürgen Liebig

WAS TAUGEN ROBO ADVISOR WIRKLICH?

Es stehen Links: Erik Podzuweit, 36 Jahre, groß und blond gelockt. Rechts: Florian  Prucker, 34 Jahre, klein und braun gescheitelt. In ihren T-Shirts könnte man sie sich auch gut als Beachvolleyball-Duo vorstellen. Podzuweit wäre der, der vorn am Netz die spektakulären Blöcke setzt. Und Prucker der, der hinten im Feld die unmöglichen Bälle ausgräbt.

Ein Tag Ende Juni, wahrscheinlich der erste ruhige Moment für Prucker und Podzuweit seit Langem. Zwei Tage zuvor haben sie eine Mitteilung rausgegeben, die in der Brar che einschlug wie, nun ja, ein Smash beim Beachvolleyball: Blackrock, der weltgrößte Vermögensverwalter, 5 400 Mrd. Dollar schwer, steigt bei Pruckers und Podzuweits Firma ein, dem erst 2015 gegründeten RoboAdvisor Scalable Capital.

Robo-Advisor werden neue digitale Vermögensverwalter genannt, bei denen kurz gesagt kein Mensch, sondern eine Maschine das Portfolio zusammensetzt. Verglichen mit der etablierten Finanzindustrie sind ihre Marktanteile noch winzig. So kommen die deutschen Robos bislang zusammen noch nicht mal auf ein verwaltetes Vermögen von 1 Mrd. Euro. Trotzdem spricht vieles dafür, dass Firmen wie Scalable die Zukunft gehört. Schließlich haben Fondsmanager und Vermögensverwalter oft genug bewiesen, dass sie meist schlechter abschneiden als der Markt. Warum sollte eine Maschine ihren Job also nicht mindestens ebenso gut erledigen? Und das  zu deutlich niedrigeren Gebühren. Mehr über schlechte Fondsmanager lesen?

Das Engagement des Giganten Blackrock bei den beiden Münchner Beach-Boys ist jedenfalls ein mächtiges Signal: Seht her, nicht nur ein paar Greenhorns setzen jetzt auf digitales Geldmanagement, sondern auch die traditionelle Finanzindustrie.

Auch die Deutsche Bank wird im August einen eigenen Robo-Advisor starten. Dasselbe hat jüngst bereits die Commerzbank-Tochter Comdirect getan (Cominvest), ebenso wie Ende Juni der Sparkassen-Fondsanbieter Deka (Bevestor). Höchste Zeit also, sich die Kaste der digitalen Vermögensverwalter einmal genau anzuschauen: Wer sind sie? Was können sie? Und welche Anbieter haben Substanz – welche hingegen reiten bloß die Welle?

Welcher Robo-Advisor taugt auch was?

Um dies herauszufinden, hat ein Wirtschaftsmagazin gemeinsam mit den renommierten Münchner Investment-Spezialisten Tetralog den gesamten deutschen Robo-Markt unter die Lupe genommen. Ziel war es, möglichst alle Anbieter zu erfassen, die für den FRAUDANWALT-Leser interessant sein könnten. Sämtliche Firmen, deren Produkte erstens die wesentlichen Kriterien einer digitalen Vermögensverwaltung erfüllen und die zweitens spätestens im Mai 2017 am Start waren, gingen in den Test ein.

Insgesamt erfüllten 13 Anbieter diese Bedingungen. Darunter reinrassige Start-ups wie Scalable, Vaamo oder Whitebox. Aber auch bankeneigene Player wie Cominvest oder Visualvest (Union Investment). Drei Kriterien waren für die Analyse besonders wichtig:

  • Eine transparente Beschreibung des Investmentprozesses
  • Eine Portfoliomischung, die zum Profil von zwei fiktiven Testpersonen passen sollte
  • Ein kundenorientierter Service

Insgesamt flossen mehr als 70 Elemente in die Bewertung ein. Das eigentlich wichtige Kriterium „Performance“ wurde dabei bewusst ausgelassen.

Die Methodik zum Test

Die Investment-Spezialisten von Tetralog haben für Fraudanwalt alle 13 RoboAdvisor untersucht, die Anfang Mai in Deutschland am Markt waren.

Im Mittelpunkt des Tests standen die transparente und verständliche Beschreibung des Investmentprozesses, die stimmige Profilierung (Passt das Angebot zum Kunden?) und das Serviceangebot. Dazu wurden je zwei Testanfragen bei den Robos platziert.

Beim ersten Testkunden handelte es sich um einen 44-jährigen, verheirateten, kinderlosen Angestellten mit einem liquiden Vermögen von 30 000 Euro und einem Anlagehorizont von 16 Jahren (Anlageziel: Altersvorsorge). Die zweite Testperson war ein 24-jähriger Angestellter und Single mit einem liquiden Vermögen von 8 000 Euro und einem Anlagehorizont von sechs Jahren (Ziel: Autokauf). Auf Basis dieser Informationen ließ sich Tetralog Anlagevorschläge unterbreiten und prüfte, inwiefern diese zum Profil der beiden Kunden passten. Danach wurde über eine spezielle Software die initiale Portfoliomischung simuliert (Rebalancing, taktische Portfolioveränderungen und Gebühren blieben außen vor). Schließlich wurde zu jedem Portfolio eine Prognose der maximalen, minimalen und durchschnittlichen Rendite über einen Zeitraum von sieben Jahren errechnet. Diese Werte wurden gegen die Benchmark der Testkunden gemessen – im ersten Fall gegen ein 50/50-Portfolio aus Aktien und Anleihen, im zweiten gegen ein 25/75-Portfolio.

Gewichtung

Das Profiling wurde in der Gesamtbewertung mit 25 Prozent gewichtet, der Investmentprozess und die Portfoliomischung mit 40 Prozent und der Service mit 35 Prozent. Beim Service achteten die Analysten besonders auf die Kontaktmöglichkeiten (Telefon, Mail, Chat) und die Kundenorientierung. strategien sämtlicher Robo-Advisor auf eine langfristige Anlage ausgelegt sind, viele Anbieter aber erst seit einigen Monaten oder maximal ein bis zwei Jahren am Markt sind. Die bisherige Performance hat deshalb noch keine wirkliche Aussagekraft.

Auch das Kriterium „Gebühren“ blieb weitgehend außen vor, weil der Aufwand der Anlagen bei den verschiedenen Robo-Advisorn stark auseinanderklafft. Im Ranking wurde daher lediglich die Frage berücksichtigt, ob die Kosten transparent sind. Da aber Kosten ein wichtiges Kriterium sind fragen Sie uns für einen Überblick über sämtliche Gebühren, die bei den jeweiligen Anbietern anfallen.

Was sind aber nun die Ergebnisse? Allgemein lässt sich festhalten, dass die meisten Robo-Advisor ordentlich arbeiten. Die Investmentprozesse sind meist plausibel, der Service oft sogar bemerkenswert gut, und in Sachen Transparenz können sich manch klassische Finanzdienstleister ein Beispiel an den Newcomern nehmen. Besonders geeignet Fintego (57,66), Solidvest (55,63) und Investify (54,09). Dagegen fiel Easyfolio mit 41,39 Punkten deutlich ab. Doch ist jeder Anbieter, der im Test einen der vorderen Plätze belegte, auch für jeden Anleger geeignet? Das Angebot von Scalable überzeugte die Tetralog-Experten in vielerlei Hinsicht. So wurden die Kenntnisse der beiden fiktiven Tes ter umfassend abgefragt und der Investmentprozess transparent dargestellt. Zudem ist der Service top, und  die „sehr gute App“ machte den Testern sogar geradezu „Spaß“. Das alles deckt sich mit Einschätzungen aus der Szene. So bezeichnen selbst die meisten Konkurrenten Scalable als „ausgesprochen professionell“, wie es Vaamo-Gründer Oliver Vins  ausdrückt. An eine Eigenheit wird sich mancher Kunde jedoch erst gewöhnen müssen – die Anlagestrategie. Denn die weicht von praktisch allen Wettbewerbern fundamental ab.

Um das zu verstehen, muss man Olaf Zeitnitz besuchen, den Chef von Visualvest, dem Drittplatzierten im Ranking. Zeitnitz ist keiner dieser selbstgewissen jungen Start-up-Gründer. Sondern ein zurückhaltender Mann mit Brille und Halbglatze. Dennoch steht Visualvest stellvertretend für die meisten deutschen Robo-Advisor. „Für uns geht es auch darum, mit Visualvest Erfahrungen zu sammeln, von denen andere Geschäftsbereiche profitieren“, sagt Zeitnitz. Wenn er „uns“ sagt, dann meint er nicht nur Visualvest, sondern auch die Mutter Union Investment, den Fondsdienstleister der deutschen Volks- und Raiffeisenbanken. Er hat den digitalen Vermögensverwalter im vergangenen Jahr aufgesetzt. Experimente ist man dabei kaum eingegangen. Stattdessen ist Visualvest im Grunde eine Kopie der übrigen Robo-Landschaft – allerdings eine exzellent gemachte. „Guter Profilierungsprozess“, loben die Tetralog-Tester. Oder: „Transparente Asset Allocation“. Oder: „Top-SerVice bei Telefon und E-Mail. Schnell, sehr freundlich, sehr kompetent.“ Allem Anschein nach hat der Volksbank-Roboter mit dem Lernen rasante Fortschritte gemacht. Er ist solide in nahezu allen Bereichen. Auch bei der Anlagestrategie. Wie die meisten Wettbewerber verfolgt Visualvest in seinem Kernprodukt einen passiven Investmentansatz. Das heißt: Der Robo arbeitet nicht gegen den Markt, sondern mit ihm. Steigt die Börse, dann gewinnt auch das Portfolio an Wert. Fällt sie, dann kann auch die Maschine kaum mehr tun, als die Verluste durch Diversifikation zu Wie die meisten Wettbewerber verfolgt Visualvest in seinem Kernprodukt einen passiven Investmentansatz. Das heißt: Der Robo arbeitet nicht gegen den Markt, sondern mit ihm. Steigt die Börse, dann gewinnt auch das Portfolio an Wert. Fällt sie, dann kann auch die Maschine kaum mehr tun, als die Verluste durch Diversifikation zu.

Die einzelnen Aktien-, Anleihe- und Rohstoff-ETFs werden je nach Risikoneigung des Kunden gewichtet. So liegt zum Beispiel die Aktienquote im „chancenorientierten“ Portfolio bei 75 Prozent, im „defensiven“ Portfolio hingegen nur bei  fünf Prozent. Auf Basis historischer Daten wird dieser Mix zwar hin und wieder leicht verändert. Zudem betreibt Visualvest wie praktisch jeder Robo das sogenannte Rebalancing, das heißt, das Portfolio wird bei Wertveränderungen einzelner Papiere regelmäßig auf seine ursprüngliche Gewichtung zurückgeführt. Davon abgesehen ist der Roboter aber — zugespitzt gesagt – fast arbeitslos.

Mehr oder weniger vertrauen fast alle Robos diesem Ansatz. Von Visualvest bis Vaamo. Von Cominvest bis Liqid. Es geht um preiswerte Produkte, breite Streuung und adäquates Risiko – aber nicht um revolutionäre Strategien. Ketzerisch ließe sich sagen, dass es für diesen Ansatz, abgesehen von homöopathischen Feinheiten wie dem Rebalancing, gar keinen Computer bräuchte. Ein ETF-basiertes 70-25-5-Portfolio aus Aktien, Anleihen und Rohstoffen kann sich jeder halbwegs informierte Anleger auch selbst zusammenstellen. Die Fra ge allerdings ist: Tut er das? Oder schichtet er bei erstbester Gelegenheit doch wieder um?

So gesehen liegt die eigentliche Stärke der meisten Roboter am Ende gar nicht in ihrer Rechenpower. Sondern darin, dass sie genau das tun, was der Mensch aufgrund seiner Emotionalität irgendwie nicht hinkriegen will: nämlich auf Basis rationaler Kriterien ein Portfolio zusammenstellen und dann die Zeit für sich arbeiten lassen. Der Anleger zahlt den Robo-Advisor also in erster Linie für dessen Disziplin, nicht für dessen Intelligenz.

Der uniforme Ansatz von Anbietern hat zur Folge, dass sich die Unterschiede eher in den Details zeigen. So rebalanciert Vaamo die Portfolios seiner Kunden nicht nur alle paar Monate, sondern wenn nötig auf Tagesbasis. Ein weiteres Differenzierungsmerkmal ist die ETF-Auswahl. Hier lässt sich für den normalen Kunden allerdings kaum einschätzen, was gut ist und was schlecht.

Sehr viel eindeutiger ist das beim Preis – wo zum Beispiel Cominvest mit einer jährlichen Verwaltungsgebühr von 1,5 Prozent besonders zuschlägt. Wichtig sind daneben Transparenz und Service. Unter „ärgerlich“ lässt sich noch verbuchen, wenn der Chat nicht richtig funktioniert, was gleich bei mehreren Anbietern im Test der Fall war. Unverständlich ist hingegen, dass zum Beispiel bei Easyfolio überhaupt nicht ersichtlich war, zu welchen Servicezeiten überhaupt ein Mitarbeiter zu erreichen ist.

Wenn man von solchen Ausreißern absieht, schnitten viele Anbieter selbst in den Details ähnlich ab. Ist also ein Robo wie der andere?

Harter Konkurrenzkampf

Fast — wäre da nicht der Sieger Scalable. Die beiden vermeintlichen Beach-Boys heben sich tatsächlich von der Konkurrenz ab. Sieben Jahre arbeiteten beide für Goldman Sachs, unter anderem an der Entwicklung einer elektronischen Handelsplattform. Aus dieser Zeit haben sie verinnerlicht, dass ein „Me-too-Ansatz in innovativen Geschäftsfeldern gefährlich ist“, sagt Erik Podzuweit. „Wenn man vorne dabei sein will, muss man anders denken als der Rest.“ Und das tun sie.

Der Ansatz von Scalable ist nicht passiv. Sondern ausgesprochen aktiv – wenn auch nicht im Sinne des Stock-Pickings klassischer Fondsmanager. Stattdessen funktioniert die Strategie von Prucker und Podzuweit so, dass ihre Roboter die Aktienquoten mitunter wild heraufund auch wieder herunterfahren. So können selbst Kunden mit mittlerer Risikoneigung plötzlich auf 90 Prozent Aktien in ihrem Portfolio kommen. Dabei stützt sich Scalable auf ein Risikomaß, das sich Value at Risk (VaR) nennt – und das wiederum eng mit der Volatilität zusammenhängt. In ruhigen Marktphasen wird das RiSiko aggressiv erhöht. Und in turbulenten Zeiten radikal reduziert. Die Folge: Bei Scalable sind die Roboter alles andere als arbeitslos.

Der Ansatz ist nicht unumstritten. Die Konkurrenz läuft sich schon warm, den Marktführer – Scalable verwaltet bereits mehr als 250 Mio. Euro – zu attackieren. Kritiker monieren, das permanente Umschichten passe nicht zu einem langfristigen Anlageziel. Doch um das zu beurteilen, ist es zu früh. Blackrock jedenfalls hat der Ansatz überzeugt: „Für uns ist das ein Ritterschlag sagt Podzuweit, „Blackrock hat das Netzwerk, wir die Technologie. Jetzt bringen wir beides zusammen.“

Letzte Station: Berlin, Kurfürstendamm. Hier, unter hohen Decken, mehr Bourgeoisie als Start-up, residiert Christian Schneider-Sickert, der Chef des Zweitplatzierten Liqid. Auch bei seinem Angebot waren die Tester voll des Lobes. Sie heben „den Abgleich zwischen Selbsteinschätzung und ermitteltem Profil“ hervor, die „sehr transparente Beschreibung des Ansatzes und des Risikomanagements“ und die „sehr guten Erwartungswerte, die die Benchmark deutlich schlagen“.

Bloß: Der typische Kleinanleger hat davon wenig. Denn während man bei anderen Anbietern per Sparplan schon mit 25 Euro im Monat einsteigen kann, beträgt die Mindestanlage bei Liqid stolze 100 000 Euro. Zielgruppe ist also der Gutverdiener Ende 40, der sein Häuschen schon abbezahlt hat — und nun irgendwo hinmuss mit seinem Geld.

Hinter Liqid steht neben den Gründern und Risikokapitalgebern das milliardenschwere Family-Office der Quandt-Familie, genannt HQ Trust. Die dortigen Portfoliomanager haben auch den Liqid-Roboter entwickelt – doch eigentlich sind die Pläne, die HQ Trust mit Liqid verfolgt, viel größere. So erzählt Schneider-Sickert, dass man inzwischen an digitalen Portfoliolösungen arbeite, die „Zugang zu alternativen Anlageklassen wie Private Equity bieten“. Der passiv investierende Roboter ist mithin nur noch ein Produkt unter mehreren. Und Schneider-Sickert sagt: „Im Grunde mögen wir den Begriff Robo-Advisor auch gar nicht. Wir sehen uns als breit aufgestellter digita1er Vermögensverwalter und moderne Alternative zur Privatbank.“

Vielleicht ist dies ja sogar der beste Beleg, dass Robo-Advisor an der Schwelle zum Massenmarkt stehen: Der erste Anbieter distanziert sich bereits von dem Begriff.

O2 BEWERTUNG: KUNDENSERVICE IST KATASTROPHAL

Die Erfahrungen mit O2 von Tarifkunden, das gleiche Problem – eine Nummer: zweimal die Fünf, dreimal die Zwei. Die Hotline von 02. Da die Anzahl der Handyläden sinkt, wird die Servicenummer wichtiger, hier könnte Telefonica Deutschland, noch direkt mit seinen Kunden in Kontakt treten. Eigentlich.

Doch bei 02 ist die Hotline zum Symbol einer Entfremdung verkommen. „Heute kann es leider etwas länger dauern.“ Für die Kunden klingt das wie Hohn, Wartezeiten von über einer Stunde sind nicht ungewöhnlich. Wenn überhaupt jemand abhebt.

Telefonica ist mit Marken wie Base, Fonic oder 02 der nach Kundenanzahl größte deutsche Mobilfunkanbieter. Die Premiumlinie 02 stand einst für Innovation und gehobenen Anspruch. Heute versprüht sie den Esprit eines Billigfliegers. Die Preise mögen unschlagbar sein, aber die Qualität verkümmert. Ob Zeitungen, Facebook oder Internetforen – die Kanäle quillen über vor galligen Serviceerlebnisberichten. Kein Wunder: Ohne Smartphone steht heute schnell das Leben still.

Während die Kunden an Netzausfällen und miesem Service verzweifeln, beißen sie in der Münchener Zentrale die Zähne zusammen. Die Integration des Ex-Konkurrenten E-Plus, den man sich 2014 einverleibte, war aufwendiger als erwartet. Statt gegenzusteuern, sinken die Investitionen in diesem Jahr um voraussichtlich 10 Prozent. Der Mobilfunker verliert den Anschluss auf dem deutschen Markt. Da kann CEO Haas noch so sehr beteuern, „wieder näher an den Kunden ran“ zu wollen.

Die qualitätsbewussten Geschäftskunden sind bereits abgesprungen (nur Daimler hält wacker durch). Die Sparte gilt intern als „am Ende“. Mit seiner Reputation verlor Telefonica auch viele Führungskräfte. Die jüngsten Abschiede: Anfang August wechselte die hochgelobte Finanzchefin Rachel Empey zu Fresenius, Personalchef Thomas Gottschlich verließ das Unternehmen Anfang August mit noch unbekanntem Ziel.

Offiziell steigt zwar die Anzahl der Handykarten, die im Telefonica-Netz telefonieren und surfen. Doch der Umsatz sinkt, der monatliche Ertrag je Kunde lag im zweiten Quartal 2017 70 Cent unter Vorjahr. Durchschnittlich 9,70 Euro nahm Telef6nica je Mobilfunkkarte ein — das ist auch dann sehr wenig, wenn man Regulierungseffekte wie die sinkenden Gebühren für Telefonate in Fremdnetze herausrechnet. Die Telekom setzt in Deutschland derzeit durchschnittlich 13 Euro pro Kunde um.

Telefonica leidet überdies darunter, dass viele Neukunden über Partner wie Drillisch oder Freenet ins Netz kommen – bei den Vertragskunden waren es zuletzt 55 Prozent. Diese „Reseller“ saugen zusätzlich Umsatz ab.

Es gehört zum Paradoxon 02, dass CEO Haas und sein Vorstand dennoch gute Laune versprühen. Hauptquell ihrer Freude: Das Unternehmen wird immer profitabler. Das operative Ergebnis wächst seit 2014. Die Dividende soll die nächsten drei Jahre weiter steigen. Das hilft vor allem der Muttergesellschaft in Madrid, die knapp 70 Prozent der Anteile hält. Sie braucht das Geld, um ihren Schuldenberg abzutragen. Die Ergebnisfixierung der Münchener ist gefährlich. Während Rivalen wie Vodafone oder die Deutsche Telekom Milliarden in schnellere und zuverlässige Netze investieren, tut CEO Haas so, als wäre das in diesem Ausmaß überzogen. Und das obwohl datenintensive Streamingdienste wie Netflix oder Spotify rasant an Bedeutung gewinnen. Spätestens wenn die ersten halbwegs autonom fahrenden Autos mit opulenten Multimediasystemen durchs Land surren, können sich die Mobilfunker keine tagelangen Netzausfälle mehr leisten.

Im 02-Tower in München sehen sie das naturgemäß anders. Markus Haas empfängt in einem Konferenzraum mit Blick über seine Heimatstadt. Für ihn ist 02 nach wie vor die führende Konsumentenmarke in Deutschland. Okay, der Service muss natürlich wieder besser werden. Aber hey, „wir arbeiten uns da raus“.

2018 soll das neue, integrierte Netz bereit sein (Haas: „Wenn das alles fertig ist, wird es großartig!“). E-Plus ist dann endgültig Geschichte. Derzeit montieren Techniker landauf, landab Antennen neu, um die Doppelstrukturen zu tilgen. Telefonica will vor allem Miete und Strom sparen, dank neuer LTE-Antennen (im Technikerjargon „Kindersärge“) soll die Leistung steigen. Der Service wandert weiter ins Netz, wer die Hotline nicht anruft, wird bald mit Datenvolumen belohnt.

Haas hat sein gesamtes Berufsleben bei 02 verbracht, seine Karriere begann er 1998 bei der Vorgängergesellschaft Viag Interkom. Anfang des Jahres folgte er als CEO auf den ehemaligen E-Plus-Chef Thorsten Dirks, als der überraschend zur Lufthansa-Tochter Eurowings wechselte.

Im Konzern heißt es, dass der Übergang auf Haas bereits nach der Fusion mit E-Plus vereinbart worden sei. Dazu passt, dass die deutsche Telef6nica als einzige Landesgesellschaft zwei Mitglieder ins Executive Committee in Madrid entsandte: Haas und Dirks. Dirks ging demnach früher als geplant, was nicht nur in Spanien für Verstimmung sorgte.

Haas ist ein freundlicher, aber vorsichtiger Mann. Seine Sätze klingen oft nach PR-Prosa. Auch sonst verliert er ungern die Kontrolle. In seinem Umfeld gilt der Jurist mit den weichen Gesichtszügen als penibler Mikromanager, der überall mitredet. Im Konzern nennen sie ihn „das wandelnde Archiv“, weil er noch Jahre später längst vergessene Details aus Verhandlungen zum Besten gibt.

Ende Juli stellte Haas seinen neuen, achtköpfigen Vorstand vor: sein „Dream-Team“. Vom alten Führungszirkel war schließlich nur er selbst übriggeblieben. Die Truppe rekrutierte der Konzernsoldat unter seinesgleichen. Einzig das Personalressort wurde extern besetzt: Nicole Gerhardt kam von ProSiebenSat.l, wohin sie 2015 von Telefonica aus gewechselt war.

Im Aufsichtsrat traf Haas‘ Mannschaft auf Wohlwollen, nur die Wahl des Technikchefs stieß einigen übel auf. Die Arbeitnehmerseite scheiterte allerdings mit dem Versuch, eine Einzelabstimmung über Cayetano Carbajo Martin zu erzwingen, den man intern für die stockende Integration des E-Plus- in das 02Netz verantwortlich macht.

Haas wird sich anstrengen müssen, seine Leute für die anstehenden Herausforderungen zu motivieren. Im Juni strich die EU die Roaminggebühren innerhalb der Mitgliedsländer, was die Umsätze erst mal weiter reduzieren dürfte.

Die derzeit besonders populären Kombitarife aus Mobilfunk und DSL- oder Kabelanschluss sind für Telefonica strategisch tabu. Mangels eigenem Festnetz ist der Konzern bei Paketangeboten auf Kooperationspartner wie die Telekom angewiesen. Haas hofft, mit neuen Tarifen wie dem „02 Free 15″ gegensteuern und den wachsenden Datenhunger der Deutschen stillen zu können. Satte 15 Gigabyte Highspeed-Datenvolumen kosten bei 02 bloß 30 Euro im Monat, was den Kunden freilich wenig nützt, falls das -Netz weiter haken sollte.

Die ewigen Qualitätsprobleme sind vielen Mitarbeitern peinlich, ihr Stolz ist lädiert. 02 war mal cool, eine moderne Alternative zum „Beamtenladen“ Telekom. Innovationen wie der Tarif Genion, mit dem man in der Nähe der Wohnung auch über eine Festnetznummer erreichbar war („Homezone“), prägten das Image des smarten Angreifers.

Heute müssen stammelnde Verkäufer die Kunden in den Shops um Geduld bitten, weil selbst die Händlerhotline zeitweise kaum zu erreichen war oder IT-Systeme streikten.

Von der Verzweiflung an der Servicefront erzählen Geschichten wie die von Natascha Kohnen. Nachdem sie bei der Hotline nicht durchkam, suchte die Vorsitzende der Bayern-SPD in den 02-Shops in Berlin und München Hilfe, ihr DSL-Anschluss war seit vergangenem Februar gestört. Dort traf sie auf resignierte Mitarbeiter, die nur einen Rat hatten: Kündigen Sie! Anleitung inklusive. Kohnen, seit zehn Jahren 02-Kundin, will nun zurück zur Telekom („Ich halte das nicht mehr aus“). Ihr DSL-Anschluss funktioniert noch immer nicht.

Bei Telefonica heißt es, die Probleme mit der DSL-Hotline hingen auch mit der Erpressungssoftware Wannacry zusammen, wegen der man die IT-Systeme sicherheitshalber für mehrere Tage runtergefahren habe. Beruhigend klingt das nicht.

Hinter vorgehaltener Hand erklären sie in München die Probleme mit dem Dividendenfetisch des Hauses: Dirks und Haas wollten die Synergien aus der E-Plus-Übernahme schon heben, bevor die Integration abgeschlossen war. Grund: der hohe Druck aus Madrid. Ein nachhaltiges Konzept hätte zusätzliche Investitionen nötig gemacht. Kein Wunder, dass es nun scheppert.

Césars Traum von O2

Im Distrito Telefonica brennt die Sonne auf einen hypermodernen Komplex aus Glas und Stein. Die Telef6nica-Zentrale in Madrid ist ein Manifest der Boomjahre vor der Finanz- und Euro-Krise. Das Areal vor den Toren der Stadt ist so groß wie ein eigenes Stadtviertel, ausgestattet mit Fontäne, Metrostation und einem eigenen Kaufhaus, dem EI Corte Inglés. Oben prangt die größte Solaranlage, die je auf einem europäischen Dach installiert wurde.

Der Gigantismus geht vor allem auf einen Mann zurück: César Alierta. Der legendäre Telef6nicaCEO (von 2000 bis 2016) machte seinem Vornamen alle Ehre. Er blies den ehemaligen Staatskonzern zu einem weltumspannenden Imperium auf. Zeitweise erstreckte sich sein Reich von Irland bis Italien, von Costa Rica bis Feuerland.

Mit Beginn der Euro-Krise entpuppte sich Aliertas Feldzug als existenzbedrohende Wette. Spanien war nun das „S“ der PIGS, des Klubs der notorischen Schuldnerstaaten. Die Verbindlichkeiten türmten sich auf fast 60 Milliarden Euro — das Anderthalbfache des Firmenwerts. Telef6nica drohte seine Kreditwürdigkeit (Investment-Grade) zu verlieren, die hohen Refinanzierungskosten drück-ten dem Konzern die Luft ab.

Rezessionen und Regierungskrisen in Südamerika verliehen dem einst so schicken Portfolio die Aura einer Biotonne: Die Fäulnis schien ansteckend.

Nur mühsam läutete Alierta die Wende ein. Telef6nica stieß Töchter in Irland, der Slowakei oder Italien ab, selbst Funkmasten wurden zwecks Cashgewinnung veräußert. In Großbritannien ist nach wie vor ein Börsengang im Gespräch.

Unter dem neuen CEO José Maria Alvarez-Pallete wenden sich die Spanier wieder der Zukunft zu. Aliertas Ziehsohn strich die Dividende zusammen, um sich Luft zu verschaffen. Die Schulden schmolzen auf zuletzt 48,5 Milliarden Euro.

Chema Alonso, ein ehemaliger Profihacker, zod 2016 als Chief Data Officer in den Vorstand ein. In der Zentrale führt er seitdem seine üppige Heavy-Metal-Frisur unter bunten Mützen durch die Flure. Eine ungewöhnliche Personalie — auch wenn Paradiesvögel in immer mehr Konzernen dazugehören.

Ålvarez-Pallete kann nicht über miese Startbedingungen klagen: In den wichtigsten Auslandsmärkten Brasilien und Deutschland steigen die Gewinne, beim teuren Glasfaserausbau daheim hat Telef6nica die schlimmsten Zeiten hinter sich. Gut 52 Prozent der Bevölkerung können die ultraschnellen Anschlüsse mittlerweile buchen. Während sich die Deutsche Telekom regelmäßig für ihre Glasfasermüdigkeit rechtfertigen muss, hat Telef6nica in der Heimat mehr „Fiber“ verlegt als Deutschland, Frankreich und Großbritannien zusammen.

Deutschland-Freund Alvarez. In Madrid bestreiten sie, dass die deutsche Tochter zugunsten der Muttergesellschaft gemolken wird. Man streiche lediglich die Erträge der Milliarden ein, die man dort über die Jahre investiert habe. Dank des stabilen Deutschland-Geschäfts können wir ruhiger schlafen, heißt es.

Für das vergangene Jahr überwies München über 450 Millionen Euro an die Mutter, für 2017 wird die Ausschüttung auch deshalb steigen, weil Alvarez-Pallete seinen Anteil um sechs Punkte auf 69,2 Prozent erhöht hat. Die deutsche Aktie ist lukrativer als die eigene. Verkaufsgerüchte hat der CEO stets bestritten. Sind die Deutschen zu Besuch, versichert er sie ihrer strategischen Bedeutung. Die Aufnahme des ehemaligen Siemens-Vorstandschefs Peter Löscher in den Aufsichtsrat verstehen sie in Madrid als zusätzlichen Treuebeweis.

Alvarez-Pallete gilt als introvertiert, ein Nerd mit viel Leidenschaft für Zahlen. Bei seinen seltenen öffentlichen Auftritten seit dem Führungswechsel spricht er vor allem über „Aura“, sein Zukunftsprojekt. Eine künstliche Intelligenz soll etwa erkennen, wenn die Kunden stets zur selben Zeit ins Ausland telefonieren oder Fußball schauen.

„Aura soll lernen und den Kunden Angebote machen“, sagt Mariano de Beer, ein warmherziger Argentinier, der im Vorstand die Digitalprojekte managt. Erste Anwendungsbeispiele will Telef6nica Anfang 2018 präsentieren. „Das wird ziemlich cool“, tönt de Beer. Wie er mit Aura Geld verdienen will, bleibt sein Geheimnis.

Aus den üblichen Buzzwords sticht vor allem eine Besonderheit hervor: Die Kunden sollen künftig allein bestimmen können, was Telef6nica mit ihren Daten anfängt. Sie können entscheiden, ob ihre Bewegungsdaten anonymisiert an Dritte gehen oder ob ihre Kfz-Versicherung sie nutzen darf. Wer nie ein übles Viertel durchquert, könnte ja einen Rabatt bekommen. Und wer kündigt, dürfe seinen Datenschatz mitnehmen, verspricht de Beer. Das wäre ein Knaller, Facebooks Mark Zuckerberg soll schon um ein Gespräch gebeten haben.

Mittelfristig soll Aura auch nach Deutschland kommen. Bis dahin setzt Statthalter Haas auf Mehreinnahmen durch vernetzte Maschinen und Gegenstände („Internet der Dinge“) sowie Datendeals mit Kommunen.

Bei der kommenden Netzgeneration SG, die superschnelles Internet mit extrem geringen Latenzzeiten verbindet, bleibt er zurückhaltend. Während Telekom-Boss Tim Höttges und Vodafone-Deutschland-Chef Hannes Ametsreiter kaum eine Gelegenheit auslassen, die Segnungen einer mobil vernetzten 5GGesellschaft zu preisen, gibt Haas den Realisten: Der Standard sei noch ebenso nebulös wie ein tragfähiger Businessplan. „Das kommt erst im nächsten Jahrzehnt.“

Die Telekom will 2020 bereits die ersten 5G-Verträge verkaufen, Konkurrent Vodafone hat sich ähnliche Ziele gesetzt.

Wie sich die Zeiten ändern. Als sich der junge Markus Haas nach dem Jurastudium bei Viag Interkom bewarb, faszinierte ihn die Idee, Festnetz und Mobilfunk zu verschmelzen. Das kam damals einer Revolution gleich, die Münchener trieben die Konkurrenz vor sich her.

Diesen Spirit hätte 02 in Deutschland inzwischen wieder nötiger denn je.

BAUFINANZIERUNG GILT UNTER MAKLERN ALS VERKAUFSSCHLAGER

Die Zahlen der Commerzbank sind symptomatisch: Bis zum Jahr 2020 will die Großbank ihr Neugeschäft mit privaten Immobilienfinanzierungen um 40 Prozent steigern. Auf 17 Milliarden Euro würde sich die Neukreditsumme des Instituts dann belaufen, nachdem im vergangenen Jahr 12 Milliarden zu Buche standen und für das laufende mit 14 Milliarden Euro gerechnet wird. „Wir gehen davon aus, dass der Markt für Immobilienfinanzierung kontinuierlich weiter wachsen wird“, ließ sich Privatkunden-Vorstand Michael Mandel in der „Welt“ zitieren. Ein anderes Beispiel: Die höchsten Provisionserlöse unter den deutschen Spezialvertrieben wurden 2016 nicht im Segment Immobilien und nicht mit Versicherungen oder Sachwerten erwirtschaftet, sondern mit Baufinanzierungen. Gleich die ersten beiden Plätze sicherten sich die Platzhirsche unter den Immobilienkreditvermittlern, Interhyp und Postbank Finanzberatung. Erst auf Rang drei folgt mit Planet-Home ein Immobilienmakler.

Der Markt für Baufinanzierungen läuft, wie diese Beispiele zeigen, auf Hochtouren. Dafür sind vor allem zwei Gründe ausschlaggebend: Zum einen erleben wir in puncto Hypothekenzinsen historische Zeiten, von denen wir unseren Enkeln  noch mit Tränen in den Augen erzählen werden. Im Oktober 2016 kratzte die Zinskurve bei zehnjähriger Bindung an der 1-Prozent-Marke, übers Jahr blieb der effektive Durchschnittszins ebenso deutlich unter 2 Prozent wie 2017. Ab hier kann und wird es nur noch aufwärtsgehen, und das wissen Invegeht. Aus diesem Nachfrageüberhang resultieren die satten Preisanstiege, die seit Jahren zu den Standard-Wirtschaftsnachrichten gehören. Minizins, viele Käufer, hohe Kreditsummen, das sind die Treiber für den Bullenmarkt der Baufinanzierung. Im letzten Jahr summierte sich das Baufi-Neugeschäft in Deutschland auf über 209 Milliarden Euro.

Bis zum 21. März dieses Jahres konnte man sogar noch ohne spezifische Qualifikation in diesem Markt vermitteln. Zu dem Stichtag hat der Gesetzgeber die Zügel mit der Wohnimmobilienkreditrichtlinie (WIKR) angezogen, für Kreditnehmer wie für Berater. Während die Kreditvergabe an schärfere Solvenzbedingungen geknüpft wird, brauchen Immobiliardarlehensvermittler nun eine Lizenz zum Beraten.

Deren Voraussetzungen sind in Paragraf 34i der GewerbeOrdnung (GewO) festgeschrieben: Zuverlässigkeit,  geordnete Vermögensverhältnisse, Berufshaftpflichtpolice und Sachkunde. Wer keine 34i-Erlaubnis vorweisen kann, dem bleibt nur noch das Tippgebermodell, bei dem angehende Immobilienkäufer gegen eine kleine Provision an einen 34iVermittler vermittelt werden. Auch mehr als nichts, aber doch kein Vergleich zur „echten“ Finanzierungsvermittlung. Die Erwartungen hinsichtlich der Zahl der lizensierten Vermittler wurden denn auch bereits weit übertroffen: Mit rund 25.000 hatte man zum 21. März gerechnet, im Register des DIHK standen am 1. April knapp 45.000. Bis Anfang Juli hat sich diese Zahl zuzüglich der Honorarvermitt1er der 50.000ef-Marke stark angenähert. Baufi ist in.

Dass die erforderliche Sachkunde nun nachgewiesen werden muss, wird der Thematik nur gerecht. Denn Baufinanzierungsberatung bedeutet mehr, als „nur“ Geld zu günstigen Zinsen zu organisieren — und schon dies ist eine anspruchsvolle Aufgabe. Doch zunächst gilt es zu klären, welche Kreditsumme der Kunde sich langfristig überhaupt leisten kann, welche Ratenhöhe ihn auch in ungünstigen Zukunftsszenarien nicht überfordert, wie viel für ein avisiertes Objekt am Ende mit Nebenkosten unterm Strich benötigt wird und einiges mehr. Auch infrage kommende Förderungen sollten bekannt sein und zur Sprache kommen. Nicht wenige Makler unterstützen Interessenten zudem schon bei der Auswahl und Bewertung des Wunschobjekts. Es braucht also Know-how, um fundiert Immobilienfinanzierungen vermitteln zu können.

Dass bei Weitem nicht alle Berater es mitbringen oder einsetzen, zeigte kürzlich ein Test der Zeitschrift „Finanztest“. 21 Banken und Kreditvermittler wurden zu einem Standardfall jeweils mehrfach in verschiedenen Filialen um Beratung und Angebote gebeten. Nicht nur unterschieden sich die Zinsen um bis zu 0,5 Prozent pro Jahr, was summa summarum schnell einen fünfstelligen Betrag ausmachen kann. Überdies wurde auch die Ratenhöhe in jedem vierten Tilgungsplan zu hoch angesetzt. Hinzu kamen noch Defizite in der Festsetzung der Kreditsumme und der Information der Kunden. Am Ende erhielten nur fünf Anbieter ein „gut“ keiner ein „sehr gut“. Zwei Institute, die Sparda-West und die Sparkasse Köln-Bonn, wurden sogar mit einem „mangelhaft“ abgestraft. Nun ist bekannt, dass die Prüfkriterien von Verbraucherschützern nicht über jeden Zweifel erhaben sein müssen. Doch dass in der Baufinanzierungsberatung an manchen Stellen einiges im Argen liegt, dürfte unzweifelhaft sein. Problematisch wird es vor allem dann, wenn ein Anbieter — eine Bank — seine eigene Finanzierung an den Mann oder die Frau bringen will, ohne einen echten Vergleich zuzulassen.

Umso mehr können sich Finanzprofis mit unabhängiger Vermittlung und kundenorientiertem Service als Positivbeispiele etablieren. Wer als Allfinanzmakler eine gute Finanzierung vermittelt, hat gute Chancen, vom zufriedenen Kunden auch in anderen Bereichen zurate gezogen zu werden — von den immobiliennahen Versicherungen über die Altersvorsorge bis hin zur biometrischen Absicherung. Und das häufig für ganze Familien und über Jahrzehnte, denn Immobilienkäufer (für den Eigenbedarf) sind im Schnitt um die 40 Jahre alt.

Kreditbedarf hängt von der Region ab

Die Baufinanzierungsvermittlung ist aber nicht nur und nicht in erster Linie als Türöffner fürs Cross-Selling interessant. Auch die Provisionen selbst rechtfertigen den Beratungsaufwand. Für deren Höhe gibt es verschiedene Angebotsmodelle von Finanzhäusern. Zudem hängt es stark vom Standort ab, wie viel Provision eine Vermittlung — in absoluten Zahlen — durchschnittlich einbringt. Denn die Lage hat großen Einfluss auf die Immobilienpreise und damit auch auf die erforderliche Kreditsumme. Zwar verdienen die Bewohner teurer Städte wie München in der Regel auch mehr und können so mehr Eigenkapital ansammeln, doch am Ende müssen sie dennoch mehr als in anderen Städten fremdfinanzieren. Konkret: rund 420.000 Euro im Durchschnitt. Leipziger dagegen nehmen im Schnitt knapp 226.000 Euro auf. Deutschlandweit benötigen Immobilienkäufer jeweils 243.000 Euro, während Häuslebauer 320.000 Euro in Anspruch nehmen.

Eklatant werden die Unterschiede zwischen hoch- und niedrigpreisigen Regionen, wenn man die Kaufpreise in Relation zum Jahresdurchschnittseinkommen setzt. Konkret: zum Gesamtnettoeinkommen einer Region geteilt durch die Anzahl aller ihrer Bewohner. Die durchaus gut verdienenden Münchener müssen für eine 100-Quadratmeter-Wohnung im Schnitt 21 Jahreseinkommen hinlegen; nur für die Nordfriesen stellt eine solche Immobilie einen noch größeren Luxus dar: 23,3 Jahreseinkommen. Teuer sind auch Freiburg (18,1), Miesbach (17,6), Hamburg (15,9) und Berlin (15,8). Geradezu traumhaft erscheinen dagegen die Bedingungen in den Landkreisen Kyffhäuserkreis, Wunsiedel und Vogtlandkreis, wo kaum mehr als drei Jahresdurchschnittseinkommen für eine solche Wohnung aufgerufen werden. Da sich die Preisentwicklung in zahlreichen Städten von der Einkommensentwicklung abgekoppelt hat, sind auch die erforderlichen Kreditsummen gestiegen. Die niedrigen Zinsen führen indes dazu, dass die Erschwinglichkeit darunter nicht unbedingt leiden muss. Zumindest in den letzten beiden Jahren bewegt sich der entsprechende Index der Deutsche Bank Research seitwärts — im letzten Jahrzehnt ist er allerdings um mehr als die Hälfte gefallen.

Zinsewende bereits im Gang?

Relation zum Jahresdurchschnittseinkommen setzt. Konkret: zum Gesamtnettoeinkommen einer Region geteilt durch die Anzahl aller ihrer Bewohner. Die durchaus gut verdienenden Münchener müssen für eine 100-Quadratmeter-Wohnung im Schnitt 21 Jahreseinkommen hinlegen; nur für die Nordfriesen stellt eine solche Immobilie einen noch größeren Luxus dar: 23,3 Jahreseinkommen. Teuer sind auch Freiburg (18,1), Miesbach (17,6), Hamburg (15,9) und Berlin (15,8). Geradezu traumhaft erscheinen dagegen die Bedingungen in den Landkreisen Kyffhäuserkreis, Wunsiedel und Vogtlandkreis, wo kaum mehr als drei Jahresdurchschnittseinkommen für eine solche Wohnung aufgerufen werden. Da sich die Preisentwicklung in zahlreichen Städten von der Einkommensentwicklung abgekoppelt hat, sind auch die erforderlichen Kreditsummen gestiegen. Die niedrigen Zinsen führen indes dazu, dass die Erschwinglichkeit darunter nicht unbedingt leiden muss. Zumindest in den letzten beiden Jahren bewegt sich der entsprechende Index der Deutsche Bank Research seitwärts — im letzten Jahrzehnt ist er allerdings um mehr als die Hälfte gefallen.

Dass die goldenen Hypothekenzinszeiten nicht ewig anhalten werden, sagt nicht nur der gesunde Menschenverstand, sondern auch Mario Draghi. Wie man es gewohnt ist, nicht expressis verbis, sondern hintenrum: „Die Gefahr einer Deflation ist vorüber“, ließ der EZB-Präsident am 27. Juni verlauten. Das heißt nichts anderes, als dass der Hauptgrund für die quantitative Lockerung entfallen ist. In absehbarer Zeit wird die EZB auf den Pfad ihres US-amerikanischen Pendants einschwenken und die Zinsen wieder zaghaft erhöhen. Das kann zwar noch dauern, wie Draghi in seiner verklausulierten Art andeutete, als er „Ausdauer“ in der Geldpolitik für wichtig erklärte. Doch die Hypothekenzinssätze schnellten nach seiner Äußerung bereits in der Breite nach oben, um bis zu 0,2 Prozent. Auch wenn nicht ausgeschlossen ist, dass sie noch einmal nach unten nachgeben — mittelfristig werden sie unweigerlich steigen. Es gilt also für Kaufinteressenten wie auch für Kreditnehmer mit bald ablaufender Zinsbindung, sich möglichst zügig die günstigen Konditionen zu sichern. Am besten gelingt das Mit fachkundiger und unabhängiger Beratung. Kunden, die auf eigene Faust im Internet vergleichen und abschließen, machen selten den besten Fang; schon allein, weil viele einschlägige Vergleichsportale gar nicht so umfassend und neutral den ganzen Markt abdecken, wie sie den Anschein erwecken. Noch mehr aber, weil viele individuelle Faktoren und Kennzahlen zu berücksichtigen sind, die ein Laie in der Regel nicht allesamt auf dem Schirm hat. Hinzu kommen Abwägungsentscheidungen wie: Ist ein Zinsvorteil von 0,3 Prozent den Verzicht auf die Option der Tilgungsänderung wert? Welchen Aufschlag kann man für eine längere Zinsfestschreibung akzeptieren?

Im resultierenden Beratungsbedarf liegen jede Menge Chancen für freie Finanzmakler, ob sie nun — wie die Mehrheit— mit der Baufi-Abteilung eines Pools, mit einem Finanzierungsvermittler, einer Bank oder Bausparkasse kooperieren.

CAUSA VEGAS COSMETICS: CARLOS FERNANDES BESCHWICHTIGT

Die Firma Vegas Cosmetics unter der Leitung des gebürtigen Südamerikaners Carlos Fernandes ist ein umstrittenes MLM-System für Kosmetik-Produkte, wenn man ihren Kritikern Glauben schenkt. Auf den MLM-Vertrieb von Vegas Cosmetics wurde die Redaktion vor wenigen Wochen aufmerksam gemacht. Mehrere Vertriebsangestellte und Käufer meldeten sich zu Wort – zum Fraudanwalt-Bericht. Daraufhin reagierte Carlos Fernandes ungehalten und beauftrage eine Kölner Anwaltskanzlei, um Drohgebärden in Form von Anwaltsmahnbriefen mit überzogener Kostenstruktur und einem Streitwert im unteren fünfstelligen Bereich auszusenden. Anders als etwas in den USA, erfreuen sich Anwälte in Deutschland der Gegebenheit, immer als Sieger aus dem Prozess zu gehen und dabei ist es egal – wie der Prozess endet. Anwaltsgebühren werden immer im Vorfeld fällig und nicht bei erfolgreichem Prozessausgang des Mandanten. So kam es wie es kommen musste und Fernandes verprasste eine saftige Summe – zum Fraudanwalt-Bericht.

Im Laufe der Berichterstattung ist die Redaktion vielen Verdachtsfällen nachgegangen und bat auch Vegas-Gründer Fernandes zu einem Statement.

 

Redaktion:

a) Beurteilen Sie die Qualität Ihrer Vegas Cosmetics-Produkte, wer produziert die Produkte mit welcher Zutatenqualität? 

Antwort von Carlos Fernandes (Vegas Cosmetics):

Unsere Produkte werden nach deutschen und europäischen Standards produziert, erfüllen alle gesetzlichen Bestimmungen und haben stets alle Qualitätskontrollen bestanden. Gerne sende ich Ihnen Proben unserer Produkte zu, damit Sie sich selbst ein Urteil von der fraglosen Qualität unserer Produkte bilden können. Es kann nicht sein, dass Sie unsere Waren allein auf Basis der Aussagen des zur Konkurrenz abgewanderten Herrn Niemeyer negativ darstellen!

Anmerkungen der Redaktion:

Offensichtlich geht Herr Fernandes davon aus, dass ein ihm bekannter Vertriebsmitarbeiter Informationen weitergegeben hat, der Redaktion ist ein Herr Niemeyer unbekannt.

 

b) Ist es möglich, dass ein Produkt ranzig riechen kann oder sind Ihnen andere Beanstandungen bekannt?

Antwort von Carlos Fernandes (Vegas Cosmetics):

Ich kann mir nicht erklären, wie eines unserer Produkte ranzig riechen kann! Welches Produkt genau sollte das denn sein? Schmuck sicherlich nicht! Eine Crème oder ein Parfum? Bei uns hat sich noch kein Kunde über die Qualität unserer Produkte beschwert! Herr Niemeyer jedoch hat seine Gründe!

Anmerkungen der Redaktion:

In einschlägigen Internetforen beklagen sich vermeintliche Käufer über die Produktqualität von Vegas Cosmetics. Zwei unabhängige User sprachen davon, dass die Produkte ranzig riechen sollen. Dies kann von der Redaktion nicht abschließend bestätigt werden.

 

c) Haben Sie eine berufliche Qualifikation inne?

Antwort von Carlos Fernandes (Vegas Cosmetics):

Ich fühle mich durch über 24 Jahre Branchenzugehörigkeit hinreichend zur Leitung der Vegas Cosmetics GmbH qualifiziert.

Anmerkungen der Redaktion:

Der Vegas Comsmetics-Gründer Carlos Fernandes verfügt dementsprechend nicht über eine schulische Ausbildung. Unter dem Begriff „Branchenzugehörigkeit“ soll vermutlich die MLM-System-Laufbahn gemeint sein, das lässt Fernandes offen. Aus Sicht von Fernandes scheint es ausreichend zu sein, 24 Jahre lang irgendwelche Produkte in Strukturvertrieben zu verkaufen, um hochwertige Kosmetik zu produzieren. Kein weiterer Kommentar.

 

d) Liegt bei Ihren Produkten ein dermatologischer Test vor?

Antwort von Carlos Fernandes (Vegas Cosmetics):

All unsere Produkte werden bereits im Entwicklungsstadium diversen Tests unterzogen, unter anderem auch dermatologischen Tests. Nicht von ungefähr bescheinigt uns Dermatest mit dem Siegel „very good“, dass Vegas Produkte von sehr guter Qualität sind.

Anmerkungen der Redaktion:

Die meisten Siegel sind nichts wert und sollen Verbraucher in die Irre führen. Bei Dermatest ist ein Siegel schon für 540 Euro pro Produkt zu erhalten. Ein Schnäppchen.

 

e) Ist es üblich, dass neue Vertriebspartner die Produkte bezahlen müssen, um sie zu testen?

Antwort von Carlos Fernandes (Vegas Cosmetics):

Unsere Partner müssen keine Produkte kaufen und werden auch nicht zum Kauf gezwungen. Um unsere Produkte zu verkaufen, muss der Vertriebspartner die Ware aber natürlich erstmal bei Vegas kaufen. Und wenn Partner Produkte selber testen wollen, müssen sie die Produkte selbstverständlich auch vorher kaufen (wie bei allen anderen Firmen auch). Oder können Sie in den Supermarkt gehen und alles probieren? Diese Frage ist eigentlich etwas lächerlich, denn welche Firma verschenkt seine Produkte?

Anmerkungen der Redaktion:

Unserer Meinung nach hingt der Vergleich ein wenig. Fernandes findet es lächerlich, dass Vertriebler, bevor sie für ihn und seine Vegas Cosmetics arbeiten, die Produkte nicht kostenlos erhalten, sondern bezahlen müssen. Sein Vergleich mit dem Supermarkt müsste lauten: „Wenn eine Kassiererin in einem Supermarkt einen Probearbeitstag macht, dann muss sie die Produkte, die sie verkauft erstmal bezahlen“.

f) Wie ist die finanzielle Situation von Vegas Cosmetics GmbH, existiert eine Bonitätsbewertung?

Antwort von Carlos Fernandes (Vegas Cosmetics):

Ich würde mich freuen, wenn Sie sich (endlich) bei unabhängigen Dritten über die Bonität von Vegas Cosmetics und über meine persönliche Bonität erkundigen würden. Sowohl Vegas wie auch ich sind im Creditreform-Bonitätsindex mit guter Bonität gelistet. Bei der Schufa bin ich und ist auch die Vegas Cosmetics GmbH mit der Ratingstufe A eingeordnet. Bei Legende sogar Doppel ++ deutlich unterdurchschnittliches Risiko!

Finanziell steht das Unternehmen sehr gut da, weder gibt es Kredite noch bestehen Schulden. Bilanzmäßig sind ja auch die stillen Reserven sichtbar. 

 

g) Bestehen ausstehende Forderungen von Vertriebsmitarbeitern?

Antwort von Carlos Fernandes (Vegas Cosmetics):

Nein definitiv nicht und auch nicht in der Vergangenheit, es laufen auch keine Verfahren diesbezüglich gegen mich oder die Vegas Cosmetics GmbH.

Anmerkung der Redaktion:

Dies kann leider nicht überprüft werden.

Das war das Statement von Carlos Fernandes im Namen der Vegas Cosmetics GmbH.

 

Fraudanwalt-Fazit:

Das Unternehmen Vegas Cosmetics GmbH konnte die Redaktion nicht überzeugen. Ein Management ohne nennenswerter Qualifikation, eine authentizitätslose Internetwerbung, schlechte Erfahrungen von Produktkäufern in Internetforen, schlechte Erfahrungen von Vertriebsmitarbeitern und mutmaßlich ehemaligen Vertriebsmitarbeitern und ein aggressives Vorgehen gegen Kritiker mit teuren Anwälten sind die Basis unserer Kritik. Zur Warnliste.

INVESTITION IN PHOTOVOLTAIK EINE ALTERNATIVE FÜR SPARER?

Photovoltaikanlagen (PV-Anlagen) produzieren über einen sehr langen Zeitraum Strom, das ist den meisten bekannt. Was jedoch viele nicht wissen ist, dass solide Photovoltaikkonzepte viele gesellschaftliche Herausforderungen lösen werden.

Es war der Deutscher Physiker Albert Einstein, der die Entwicklung von Photovoltaik voranbrachte und dafür den Nobelpreis 1923 erhielt. Entwickelt wurde die Technologie aber wesentlich früher im Jahr 1839. Seit den 60er Jahren wurde die Sonnenenergie auf Raumsonden verbaut und sorgt dafür, dass die Weltraumrobotik selbst nach 40 Jahren mit der Erde kommuniziert.

Was verspricht eine Kapitalanlage in Photovoltaik?

Die Niedrigzinsphase ist langanhaltend und teuer für Sparer. Zur Realisierung ihrer Anschaffungen befinden sich Bürger in einem dauerhaften Sparprozess. Der größte Anteil des Sparguthabens soll später einmal vor der Armut im Alter schützen. Meist greifen die Europäer dafür auf Bank- und Versicherungsprodukte zurück, die minimale Renditen unter 1 Prozent versprechen. Staatsanleihen, selbst die von Deutschland oder Frankreich, notieren seit 2,5 Jahren deutlich unter 0,5 Prozent. Tagesgeld wirft ebenfalls nicht einmal 1 Prozent ab. Egal, für welche Anlagemöglichkeit sich Kapitalanleger entscheiden, es kommt immer ein Minus heraus, nach bereinigter Vollkostenrechnung – Kosten, Abgaben und Inflation. Beinahe gegensätzlich verhält sich eine Investition in Photovoltaikanlagen. Die Solarkraftwerke erwirtschaften bis zu 13 Prozent im Jahr. Häufig werden die Anschaffungskosten einer PV-Anlage fremdfinanziert über eine Bank. Bei günstiger persönlicher Steuersituation ist es dem Käufer möglich, das Eigenkapital für die PV-Anlagen aus Steuerrückerstattung zu erhalten. Investitionen in Solaraktien oder Beteiligungen an Unternehmen, wie bei dem Unternehmen PV Invest GmbH, sind nicht zu empfehlen (Fraudanwalt-Bericht), das hat die Solarword-Pleite von Frank Asbeck gezeigt, Fraudanwalt berichtete.

Smarte Solar-Rendite-Modelle zielen lediglich auf die Verwaltung und Einrichtung der PV Anlagen ab, an denen die Käufer 100 Prozent „Besitzt“ haben.

PV-Anlagen für eine grüne Zukunft

Der Strom, der aus PV-Anlagen gewonnen wird, hat Vorrang bei der Einspeisung ins öffentliche Stromnetzt, mit dieser Maßnahme will Europa die Energiewende von Atom- und Kohleenergie zum Grünstrom vollbringen.  Obwohl auch PV-Anlagen bei ihrer Herstellung eine gewisse Belastung für die Umwelt bedeuten, sind sie die weitaus bessere Lösung zur Gewinnung von Energie als gefährliche Atomkraftwerke oder der Co2-Killer Kohle. Über seriöse Anbieter informiert Fraudanwalt. Unternehmen, die Sie meiden sollten, finden Sie auf der Warnliste.

VERBRAUCHERZENTRALE OBSIEGT GEGEN YELLO STROM

Yello Strom hat in den vergangenen Jahren die eigenen Kunden sehr verärgert. Undurchsichtiges Vertragswerk und kostspielige Klauseln haben die Stromkunden auf die Barrikaden gebracht. Die schlechten Erfahrungen mit Yello Strom machen Stromkunden nicht nur in Bewertungsportalen publik, sondern wendeten sich vermehrt an die Verbraucherzentrale. Die oberste Instanz für Verbraucherschutz in Deutschland sah es als wettbewerbswidrig an, dass bei der Online-Bestellung des Stromtarifs Basic von Yello Strom –  die Erteilung eines SEPA-Lastschriftmandats und damit die Angabe von Kontodaten erforderlich ist.

Yello Strom verstößt gegen geltendes Recht

Der Billig-Stromanbieter Yello Strom hat gegen das Gesetz verstoßen, bestätigten die Richter des Oberlandesgerichts Köln das Urteil des Landgerichts Köln aus 2016. Die Yello Strom GmbH hatte gegen das Urteil des Landgerichts Berufung eingelegt, aber erfolglos. Das Urteil ist rechtkräftig.

Begründung der Richter:

„Das Energiewirtschaftsgesetz sehe vor, dass Verbrauchern vor Vertragsabschluss mehrere Zahlungsmöglichkeiten zur Verfügung gestellt werden müssen. Allein das Lastschriftverfahren reiche nicht aus“, so die Begründung der Richter des Oberlandesgerichts Köln. Den Einwand von Yello Strom, dass bei Energieverträgen eine freie Wahl bestimmter Zahlungsmethoden nicht notwendig sei, da über 90 Prozent der Haushaltskunden die Lastschrift als Bezahlungsmethode wünschten, ließen die Richter nicht gelten. „Das Argument widerspreche der Wertung des Gesetzgebers, der ausdrücklich fordere, vor Abschluss von Energielieferungsverträgen verschiedene Zahlungsmöglichkeiten anzubieten“, so das Oberlandesgericht.

Wie kündige ich meinen Tarif bei Yello Strom?

Wie bei vielen anderen Verträgen ist hierbei zunächst die Kündigungsfrist von Yellow Strom zu beachten. Denn wer seinen Stromanbieter kündigen will, sollte rechtzeitig aktiv werden. Im Fall, dass der Yello-Stromvertrag nicht sechs Wochen vor Ablauf der Erstlaufzeit von 12 Monaten gekündigt wird, hat der Kunde weitere 12 Monate einen Tarif von Yello Strom. Wer glaubt, dass eine Kündigung per Telefon schneller geht, der irrt. Telefonanrufe beim Stromanbieter Yello Strom kann man sich beim Kündigungswunsch sparen, weil eine Kündigung in Textform erfolgen muss. Die Textform ist erst erfüllt, wenn eine E-Mail oder ein Brief versendet werden. Empfehlenswert ist ein Brief per Einwurfeinschreiben. Wer vor der eigentlichen Kündigung individuelle Fragen beim Kundenservice klären will, kann diesen unter 0221-99690123 montags bis samstags von 6 bis 22 Uhr erreichen. Auch bei einem Umzug, kann der Vertrag bei Yello Strom nicht einfach gekündigt werden. Ist Yello Strom auch am neuen Wohnort verfügbar, bleibt der Vertrag bestehen. Man ist sogar verpflichtet, Yello Strom einen Umzug zwei Wochen vor dem Umzugstermin mitzuteilen, zu empfehlen sind vier Wochen vorher. Die Mitteilung sollte aus schriftlich erfolgen, weil es in der Vergangenheit vorgekommen sein soll, dass Kundenschreiben nicht mehr auffindbar waren.

Im persönlichen Bereich auf der Yello-Strom-Website können sich Kunden einloggen. Dort befindet sich ein Kontaktformular, über das der Umzug registriert werden kann. Der Yello-Strom-Kundenservice wird sich daraufhin mit dem Stromkunden in Verbindung setzen. Ist Yello Strom am neuen Wohnort nicht verfügbar, dann kann von einem Sonderkündigungsrecht Gebrauch gemacht werden und der Vertrag zum Umzugstermin per Mail oder Brief gekündigt werden.

VEGAS COSMETICS: FERNANDES VERPRASST 20.000 € FÜR LÖSCHUNG, MÜSSEN VERTRIEBSPARTNER WARTEN?

Die Vegas Cosmetics GmbH unter der Leitung des „Cosmetic-Papsts“ Carlos Fernandes mit Sitz in der Lise-Meitner-Str. 4-6, Groß-Umstadt ist in die Kritik des Verbraucherverbundes Fraudanwalt geraten – zum Fraudanwalt-Bericht. Grund dafür ist eine Mitteilung eines ehemaligen Vertriebspartners, der kein gutes Haar am Strukturvertrieb oder auch MLM-System (Multi-Level-Marketing) von Carlos Fernandes und seinem „Kosmetik-Konzern“ gelassen hat.

Er sagte gegenüber der Redaktion-Fraudanwalt, dass Vegas Cosmetics auf ihn einen Eindruck machte, als würden in den Schulungen „sektenartige“ Methoden vorherrschen und kritisierte, dass neue Vertriebspartner zum Einstand die Produkte von Vegas Cosmetics aus eigener Tasche kaufen müssten. Das bedeutet, dass Vegas Cosmetics an neuen Vertriebspartnern verdient und als Gegenleistung eine Verkaufsschulung anbietet, um später an dem Vertriebsmitarbeiter gleich vielfach zu verdienen. Das Provisionsmodell ist als Pyramide aufgebaut, weshalb die Spitze – Carlos Fernandes natürlich das größte Stück vom Kuchen abbekommt- immer! Wir empfanden diese Umstände als unseriös und folgten unserer Aufgabe, vor Betrug und Missmanagement zu warnen – ohne jedoch dabei Vegas Cosmetics zu verurteilen. Jedoch, wie es bei MLM Struktur-Vertrieben oder dubiosen Anbietern von Geldanlagen häufig der Fall ist, wenn sie ertappt wurden, beginnen sie scharfe Geschütze aufzufahren. Doch wir bleiben für unsere Leser standhaft und löschen die Berichte nicht.

Vegas Cosmetics zahlt Kölner Kanzlei 20.000 €

Der Verbraucherverbund Fraudanwalt erhielt ein Schreiben von einer Anwaltskanzlei aus Köln im Auftrag von Vegas Cosmetics und dem Drahtzieher des Kosmetik-Imperiums Carlos Fernandes. Darin heißt es, dass die Redaktion Fraudanwalt gegenüber Vegas Cosmetics und ihren Anwälten eine Unterlassungserklärung abgeben soll. „Denn die Berichterstattung würde ihnen missfallen“. Aus dem Schreiben geht hervor, dass Vegas Cosmetics an die Kanzlei 20.000 € für diesen Dienst zahlte und nunmehr von Fraudanwalt neben der Unterlassungserklärung auch noch eine „Aufwandentschädigung“ fordert. Weshalb versucht die Vegas Cosmetics GmbH aus Groß-Umstadt seine Kritiker mundtot zu machen und investiert eine fünfstellige Summe? Wäre dieses Geld nicht besser bei Vertriebspartnern oder Kosmetik-Produkten angelegt?

Schulden: Zahlt Vegas Cosmetics die Vertriebspartner aus?

Ein Blick in die letzte Bilanz (2015) von Vegas Cosmetics lässt mehrere Deutungsmöglichkeiten zu. Einerseits stellt sich die Frage, weshalb das Unternehmen um Carlos Fernandes keine Bilanz von 2016 vorlegt. Waren möglicherweise die Zahlen ungenügend und eine anwaltliche Löschung wie er es bei seinen Kritikern versucht, nicht möglich? Versucht er deshalb, den Veröffentlichungszeitpunkt hinauszuschieben?

Es ist aus der 2015er Bilanz erkennbar, dass sich die Verbindlichkeiten der Kosmetikverkäufer deutlich erhöht haben. Knapp 1 Mio. € müssen innerhalb eines Jahres zurückgezahlt werden, so steht es im Vermerk innerhalb der Bilanz. Werden möglicherweise die Provisionsgelder von Vertriebspartnern nicht rechtzeitig ausbezahlt? Oder welche Art von „Schulden“ türmen sich dort Jahr für Jahr auf. Die von Vegas Cosmetics beauftragte Kölner Anwaltskanzlei kostete allein 20.000 € und warf der Redaktion vor, fälschlicherweise die Vermutung eines Schneeballsystems aufzuwerfen. Die Anwältin so wörtlich: “Ein Schneeballsystem würde niemals so lange funktionieren…“. Das ist die Begründung dafür, dass Carlos Ferndandes kein Schneeballsystem betreibt – damit geben wir uns nicht zufrieden. Auf Werbeseiten von Vertriebspartnern des Unternehmens sind häufig Villen, Anzugträger und schnelle Autos zu sehen, trügt möglicherweise der Schein? Klar ist, dass das Unternehmen weitaus höhere „Schulden“ als „Einnahmen“ ausgleichen muss – und das innerhalb von 12 Monaten. Wer noch offene Provisionsforderungen hat, sollte sie nicht auf die lange Bank schieben. Denn, wie immer, beißen den Letzten die Hunde. Unsere Vermutung zu dem mutmaßlichen Schneeballsystem erhärtet sich die neue Situation, denn zu Beginn werden immer Gelder ausbezahlt um weitere Mitstreiter zu finden – irgendwann, wenn genug verdient ist, platzt die Blase.

Haben Sie Erfahrungen mit Vegas Cosmetics gemacht oder sind ehemaliger Vertriebsmitarbeiter? Dann schreiben Sie uns Ihren Bericht an [email protected]