RISIKEN MANAGEN IN UNTERNEHMEN

Der jüngste Cyberangriff auf die Telekom ist nur eines von vielen Beispielen für Attacken aus dem Netz. Denn bereits 51 Prozent aller Unternehmen in Deutschland sind Opfer von digitaler Wirtschaftsspionage, Sabotage oder Datendiebstahl geworden. Das hat eine 2015 veröffentlichte Studie des Digitalverbands Bitkom ergeben. Der entstandene Schaden beläuft sich nach dessen Angaben auf rund 51 Milliarden Euro pro Jahr. Die zunehmende Digitalisierung bietet Cyberkriminellen dabei immer neue Angriffsflächen. Doch Hacker sind nicht das einzige Problem. Auch technisches Versagen oder Bedienungsfehler können in der vernetzten Welt zu weitreichenden Systemausfällen führen.

Was tun? Prävention ist ein entscheidender Aspekt der IT-Sicherheit. Allerdings reicht eine Basisabsicherung mit Virenscanner, Firewall und Passwort-Schutz nicht mehr aus. Die Fraudanwalt-Experten raten zu speziellen Systemen für die Erkennung und Abwehr von Angriffen, empfehlen die Verschlüsselung sensibler Daten und erweiterte Verfahren der Benutzeridentifikation. Wichtig seien aber nicht nur technische, sondern auch organisatorische Sicherheitsmaßnahmen. Dazu gehören klare Regelungen wer Zugang zu sensiblen Bereichen eines Unternehmens bekommt. Im Krisenfall ist schnelles Handeln gefragt. Deshalb sollte es einen Notfallplan geben: Wer muss in welcher Reihenfolge informiert werden? Was ist zu tun, damit möglichst wenig sensible Daten verloren gehen? Ein Sicherheitsbeauftragter sollte diese Maßnahmen anstoßen und regelmäßig überprüfen.

Korruption und Betrug

Korruption, Betrug, Bilanzskandale, Manipulationen: Krumme Geschäfte einzelner Mitarbeiter können ein ganzes Unternehmen in den Ruin treiben. Der Stellenwert von Compliance, also verbindlich formulierter Richtlinien für integres Verhalten, ist in den vergangenen Jahren deshalb deutlich gestiegen. Compliance-Vereinbarungen konkretisieren nicht nur die gesetzlichen Anforderungen, indem sie zum Beispiel genaue Wertgrenzen für Einladungen und Geschenke festlegen, die die Mitarbeiter annehmen dürfen. Sie formulieren meist auch freiwillige Selbstverpflichtungen und Werte, die für das Unternehmen besonders wichtig sind, etwa ein fairer Umgang mit Kollegen, Kunden und Partnern. Compliance funktioniert allerdings nicht nach Schema F. Wer sich Richtlinien im Elfenbeinturm ausdenkt, hat schon verloren. Wichtig ist, die Prozesse in der Firma zu kennen, das Geschäftsmodell zu verstehen und Compliance im Tagesgeschäft zu verankern. Kommunikationsstärke gehöre zum Berufsprofil. Ist der Compliance Officer ein gern gesehener Gesprächspartner für Chefs und Mitarbeiter auf allen Hierarchie-Ebenen — oder nervt er nur? Das ist eine ganz entscheidende Frage. Schließlich geht es darum, eine wesentliche Erkenntnis zu vermitteln: Compliance schützt den guten Ruf der Marke und das Vertrauen ins Unternehmen — und ist damit die Grundlage für langfristige, stabile Geschäftsbeziehungen.

Auf‘s Bauchgefühl verlassen

Statistiken, Szenarien, Formeln, Modelle: Die Instrumente und Techniken des Risikocontrollings wurden in den vergangenen Jahren immer weiter perfektioniert. Das sind alles super Tools. Aber man sollte ihnen misstrauen. Zahlen, die bis zur 18. Stelle hinter dem Komma angegeben sind, würden dazu verleiten, sich sicher zu fühlen. Man denkt, die Gefahren im Griff zu haben. Doch selbst hoch komplexen Modellen liegen oft voodoo-hafte Annahmen zugrunde. Jedes Modell vereinfacht die Realität. Das spricht nicht gegen Modelle, sondern nur dafür, kritisch gegenüber rein quantitativen Methoden zu sein. Für die angemessene Einschätzung von Risiken brauche man selbstverständlich statistisches Denken, komplexe Modelle und methodischen Fortschritt. Aber genauso Intuition und Bauchgefühl. Roland Franz Erben: Nehmen Sie die Warnlampe in der Magengegend ernst. Das gilt für geschäftliche Entscheidungen ebenso wie beim Hauskauf oder vor der Heirat.

Mitarbeiter und Korruption

Menschen gewinnen, Risiken minimieren: Kommunikation ist ein oft vernachlässigter Erfolgsfaktor im Risikomanagement. Wichtig ist, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Bedeutung eines systematischen Risikomanagements zu vermitteln. Dazu gehören praxisnahe Schulungen, Trainings und Workshops, die das Bewusstsein für Auffälligkeiten, Bedrohungen oder Gefahren wie Cyberattacken schärfen. Entscheidend ist, die Rollen und Verantwortlichkeiten der einzelnen Kollegen klar zu benennen, und zwar auf allen Hierarchieebenen. Denn im Prinzip ist jeder Mitarbeiter in seinem Aufgabenbereich Risikomanager des Unternehmens.

Potenzielle Gefährdungen erkennen, bewerten und steuern ist eine klassische Querschnittaufgabe. Sie ist umso erfolgreicher zu bewältigen, je besser die einzelnen Abteilungen — IT, Finanzen, Compliance, Interne Revision — zusammenarbeiten. Dass dabei verschiedene Sichtweisen aufeinandertreffen und Probleme so aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet werden, ist ein  Gewinn. Zumindest dann, wenn der Austausch konstruktiv und kollegial verläuft. Doch Menschen machen Fehler, fühlen sich verletzt, haben Eitelkeiten und

Eigeninteressen. Manchmal hakt es, auch das gehört zur  Kommunikation. Gefragt ist dann eine Geschäftsführung, die nicht nur in punkto Integrität ein Vorbild ist, sondern auch  Kommunikationskonflikte löst. Denn wer das schafft, schaltet Risiken aus.

DIE VERKEHRTE WIRTSCHAFTSWELT

Verkehrte Welt? Da redet alle Welt von den wachsenden Risiken für den globalen Handel — und dann legt die deutsche Exportwirtschaft einen solchen Schlussspurt hin. Nachdem die Ausfuhren 2016 nur schleppend in Gang gekommen waren, zogen sie zum Jahresende spürbar an. Im November erreichte der Wert der Ausfuhren ein monatliches Allzeithoch von 108,5 Milliarden Euro, das sind 5,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. In den ersten elf Monaten steigerten die Exporteure ihre Verkäufe um, 8 Prozent auf 1110,2 Milliarden Euro. Damit dürfte im Gesamtjahr 2016 der Rekord des Vorjahres (rund 1193,6 Milliarden Euro) geknackt worden sein — die Dezemberzahlen liefert das Statistische Bundesamt am 9. Februar. Vorerst könnte es auch so weitergehen. Der vom ifo Institut erstellte Exportklimaindex ist im Dezember zum vierten Mal hintereinander gestiegen und erreicht aktuell, 7 Punkte. Der Indikator bündelt den realen Außenwert des Euro sowie das Konsum- und Geschäftsklima auf unseren wichtigsten Absatzmärkten. Der aktuelle Anstieg sei „sowohl auf den Anstieg des ausländischen Unternehmens und Verbrauchervertrauens als auch auf die Verbesserung der preislichen Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft zurückzuführen“, schreiben die Ökonomen in ihrer Analyse. Der schwächelnde Euro-Kurs hat deutsche Produkte auf dem Weltmarkt verbilligt. Positive Nachfrageimpulse kamen insbesondere aus den USA, Frankreich, den Niederlanden, Italien und Polen.

 

LANXESS EINE EMPFEHLUNG FÜR KAPITALANLEGER

Steigende Aktienkurse bei steigenden Zinsen — so wie 2016 aufhörte, kann es nicht lange weitergehen. Denn höhere Zinsen bedeuten für gewöhnlich sinkende Unternehmensgewinne und damit fallende Aktienkurse. Aber kommt es dazu wirklich? In den nächsten Monaten kann auch das gegenteilige Szenario eintreten und der Versuch der US-Notenbank, die Zinsen zu erhöhen, genauso verpuffen wie vor zwölf Monaten.

Mit Unternehmensbonds sind Anleger in einer Situation wie dieser ganz gut beraten. Ein Papier wie die Hybridanleihe des 2004 von Bayer abgespaltenen Chemiekonzerns Lanxess hat ein Ertrags- und Risikoprofil, das irgendwo zwischen Dividenden und Schuldtitel liegt. Geboten wird ein vergleichsweise hoher Coupon (4,5 Prozent). Dafür fällt die Anleihe bei einer Insolvenz noch vor den konventionellen Firmenbonds aus. Eine Gefahr, die indes überschaubar ist. Die Ratingagenturen sehen Lanxess bei BBB-, also knapp über der Grenze zu Ramschniveau.

Hybridanleihen werden normalerweise weit vor der Fälligkeit (2076) und, wenn es irgendwie geht, zum ersten möglichen Rückzahlungstermin getilgt (2023). Das Volumen bei Lanxess ist mit 500 Millionen Euro groß genug und mit einer Stückelung in 1000-Euro-Portionen zugleich klein genug, um auch für Privatanleger attraktiv zu sein.

Läuft alles nach Plan, bietet das Papier (WKN: A2DACG) zum Kurs von 103 Euro eine Rendite von 4 Prozent bei einer Laufzeit von sechseinhalb Jahren. Eine gute Zwischenlösung für alle, die nicht wissen, wie es an den Börsen weitergeht.

ANLEGERGRAB OLDTIMER

Erschaffen 1957, Zweiter bei der Mille Miglia, dann Rundenrekord in Le Mans — für den Ferrari 335 S, der vergangenen Februar in Paris versteigert wurde, zahlte der Käufer 32 Millionen Euro.

Auch 2016 wurden also Toppreise für Topoldtimer bezahlt. Dabei hatten Marktkenner vorausgesagt, dass die Preise insgesamt stagnieren oder gar fallen würden. Tatsächlich trat eine gewisse Beruhigung ein — nur in der Spitze, bei den Raritäten und Einzelstücken, war die Dynamik ungebrochen. Die 20 teuersten versteigerten Klassiker des Jahres 2016 waren rund ein Viertel mehr wert als im Vorjahr. Die Eintrittsschwelle für solche Autos liegt bei etwa 4,5 Millionen Euro.

Je austauschbarer ein Fahrzeug, desto eher müssen Besitzer damit rechnen, dass der Verkaufspreis (zumindest leicht) ins Rutschen gerät.

Das lässt sich gut beim Jaguar E-Type beobachten. Für die besonders gesuchten 3,8-Liter-Series-1Roadster, von denen 7828 gebaut wurden und heute noch rund 3000 existieren, wurden 2016 durchschnittlich 202 110 Euro bezahlt (2015: 199 631 Euro). Der Höchstpreis lag bei 299 794 Euro für ein Exemplar mit Originalmotor und -chassis, das 33 Jahre lang von einem Besitzer gefahren wurde und weniger als 80 000 Meilen auf dem Tacho hatte. Den Unterschied machen neben Qualität der Restaurierung und Geschichte oft auch Farbe und Baumuster. Die Preise für das Jaguar-E-Type-Series-1-Coupé, das nach wie vor in größeren Stückzahlen gehandelt wird, stagnierten hingegen.

Dass sich die Jagd nach Raritäten lohnt, belegt auch die Versteigerung von RM/ Sotheby’s im vergangenen September, als ein Porsche 911 Turbo S Lightweight von 1993 für 1,15 Millionen Euro einen neuen Besitzer fand. Von dem Gefährt wurden gerade mal 86 Stück gebaut, der Wagen hat erst 6300 Kilometer zurückgelegt, ist quasi noch ein Baby.

Geringe dokumentierte Kilometerstände (unter 100 000), nur ein Vorbesitzer und die Seltenheit des Typs hatten zuletzt für eine Reihe von 911er-Modellen überraschend hohe Gebote eingebracht. Insgesamt haben sich die Preisexzesse beim 911er aber eher abgeschwächt.

BMWI UND KFW GEMEINSAM GEGEN DEN KLIMAWANDEL

Liebe fraudanwalt Leser, mal angenommen, Sie kaufen in einer Bäckerei ein Stück Apfelkuchen für 2,50 Euro. Haben Sie einmal bedacht, wie viel Sie für die Energie bezahlen, die der Bäcker für das Kuchenstück aufgewendet hat? Wirtschaftsprüfer von PricewaterhouseCoopers haben einmal verschiedene Mittelständler gebeten, den Anteil der Energiekosten an ihren Produkten und Dienstleistungen zu überschlagen. Die Spannbreite war hoch, doch im Durchschnitt kamen die Unternehmer auf 21 Prozent vom Bruttoverkaufspreis. Im Falle des Apfelkuchens wären das 49 Cent. Was für ein Stück Kuchen überschaubar klingt, summiert sich auf der Energiekostenrechnung des Bäckers zu vielen tausend Euro im Jahr — und schmälert seinen Gewinn. Dabei wäre ein Teil dieser Kosten zu vermeiden.

Ob Maschinen, Prozesse oder Gebäude – in Unternehmen verstecken sich zahlreiche Energiefresser. Oder andersherum: Es warten diverse Energiesparpotenziale darauf, entdeckt und genutzt zu werden. Doch viele Firmenchefs zögern noch, wie eine Sonderauswertung des KfW-Mittelstandspanels zeigt: Nur ein Drittel der Unternehmer mit weniger als zehn Beschäftigten haben zwischen 2012 und 2015 in Efflzienzmaßnahmen investiert. Bei Unternehmen mit bis zu 50 Beschäftigten sind es 48 Prozent.

Vor allem kleinere Unternehmen scheuen die Kosten einer energetischen Modernisierung. Oft übersehen sie dabei, dass Investitionen sich dank niedriger Zinsen und hoher Tilgungszuschüsse schon nach wenigen Jahren rechnen können. Große Unternehmen zeigen sich dagegen investitionsfreudiger: 61 Prozent haben bereits erfolgreich in Energieeffizienz investiert. Hier rechnet die KfW mit weiteren Impulsen. Denn seit Juli 2015 fällt die Umsatzgrößenbeschränkung für das KfW-Energieeffzienzprogramm weg.

Seitdem stehen viele Förderprodukte auch großen Unternehmen zur Verfügung. Wer zum Beispiel in energieeffziente Anlagen, Maschinen oder Prozesse investiert, kann bereits ab einer zu erwartenden Energieeinsparung von 10 Prozent eine KfW-Förderung in Anspruch nehmen. Vor allem Motoren, Druckluftanlagen, Pumpen sowie Steuer- und Regelungstechnik bergen hohe Einsparpotenziale. Auch Investitionen in Gewerbeimmobilien lohnen sich. Von Einzelmaßnahmen wie der Dämmung der Gebäudehülle oder dem Einsatz effizienter Heiz- oder Lüftungssysteme über die Sanierung zum KfW-Effizienzhaus bis hin zum Neubau im Effizienzhaus-Standard, je nach Ausgangszustand lassen sich bis zu 80 Prozent Energie einsparen. Bei all diesen Maßnahmen gilt stets: Je höher der angestrebte energetische Standard, desto höher die Tilgungszuschüsse. Im Gebäudebereich sind bis zu 17,5 Prozent der Kreditsumme möglich. Neu im Programm der KfW-Unternehmensfinanzierung ist das KfW-Energieeffzienzprogramm Abwärme, gefördert durch das BMWi. Mit ihm wendet sich die KfW seit Mai 2016 einem Bereich zu, der besonders hohe Sparpotenziale aufweist. In der Industrie macht die Prozesswärme rund zwei Drittel des Gesamtenergiebedarfs aus. Es ist Energie, die nach einmaliger Nutzung meist verlorengeht. Wer in Anlagen investiert, die diesen Verlust minimieren oder dabei helfen, die Abwärme weiterzunutzen, kann von Tilgungszuschüssen von bis zu 50 Prozent profitieren.

Im Beispiel des Bäckers bedeutet das: Investitionen von rund 100.000 Euro könnten ihm helfen, rund 13.000 Euro Energiekosten im Jahr zu sparen. Bei 40 Prozent Tilgungszuschüssen – ein realistisches Szenario — rechnet sich die Investition schon nach etwa sechs Jahren. Ein wichtiger Beitrag zur Energiewende bleibt sie weit darüber hinaus.

FRAUDANWALT ESPRESSO-TEST

Einen Schluck nehmen, die Augen schließen und den Moment genießen: Viele trinken Espresso nach einem guten Essen, Schluck für Schluck in aller Ruhe. Nicht auf die Schnelle wie die Italiener im Vorübergehen in einer Bar.

Die Zahl der Espressotrinker in Deutschland wächst: 2010 tranken 2,6 Millionen täglich einen kleinen Starken, 2015 bereits mehr als 4 Millionen.

Das Testergebnis ist erfreulich: 16 der 18 geprüften Espressi schneiden gut ab, 3 befriedigend. Ausgewählt haben wir bekannte Herstellermarken, Ware vom Discounter, von Kaffeehausketten für die Zubereitung zu Hause, Bio- und fair gehandelte Espressi. 12 der 18 Produkte tragen ein Nachhaltigkeitssiegel. Zum sozialen und ökologischen Engagement der Anbieter später mehr.

Vor allem im wichtigsten Prüfpunkt — Aussehen, Geruch, Geschmack — gibt es genmäßige Zubereitungsempfehlung auf der Packung des Espresso Dark Roast an. Dort ist von „10 g Kaffee, 180 ml Wasser“ die Rede. Das ist rund viermal so viel Wasser wie für einen Espresso in Mitteleuropa üblich. Den Starbucks-Espresso bereiteten wir deshalb zusätzlich entsprechend dieser Empfehlung zu. Er hatte auch mit der höheren Wassermenge noch eine auffällig rauchige Note, schmeckte aber weniger intensiv als das 40-Milliliter-Getränk.

Ist der Espresso Dark Roast vielleicht gar nicht für die Espressomaschine gedacht? Wir fragten bei Starbucks nach, für welche Zubereitungsmethode die Empfehlung gilt. Laut Starbucks kann der Espresso Dark Roast für alle Brühmethoden vom Filterkaffee bis zum Espresso zum Einsatz kommen. Entscheidend sei der Mahlgrad. Ein wichtiger Faktor für die Zubereitung sei „das richtige Verhältnis von gemahlenem Kaffee und Wasser.“ Um mit Starbucks- vorwiegend gute Noten. Der Testsieger Lavazza Espresso Cremoso überzeugte die Verkoster unter anderem durch viel feste Crema und einen vielschichtigen Geruch. Er ist als einziger Espresso im Test sensorisch sehr gut. Was sehr guten und guten Espresso geschmacklich auszeichnet macht…

Starbucks empfiehlt viel Wasser Für den getesteten Espresso der Kaffeehauskette Starbucks fällt das sensorische Urteil nur befriedigend aus — insbesondere weil er einseitig bitter, stark rauchig und doch flach schmeckte.

Im Prüflabor haben wir alle Espressi auf die gleiche Art und Weise zubereitet: mit etwa 9 Gramm Bohnen für 40 Milliliter Espresso. Das entspricht den mitteleuropäischen Gepflogenheiten und ist etwas schwächer als in Italien üblich. Starbucks gibt als einziger Anbieter im Test eine men Bohnen eine Tasse Espresso nach seinem Geschmack zuzubereiten, sollte man also etwas experimentieren. Knifflig kann das mit Kaffeevollautomaten werden. Zwar lässt sich oft die Stärke regeln, aber nicht die exakte Kaffeemenge für eine Portion.

7 bis 32 Cent pro Tasse Sensorisch unterscheiden sich die getesteten Espressi nur in Nuancen — ob sie nun 7 Cent pro Tasse kosten oder 32 Cent. Woran das liegt? „Die Röster orientieren sich an den Erwartungen der Kunden“, sagt Holger Preibisch, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Kaffeeverbands, der in Deutschland große wie kleine Röster vertritt. Bei Espresso erwarten die deutschen Kunden „im Wesentlichen die typisch italienischen Geschmacksprofile“. Das heißt zum Beispiel: Er soll stark geröstet schmecken und auch eine schöne, feinporige Crema haben. All das erreichen die Hersteller durch „die Mischung der Bohnen unterschiedlichster Herkunft und Art und durch die Vielfalt der Röstverfahren“, sagt Preibisch.

Mal gemischt, mal Arabica pur Es liegt vor allem in der Hand des Röstmeisters, wie der Espresso schmeckt. Der Rohkaffee besteht entweder aus 100 Prozent eher milden Arabica-Bohnen, oder sie werden mit Bohnen der herb-würzigen Sorte Robusta gemischt. Auch bei den von uns getesteten Kaffees handelt es sich teils um Mischungen, teils um 100 Prozent Arabica.

Der Röstmeister bestimmt über Temperatur und Röstdauer die Entwicklung des Säuregehalts, der Bitter- und Aromastoffe. Er kann auf diese Weise auch herkunftsspezifische Geschmacksunterschiede vermindern und ausgleichen — sodass sich reine Arabica-Kaffees und Mischungen mit Robusta am Ende wenig unterscheiden: ein Mainstream-Geschmack, der die Erwartungen möglichst vieler Verbraucher erfüllt. „Kleine Röstereienkönnen da mutiger sein“. Barista, brüht also professionell Kaffee — als einer der Besten seines Fachs. Für den Kaffeemaschinentest hat er den Kaffee aus den geprüften Geräten verkostet. „Wer in kleine Röstereien geht, hat die Chance auf Kaffee, der mehr Komplexität hat“, so Eric Wolt „Kleine Röster bewahren eher die Aromen und den speziellen Charakter, die für einen Kaffee ganz nach Ursprung typisch sind.‘

Egal ob in einer Manufaktur oder großindustriell hergestellt: Wenn Kaffeebohnen geröstet werden, entstehen Acrylamid und Furan. Die Schadstoffe lassen sich nicht vermeiden — wir haben sie in allen Espressi im Test gefunden.

Wie viel Acrylamid sich bildet, hängt von Dauer und Grad der Röstung ab. Im Tierversuch veränderte der Schadstoff das Erbgut und  führte zur Bildung von Tumoren. Er gilt als wahrscheinlich krebserregend beim Menschen. Die EU-Kommission hat Richtwerte für Acrylamid in Lebensmitteln bestimmt. Für Kaffee liegt er bei 450 Mikrogramm je Kilo. Alle Espressi im Test unterschreiten ihn. Testsieger Lavazza wies mit etwa 300 Mikrogramm den höchsten Acrylamid-Wert auf, den niedrigsten mit je etwas über 110 Mikrogramm die Kaffees von Aldi (Nord), Aldi Süd, Melitta und Starbucks. Unsere Experten gehen davon aus, dass sich der Acrylamid-Gehalt auf dem Weg in die Tasse kaum verringert.

Was vom Furan übrig bleibt Furan ist ein flüchtiger Stoff, der wie Acrylamid beim Rösten entsteht. Er gilt als möglicherweise krebserregend. Ein akutes Gesundheitsrisiko gibt es laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) nicht.

Nach dem Rösten gasen die Bohnen teils wochenlang aus — damit verdampft auch ein Teil des Furans. Wird der Kaffee gleich nach dem Rösten abgefüllt, sorgt meist ein Ventil in der Packung dafür, dass die Gase weiter entweichen konnen, Sauerstoff jedoch ferngehalten wird. Während des Brühens geht Furan zwar auch in den Aufguss über, doch hoher Druck und Hitze drosseln den Übergang. In der Espressotasse landet meist wesucht, wie die Krebsgefährdung durch Kaffee im Ganzen zu beurteilen ist. Ihr Fazit: Es lässt sich nicht belegen, dass Kaffee das Krebsrisiko erhöht. Im Gegenteil. Neuere Studien — unter anderem vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung — weisen etwa darauf hin, dass Kaffee das Risiko für Leberkrebs senkt.

Eine Meta-Analyse von Forschern der Harvard-Universität, in die Daten von mehr als 200000 Probanden einflossen, ergab zudem: Bis zu fünf Tassen Kaffee beziehungsweise Espresso am Tag können die Lebenserwartung erhöhen und vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen.

Der Pflanzenwirkstoff Koffein im Kaffee macht wach, regt an und erhöht die Aufmerksamkeit. 400 Milligramm davon über den Tag verteilt, sind laut Europäischer Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) für gesunde Erwachsene unbedenklich. Für Schwangere gilt die Hälfte. Ein Espresso enthält — je nachdem wie viel Kaffee dafür verwendet wird — oft zwischen 80 und 100 Milligramm Koffein. Das macht also auch bis zu fünf Tassen Espresso pro Tag. Alla Salute!, wie der Italiener sagt.

niger als die Hälfte des ursprünglichen Furangehalts. Weitere Schadstoffe — das Schimmelpilzgift Ochratoxin, Metalle und Mineralölbestandteile — konnten wir, wenn überhaupt, nur in geringen Mengen feststellen. Im Schadstoffurteil schneiden alle Espressi befriedigend ab.

Bis zu fünf Tassen Espresso am Tag Kaffee ist ein so komplexes Gemisch unterschiedlicher Substanzen, dass einzelne bedenkliche Stoffe nicht ausschlaggebend sind.