Vorsicht Betrug und Nötigung! ebuero AG rechnet Phantasieleistungen ab

Kündigung und Nötigung wegen nichtbezahlter Phantasierechnungen der ebüro AG

Unternehmer Peter S. aus Köln nutzt den Domizilservice der ebuero AG für seine in Köln seinerzeit gegründete Firma seit 2013. Die Firma ist auf eine Büroadresse der Firma ebuero AG registriert und angemeldet. Bis Mitte 2017 lief alles vertragsgemäß. Peter S. zahlte für seine GmbH monatlich ca. 200 Euro für sein Firmendomizil und ca. 10 Euro für die Sammlung der Post und holte diese wöchentlich im Sekretariat der ebuero AG ab.

Doch scheinbar war es der ebuero AG nicht genug. Mitte 2017 begann diese, frei erfundene Leistungen in Rechnung zu stellen, so z.B. im Oktober:

  • Postweiterleitung 713 Briefe à 0,79€
  • sonstige Bürodienste 76,40€

So erhöhte sich die monatliche Rechnung um  639,67€

Man stellte also gleichzeitig die “Sammlung und Abholung zu 9,95€ monatlich” in Rechnung und auch eine Weiterleitung von 0,79€ pro Brief die jedoch nie stattgefunden hat. Die ebuero AG hat laut Peter S. im gesamten Vertragszeitraum keinen einzigen Brief weitergeleitet.

Rückfragen bei der ebuero AG blieben unbeantwortet. Die Zentrale aus Berlin teilte mit, diese Leistungen würden von dem Büro in Köln erfaßt und an ebuero weitergeleitet. Die Daten müßten schon stimmen. Einwände, dass man die Post seit Jahren selbst abhole und dafür sogar monatlich 9,95€ bezahle und nichts weitergeleitet wurde, blieben unberücksichtigt.

Im Dezember wandte sich Peter S. an seinen Anwalt, der die ebuero AG anschrieb und um Konkretisierung der Forderungen bat. Auch das Anwaltsschreiben blieb ohne Reaktion.

Peter S. zu ebuero AG:

Ich habe in meinem Leben noch nie ein so ignorantes Unternehmen gesehen. Offensichtlich sind sich die Damen und Herren bei der ebuero AG bewußt, dass man von Ihnen abhängig ist. Ist die Firma einmal auf die Adresse der ebuero AG eingetragen ist es schwierig und kostspielig, die Büroanschrift zu wechseln.

Peter S. kündigte aufgrund der seiner Meinung nach betrügerischen Rechnungen das Lastschriftmandat und überwies fortan den Betrag für die monatliche Domiziladresse und die Postsammlung nebst Abholung.

Bis März 2018 waren insgesamt fast 4.000€ an frei erfundenen Leistungen aufgelaufen

Im März 2018 kündigte dann die ebuero AG das Vertragsverhältnis aufgrund nicht bezahlter Forderungen. Dass Peter S. zuvor Widerspruch gegen die dubiosen Phantasierechnungen erhoben hatte, wurde abermals nicht berücksichtigt. Seither verweigerte die ebuero AG Peter S. den Zugang zum Büro und verweigerte die Postannahme. Peter S. drohte dadurch die Löschung seiner GmbH aus dem Handelsregister und weitere Nachteile.

Nun hat Peter S. vor dem Landgericht Köln eine Einstweilige Verfügung gegen die ebuero AG erwirkt.

Wir haben uns die Korrespondenz zur ebuero AG angeschaut uns müssen leider ausdrücklich vor der ebuero AG warnen. Die ebuero AG scheint tatsächlich betrügerische Phantasieleistungen abzurechnen und durch Androhung einer Kündigung und Nichtannahme der Post die Kunden zur Zahlung der unberechtigten Forderungen zu nötigen.

 

Gemeinsames Konto nach Trennung leergeräumt – was man jetzt noch tun kann

Solange eine Beziehung funktioniert, ist ein gemeinsames Konto eine praktische Sache. Problematisch wird es erst, wenn das Paar sich trennt. Nämlich dann, wenn einer von beiden eigenmächtig das gesamte Geld abhebt.

Was man über Gemeinschaftskonten wissen muss

In vielen Partnerschaften gibt es Giro- oder Sparkonten, die als gemeinsames Konto geführt werden. Man erkennt das daran, dass beide als Inhaber auf dem Kontoauszug stehen. Insbesondere bei Girokonten ist es zweckmäßig, wenn diese als Oder-Konto eingerichtet wurden. Denn in diesem Fall kann jeder Inhaber ohne Zustimmung des anderen über das gesamte Kontoguthaben verfügen und beispielsweise Geld abheben oder Überweisungen veranlassen. Was im Alltag durchaus erwünscht ist, kann im Trennungsfall zum Verhängnis werden, wenn sich ein Partner illoyal verhält und heimlich das gesamte Konto abräumt – im schlimmsten Fall sogar noch den Dispokredit ausreizt.

Das Gegenstück zum Oder-Konto ist das Und-Konto: Hierbei können sämtliche Kontoverfügungen nur gemeinsam getätigt werden. Eine Kontoplünderung nach der Trennung wäre bei einem Oder-Konto also gar nicht erst möglich.

So ist die Rechtslage bei Kontoplünderungen

Die Inhaber eines Oder-Kontos sind aus juristischer Sicht sogenannte Gesamtgläubiger im Sinne des $430 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB). Deshalb kann ein Kreditinstitut das komplette Guthaben an einen der Kontoinhaber mit schuldbefreiender Wirkung auszahlen und braucht sich nicht darum zu kümmern, wem es tatsächlich zusteht. Im Innenverhältnis gehört allerdings jedem Kontoinhaber grundsätzlich die Hälfte, falls es keine anderweitige Bestimmung gibt. Dabei ist es vollkommen egal, wer das Geld eingezahlt hat oder woher es stammt. Gehen auf einem Girokonto beispielsweise nur Gehaltszahlungen des Ehemannes ein, so steht der Ehefrau trotzdem der hälftige Anteil zu.

Dieser Ausgleichsanspruch hat übrigens nichts damit zu tun, dass ein Paar verheiratet ist. Auch bei unverheirateten Paaren gilt nichts anderes. Deshalb kann man seinen Anspruch ggf. auch zusätzlich zum Zugewinnausgleich oder Unterhalt geltend machen.

Wer etwas will, muss tätig werden

Wer sich als Opfer einer Kontoplünderung im Recht fühlt, hat deswegen noch lange nicht sein Geld wieder. Vielmehr muss man seinen Anspruch einfordern. Wenn außergerichtliche Bemühungen nichts bringen, wird ein gerichtliches Verfahren unausweichlich. Nachdem es sich hierbei um eine sonstige Familiensache (g 266 FamGF) handelt, ist das Familiengericht zuständig. Aufgrund des gesetzlichen Anwaltszwanges muss man neben den Gerichtskosten auch ein entsprechendes Honorar einkalkulieren. Wer kein oder nur geringes Einkommen hat, kann auch die staatliche Beratungs- und Verfahrenskostenhilfe beantragen und muss die Kosten entweder nur in Raten oder gar nicht selbst bezahlen.

Ganz so einfach ist  es dann doch nicht

Der Anwaltszwang ist durchaus berechtigt, denn es warten jede Menge Fallstricke, wenn man nach einer Kontoplünderung sein Recht durchsetzen will. Das hat verschiedene Gründe:

Der Ausgleichsanspruch unterliegt einer Verjährungsfrist von drei Jahren.
Wartet man zu lange, ist das Geld verloren. Bei Eheleuten beginnt diese Frist erst mit der Rechtskraft der Scheidung, da die Verjährung unter Eheleuten während einer bestehenden Ehe gehemmt ist. Ansonsten gilt als Verjährungsbeginn der Schluss des Jahres, in dem die Kontoplünderung erfolgte und man davon Kenntnis erlangte. Aber auch schon vor Ablauf der Verjährung kann man seinen Anspruch unter bestimmten Voraussetzungen verwirken. Etwa dann, wenn man lange Zeit untätig war und der andere davon ausgehen konnte, dass er das Guthaben für sich alleine behalten darf.

Aufgrund der gesetzlichen Vermutung, dass jedem Kontoinhaber die Hälfte des Guthabens gehört, steht derjenige in der Beweislast, der das Konto leergeräumt hat. Er muss das Gericht davon überzeugen, dass er mehr als die Hälfte behalten durfte. Wenn ein nicht rentenversicherungspflichtiger Unternehmer beipielsweise auf einem gemeinsamen Sparkonto etwas für seine eigene Altersvorsorge angespart hat und das auch plausibel darlegen kann, so kann dies den Halbteilungsgrundsatz bereits ins Wanken bringen. Das Problem liegt freilich darin, die Existenz einer solchen Vereinbarung nachzuweisen, da es in aller Regel an der Schriftform fehlt.

Auch wenn man vom Gericht grundsätzlich Recht bekommt, bedeutet das noch lange nicht, dass man tatsächlich auch sein Geld wiedersieht. Denn wo nichts ist, da kann man bekanntlich auch nichts mehr holen. Die juristische Bezeichnung
hierfür lautet Entreicherung: Sie bedeutet nichts anderes, als dass der Kontoplünderer das Geld bereits ausgegeben hat, um damit beispielsweise seinen Lebensunterhalt zu finanzieren.

Lieber vorsorgen als später dem Geld hinterherrennen

Es klingt zugegebenermaßen sehr unromantisch: Wenn jeder Partner sein eigenes Konto hätte, dann gäbe es keine Kontoplünderungen nach einer Trennung. Wer das nicht möchte, sollte wenigstens über ein Dreikonten-Modell nachdenken, bei dem jeder seinen Anteil für Fixkosten auf ein extra Konto einzahlt. Weiterhin ist es ratsam, unmittelbar nach einer Trennung die Bank zu informieren. Diese kann veranlassen, dass Kontoverfügungen nur noch von beiden Inhabern gemeinsam getätigt werden können.

Die Plagiats-Ganoven aus Berlin: Klaus Mudrack und die Vitavelle UG

Trotz einstweiliger Verfügung machen die kriminellen Plagiatoren weiter und vertreiben in Ihrem Onlineshop und bei Amazon die Plagiate “Slim Stick Forte”.

Bereits am 19.12.2017 wurde den Plagiatoren durch Beschluss des Landgerichts Köln der Vertrieb und das Bewerben der Slim Stick Forte untersagt:

Die Antragsgegnerin hat es bei Vermeidung eines vom Gericht für jeden Fall der Zuwiderhandlung festzusetzenden Ordnungsgeldes bis zu 250.000,-, und für den Fall, dass dieses nicht beigetrieben werden kann, ersatzweise Ordnungshaft bis zu 6 Monaten, oder von Ordnungshaft bis zu 6 Monaten, im Wiederholungsfall Ordnungshaft bis zu 2 Jahren zu unterlassen, im geschäftlichen Verkehr in Deutschland das Zeichen „SLIM STICK” für Waren undioder Dieristleistungen aus den Bereichen Abmagerungsprä; parate und Nahrungsergänzungsmittel zu benutzen, wie nachstehend wiedergegeben…

Trotz Straf- und Haftandrohung setzen Klaus Mudrack und seine “Vitavelle UG” ihr strafbares und rechtswidriges Handeln fort. Entweder sind dort wirkliche Idioten am Werk oder bei Herrn Mudrack handelt es sich um einen Strohmann der entbehrlich ist und gerne mal ins Gefängnis geht.

Vitavelle Slim Stick bei Amazon
Vitavelle Slim Stick bei Amazon

Dass bei der Vitavelle nichts zu holen ist dürfte anhand des Stammkapitals von lächerlichen 100€ zu befürchten sein:

HRB 9271 CB: Vitavelle UG (haftungsbeschränkt), Forst, Parkstraße 19, 03149 Forst (Lausitz). Name der Firma: Vitavelle UG (haftungsbeschränkt); Sitz der Firma: Forst; Geschäftsanschrift: Parkstraße 19, 03149 Forst (Lausitz); Gegenstand: Herstellung, Großhandel, Einzelhandel, Import und Export von Waren aller Art, insbeondere Kosmetik und Nahrungsergänzungsmittel sowie weitere nicht genehmigungspflichtige Waren; Kapital: 100,00 EUR; Vertretungsregelung: Ist ein Geschäftsführer bestellt, so vertritt er die Gesellschaft allein. Sind mehrere Geschäftsführer bestellt, wird die Gesellschaft durch sämtliche Geschäftsführer gemeinsam vertreten. Vorstand: Geschäftsführer: 1. Deinecker, Andrea, *06.12.1960, Forst (Lausitz); mit der Befugnis Rechtsgeschäfte mit sich selbst oder als Vertreter Dritter abzuschließen; Rechtsform: Gesellschaft mit beschränkter Haftung; Gesellschaftsvertrag vom: 01.06.2012 mit Änderung vom 13.06.2012

Zwischenzeitlich hat der Hersteller der Original SlimSticks (PayPlus GmbH, Würselen www.slimsticks.de) Strafanzeige gegen die Bande erstattet. Wir raten allen Verbrauchern:

Finger weg von Vitavelle!

Für alle interessierten hat uns ein Informant hier die Einstweilige Verfügung im Original übergeben:

Einstweilige Verfügung Vitavelle UG (PDF):

vitavelle-OCR

Eins, Zwei, Polizei – Drei, vier, ab in den Knast.. Hätte er doch einfach Veripay bezahlt…

Gefunden auf www.euro-collect-inkasso.de

Warum immer mehr Schuldner vor dem Strafgericht landen

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Bereits vor zwei Jahren berichteten wir über die Betrugsmasche mit Fake-Bestellungen. Der aktuelle Fall von Peter S. aus Schönbeck ist symptomatisch für eine ganze Gattung von Schuldnern. Anwälte kosten Geld und helfen auch nicht immer weiter. Von vielen Anwälten wie dem Lustmolch Ray M.  fühlen sich viele schlecht beraten und geradezu abgezockt. Da man oft dort auch noch Rechnungen offen hat geht man doch gleich zur Polizei, diese arbeitet kostenlos und in den meisten Fällen glauben die Polizeibeamten die Geschichten auch, welche die Schuldner dort auftischen.

Peters toller Trick: Ich geh einfach zur Polizei und mache eine Anzeige und sage, dass ich das nicht war und die Mastercard nie bestellt habe

Hat man nicht genug Argumente für eine Forderungsabwehr-Anzeige  so druckt man sich einfach anonyme – meist in schlechtem Deutsch verfaßte – Internetforenbeiträge aus, wo Ali, Adolf & Uschi sich gegenseitig Tipps geben wie man Internetleistungen nicht bezahlen muss. Dass die bei Bestellung gespeicherte IP-Adresse heutzutage dem Gläubiger wenig nutzt wissen die Betrüger allemal – leider sind unsere Mandanten wie vorliegend die Veripay BV aus Heerlen schlauer und verifizieren die Besteller per SMS. Das hatte der Peter leider vergessen.

Peter ist nicht so schlau, geht hoffentlich in den Bau!

Bald Peters neues Zuhause?
Bald Peters neues Zuhause?

So wie vorliegend im Fall Peter S. aus Schönbeck. Der hatte auch keine Lust für seine Bestellungen geradezustehen und ging zur Polizei. Diese glaubte ihm und ermittelte zunächst gegen Unbekannt. Als nun aber Euro Collect im Rahmen des Auskunftsersuchens mitteilte, daß die Bestellung über das Mobiltelefon des Anzeigenerstatters verifiziert wurde, enttarnte dies den Peter S. als armseligen Lügner. Dazu konnten wir der Polizei sachdienliche Hinweise zum Tathergang geben. Dass er seit Jahren zahlungsunfähig (‘pleite’) ist, hat er natürlich verschwiegen.

Die Mühlen mahlen zwar langsam aber langsam doch sehr gründlich. Endlich wurde gegen den Peter S. Anklage erhoben, wozu wiederum Euro Collect zeugenschaftlich vernommen wird. Wir hoffen dass dem Peter das Handwerk gelegt wird und sich herumspricht, dass Lügen kurze Beine haben.

Beantwortung des Auskunftsersuchens:

PD Sachsen-Anhalt Nord

Polizeirevier Salzlandkreis

Revierkriminaldienst, Herrn KOK XXX

Franzstraße 35

06406 Bernburg

 

 

vorab per E-Mail: [email protected]

 

VeriPay B.V. ./. Peter XXXXX

Ihr Zeichen: Ihr Ermittlungsersuchen vom 16.11.2017

Unser Zeichen: 48-                                                                         (Dieser Schriftsatz hat 6 Seiten)

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

sehr geehrter Herr XXXXX

 

in vorbezeichneter Angelegenheit nehmen wir Bezug auf Ihr Ermittlungsersuchen vom 16.11.2017 wegen der Hauptverhandlung (Vortäuschen einer Straftat) vor dem Amtsgericht Schönebeck gegen den Angeklagten Herrn Peter XXXXXXX aus 3XXX Schönbeck.

Zu unserem Schreiben vom 13.09.2016 in dieser Sache können wir ergänzend wie folgt vortragen:

Vorliegend wurden wir von der VeriPay B.V. (ladungsfähige Anschrift: Vogt 21, 6422RK Heerlen, Niederlande) damit beauftragt, eine nicht beglichene Rechnung in Höhe von 98,90 EUR einzuziehen.

Der Forderung liegt die Ausgabegebühr einer online bestellten Mastercard zugrunde.

Unsere Beauftragung erfolgt auf elektronischem Weg per Datei.

Auf die Bestelldaten des Angeklagten wird auf beiliegende elektronische Dokumentation der VeriPay B.V. verwiesen.

Zum Hintergrund des vorliegenden Fernabsatzvertrages können wir Folgendes mitteilen:

Unsere Mandantin, die VeriPay B.V., betätigt sich auf dem Markt als Vermittlungsdienstleisterin für Mastercard Karten und ist Betreiberin der Webseite www.sofort.credit .

Verbraucher können über die o.g. Webseite eine schufa-freie MasterCard Karte hochgeprägt (Tarif `Gold`) zu einem Ausgabepreis von 98,90 EUR beantragen, wobei sie bereits auf der Bestellseite auf alle wesentlichen Bestandteile des Vertrages hingewiesen werden. Optional und unabhängig davon gehört zum Leistungsumfang des Vertrages eine Kreditofferte bis zu 7.500,00 EUR. Als Zahlungsmöglichkeit wird mit den Verbrauchern ausschließlich die Nachnahmezahlung via Deutsche Post AG vereinbart.

Beweis: Inaugenscheinnahme der Webseite www.sofort.credit, § 4 der beiliegenden AGB

Die Vorauszahlung von Prepaid Mastercard Karten ist dabei branchenüblich.

Des Weiteren entspricht die Bestellsituation auf der betreffenden Webseite den gesetzlichen Pflichtanforderungen für Fernabsatzverträge.

Nachdem die Verbraucher unter Einbeziehung einer Datenschutzerklärung ihre personenbezogenen Daten inklusive ihrer mobilen Rufnummer auf der Bestellseite eingegeben haben, müssen diese innerhalb eines Markierungsfeldes mittels Setzens eines gesonderten Häkchens folgenden Text bestätigen:

“Ich habe die AGB und Widerrufsbelehrung heruntergeladen, gelesen und bin einverstanden. Auch die Kartengebühren und Zahlungsmodalitäten habe ich zur Kenntnis genommen.”

Sobald dieser Text angeklickt wird, öffnen sich diese Formulare in einem PDF Dokument, das zudem auch das Muster-Widerrufsformular beinhaltet. Auf diese Weise können die Formulare dauerhaft auf einem Datenträger gespeichert oder ausgedruckt werden. Anschließend muss von den Verbrauchern der Button “Karte zahlungspflichtig bestellen” gedrückt werden.

Beweis: Inaugenscheinnahme der Webseite, Screenshot über die Bestellseite, AGB, Widerrufsformulare

Der Angeklagte hat auf die o.g Weise mit seinen personenbezogenen Daten am 02.03.2016 um 10:08:13 Uhr einen Fernabsatzvertrag über die Vermittlung einer MasterCard abgeschlossen und als Bestell-IP Adresse ist an unsere Mandantin die IP 178.X.XX.XXX übermittelt und von ihr elektronisch gespeichert worden.

Folgende Personendaten hat der Angeklagte für den Vertrag auf der Bestellseite bzw. in der betreffenden Eingabemaske eingegeben:

 

Peter XXXXX

XXXstrasse XX

3XXXX Schönebeck

E-Mail: [email protected]

Telefon: 0177XXXX

Geburtsdatum: XX.XX.19XX

 

Beweis: Ausdruck aus der elektronischen Dokumentation der VeriPay B.V.

In § 4 der AGB werden die Kunden bzw. Antragsteller Mastercard wie folgt hingewiesen:

“(….) Der Kunde verpflichtet sich bei Bestellung der Vermittlungsleistung, alle notwendigen Unterlagen/Daten für eine erfolgreiche Abwicklung des jeweiligen Vertrages wahrheitsgemäß zu übergeben/übermitteln (…).”

 

Überdies setzt die VeriPay B.V. hinsichtlich der Online-Kundenbestellungen ein Betrugsschutzsystem in Form eines SMS-TAN-System-Verfahrens ein, so wie es bspw. auch beim Online Banking üblich ist, um die Gefahr von Spaß- bzw. Fakebestellungen auf ein Minimum zu reduzieren. Im Rahmen des o.g. Betrugsschutzsystems erhalten die Verbraucher nach Abschluss der Bestellung auf ihre hinterlegte Mobilfunkrufnummer einen mehrstelligen Pin-Code in Form einer SMS. Dieser Pin- Code muss sodann vom SMS-Empfänger bzw. Besteller auf der Bestellseite eingeben werden, sodass der jeweilige Besteller sicher per SMS verifiziert werden kann.

Auf die vorgenannte Weise ist die Mobilfunkrufnummer 0177XXXXXXX verifiziert worden.

Beweis: Ausdruck aus der elektronischen Dokumentation der VeriPay B.V.

Wegen der auf der vorgenannten Weise verifizierten Mobilfunkrufnummer regen wir an, beim entsprechenden Mobilfunknetzbetreiber zu ermitteln, ob die Mobilfunkrufnummer 0177 XXXX dem Angeklagten zuzuordnen ist, sofern noch nicht geschehen.

Nachdem unsere Mandantin dem Angeklagten vertragsgemäß ein Finanzinstitut für die Ausstellung der beantragten MasterCard vermittelt hat, mithin ordnungsgemäß ihre Vermittlungsdienstleistung einer Prepaid Mastercard Karte betreffend erbracht hat, hatte sie geschäftsübliche 1-3 Tage danach versucht dem Angeklagten das Starterpaket per Nachnahmesendung zukommen zu lassen. Die vertraglich vereinbarte Nachnahmesendung mit dem Sendungscode NT4220XXXXXDE via Deutsche Post AG ist hierbei gescheitert.

Beweis: Sendungscode NT4220XXXXXDE aus der elektronischen Dokumentation der VeriPay B.V.

Da der Zustellungsversuch nunmehr über 12 Monate zurückliegt, lässt sich der Grund für die gescheiterte Nachnahmezahlung (Annahmeverweigerung oder Nichtabholung der Sendung innerhalb der 7-tägigen Abholfrist der Deutschen Post trotz Benachrichtigung) für uns nicht mehr über https://www.deutschepost.de/sendung/simpleQuery.html  verfolgen.

Beweis: Ausdruck über die aktuelle Sendungsverfolgung der Deutschen Post AG

Diesbezüglich regen wir an, bei der Deutschen Post AG mithilfe des o.g. Sendungscodes zu ermitteln, wann die Nachnahmezahlung gescheitert ist und insbesondere aus welchem Grund.

Seit der gesetzlichen Neureglung der §§ 355 ff. BGB mit Wirkung vom 13.06.2014 stellt die bloße Annahmeverweigerung von Waren oder über die Erbringung von Dienstleistungen keinen Widerruf im Sinne des § 355 Abs. 1 BGB dar. Der Widerruf hat nach § 355 Abs. 1 Satz 2, Satz 3 BGB mittels einer eindeutigen Erklärung gegenüber dem Unternehmer zu erfolgen. Da unserer Mandantin kein Widerruf des Vertrages zugegangen ist, ist nach Ablauf der gesetzlichen Widerrufsfrist der vorliegende Fernabsatzvertrag zustande gekommen.

Da auch auf die letzte Mahnung vom 29.03.2016 hin, die dem Angeklagten auf seine hinterlegte Bestell-E-Mail-Adresse [email protected] via vom System automatisch generierter E-Mail hin zugestellt worden, keine Zahlung erfolgte, mithin Zahlungsverzug eintrat, war die Beauftragung unseres Inkassounternehmens zum Forderungseinzug angezeigt.

Beweis: elektronische Dokumentation bzgl. der letzten Mahnung und E-Mail-Adresse [email protected]

Laut Systeminformationen haben wir dem Angeklagten mit Erstschreiben vom 20.04.2016 unsere Beauftragung gem. § 11 a Abs. 1, Abs. 2 RDG ordnungsgemäß angezeigt und ihn aufgefordert den Gesamtbetrag in Höhe von 181,30 zu bezahlen. Unsere Zahlungsaufforderungen sind dabei stets sowohl auf dem Postweg als auch auf die Bestell-E-Mail-Adresse des Angeklagten [email protected] hin versendet worden. In der Folge erhielt der Angeklagte unsererseits an nachfolgenden Tagen weitere Zahlungsaufforderungen:

ERSTEMAIL:20.04.2016

ERINNERUNG:02.05.2016

ZWEITEMAIL:17.05.2016

ERSTEMAIL:18.05.2016

ERINNERUNG:30.05.2016

ZWEITEMAIL:13.06.2016

ERINNERUNG2:27.06.2016

Erst nach unserem dritten Aufforderungsschreiben erfolgte in dieser Sache die erste Reaktion. Dabei wandte sich mutmaßlich die Ehefrau des Angeklagten am 17.05.2016 an unseren telefonischen Support. Der Inhalt dieses Telefonats wurde von unserem Callcenter Agenten mit der Sachbearbeiter Nummer SB14 wie folgt dokumentiert:

“2016-05-17 12:26:33 (SB:14)

Ehefrau des Schuldners streitet ab möchte sich erst mit VeriPay in Verbindung setzten meldet sich anschließend bei uns”

Beweis: Ausdruck aus der elektronischen Inkassoakte über die Aktennotizen

In der Folge erhielten wir seitens des Angeklagten vier E-Mails, die er an unseren E-Mail-Support richtete. Und zwar am 01.06.2016, 18.06.2016, 27.06.2016 und 11.07.2016.

Besonderes Augenmerk verdient hier die Tatsache, dass der Anzeigende sich mit der Bestell-E-Mail-Adresse [email protected] an uns wandte, die er bei seiner Bestellung vom 02.03.2016 zwingend zu hinterlegen hatte und die sich aus der elektronischen Dokumentation unserer Mandantin ergibt.

Beweis: E-Mail-Support Tickets #102432, #104796, #105865, #107876

In seiner ersten E-Mail (#Ticket 102432) vom 01.06.2016 bestritt er uns gegenüber, dass er die Bestellung ausgelöst habe und verweist dabei im Wege der unsachlichen und unbestimmten Orientierung auf irgendwelche Interneteinträge über unsere Mandantin, die ganz offenkundig von querulantischen Schuldnern vorgenommen worden sind, was einzig dem Zweck dienlich sein soll, unserer Mandantin in der öffentlichen Wahrnehmung zu schaden. Dabei droht es uns mit der Anzeigenerstattung, die er am 06.06.2016 vornehmen wolle, sofern wir nicht das Inkassoverfahren gegen ihn einstellen sollten.

Am 18.06.2016 teilt er innerhalb des E-Mail-Tickets #104796 wahrheitswidrig mit, er habe in dieser Sache bereits Anzeige wegen Betruges bei der Polizei erstattet und die Anzeige sei dort zur Bearbeitung.

Dass der Angeklagte gelogen hat bezüglich der Mitteilung, dass er bereits zum Zeitpunkt des 18.06.2016 Strafanzeige erstattet habe, ergibt sich unstreitig aus der Tatsache, dass er uns erst in seiner E-Mail vom 11.07.2016 (E-Mail-Ticket #107876) mithilfe eines PDF Dokuments die Bescheinigung über eine Anzeigenerstattung zukommen lassen hat. Aus dieser Bescheinigung geht hervor, dass der Angeklagte erst am 04.07.2016 Strafanzeige bei POM`in XXXX bei der Dienstelle Bernburg (Saale) unter der Vorgangsnummer SLK RKD 180XXX/2016 erstattet hat.

 

Beweis: E-Mail-Ticket # 104796, Bescheinigung über die angehängte Bescheinigung der PHM´in XXXX

Mithilfe seiner Lüge vom 18.06.2016 über eine bereits erstatte Strafanzeige sollten wir ganz evident dazu genötigt werden, das Inkassoverfahren wegen der zugrundeliegenden Forderung einzustellen. Am 17.08.2017 wandte sich abermals mutmaßlich die Ehefrau des Angeklagten an unseren telefonischen Support, wobei der Inhalt dieses Telefonats vom Callcenter Agenten mit der Sachbearbeiter Nummer SB12 wie folgt dokumentiert worden ist.

“2016-08-17 10:16:36 (SB:12)

Ehefrau des Sch teilt mit, dass sie bei der Polizei war .

Sie setzt sich nochmal mit dem Mandant in Verbindung”

 

Beweis: Ausdruck aus der elektronischen Inkassoakte über die Gesprächsnotiz

Auf unsere Rückfrage hin, teilte unsere Mandantin VeriPay B.V. mit, dass weder seitens des Angeklagten noch einer anderen von ihm bevollmächtigten Person (Ehefrau) eine Kontaktaufnahme zu ihr erfolgte.

Eine Zahlung ist bis dato nicht erfolgt.

Beweis: aktuelle Forderungsaufstellung

Soweit die von uns ausgewiesenen Gesamtbeträge an uns überwiesen werden, veranlasst unsere Mandantin erneut die Versendung des Starterpakete an ihre Kunden. Und soweit die Kunden der dortigen beschriebenen Mitwirkungspflicht bzgl. ihrer Identität nach den Vorschriften des GwG nachkommen, erhalten diese anschließend zeitnah auf dem Postweg ihre goldene Mastercard Karte hochgeprägt, die auf ihren Namen ausgestellt ist.

 

Anlässlich Ihres Ermittlungssersuchens vom 16.11.2017, haben wir am 17.11.2017 eine Bonitätsauskunft über eine Wirtschaftsauskunftei angefordert und dabei festgestellt, dass am 06.09.2016 die Eidesstattliche Versicherung (Ausschluss Gläubigerbefriedigung nach Maßgabe der ZPO) des Angeklagten im Schuldnerverzeichnis eingetragen worden ist. Bevor eine Vermögensauskunft vom betroffenen Schuldner vor einem Gerichtsvollzieher abgegeben wird, gehen der Vermögensauskunft in der Regel über einen langen Zeitraum erhebliche Zahlungsschwierigkeiten voraus, mithin Zahlungsunfähigkeit.

In diesem Zusammenhang sei zudem ausdrücklich angemerkt, dass die von ihm beantragte Prepaid Mastercard schufa-frei ist. Dieses Angebot richtet sich in der Regel an solche Interessierte, die über eine schlechte Schufa-Bonität verfügen und daher über die regulären Banken keine “normale” Mastercard mehr ausgestellt bekommen. Da Verbraucher mit einer schlechten Schufa-Bonität dennoch normal am wirtschaftlichen Leben teilnehmen wollen und im Alltag für Online-Bezahl-Transaktionen eine Mastercard als Zahlungsmöglichkeit brauchen, sind diese an einer Prepaid Mastercard interessiert. Ebenso gehört zum Leistungsumfang des Vertrages optional und unabhängig davon eine Kreditofferte bis zu 7.500 EUR.

 

Ebenso sei jedoch ausdrücklich darauf hingewiesen, dass sich seitens unserer Mandantin im Rahmen ihres wirtschaftlichen Interesses ihr Angebot einer schufa-freien Mastercard betreffend nicht an zahlungsunfähige und zahlungsunwillige Kunden richtet, welche sich anschließend in fantasiereiche Schutzbehauptungen ergehen und unserer Mandantin zudem ständig mit böswilliger Absicht und gleichwohl einem nötigenden Charakter mit einer Strafanzeige drohen, obwohl es diese Kunden selbst verschuldet haben, den Vertrag zu widerrufen und daher die vertragliche Zahlungsverpflichtung entstanden ist.

Zudem haben wir über die eingeholte Bonitätsauskunft erfahren, dass der Angeklagte sich bereits einmal (eingetragen im Schuldnerverzeichnis am 30.06.2008) im Insolvenzverfahren befunden hatte.

Mithin handelt es sich bei dem Angeklagten seit etlichen Jahren unstreitig um einen chronischen “Pleitegeier”, der seine Finanzen nicht im Griff hat.

Wir regen daher an, dass Sie im Rahmen Ihrer Ermittlungen diesbezüglich beim zuständigen Amtsgericht eine Auskunft über die abgegebene Vermögensauskunft beantragen, aus der die Schulden des Angeklagten hervorgehen, sodass Sie feststellen können, seit wann er zahlungsunfähig ist. Denn mit Blick auf den engen zeitlichen Zusammenhang zwischen der Bestellung vom 02.03.2016 und der Vermögensauskunft vor einem Gerichtsvollzieher am 06.09.2016 besteht zudem der Verdacht des Eingehungsbetruges zum Nachteil unserer Mandantin VeriPay B.V.

 

Vor diesem Hintergrund wird namens und in Vollmacht unserer Mandantin (VeriPay B.V.)

neben des dem Angeklagten bereits zu Last gelegten Tatvorwurfs des Vortäuschens einer

Straftat

 

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gegen den Angeklagten wegen des Verdachts des (versuchten) Eingehungsbetruges

zum Nachteil unserer Mandantin sowie unter allen weiteren rechtlichen

Gesichtspunkten erstattet.

 

Nach alldem – einschließlich aller vorgelegten Beweise- gehen wir hinreichend davon aus, dass der Angeklagte infolge seiner Zahlungsunfähigkeit mit der böswilligen Absicht Strafanzeige erstattet hat, um unter rechtsmissbräuchlicher Zuhilfenahme der Strafverfolgungsbehörden die bestehende Forderung zzgl. der Inkassokosten aus Verzugsschaden gem. §§ 280, 286 BGB abzuwehren. Denn die Inanspruchnahme der Strafverfolgungsbehörden im Wege des Amtsermittlungsgrundsatzes bzgl. der Forderunsgabwehr ist im Gegensatz zu der eines Rechtsanwalts “kostenfrei”.  Und mit Blick auf die unstreitige Zahlungsunfähigkeit des Angeklagten konnte er sich offenbar keinen Anwalt für seine Interessenwahrnehmung leisten.

Unsere Mandantin teilte mit, dass sich in dem Starterpaket, das sie dem Angeklagten mit dem o.g. Sendungscode zuzustellen versuchte, ein für ihn persönlich generierter Sicherheits-Pin-Code (Voucher) befand, der einen Wert von 98,90 EUR hat (vgl. auch AGB des Vertrages) und der damit verbundene Pin- Wert für sie unbrauchbar geworden ist, da sie diesen Pin-Code nicht mehr an andere Kunden versenden kann, um den Schaden ausgleichen zu können. Denn unsere Auftraggeberin als Vermittlungsdienstleisterin für Mastercard Karten musste diesen generierten Pin-Code mit der ausgebenden Stelle/Bank bzw. Lizenzgeberin der Mastercard verrechnen und an diese bezahlen, sodass hier ein stoffgleicher Schaden vorliegt.

 

Die zuständige Staatsanwaltschaft wird gebeten uns als Bevollmächtigte der geschädigten VeriPay B.V.  über den weiteren Fortgang in dieser Sache (Urteil oder Einstellung des Verfahrens) zu unterrichten und dabei unser o.a. Aktenzeichen mitzuteilen.

 

Hochachtungsvoll

 

Mimount Aharroud

Diplom-Juristin

 

 

 

Anlage / Beweis:

– Inkassovollmacht A 1

– elektronische Dokumentation der VeriPay B.V., A 2

– Screenshot über www.sofort.credit, A 3

– Ausdruck Sendungsverfolgung der Deutschen Post Sendungscode NT422XXXXXXDE, A 4

– aktuelle Forderungsaufstellung, A 5

– Ausdruck über Aktennotizen (Telefonate vom 17.05.2016 + 17.08.2016), A 6

– E-Mail- Support-Ticket #102432 vom 01.06.2016 (3 Seiten) , A7

– E-Mail Support-Ticket #104796 vom 18.06.2016 (3 Seiten), A 8

– E-Mail-Support-Ticket #105865 vom 27.06.2016 (3 Seiten), A9

– E-Mail-Support-Ticket #107876 vom 11.07.2016 (1 Seite ), A10

– Bescheinigung über eine Anzeigenerstattung vom 04.07.2016, A11

– AGB, Widerrufsformulare, A 12

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Rechtsanwalt Ray Migge (RMI) Düsseldorf – Warnung i.S. Euro Collect / Veripay

Wir sammeln gerade Beiträge zum Rechtsanwalt Ray Migge (“RMI Legal”)  aus Düsseldorf.

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Der “Anwalt” ist für zahlreiche Falschberatungen bekannt und trollt sich gerne in diversen Internetforen herum um auf Mandantensuche zu gehen. Euro Collect aus Düsseldorf warnt ausdrücklich vor den Machenschaften dieses Anwalts.

Manche Anwälte sind einfach nur schlecht – dieser ist aber nicht nur schlecht sondern sogar gefährlich.

Ray Migge Düsseldorf
Ray Migge Düsseldorf

Im Internet zeigt er sich gerne im Unterhemd. Wirkt ein bisschen merkwürdig…

Wir bitten alle Opfer, sich an uns zu wenden. Wir haben jetzt bereits zwei Opfer, die uns Unterlagen zugesandt haben. Diese belegen einwandfrei, dass der Migge falsch beraten hat. Die Opfer sind dadurch in ein zivil- und strafrechtliches Verfahren geraten, dessen Ausgang derzeit noch ungewiss ist. Es ist zu befürchten, dass hohe Geld- oder sogar Haftstrafen drohen. Ein Opfer berichtet ausführlich auf gutefrage.net.

Wir versuchen durch Sammlung der Unterlagen dem Rechtsanwalt die Zulassung zu entziehen. Es kann nicht angehen, dass sich ein Anwalt mit öffentlicher anwaltlicher Lüge profiliert. Wir werden nach rechtlicher Analyse alle Unterlagen an die zuständige Rechtsanwaltskammer und die Staatsanwaltschaft Düsseldorf senden.

Seine Internetseite nennt sich “www.ra-migge.de” und laut DENIC wohnt der Herr hier:

Heinz-Schmöle-Str. 2, 40227 Düsseldorf

Update 20.11.2017

Ein Geschädigter hat uns das folgende Bild zugesandt. Das ist peinlich, ein Anwalt mit Peitsche und Maske im Rotlichtviertel von Amsterdam. Offensichtlich braucht Migge einen Nebenjob um sich über Wasser zu halten…

Ray als Lustsklave
Ray als Lustsklave

DIE AZUBIS VON DER NEPTUN-WERFT

Es hat etwas von Vater und Sohn, wie Tammo Kastius und Carsten Schreiber über das Werftgelände in Rostock-Warnemünde schlendern. Kastius, der Stift, lauscht den Erläuterungen seines Ausbildungsleiters und schaut dabei zu Schreiber auf, der ihn um fast einen Kopf überragt. In den gigantischen Hallen prasseln Funken von Schweißgeräten, poltern dumpfe Schläge gegen Metall. Kastius lächelt. Der 19-Jährige fühlt sich wohl hier. Als er die Unterschrift unter den Ausbildungsvertrag setzte, wurde er „Teil der Familie“, von der Neptun-Geschäftsführer Raimon Strunck, ein schlanker Herr mit feiner hanseatischer Attitüde, gerne spricht. Als „Jung von der Küste“, wie Kastius sich nennt, musste er nicht lange überlegen, wo er sich bewirbt. Die dicken Pötte auf dem Meer begeisterten ihn schon immer. Mit 16 wollte er die Schule abschließen, endlich arbeiten, auch wenn die Lehrer ihm einbläuten: „Ohne Abi bist du nichts! “ Davon ließ er sich nicht abhalten. Er wollte Konstruktionsmechaniker werden – bei Neptun. Die Werft, die seit 1997 zur Papenburger Meyer Gruppe gehört, hat 500 Mitarbeiter, noch einmal so viele sind für Partnerfirmen auf dem Werftgelände tätig. Ein Stück Hansegeschichte, Tradition seit 1850, mit vollen Auftragsbüchern trotz Schiffsbaukrise. Spezialisiert ist Neptun auf Flusskreuzfahrtschiffe, von denen hier bis zu zwölf im Jahr gebaut werden können. Dazu kommen moderne Gastanker und Doppelendfähren sowie neuerdings Kraftwerke für die Kreuzfahrtriesen von Aida, Costa und Carnival, die Meyer in Papenburg und im finnischen Turku baut. Kastius, der Azubi, ist begeistert von der Vielfalt der Arbeit. Obwohl auf die rund 50 Azubistellen bei Neptun je zehn  Bewerber kommen, vergingen bei ihm von der Bewerbung bis zum ersten Gespräch keine zwei Wochen. Auf die Begegnung mit Schreiber hatte sich Kastius gut vorbereitet – und war überrascht, als der Ausbildungsleiter sein Vorwissen gar nicht abfragte. „Ob der Junge eine Drei oder Vier in Mathe hat, ist mir egal“, sagt Schreiber. „Beim Gespräch steht allein der Jugendliche im Mittelpunkt. Ich will etwas über seinen Hintergrund er fahren, seine Motivation, wohin die Reise mit ihm geht. Schließlich wollen wir jeden unserer Auszubildenden übernehmen.“ In den vergangenen Jahren lag die Übernahmequote bei 100 Prozent.

Geschäftsführer Strunck ergänzt: „Wir entwickeln unser eigenes Führungspotenzial, deshalb ist der menschliche Faktor bei der Einstellung sehr wichtig.“ Kastius überzeugte nicht nur beim Praxistest, er konnte auch damit punkten, dass er einmal einen Ertrinkenden vor dem Tod gerettet hatte. Typen, die schnell entscheiden und zupacken, können sie bei Neptun gut brauchen. Die Werft hilft bei der Wohnungssuche, bei der Organisation des neuen Lebensabschnitts, Schreiber ist Ansprechpartner bei Problemen. Regelmäßig sucht er das Gespräch, ein Jahr vor Ende der Ausbildung werden Perspektiven ausgelotet. Die Azubis können sich aussuchen, in welchem Bereich sie arbeiten wollen. Die Werft zahlt Weiterqualifizierungen wie die Meisterschule oder schließt Förderverträge mit denen, die über die Meyer Werft in Papenburg ein duales Studium starten wollen. Ein Pilotprojekt mit der Uni Rostock zur länderübergreifenden Ausbildung in Schweden, Dänemark, Litauen und Polen unterstützt die Werft, es soll im Januar beginnen. Die IHK Rostock hat Neptun zum zehnten Mal in Folge zum Top-Ausbilder gekürt. Hauptsächlich werden Konstruktions-, Anlage- und Industriemechaniker ausgebildet, jeweils mit Schwerpunkt Schiffsbau. Zuletzt kamen Mechatroniker und Vermessungstechniker hinzu. Jeder Azubi durchlaufe aber alle Bereiche, sagt Schreiber. „Jeder muss alles können. Wir bilden keine Fachidioten aus.“ An die Produktionshalle angedockt haben die Azubis ihr eigenes Reich, eine ganze Halle nur für sie. Hier können sie zum Beispiel das Schweißen üben, in allen erdenkliehen Varianten. In der Halle stehen merkwürdige Metallkäfige, die wie Folterinstrumente anmuten. Schreiber lacht.

„Die sind für das Schweißen in Zwangsposition.“ Die Azubis trainieren zwischen den Gitterstäben das Arbeiten auf engstem Raum, wie sie es später auch im Schiff beherrschen müssen.

Kastius liegt das Arbeiten mit dem Feuer, er hat sich sogar für den Landeswettbewerb „Jugend schweißt“ qualifiziert. Bleiben würde er nach der Ausbildung gern in der Schiffsbauschlosserei, das Perspektivgespräch mit Schreiber hat er schon geführt. Die Ausbildung wird Kastius von dreieinhalb auf drei Jahre verkürzen können, im Jahr 2020 will er dann die Meisterschule besuchen. Seine „Familie“ wird es ihm ermöglichen.

AKTIENFONDS DANK TRUMP IM AUFWIND

Seit Donald Trump im November 2016 die Wahl zum US-Präsidenten gewonnen hat, sind die Kurse US-amerikanischer Aktien kräftig gestiegen. Der Leitindex S&P 500 hat in den vergangenen Monaten neue Rekordhöhen erklommen, ebenso das Industriebarometer Dow Jones und der Technologie-lndex Nasdaq. Analysten weisen zwar darauf hin, dass US-Aktien mittlerweile hoch bewertet sind. Sie gehen davon aus, dass die Kurse im weiteren Jahresverlauf nicht mehr so stark steigen werden wie bisher. Insgesamt bleiben die Aussichten für den US-Aktienmarkt aber gut: Die Gewinne vieler amerikanischer Unternehmen klettern, ihre Aktien haben nach wie vor Kurssteigerungspotenzial.

Fest steht: Ohne Titel aus der größten Volkswirtschaft der Welt ist ein Aktienportfolio nicht komplett, nicht nur aus Diversifizierungs-, sondern auch aus Renditegründen. US-Standardwertefonds der Kategorie „Blend“, die weder eine Value- noch eine Growth-Strategie verfolgen, haben in den 34 vergangenen drei Jahren im Schnitt um rund 17 Prozent pro Jahr an Wert zugelegt, zeigen Zahlen der Fondsratingagentur Morningstar.

An der Spitze der US-Aktienfonds, die für deutsche Privatanleger erhältlich sind, steht beim Blick auf die vergangenen drei Jahre ein Fonds der US-Investmentgesellschaft AB. Der AB US Thematic Research Portfolio legte in diesem Zeitraum um 20,4 Prozent pro Jahr im Wert zu. Fondsmanager Daniel Roarty sucht nach Aktien von Unternehmen unterschiedlicher Branchen, die von technologischen oder demografischen Trends profitieren könnten. Zu den größten Positionen gehören aktuell Aktien von Facebook, Apple und der Google-Mutter Alphabet. IT-Titel machen rund ein Viertel des Portfolios aus.

Die Morningstar-Analysten bewerten die Strategie des Managers als überdurchschnittlich ris9nt. In Aufwärtsphasen war sie zuletzt allerdings auch überdurchschnittlich erfolgreich: In den vergangenen zwölf Monaten hat der Fonds um satte 30 Prozent zugelegt, seit Jahresbeginn um 12 Prozent. Damit erzielte Roarty ein deutlich höheres Plus als seine Konkurrenten.

Am zweitbesten schnitt auf Dreijahressicht ein Fonds der österreichischen Walser Privatbank ab. Der Walser Portfolio Aktien USA investiert ausschließlich in Aktien, die im S&P 500 gelistet sind. Fondsmanager Florian Zelder wählt Titel aus, die weniger stark schwanken als der Gesamtmarkt und möglichst wenig miteinander korreliert sind, sich also ungleich entwickeln. Zu den größten Positionen im Portfolio zählen derzeit Aktien von Wells Fargo, Wal-Mart und Intel.

Der sogenannte Minimum-Varianz-Ansatz, den das Management verfolgt, soll in Abwärtsphasen Verluste begrenzen, kann aber in Aufwärtsphasen die Renditechancen schmälern. Für Anleger, die auf kurzzeitige Kurs-Feuerwerke an der Wall Street spekulieren, eignet der Walser-Fonds sich deshalb nicht. Seit Januar verzeichnet er unter den Top Vier mit 1,6 Prozent den geringsten Wertzuwachs. Langfristig macht sich ein gutes Risikomanagement dafür in stabilen Erträgen bemerkbar. Der Fonds schaffte seit seiner Auflegung im Jahr 2000, über die Nachwehen der Dotcom-Blase und die Finanzkrise hinweg, ein jährliches Plus von knapp 4 Prozent.

Der Fonds T. Rowe Price US Large Cap Equity, aufgelegt von der US-Investmentgesellschaft T. Rowe Price, verzeichnet seit Jahresbeginn ein Plus von 5,5 Prozent. Fondsmanager Jeff Rottinghaus investiert querbeet in US-Standardwerte und zieht dabei sowohl Wachstums- als auch Substanzwerte in Betracht. Unter den zehn größten Positionen im Portfolio finden sich derzeit Aktien von Apple, PepsiCo und JPMorgan.

Je nachdem, ob Substanz- oder Wachstumswerte dominieren, kann der Fonds zeitweise stark schwanken. Nach Einschätzung der Morningstar-Analysten eignet er sich deshalb vor allem für risikobereite Langfrist-Anleger, die keine Angst vor der potenziell höheren Volatilität von Wachstumsaktien haben. Ein Blick auf die langfristige Wertentwicklung zeigt: In Abwärtsphasen ist der Fonds zeitweise tiefer gefallen als der S&P 500. Im laufenden Jahr hat er den Index dafür bislang deutlich übertroffen.

Auf Rang vier der besten US-Aktienfonds der vergangenen drei Jahre liegt ein Produkt von Allianz Global Investors. Der Allianz US Equity erzielte in diesem Zeitraum ein Plus von 19 Prozent pro Jahr. Im laufenden Jahr steht bislang ein Plus von 3,6 Prozent zu Buche. Fondsmanager Steve Berexa investiert in US-Standardwerte, ohne dabei einen fixen Investmentstil zu verfolgen. Zu den zehn größten Portfolio-Positionen zählen aktuell Aktien von Microsoft, General Electric und der Bank of America. Eine breite Streuung soll das Verlustrisiko minimieren.

Ebenso wie seine Kollegen hat Berexa zuletzt von der Trump-Rallye an der Wall Street profitiert. Er rechnet allerdings damit, dass jene nicht unbedingt von Dauer sein wird. „Anleger sollten flexibel bleiben und sich auf Veränderungen einstellen“ sagt er. „Man muss zwischen kurzfristigen Stimmungsschwankungen und tatsächlichen Veränderungen der fundamentalen Unternehmensdaten unterscheiden.“ Die Regierung Trump werde in der kommenden Zeit sowohl positive als auch negative Auswirkungen auf die US-Wirtschaft haben. Insgesamt bleibe das Umfeld für Investments in US-Aktien aber günstig, nicht zuletzt dank solider Unternehmensgewinne.

WARUM REGIOGELD VON BANKEN GEFÜRCHTET WIRD

Sparer haben es momentan in der Eurozone nicht einfach. In Folge der schweren Finanzkrise zwischen 2007-2009 wurde nicht nur von der amerikanischen Notenbank Fed (Federal Reserve), sondern auch von der Europäischen Zentralbank (EZB) der Leitzins im Laufe der folgenden Jahre stetig herabgesenkt, um einer Deflationsspirale zu entgehen, die Wirtschaft anzukurbeln und ein Massenaussterben von Unternehmen zu verhindern. Als dann vor einem Jahr der Leitzins die historische 0%-Marke erreichte, waren die Aussichten auf ertragreiche Kapitalanlagen düsterer denn je. Wie es scheint, wird sich auch so schnell noch nichts an der momentanen Situation ändern, obwohl die Deutschen langsam ihre Geduld verlieren und die Kritik an dem Währungshüter Mario Draghi immer lauter wird. Dieser jedoch muss nicht nur die immer noch recht hohe Verschuldung anderer Mitgliedsstaaten wie Italien und Spanien oder Griechenland berücksichtigen, sondern auch die nach wie vor bestehende Gefahr, in eine Deflation zu rutschen, bewachen und die stagnierende Wettbewerbsfähigkeit Frankreichs und Spaniens dämmen. Die Bundesrepublik kann die Beweggründe nicht nachvollziehen und hat sogar schon mit dem Bundesbank-Chef Jens Weidmann einen Nachfolger für Draghi aus dem Ärmel geschüttelt, muss sich jedoch mit dem Entschluss des jetzigen EZB-Chefs wohl oder übel zufriedengeben. Zumindest hat der Europäische Gerichtshof den zügellosen Kauf von Staatsanleihen mit Auflagen verhängt, wodurch die EZB diese im Laufe der nächsten Jahre drosseln werden muss. Doch damit allein ist es nicht getan, denn die Zinserhebung wird bei gleichbleibender Geldpolitik frühestens ein halbes Jahr nach Auslaufen der Anleihekäufe denkbar. Dementsprechend ist eine Erhebung der Zinsen vor dem Frühling 2019 nicht möglich. Zudem sieht die generelle Ausgangslage der USA, in denen die Fed bereits mit der allmählichen Anhebung des Leitzinses begonnen hat, deutlich besser aus. Das heißt im Grunde genommen für den deutschen Sparer, das weiterhin alles teurer wird und man immer weniger für sein beiseite geschaffenes Geld bekommt.

Dementsprechend ist es also nicht verwunderlich, dass immer mehr kleinere Regionen auf die Idee kommen, eine Parallelwährung zu gründen – das „Regiogeld“. Ganz zum Vorbild des unorthodoxen Geldtheoretikers Silvio Gsell (1862-1930) sollte das Geld wie auch die sich mit diesem erkauften Waren und Lebensmittel an Wert verlieren und nicht mit der Aufbewahrung durch Zinsen und Zinseszinsen auch noch an Wert gewinnen, denn darin liege seiner Meinung nach das Grundübel aller Finanzen. Folglich baute er darauf eine ganze Theorie auf, um das Geld der Vergänglichkeit alles Irdischen nicht länger zu entziehen und „rosten zu lassen“. Doch war es bis dahin nur eine Theorie. Dies sollte sich allerdings nach dem von ihm vorhergesagten Börsencrash in New York im Jahre 1929 ändern. Ein ehemaliger Lokomotivführer namens Michael Unterguggenberg, der mit viel Engagement und etwas Glück Bürgermeister des österreichischen Dorfes Wörgl wurde und dessen Namen durch das „Wunder von Wörgl“ berühmt machte, indem er Gsells Theorien in die Tat umsetzte.

Denn er war es, der in der Kriegszeit den Dienst an sein Vaterland für einen kurzen Moment unterbrach, um eine kriegszensierte Zeitschrift mit kleiner Auflage und skurrilem Namen „Physiokrat“ zu lesen und dadurch auf Gsells Gedanken zu stoßen. Er selbst hatte nie viel Geld, jedoch viel Zeit, um sich mit diesem, zumindest theoretisch, zu beschäftigen. Als er dann 1931 per Los zum Bürgermeister von Wörgl wurde und zumindest seine Heimat vor der Krise, die dort schon längst angekommen war, schützen wollte, beschloss er, sich nicht länger auf die Regierung zu verlassen und somit seine Gemeinde in Arbeitslosigkeit und Armut versinken zu lassen, sondern selbst die Probleme zu lösen – die Regierung Wörgls war schließlich er. Zunächst ließ er über die Gemeinde Brücken bauen und Straßen reparieren. Im Anschluss entwarf er viele bunte Scheine mit unterschiedlichem Wert: Neues, anderes Geld namens „Arbeitswertbestätigung“. Dieses Geld jedoch war nur für eine bestimmte Zeit gültig. Für die Verlängerung der Gültigkeit eines 10-Schilling-Scheines z.B. musste man eine Marke im Wert von einem Groschen kaufen und diese auf den Schein kleben. Somit verlor der Schein, je länger man ihn in der Tasche ließ, immer mehr an Wert. So waren die Bürger natürlich daran interessiert, diesen schnellstmöglich gegen Waren oder Dienstleistungen einzutauschen. Nach anfänglicher Skepsis den neuen bunten Scheinen gegenüber verbreitete es sich dann allerdings sehr schnell und die Menschen gaben das Geld aus – wie von Gsell vorhergesagt und von Unterguggenberg erhofft. Während in Österreich und dem Rest Europas die Arbeitslosigkeit weiter steigt, sinkt diese in Wörgl und gleichzeitig wachsen die Einkünfte und Steuereinnahmen – als hätte jemand Säcke voll mit Geld geschickt. Dabei waren gerade einmal rund 5500 Schilling der neuen Parallelwährung im Umlauf. Nur ihre Zirkulation hatte sich erhöht. Der Steinmetz ging zum Bauern, der Bauer zum Metzger, welcher zum Wirt ging, der wiederum zum Steinmetz ging.

Und alle waren glücklich und lebten in Eintracht miteinander. Die Nachbargemeinden sahen den Erfolg und ahmten Wörgl nach. So verbreiteten sich die zur Abwechslung guten Neuigkeiten, die Journalisten anlockten. Auf der Suche nach dem Erfolgsgeheimnis stießen sie auf die bunten Scheine und fragten sich, ob das alles gewesen sein soll. Wie ein Lauffeuer wurden Wörgl und sein Bürgermeister Unterguggenberg nicht nur national, sondern international berühmt. Bald war nicht nur von „dem Wunder von Wörgl“, sondern von „dem Wunder von Österreich“ die Rede. Doch dieser genialen Idee machte die Nationalbank einen Strich durch die Rechnung. Nur sie sei befugt, Geld herauszugeben. Nach eineinhalb Jahren und einem harten Kampf wurde das Schwundgeld verboten. Es verstieße gegen das Gesetz, so der Verwaltungsgerichtshof. Und somit kehrte die Krise wieder zurück. Engelbert Dollfuß‘ Regierung wurde die Sozialdemokratische Arbeiterpartei, welcher Unterguggenberg angehörte, aufgelöst, was ihm zum Rücktritt zwang.

Selbst der bedeutendste Wirtschaftswissenschaftler des 20. Jahrhunderts, John Maynard Keynes, war begeistert von der Theorie des zu Unrecht übergangenen Silvio Gsell und glaubte, die Zukunft würde noch viel von Gsell lernen können. Doch der zweite Weltkrieg ließ die Erinnerungen an das Wunder von Wörgl verblassen und die Freigeldlehre ist nunmehr nicht einmal Fachleuten bekannt – jedoch ist sie noch nicht ausgestorben. In der Bundesrepublik sind noch 40 Regionalwährungen im Umlauf, wie in Schleswig-Holstein der KANN WAS oder der Urstromtaler aus Sachsen-Anhalt. Während die meisten eher unbekannt als Spielerei abgetan werden, zeigt der im Jahre 2003 gegründete Chiemgauer aus den Landkreisen Rosenheim und Traunstein seine volle Wirkung. Diese aus einem Schulprojekt heraus entstandene Währung sorgt für Wohlstand und Lebensqualität in Zeiten der Finanz-und Wirtschaftskrise. Die Idee basiert ebenfalls auf Gsells Gedanken. In moderner Form übertragen sind jedoch nur Unternehmen imstande, die Chiemgauer in Euros umzutauschen und das auch nur gegen eine Gebühr. So soll das in den Gemeinden erwirtschaftete Geld auch in den Gemeinden bleiben und dort ausgegeben werden. Als erfolgreichste aller Parallelwährungen des 21. Jahrhundert beweist sie, dass in der undurchsichtigen Welt des Kapitalismus es immer nur auf eines ankommt: dass viele Menschen oft Geld ausgeben.

Aus diesen Regionalgeldern eine nationale Parallelwährung zu machen oder den Euro in „Rost-Euro“ umzuwandeln, kommt den Deutschen jedoch niemals in den Sinn. Dafür lieben sie das Sparen und vermehren zu sehr, wie man unschwer an dem momentanen Unmut gegenüber Mario Draghis Geldpolitik erkennen kann. Außerdem: Wer will schon freiwillig sein Geld „verfaulen lassen“? Allerdings denken andere Nationen bereits über die Idee nach, neben dem Euro eine Parallelwährung einzuführen. Vielleicht hilft ihnen diese aus der Krise.

KAPITALANLEGER-TIPPS 2017

Ein Blick auf die Dauer-Tiefzinsen treibt den Sparern Angstschweiß auf die Stirn. Das Ersparte wirft nichts ab. gleichzeitig nagt die Inflation daran. Die gute Nachricht: Geld anlegen. gerade auch fürs Alter. lohnt sich trotzdem. Fraudanwalt erklärt wo und wie Sie jetzt am meisten rausholen.

Lohnt sich TAGESGELD?

Obwohl es Millionen Deutsche immer noch nicht beherzigen: Das Sparbuch hat ausgedient, die Zinsen sind gleich null. Der trotzdem ratsame Notgroschen von 3 Monats-Nettogehältern für kurzfristige Anschaffungen sollte daher auf einem Tagesgeldkonto liegen. Bei Moneyou gibt es 0,5 % Zinsen/ Jahr bei der Leaseplan Bank 0,45 % Zinsen/Jahr.

Ist Festgeld out?

Wer zwei oder drei Jahre nicht an sein Geld ranmuss, bekommt bei den besten Anbietern mehr als 1 %. Die BESV (Angebot Über Vergleichsportal Weltsparen) zahlt 1,3 %. Bei einem Betrag von 5000 Euro für 3 Jahre liegen die Zinsen am Ende bei 197,54 Eur. Close  Brothers (Über Zinspilot) und Crédit Agricole  zahlen 1,11% (166,50 Euro Zinsen). Angebote von Banken mit südeuropäischer Einlagensicherung meiden!

Wertpapiere = Risiko?

Im Dauer-Zinstief kommt man zum Vermögensaufbau an der Börse nicht vorbei. Der deutsche Leitindex Dax ist in den vergangenen 5 Jahren um 68,46 % gestiegen. Eine durchschnittliche  Rendite von 5 bis 6 % pro Jahr ist drin. Allerdings sind auch Verluste möglich. Wegen der Schwankungen sollte man mindestens 7 Jahre auf das Geld verzichten können und nicht in einzelne Aktien („Klumpenrisiko“) investieren. Börseneinsteiger sollten sich z.B. von Ihrem Bankmitarbeiter beraten lassen. Wichtig: Beim Handel von Wertpapieren fallen Gebühren für den Kauf und ein Depot an!

Besser ist ein Investmentfonds. Der DWS Top Dividende (Verwaltungskosten 1,45 %/Jahr) hat in den vergangenen 5 Jahren eine Rendite von durchschnittlich 9,2 % pro Jahr geschafft.

Deutlich weniger Gebühren kosten ETF-Indexfonds („Exchange traded funds“). Empfehlenswert ist ein ETE der den Welt-Aktienindex MSCI World nachbildet. Der ComStage MSCI World Ucits ETF (Kosten 0,2 %/Jahr) kam in : den vergangenen 5 Jahren im Schnitt auf 12,6 %  pro Jahr. Der db x-trackers MSCI World Ucits ETF IC (Kosten 0,45 %/ Jahr) erreichte 12,5 %.

Betongold die Lösung?

Mit einem offenen Immobilienfonds können Sie gezielt von den steigenden Preisen für Wohnungen und Häuser profitieren. Der Fonds hauslnvest (Kosten 1,05 %/Jahr) hat in den vergangenen 5 Jahren im Schnitt eine Rendite von 2,4 % pro Jahr erreicht. *Der Anteil sollte nicht mehr als 25 % von Ihrem Ersparten ausmachen. Auch bei Immo-Fonds sollten Sie sich ein kostenloses Depot bei einer Direktbank (z. B. Comdirect Bank, Consorsbank) einrichten.

Jetzt umschulden!

Wer sich vor Jahren Geld geliehen hat, kann mit einem neu  en Kredit Zinsen sparen. Beispiel: Sie haben vor 2 Jahren ein Darlehen über 15000 Euro (6 Jahre Laufzeit) mit einer Monatsrate von 245,50 Euro (damaliger Zinssatz: 5,69 %) abgeschlossen. Dann können Sie die Restschuld von 10 540 Euro mit einem neuen Kredit mit einer Monatsrate von 235,34 Euro (2,98 %) ablösen. Trotz Vorfälligkeitsentschädigung: (105 Euro) liegt die Ersparnis bei 488 Euro.

Sparplan lohnt sich!

Mit einem Banksparplan legen Sie monatlich einen festen Betrag an. Die Denizbank zahlt derzeit bei einer Laufzeit von VIO Jahren 1,9 %. Wenn Sie monatlich 50 Euro (insgesamt 6000 Euro) sparen, bekommen Sie am Ende 607,39 Euro an Zinsen raus. Dann können Sie auch einen Sparplan auf einen ETF (ab 25 Euro/ Monat) abschließen. Bei fallenden Kursen kaufen Sie für den fixierten Monatsbetrag einen größeren Anteil, weil die Aktien billiger werden. Steigen die Kurse wieder, profitieren Sie stärker.

Bausparerverträge eine gute Idee

Mit einem Bausparvertrag sparen Sie Geld und sichern sich niedrige Bauzinsen. So gibt es bei der Signal Iduna im Tarif F60 in der Ansparphase einen Zins von 1 %. Der Zins fürs spätere Darlehen liegt bei 2 %. Es müssen 30 % der vereinbarten Bausparsumme angespart werden, Fraudanwalt-Bericht zum Thema.

ZIEMLICH BESTE FREUNDE: GALERIA KAUFHOF DROHT HBC HERUNTERZUZIEHEN

Olaf Koch gab sich begeistert. Gerade hatte der Metro-CEO die Warenhaustochter Galeria Kaufhof für 2,8 Milliarden Euro an seinen Wunschpartner, die Hudson’s Bay Company (HBC), veräußert. Als „solide“ lobte er die Kanadier und pries deren „kristallklare Finanzierung“. Koch, der selbst aus dem Finanzfach kommt, litt anscheinend unter selektiver Wahrnehmung. Denn Misstrauen war schon damals, im Herbst 2015, angebracht – zum Fraudanwalt-Bericht.

Knapp zwei Jahre später scheinen die schlimmsten Befürchtungen wahr zu werden. Die Geschäfte von HBC laufen dramatisch schlecht. Der Konzern ist noch höher verschuldet als zur Zeit des Kaufhof-Erwerbs, die Liquidität wird immer knapper, die Banken setzen HBC unter Druck, und Warenkreditversicherer weigern sich, die Kaufhof-Lieferanten wie bisher abzusichern.

HBC droht in einen Abwärtsstrudel gerissen zu werden — einschließlich Galeria Kaufhof mit ihren 21 500 Mitarbeitern.

Zum zentralen Problem entwickelte sich in diesem Sommer ein Kredit, dessen Konsortialführerin die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) ist. Zur Bezahlung der Kaufhof-Immobilien hatte sich eine HBC-Tochter vor zwei Jahren 1,34 Milliarden Euro bei der LBBW und deren Partnern Helaba, HSH Nordbank und Ergo geliehen. Die Schuldnerin namens HBS Global Properties gehört HBC zu 63 Prozent.

Die Finanzkonstruktion wurde derart ausgereizt, dass sich die Banken mit rigiden Kreditbedingungen absicherten, sogenannten Covenants. Bei deren Verletzung können die Konsorten die sofortige Rückzahlung des Darlehens verlangen.

Eine der Vorschriften lautet, dass die Kreditsumme in den ersten fünf Jahren der Laufzeit höchstens 68 Prozent des Immobilienwerts betragen darf. Vor Abschluss des Vertrags am 26. September 2015 lag der Gebäudewert allerdings zu niedrig; das Darlehen wäre in der gewünschten Höhe nicht genehmigt worden.

Also fand der Konzern einen Trick, den die Kreditgeber tolerierten: Seit 1. Oktober 2015 muss Galeria jährlich etwa 40 Millionen Euro mehr für Miete, Erbbauzinsen und Instandhaltung an HBS zahlen. Dank der Mehreinnahmen konnte die Vermieterin den Gebäudewert um mehrere Hundert Millionen Euro hochschreiben — die Loan-to-Value-Ratio schnurrte in den grünen Bereich.

Dabei ist die Mieterhöhung rechtlich fragwürdig, denn sie wurde während eines laufenden Vertrags und ohne adäquate Gegenleistung vereinbart – weshalb der damalige Chef der Galeria Holding, Lovro Mandac, seine Unterschrift verweigerte. Kurz darauf musste er gehen.

Wer auch immer schließlich aufseiten von Galeria Kaufhof den Vertrag unterzeichnete — er könnte sich der Untreue zum Schaden der Firma schuldig gemacht haben. Ein Risiko bleibt auch für HBC: Ginge die deut sche Tochter pleite, würde der Insolvenzverwalter unweigerlich die zu viel gezahlte Miete zurückfordern — bislang etwa 80 Millionen Euro.

Schon heute wackelt das waghalsige Konstrukt. Denn der Kreditvertrag schreibt ferner vor, dass bei jeder der 41 beliehenen Kaufhof-Filialen der Gewinn in der Definition Ebitdar (vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Miete) die Mietzahlung um 20 Prozent zu überschreiten hat. Zudem muss Kaufhof insgesamt einen Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) erwirtschaften.

Beide Vorgaben hat Kaufhof im jüngsten Geschäftsjahr, das am 28. Januar 2017 endete, gerissen. Allein beim Ebit lief ein Minus in zweistelliger Millionenhöhe auf — vor allem wegen der Mieterhöhung.

Spätestens bis zum 31. Juli musste die Schuldnerin dem Konsortium den doppelten „Event of default“ melden — was auch geschehen ist. Seither treffen sich HBC und Banken laufend zu Krisengesprächen. „Wir er-Rillen vollumfänglich alle unsere geschlossenen Kreditvereinbarungen“, heißt es bei HBC.

Der Bruch der Ebitdar-Bedingung lässt sich zwar heilen — wenn die Kreditnehmerin für jedes betroffene Haus einen festgelegten Teilbetrag vorzeitig tilgt. Angesichts der angespannten Kassenlage bei HBC scheint das jedoch unrealistisch. Die Verletzung des zweiten Covenants, wonach das Ebit „a positive number“ sein muss, ist laut Kreditvertrag nicht heilbar.

Die Kanadier machen die Anschläge in Berlin, München und Brüssel (in Belgien betreibt die Kaufhof-Tochter Galeria Inno 16 Warenhäuser) sowie den Umbau von Filialen für den Verlust verantwortlich. Ohne solch widrige Ereignisse wäre das Ebit positiv gewesen, sagen sie.

Die Bankenvertreter halten die Rechtfertigungen für fadenscheinig. Der Konfliktfall, so die Hardliner, wäre nur aufgeschoben, wenn die Gläubiger diesmal den Covenant-Bruch hinnähmen. Denn im aktuellen Geschäftsjahr hat sich das Ebit weiter verschlechtert; 30 der 113 Filialen arbeiten mit Verlust.

In ihrer Not sondierten die Kanadier im August einen Verkauf des zum HBS-Paket gehörenden Kaufhof-Gebäudes an der Frankfurter Hauptwache. Mindestens 400 Millionen Euro sollte es einbringen nach einer angedachten Mietverdoppelung auf 20 Millionen Euro, zulasten der Betreiberin Kaufhof.

Zu allem Übel kommt, dass die Bonität von Galeria Kaufhof auch von den Warenkreditversicherern immer kritischer beurteilt wird. Sie garantieren den Lieferanten die Bezahlung. Ohne Versicherung bekommt ein Händler keine Ware, allenfalls gegen Vorkasse.

Im Juli hatte der Branchenriese Euler Hermes, der bis dahin für Galeria Kaufhof etwa 40 Prozent der Lieferantenforderungen absicherte, die Deckung empfindlich zurückgefahren. Der seit Mai amtierende Kaufhof-Chef Wolfgang Link und HBC beeilten sich mitzuteilen, dass sie ja noch andere Kreditversicherer hätten und außerdem der Mutterkonzern bei der Bank of America (BofA) über einen Dispokredit von 2,25 Milliarden US-Dollar verfüge, den auch Kaufhof nutzen könne.

Doch diese Verteidigungslinie bricht Stück für Stück zusammen. Auch der Rückhalt bei Kaufhofs zweitem großen Warenkreditversicherer, der Metro-Tochter Miag, nimmt ab. Die Assekuranzkonzerne Zurich, Swiss Re und Chubb, die das Miag-Volumen rückversichern, forderten von HBC mit Fristsetzung per Mitte August die Hinterlegung von 150 Millionen US-Dollar oder einer Bankbürgschaft. Die Kaufhof-Mutter bat um Aufschub. HBC bestreitet, dass der Versicherer gedroht habe, die Deckung zurückzufahren.

Dass Miag überhaupt noch im Obligo ist, gehört zum Deal zwischen Metro und HBC. Auch der dritte Warenkreditversicherer, Atradius, prüft sein Engagement intensiv.

Zudem führt der Verweis auf die BofA-Kreditlinie in die Irre. Erstens war sie Ende Juli bereits zu zwei Dritteln ausgeschöpft, zweitens darf Galeria Kaufhof laut Kreditvertrag höchstens 350 Millionen der 2,25 Milliarden Dollar ziehen – verfügbar ist davon noch gut die Hälfte.

Auch daheim gerät HBC immer stärker unter Druck. Aktionäre verlangen die Abberufung von HBCCEO Jerry Storch und Executive Chairman Richard Baker, falls sie nicht schnellstens Galeria Kaufhof wieder verkaufen. Denn wenn die deutsche Tochter fiele, drohte auch HBC der Zusammenbruch – und umgekehrt. Zu eng sind beide verwoben.

Der Konzern bürgt dem LBBW-Konsortium für die Mietzahlungen von Kaufhof („Sponsor Guarantee“) —jährlich etwa 150 Millionen Euro. Bei acht Jahren Restlaufzeit des Kredits summiert sich die Haftung auf 1,2 Milliarden Euro.

Wenn Galeria Kaufhof unter den Mietzahlungen kollabierte, würde nicht nur die Bürgschaft fällig. HBC müsste dann wegen des Eintritts eines „Cross-default“ auch den BofA-Kredit sofort zurückzahlen.

Nur – wovon? Bislang rühmt sich HBC seiner Sicherheiten, nach Abzug von Schulden und Minderheitsanteilen seien die Immobilien sechs Milliarden kanadische Dollar wert. Experten bezweifeln das: Wegen der Misere des amerikanischen Einzelhandels sei nur die Hälfte realistisch, etwa 2,4 Milliarden US-Dollar — bei einem Notverkauf noch weniger.

In der Kölner Kaufhof-Zentrale regiert denveil nervöse Hektik; die Stimmung sei „grausam“, heißt es. Die Anlaufverluste der umgebauten Vorzeigefiliale an der Düsseldorfer Königsallee und der neuen Saks-Off5th-Läden sprengen das Budget. Das Geld fehlt überall. Investitionen sind eingefroren, der Tarifvertrag wurde infrage gestellt, Kunden werden die Bonuspunkte halbiert, die sie bei Einkäufen mit ihrer Payback-Karte erhalten. Geplante Neueröffnungen liegen hinter dem Zeitplan, wie in den Niederlanden, oder wurden gar storniert — wie in Luxemburg, wo Galeria Inno Bauverzögerungen zur Kündigung des Mietvertrags nutzte.

Generös fällt dagegen der Umgang mit dem von HBC-Gesandten dominierten Aufsichtsrat aus. Dessen Kosten addieren sich aufbald eine Million Euro pro Jahr — wegen der Spesen der Transatlantikreisenden.

Allein die Miete für das Apartment des nur tageweise in Köln weilenden Aufsichtsratschefs Don Watros in einem der luxuriösen Kranhäuser am Rhein kostet Galeria Kaufhof knapp 4000 Euro monatlich.

Immerhin: Zum Oktober Soll die Wohnung gekündigt worden sein.