NEHMEN ES KSH AG-BERATER MIT DER WAHRHEIT NICHT SO GENAU?

Natürlich ist es einfacher, einen Kunden zum Abschluss eines Vertrages zu bewegen, wenn man ihm nicht die ganze Wahrheit sagt, sondern stattdessen die Risiken verschweigt oder galant umschreibt. So geschehen bei KSH Capital Partners AG, deren „Beratungstechniken“ schon des Öfteren angemahnt wurden. Dass am Ende ein Totalverlust-Risiko beim Abschluss einer Beteiligung in ein Öl- und Gasinvestment stehen kann, davon wird am liebsten bei den Beratungsgesprächen nicht gesprochen. Doch genau darauf kommt es an, wenn ein Kunde eine Geldanlage tätigt, die risikoarm und sicher sein soll – statt hochspekulativ und riskant.

Mit vollmundigen Formulierungen den Anleger gekonnt einwickeln, dazu noch einen Gebührensatz von 3% auf die Einlage als unerheblich abtun, dafür aber die herausragenden Erträge „über den grünen Klee loben“, darauf verstehen sich die Kundenberater der Lübecker Anlagefirma KSH AG unter der Leitung des Geschäftsführers Christoph Heyke. Einem vielbeschäftigten Mann, der in sechs verschiedenen der KSH AG zugeordneten Unternehmen verantwortlich ist. Vielleicht bleibt dabei nicht viel Zeit, um die Kundenberater vernünftig zu schulen, oder diesen mal die Beratungsrichtlinien genau zu erläutern. Auch die von Fraudanwalt des Öfteren zitierten Resch Rechtsanwälte haben mehrfach moniert, dass prognostizierte Renditen unrealistisch seien und somit eine Täuschung (mit Arglist?) der Kunden vorliegt.

Ein immer wiederkehrendes Muster bei Unternehmen aus der Finanzbranche, die ihrer Sorgfaltspflicht bei der Aufklärung nicht genüge tun. Vielleicht auch ein Grund dafür, dass die KSH AG mehr als 55 Mio. Dollar von ihren Investoren eingesammelt hat. Bei 3% Agio entfallen schlappe 1,65 Mio. Dollar auf die Berater. Ein schönes Sümmchen. Verwaltungskosten noch nicht mitgerechnet. Apropo Falschberatung: Jeder Kunde hat die Möglichkeit, gegen eine falsche Aufklärung und gegen fehlerhafte Beratung gegen das Unternehmen zu klagen und Schadenersatz zu fordern. Wenn das konsequent umgesetzt würde, könnte man schnell eine Lawine lostreten, die jedes Unternehmen ins Schlingern bringen könnte. Die Rechtsanwälte Seimetz & Kollegen behaupten sogar, dass noch erheblich höhere Beträge unrechtmäßig in die Taschen der Emittentin fließen.

Der Vorwurf des Betruges beim KSH Energy Fund IV wird hierbei klar in den Raum gestellt. Und so reihen sich Vorwurf an Vorwurf aneinander, so dass letztendlich dem cleveren Anleger nichts anderes übrig bleibt, als schleunigst seine „sieben Sachen“ zu nehmen und diesen Angeboten der KSH AG den Rücken zu kehren.

PFUSCHT GLOCK & KIRCHMÖSER BAU GMBH AUF KOSTEN DER BAUHERREN?

Pfusch am Bau ist ein großes Problem in Europa. Es sind Entscheidungs-, Planungs- oder auch Ausführungsfehler, die allein in Deutschland jährlich über 4 Milliarden Euro verschwenden. Schäden und Streitfälle können im Vorfeld vermieden werden, jedoch müssen dazu die wichtigsten Regeln bei Planung, Vergabe, Ausführung und Prüfung unbedingt beachtet werden.

Der thüringische Diplomingenieur Sigurd Glock und Geschäftsführer seiner gleichnamigen Glock & Co Kirchmöser Bau GmbH aus Brandenburg an der Havel musste sich im vergangenen Oktober nach mehr als 15-jähriger erfolgreicher Bautätigkeit der Kritik seiner Auftraggeber stellen. Unterlagen, darunter der E-Mail-Verkehr zwischen Glock und den Bauherren offenbaren ein dubioses Treiben des Glock & Co Kirchmöser Bau GmbH-Chefs.

Kein Hausbau geht bei dem Brandenburger Unternehmen ohne Mängel, glaubt man den Erfahrungen von ehemaligen Bauherren des Unternehmens. „Fehler sind auf unserer Baustelle alltäglich gewesen, manche von ihnen aber geradezu stümperhaft, fast ruinös“, teilt ein Betroffener der Fraudanwalt-Redaktion schriftlich mit. Mitarbeiter von Sigurd Glock hatten Betonwände gegossen, aber Aussparungen und Löcher für Lüftung und Abwasserrohre vergessen. Das spätere Bohren der Löcher und die neuerliche Prüfung durch einen Statiker verzögerten den Bau und sorgten für erhebliche Mehrkosten bei den Auftraggebern. Die Glock & Kirchmöser Bau GmbH brachte möglicherweise der hohe Preis- und Wettbewerbsdruck dazu, Vorschriften und handwerkliche Qualität zu vernachlässigen. Es ist bekannt, dass einige Baufirmen das ausnutzen, sie nehmen schlechtere Qualität bei Material und Ausführung in Kauf und hoffen, dass es bis zur Bezahlung nicht auffällt.

Doch es gab viele Bauprojekte, die die Glock & Co Kirchmöser Bau GmbH starteten. Weitere Geschädigte können sich an die [email protected] wenden.

Bei dem Bau eines Hauses sind normalerweise viele verschiedene Handwerksbetriebe involviert, vom Maurer über Dachdecker, Fensterbauer, Elektriker bis hin zum Maler oder Statiker. Für den gesamten Bau und die zugehörige Baubeschreibung interessieren sich die einzelnen Handwerker eher selten. Sie konzentrieren sich auf ihr „Bauwerk“ laut Werkvertrag.

MOLOGEN AG AKTIONÄRE BRAUCHEN LANGEN ATEM

Das börsennotierte Biotechunternehmen Mologen AG aus Berlin fährt seit Jahren in unruhigen Gewässern. Vorstandwechsel, Forschungsrückschläge und fehlende Lizensierungen sind nur einige Punkte, mit denen sich die Berliner Mologen AG und deren Aktionäre beschäftigen mussten. Schon im letzten Jahr durfte an der Rentabilität des Forschungsunternehmens gezweifelt werden, nachdem im ersten Quartal 2015 lediglich 20.000 Euro Umsatzerlös durch den Verkauf von Waren und Dienstleistungen erzielt wurde – bei Ausgaben, die im unteren Millionenbereich angesiedelt waren. Wohin ist das Geld geflossen? Noch nie hat es Mologen erreicht, ein verkäufliches, ein staatlich zugelassenes Medikament herzustellen.

Das Flagschiff, eine Krebsimmuntherapie fürs Überleben bei metastasierendem Darmkrebs und bei kleinzelligen Lungenkrebs im fortgeschrittenen Stadium, wurde immer noch nicht getestet. Für zwei Studien sollten Lungenkrebspatienten und Darmkrebspatienten rekrutiert werden. Sobald die Studien abgeschlossen sind, dauert es noch einmal ein bis anderthalb Jahre, bevor festgestellt werden kann, ob die von der Mologen AG erforschte und entwickelte Therapie überhaupt praxistauglich ist. Bis die Berliner Forscher Erfolge vorweisen können, wird es aller Voraussicht nach dauern – die Aktionäre der Mologen AG brauchen dafür einen langen Atem.

Neue Finanzierung ohne Erfolge

Es ist bemerkenswert wie die Biotechfirma es immer wieder schafft, Anleger dazu zu bewegen, in ein unerprobtes und hochriskantes Investment einzuzahlen. Ohne nennenswerte Erfolge schloss Mologen eine neue Kapitalerhöhung am 23. September 2016 ab. Das Grundkapital Mologens soll von 22.631.501 Euro um bis zu 11.315.750 auf bis zu 33.947.251 durch Ausgabe von bis zu 11.315.750 neuen, auf den Inhaber lautenden Stammaktien mit einem anteiligen Betrag am Grundkapital von 1,00 Euro, gegen Bareinlage erhöht werden. Der Bezugspreis je neuer Aktie beläuft sich auf 1,20. Das Bezugsverhältnis beträgt 2:1. Der Hauptaktionär, die Global Derivative Trading GmbH („GDT“), hat die Zusage gegeben, ihre Bezugsrechte auszuüben und wird die Möglichkeit eines Überbezugs von nicht bezogenen neuen Aktien erhalten. In diesem Zusammenhang hat die TowerCrest Limited Liability Cooperation, Peking (China), („TowerCrest“) verbindlich zugesagt, bis zu 3,4 Mio. neue Aktien im Rahmen der Privatplatzierung zu erwerben. Letztlich hat das Unternehmen doch nicht zugegriffen und von einer weiteren Investition abgesehen.

Zusätzlich hat MOLOGEN eine Wandelschuldverschreibung im Gesamtnennbetrag von EUR 2,54 Mio. an GDT begeben. Bei Vollplatzierung der Kapitalerhöhung und durch Ausgabe der Wandelschuldverschreibung sollten dem Unternehmen Bruttoerlöse von über EUR 16 Mio. zufließen. Die Kapitalerhöhung verlief aus Sicht der Mologen AG erfolgreich, aus Anlegersicht riskant. Erst, wenn ernsthafte Forschungsergebnisse hervorgebracht werden, haben Mologen-Aktionäre die Gewissheit, ihr Geld nicht einem kränkelnden Unternehmen geliehen zu haben.

GANZ RAFFINIERT: FORESTFINANCE KOMMT MIT DEM WALDSPARBUCH DAHER

Wenn gar nichts mehr geht, bleibt immer noch die Öko-Schiene. Dachten sich wohl auch die Macher vonForestFinance, als sie ihr WaldSparBuch mit irreführender Namensgebung den staunenden Investoren vorlegten. Wie eine Metapher aus der Märchenwelt, zugeschnitten auf die liebenswert naiven Umweltgedanken moderner „Weltverbesserer“, versucht das Bonner Unternehmen dem Anleger eine besonders umweltverträgliche und dem Gemeinwohl zuträgliche Geldanlage aufzuschwätzen.

Als Erstes aber mal zum Wohle der Erfinder dieses Unfugs. Denn mit dem Wesen eines Sparbuchs hat diese Anlage rein gar nichts zu tun. Dieser Umstand rief dann auch als erstes die Verbraucherzentrale auf den Plan, die diese irritierende Bezeichnung für eine Kapitalanlage gar nicht lustig, sondern eher als arglistige Täuschung empfand. Vor Gericht kam man mit diesem Vorwurf zwar nicht weiter, aber dennoch sei jeder Anleger an dieser Stelle noch einmal deutlich gewarnt: Dieses Baum-Investment in den nachhaltigen Naturrohstoff Holz ist eine Risikoanlage mit integriertem Totalverlust-Risiko !

Diese „Geschäfte mit Woodstock“, wie die ZEIT 2014 titelte, gehören zur Kategorie „Hochspekulativ“, und können am Ende dazu führen, dass schlechte Witterungen, Naturkatastrophen und höhere Gewalt, Schädlinge oder einfach ein Brand den gesamten Baumbestand zerstören. Dann ist das Geld weg. Trotzdem: Diese Symbiose von Ökologie und Ökonomie, die Anbieter von Holzinvestments immer wieder gern beschwören, lässt sich glänzend vermarkten. Allerdings nur vor dem Hintergrund der Tatsache, dass der Investor nicht genau auf die Vertragsformulierungen achtet, die da sagen, dass diese meist geschlossenen Fonds kein Hintertürchen offen halten, falls der Anleger vorzeitig den Vertrag kündigen will, sondern auf Verdeih und Verderb vom Erfolg des Unternehmens abhängig ist und bis Laufzeitende dabei bleiben muss.

Bäume wachsen eben nicht mal schnell in den Himmel, sondern es vergehen Jahre und Jahrzehnte. Nur mit sehr viel Wohlwollen kann ein Anleger sich ausmalen, dass seine Einlage dann nach zehn Jahren oder mehr auch wirklich zurückgezahlt wird. Gibt es dann den Emittenten überhaupt noch? Wie haben sich bis dahin die Holzpreise entwickelt? Ist die Holzart meines Investments überhaupt noch im Trend? Wie sind überhaupt die topografischen und politischen Gegebenheiten in dem Land, in dem meine Baumplantagen liegen? Meist in Südamerika oder der Karibik, oder auch wie hier in Panama, wo niemand weiß, wie die Zukunft sich entwickelt? Alles Fragezeichen, die Ihnen bei Vertragsabschluß niemand beantworten kann. Da merkt selbst der unerfahrenste Anleger, dass solch ein Investment eigentlich ein „Überraschungs-Ei“ oder von Anfang an eine „Mogelpackung“ ist. Der „grüne Gedanke“ als überzeugendes Argument allein reicht nicht aus, denn auch eine Gebührenstruktur, bei Banken Agio genannt, von bis zu 5% auf die Einlage, sind Kriterien, die eine Anlage in Holzinvestments dieser Art eher unwahrscheinlich machen. So kommt es nicht von ungefähr, dass Kritiker und kritische Anleger immer wieder von falschen und unrealistischen Renditeberechnungen sprechen.

BETRUGSVORWÜRFE GEGEN ENERGY CAPITAL INVEST ECI

„Die Drahtzieher der ECI Energy Capital Invest und der DOG Deutsche Oel & Gas werden mit dem Vorwurf konfrontiert, mit den US Öl- und Gasfonds und den US Öl und Gas NSV Namensschuldverschreibungen vorsätzlich eine Art Schneeballsystem errichtet zu haben“, propagiert die umstrittene Anlegerschutzkanzlei  im Netz gegen Energy Capital Invest ECI mit Sitz in Stuttgart. Diesmal scheint die Kanzlei, anders als in weiteren Fällen, berechtigerweise ein Unternehmen online anzuprangern, denn bei  ECI Energy Capital Invest mehren sich die schlechten Erfahrungen.

Die Finanzbranche leidet: Das Zinsniveau auf niedrigstem Stand seit Jahrzehnten, die Börse auf Berg-und Talfahrt und regelmäßig neue Hiobsbotschaften über Firmenpleiten, Betrugsverfahren und die allgemeine Verunsicherung, wo der Weg der Weltwirtschaft wohl hingehen vermag… Da fällt es manchem Anleger schwer, sich für ein Investment im Überangebot an Finanzdienstleistungen zu entscheiden. Das Vertrauen in die Branche ist ganz einfach geschwunden, obwohl viel Kapital vorhanden ist, welches angelegt werden soll.

Viele kleinere und mittlere Anbieter von Finanzdienstleistungen, selbst die „Big-Player“ der Branche haben mit sinkenden Kundenzahlen zu kämpfen. Da ist guter Rat teuer, beim Kampf um die Gunst der Kunden. Kein Wunder, dass der ein oder andere versucht, den arglosen Anleger übers Ohr zu hauen. Indem nicht korrekt über die Risiken aufgeklärt wird, oder Risiken sogar ganz verschwiegen werden, oder die prognostizierten Renditen als reale Zahlen ausgegeben werden.

Der Fantasie sind fast keine Grenzen gesetzt. So wie bei der Energy Capital Invest (ECI) aus Stuttgart, die kürzlich einfach eine weitere Gesellschaft gegründet hat (Deutsche Oel und Gas AG), um dann bei Fälligkeit einer Kapitalbeteiligung in Form einer Unternehmensanleihe dem Anleger statt Geld nun Anteilsscheine des neuen Unternehmens auszugeben. Der Haken dabei: Die Aktien haben noch eine Haltefrist von 3 Jahren. Das ist nicht nur unlauter, sondern oberfaul. Ansonsten werden im Zuge der Cooperation beider Unternehmen Namensschuldverschreibungen emittiert, die dem Zeichner ein komplettes, allgegenwärtiges Totalverlustrisiko bescheren, über das sie aber gar nicht oder nur ungenau aufgeklärt wurden.

Bereits im Mai 2016 wurde von der Anwaltskanzlei Rössner aus München/Berlin Klage gegen ECI wegen Prospekthaftung eingereicht. Überhaupt verwirrt ECI seine Investoren durch vielfach verschachtelte Firmengebilde mit wirtschaftlich und personellen Verflechtungen, die es dem Laien unmöglich machen, genaue Hintergründe zu erfahren oder zu hinterfragen. Jedenfalls ist die Energy Capital Invest seit jeher mit geschäftsführenden Persönlichkeiten aufgefallen, welche in einem seriös geführten Unternehmen nichts zu suchen haben. Die Anleger jedenfalls sind bereits durch entsprechende Auflärungs-Veranstaltungen durch die Anwälte Rössner gewarnt und aufgeschreckt worden. Es bleibt abzuwarten, wann der Gang zum Insolvenzverwalter – was als nächstes am wahrscheinlichsten scheint – dem üblen Spielchen ein Ende mit Schrecken bereitet.

1ST SOLUTION CONSULTING: GEWINN AUF KOSTEN VON MITARBEITERN?

Die 1st solution consulting GmbHmit Sitz in der Emanuel-Leutze-Str. 4, Düsseldorf, soll nach Aussagen von ehemaligen Mitarbeitern Gewinnoptimierung zu Lasten der Angestellten betreiben. Mit über 15 Jahren Erfahrung in der IT-Branche schmückt sich die Düsseldorfer Firma unter der Leitung des findigen Geschäftsführers Frank Shams. Ganze 86,9 Millionen Euro Umsatz durch die Freiberuflervermittlung im Jahr 2015 hat 1st Solution eingesackt. Hinter vorgehaltener Hand spricht man in der Belegschaft von Arbeitsbedingungen eines Arbeitslagers, berichtet ein Mitarbeiter gegenüber Fraudanwalt. Immer mehr Angestellte ziehen die Reißleine und verlassen das Unternehmen.

Was sagen Mitarbeiter über 1st solution consulting GmbH?

In einschlägigen Foren und auf Meinungsportalen überwiegen schlechte Erfahrungen mit der 1st solution GmbH. Auf dem größten Arbeitgeberbewertungsportal schreibt ein Mitarbeiter: >>Atmosphäre des Überlebens! Wer hier den Tag überstehen möchte, der sollte aufpassen mit wem er spricht.<< Der Chef Frank Shams soll eine Umgebung von hungrigen Wölfen schaffen wollen, die Schwächlinge, wie er gerne zu sagen pflegt >>zerfleischen<<. Die Ausführung erinnert stark an die Verfilmung des Serienbetrügers Jordan Belford aus der gleichnamigen Verfilmung „The Wolf of Wallstreet“. Das Ende der Geschichte ist jedem bekannt – am Ende verloren unzählige Investoren ihr Geld – und Mitarbeiter ihren Job. Inwiefern auch 1st solution ein ähnliches Schicksal droht, ist noch nicht abzusehen, dennoch existieren weitere Parallelen zwsichen Frank’i Shams’s IT-Trupp und des Anlagebetrüger Straighton Oakman.

Siegel der Macht

Ein Blick auf die Homepage von 1st solution offenbart eine fülle von Auszeichnungen und Siegeln, darunter das TÜV-Siegel, dass in der Vergangeheit für Betrugszwecke verwendet wurde, um ahnungslose Kleinanleger zu täuschen. So die Immobilienbetrüger S&K aus Frankfurt, sie täuschten fünftausend Menschen mit windigen Versprechen. Der Betrug mit Siegeln ist so weit verbreitet, dass Unternehmen, die etwas zu verheimlichen haben, es hinter einem Siegel verstecken. Die 1st solution consulting GmbH hat gleich 8 Siegel auf der Homepage, darunter selbst Absolventa, das Arbeitgeberranking. Das scheint blanker Hohn zu sein, wenn man in die unzähligen negativen Bewertungen zum Unternehmen blickt.

NEUE LEBEN LEBENSVERSICHERUNGS AG SCHLECHTE KUNDENERFAHRUNGEN?

Versicherte der Neue Leben Lebensversicherungs AG dürften dieser Tage über schlechte Erfahrungen mit dem Unternehmen berichten. Der Umgang mit hochverzinsten Altverträgen, den  die Versicherungsgesellschaft mit ihren Kunden an den Tag legte – stieß bei Verbraucherschützern mächtig auf. „Die dreiste Masche der Neuen Leben Lebensversicherung AG könnte Schule machen“, der Wortlaut von Sandra Klug einer hochrangigen Finanzmarktwächterin.

Besitzer von lukrativen Altverträgen sollten immer vor einer vorzeitigen Kündigung, eine unabhängige Beratungsstelle aufsuchen. Denn sonst, versuchen weitere Renten- und Lebensversicherer vor dem Hintergrund der historisch niedrigen Zinsen, Kunden dazu zu bewegen, lukrative Altverträge vorzeitig zu beenden.

Die Neue Lebensversicherungs AG hatte schienbar vorsätzlich Kunden mit einer klassischen Kapitallebensversicherung, einem Riester-Vertrag oder einem fondsgebundenen Produkt in die Irre geleitet und behauptet, dass ihr Vertrag steuerfrei ausgezahlt werden könne. „Wir haben das Schreiben der Verbraucherzentrale Bundesverband zur Kenntnis genommen und prüfen es derzeit“, erklärte die Neue Lebensversicherungs AG. Die Erfahrungen mit dem Unternehmen müssen sich fatal anfühlen für die vielen Versicherten.

Der Versicherungsschutz ist das, weshalb Menschen sich dieses Finanzprodukt von einem Versicherungsverträge andrehen ließen. Das Unternehmen wieß erst gar nicht auf den Verlust des Versicherungsschutzes bei einer Beendigung des Vertrages hin. Dass, das gegen die Beratungspflicht verstößt scheint eindeutig. Was wird sich die Neue Leben Versicherungen noch einfallen lassen, um ihre Kunden zu schröpfen?

Neue leben Lebensversicherung AG aus Hamburg

Vorstand Iris Kremers aus der Sachsenstraße 8 in 20097 Hamburg residiert im teuren Hammerbrook Viertel. Die selbsternannten „Altersvorsorger“ sind Partner der Sparkassen im Bereich Vorsorge und Absicherung. Sie bietet vor allem kapitalbildende Versicherungsprodukte an. Als Vertriebspartner werden fast ausschließlich die deutschen Sparkassen genutzt. Das bedeutet, dass es Sparkassen waren die ihre ahnungslosen Kunden in Finanzprodukte der Neue Leben gelockt haben, Provisionen einstrichen und nunmehr von allen Sorgen befreit.

Der größte Anteilseigner ist die Talanx AG mit derzeit 67,5 % −1 Aktie. Weitere Aktionäre sind die Haspamit 23,2 % sowie andere Großsparkassen mit Anteilen von jeweils unter 8 %. Unter der neue leben Holding AG stehen die neue leben Lebensversicherung AG, die neue leben Unfallversicherung AG und die neue leben Pensionsverwaltung AG.

ASE INVESTMENT AG BETRUG AN 2.500 ANLEGERN?

Der Schweizer Martin Schlegel, Vermögensverwalter, aus Gipf Oberfrick und Wohnsitz Bangkok wurde schon einmal verhaftet, aber nicht angeklagt. In Bangkok (2012) lebte Schlegel bis 2012 ehe er nach Deutschland überstellt wurde. Anfang 2015 durfte er nach einem Schuldgeständnis in vorzeitigen Strafvollzug. Der Prozess findet nicht wie geplant im Bezirksgerichts in Laufenburg statt, sondern in der Laufenburger Straße 1, in Eiken.
Vermögensverwalter Martin Schlegel wird wegen gewerbsmäßigen Betrugs, qualifizierter ungetreuer Geschäftsbesorgung und Urkundenfälschung angeklagt. Er steht im Verdacht, als Chef der ASE Investment AG in Fricktal (Aargau) 2.500 Anleger um rund 157 Millionen Euro geprellt zu haben. Wieder einmal ließen sich tausende Anleger von einer utopischen Rendite von 18 Prozent p.a. locken. Schlegel war ebenfalls bei der im Betrugsdelikt eingebundenen Max Entertainment Group dabei. Die ASE kaufte Aktienpakete von dieser Firma – diese suggerierte, Kampfsport-Events zu organisieren.

Die Vorstände, ebenfalls wegen Betruges angeklagt, dieser Max Entertainment Group, der Stuttgarter Aktienerfinder Hans Jürgen Käfer und dessen Frau Karin Käfer, wurden am 15. Juli 2014 in ihrem Villenanwesen in Lachen am Zürichsee verhaftet. Sie schafften es zwischen 2006 bis zum Verbot 2007 des Aktienhandels, ohne echte Zielinvestitionen, von 340 Anlegern rund 60 Millionen Euro einzusammeln. Die Schweizer Polizei stellte von den 60 Millionen Euro nur noch 74.000 Euro sicher. Ihr Verfahren ist abgetrennt von Martin Schlegel. Neben dem geständigen Martin Schlegel wird jedoch der einstige ASE-Verwaltungsratspräsident Simon Müller aus Hellikon in der Schweiz, sowie ein ehemaliger Kundenberater der Baseler Kantonalbank BKB auf der Anklagebank sitzen. Die Angeklagten wurden wegen gewerbsmäßigen Betrugs, qualifizierter ungetreuer Geschäftsbesorgung und wegen mehrfacher Urkundenfälschung angeklagt. Das teilte die Aargauer Staatsanwaltschaft am Montag Fraudanwalt mit.

Zum Ärgernis der vielen geschädigten Anleger weisen die Beschuldigten gemäß Staatsanwaltschaft jegliche Schuld von sich.

Die ASE Investment agierte als externe Vermögensverwalterin und bot Kunden Devisenhandel in unterschiedliche Produkten an. Bei der Vermögensverwaltungstätigkeit der ASE kam es im Laufe der Zeit zu diversen massiven Unregelmäßigkeiten, wie die Staatsanwaltschaft festhält.

Dem Hauptbeschuldigten Martin Schlegel wird insbesondere vorgeworfen, dass er die bei seiner Anlagetätigkeit seit 2006 erlittenen Verluste verheimlicht und stattdessen den Anlegern fiktive Gewinne ihrer Anlagen vorgetäuscht hat. Ähnliche Fälle sind auch aus Deutschland und den USA bekannt.

ANLEGERSCHUTZ WEITERHIN MANGELHAFT

Das reformierte Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) hat den Markt für „Geschlossene Fondsprodukte“ in Deutschland neu geordnet: Die Anbieter neu emittierter Finanzprodukte sollen stärker reguliert  und damit der Verbraucherschutz verbessert werden. Die AIFM-Direktive (AIFMD) ist mit der Umsetzung durch das Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) seit zwei Jahren Teil des deutschen Rechts geworden. Damit hat der Gesetzgeber tiefgreifende Veränderungen begonnen – für die privaten Anleger und besonders auch für die Emittenten von Fonds. Die Emissionshäuser geschlossener Fonds mussten bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) eine AIFM-Lizenz beantragen und neue, stärker risikoorientierte Anforderungen verinnerlichen.

Damit unterliegen die Manager geschlossener Fonds beispielsweise für Immobilien oder Flugzeuge erstmals dem gleichen Rechtsrahmen wie Offene Fonds im Wertpapier- und Immobilienbereich. Dass die notwendige Lizenzierung und Aufsicht durch die Bafin den Markt für geschlossene Fonds stark verändern wird, da sind sich alle einig. Aber ob auch tatsächlich mehr Qualität entsteht und Anleger besser vor Betrug geschützt sind, bleibt fraglich. Fraudanwalt geht davon aus, dass von den derzeit noch über 300 Emittenten geschlossener Fonds in Deutschland lediglich 60 bis 80 Anbieter dauerhaft bleiben und neue Produkte emittieren werden. Diese starke Konsolidierung des Marktes wird vermutlich nicht zu einer weiteren Stabilisierung und Professionalisierung des Geschäfts führen. Auch weiterhin werden Betrüger, wenn sie es denn „gut genug anstellen“ Erfolg haben!

Investorenschutz für alternative Investments?

Gleichzeitig mit der Einführung der AIFMD und des KAGB hat sich der Gesetzgeber auch von den Folgen der Finanzkrise leiten lassen: Der Anlegerschutz sollte weiter gestärkt und „Lücken“ sollten geschlossen werden, heißt es aus offiziellen Stellen. Die alternativen Investmentfonds müssen seit Mitte 2013 in vielen Bereichen von einer Verwahrstelle (vor Einführung des KAGB -Depotbank -genannt) kontrolliert werden.

Gleiches gilt für die in geschlossenen Fonds verpackten Sachwerte, die laut Sachwerteverband BSI ein Volumen von insgesamt mehr als 200 Milliarden Euro innehaben. Die Verwahrstellen kontrollieren allerdings nur die aufgelegten geschlossenen Fondsprodukte, die nach der Regulierung auf den Markt gelangen – nicht jene die bereits am Markt Kapital vernichten. Seriöse Anbieter werden die Kapitalanlagen des bisherigen sogenannten „grauen Kapitalmarkts“ in den „weißen Kapitalmarkt“ überführen. Jene, die es nicht tun, müssen intensiv kontrolliert werden, um weitere Anlegerschäden abzuwenden.

PARADIES FÜR FINANZBETRÜGER

Der angesehene Spezialist für Bank- und Kapitalmarktrecht Dietmar Kälberer sagt gegenüber dem Finanzmagazin Capital, dass „Deutschland ein Paradies für windige Unternehmer und Betrüger sei“. Er ist der beste Anlegerschutzanwalt in Deutschland, loben ihn Mandanten wie Weggefährten. Anders als der berühmt-berüchtigte Anlegerschutzanwalt, vertritt Kälberer nicht überwiegend gebeutelte Kleinanleger, sondern Investoren großer Banken (Commerzbank) oder des VW-Konzerns.

In Deutschland tauchen täglich 18 Fälle von Kapitalanlagebetrug auf. In keinem anderen Bereich der Wirtschaftskriminalität lassen sich derart hohe Zuwachszahlen feststellen. Die Dunkelziffer, so die Vermutung von Kriminologen, liegt deutlich höher: Demnach werden viele Betrugsdelikte aus Scham oder aus Angst vor Imageschäden nicht zur Anzeige gebracht.

Neben der Zahl der Fälle steigen auch die Summen, beobachtet das Aufklärungsportal Fraudanwalt. In dem überwiegenden Teil der Fälle sind es hochprofessionelle Kriminelle, die einen Kapitalanlagebetrug über Monate vorbereiten. Seither hat die Erkenntnis gewonnen, welche die Gier als etwas Gutes sieht, der man nachgeben sollte. Die gnadenlose Durchsetzung persönlicher Interessen ohne Rücksicht auf Kapitalanleger gilt plötzlich als richtig.

S & K Sachwert AG – Schneeballsystem, Infinus – Schneeballsystem, German Pellets – Anlagebetrug

In Frankfurt vor dem Landgericht müssen sich seit Ende 2015 sechs Männer verantworten, die wegen schweren bandenmäßigen Betrugs und Untreue angeklagt wurden. Stephan Schäfer und Jonas Köller sollen mit einem versteckten Firmen- und Beteiligungssystem mehr als 11.000 Anleger um mindestens 300 Millionen Euro gebracht haben. Strukturiert hat die Frankfurter Staatsanwaltschaft in einer mehr als 1.750-seitigen Anklageschrift vorgetragen, wie die Kapitalbetrüger agierten.

Ob Peter Leibold aus Wismar ein Betrüger ist, steht noch nicht fest. Die Pleite des Brennstoffherstellers German Pellets war nicht mehr abzuwenden für den windigen Geschäftsmann, als eine Bankforderung in Höhe von 30 Mio. € fällig wurde. German-Pellets-Firmengründer Peter Leibold blieb nur noch der Gang zum Amtsgericht. Am 10. Februar meldete der Geschäftsführer Konkurs an. Die erhoffte Sanierung in Eigenverwaltung lehnte die Richterin ab – spätere Details sollten ihr Recht geben. Werden alle Gelder der rund 17.000 deutschen Anlegern addiert, so hat der gelernte Industriekaufmann über  270 Millionen Euro eingesammelt und möglicherweise veruntreut. Sparer, meist Kleinanleger, mussten in den vergangenen Monaten erfahren, dass ein großer Teil ihres Geldes über eine Stiftung als Eigenkapital bei zwei US-Produktionsfirmen gelandet ist.

Der Infinus-Skandal ist die bislang größte Kapitalanlagebetrug in Deutschland. Jörg Biehl, dem Hauptbeschuldigten sei bewusst gewesen, dass die umfangreichen Eigengeschäfte im dreistelligen Millionenbereich innerhalb der Infinus-Gruppe nicht nachhaltig und darüber hinaus riskant waren, teilte er vor Gericht mit. Auch von höchster politischer Stelle aus habe er Anerkennung erfahren, namentlich der vormalige Ministerpräsident Kurt Biedenkopf wird von ihm zitiert. Auch die einschlägigen Berater von Prominenten wie Matthias Sammer, Oliver Kahn, Franz Beckenbauer und Katharina Witt hätten vor der Annahme der Einladungen zu den Partys im Hause Infinus seine Geschäftsmodelle unter die Lupe genommen und anerkannt.

Niedrige Zinsen befeuern Finanzbetrug

Die Bedingungen für Kapitalbetrüger haben sich wesentlich verbessert. „Die niedrigen Zinsen machen viele Menschen empfänglicher für Geldanlagen, die ihnen Gewinn versprechen“, sagt Anlegerschutzexperte Dietmar Kälberer im Capital-Interview und verweist auf eine neue Strategie der Gauner: „Es müssen ja gar nicht mehr wie früher zehn oder zwölf Prozent Rendite sein, es reichen heute schon vier oder fünf. Damit lässt sich ein Schneeballsystem sogar weit länger betreiben, bevor es auffliegt“.