WEGROW GMBH: DER KIRIBAUM ALS UNREALISTISCHER RENDITE-TRAUM ?

In Zeiten der Nullzins-Politik auf Renditen von 6% zu setzen, ist schon mehr als wagemutig, nicht für WeGrow GmbH Anleger. Dennoch ließen sich die Macher von WeGrow, die sich auf Holzinvestments spezialisiert haben, nicht davon abhalten, eine Anleihe zu emittieren, die bis 2021 läuft und eine jahrelange Zahlungsverpflichtung dieser Größe mit sich bringt.

Da wäre man ja blöd, würde man in dieses Unternehmen nicht investieren, könnte man denken. Aber was hat man nicht alles schon gehört, von jungen Pionieren, von innovativen Revoluzzern oder von Start-up Helden, die am Ende dennoch eine Bauchlandung gemacht haben. Und bilanztechnisch gesehen könnte man bei WeGrow so langsam leichte Bauchschmerzen verspüren, sobald man einen genauen Blick auf die Unternehmenszahlen wirft. Gewinn Fehlanzeige, im Gegenteil, die roten Zahlen überwiegen.

WeGrow GmbH: Holzauge sei wachsam

Auch wenn das Unternehmen sich seinen Kiribaum für die nächsten 30 Jahre hat patentieren lassen, da es sich um eine schnellwachsende Baumart handelt, die kein warmes tropisches Klima benötigt, sondern in Deutschland aufgezogen wird, so muss man als Investor dennoch wissen, dass Beteiligungen am Unternehmen eine Laufzeit von 12 Jahren haben und dabei erscheint eine von der Geschäftsleitung prognostizierte Gesamtrendite von 327% recht vermessen, legt man dafür die Erträge aus der Holzernte- und verarbeitung zugrunde ohne zu wissen, ob nach so langer Zeit überhaupt noch der Bedarf nach Holz dieser Baumart besteht und ob der wachsende Baum resistent ist gegen Schädlinge, Umwelteinflüsse oder Naturgewalten.

Mittlerweile hat WeGrow GmbH das spanische Festland als weitere Plantagenfläche für ihre Baumprojekte entdeckt und sogleich einen geschlossenen „Holzfonds Kiri III Spanien“ ins Leben gerufen. Basis der Beteiligung für Privatanleger sind 5.000.- Euro als Mindesteinlage. „Bescheidene“ 5% Agio behält die Firma für sich, um sich großzügig am Vertrauen der Kunden zu bedienen. Grenzwertig, wie wir meinen! Und wie so oft bei Kapitalanlagegesellschaften trägt der Investor mal wieder das größte Risiko, da ein geschlossener Fonds das Totalverlust-Risiko gleich frei Haus mitliefert.  Und überhaupt: Seit immer neue Schlagzeilen von stark reduzierten Waldbeständen die Leser in der ganzen Welt aufschrecken, schießen im gleichen Maße Firmen aus dem Boden, die sich dieser Misere annehmen wollen, und die die Welt der Bäume neu aufforsten wollen. Freilich mit dem Geld gutgläubiger Anleger, die den Pioniergeist erst einmal finanzieren müssen, bevor überhaupt klar ist, ob ein Investment die erwarteten Früchte trägt. Wenn nicht, macht man es wie andere schlechte Vorbilder aus der Holz- und Forstwirtschaft, und fährt das ganze Unternehmen galant gegen die nächste Wand. Danach heißt es wie so oft: Mund abwischen und weitermachen.

RWB PRIVATE CAPITAL DACHFONDS MANGELNDE TRANSPARENZ VORGEWORFEN

Mit Private Equity Dachfonds vom Anbieter RWB Private Capital Emissionshaus AG, sollen nunmehr auch private Kleinanleger mit nur wenig Geld, in Firmen investieren können. Das Unternehmen RWB Emissionshaus AG aus Oberhaching bietet unterschiedliche Varianten der Beteiligung an Unternehmen. Bei Variante A kann sich der Anleger als Kommanditist an Dachfonds beteiligen, während Variante B eine Beteiligung als atypisch stiller Gesellschafter an den RWB Dachfonds vorsieht.

Das Risiko des Totalverlusts hält provisionsgierige selbstständige Vermittler nicht davon ab, die Beteiligung am RWB Private Capital Fonds sogar Altersvorsorgesparern, den sog. „55-Plus-Investoren“ anzudrehen. Es ist die unüblich hohe Abschlussprovision, die die Vertriebler antreibt möglichst viele Menschen in den Genuss einer riskanten Kapitalanlage kommen zu lassen.

Wenig Transparenz und hohe Provisionszahlung

Nach Angaben aus dem Vertriebsumfeld von RWB betragen die Provisionszahlungen zwischen 7-10% der Anlagesumme. Hinzu kommen Verwaltungskosten, dies sind natürlich weitere Kosten, die  letzten Endes der Anleger finanziert. Um die Höhe der Provisionszahlung wird das Kapital des Anlegers von vornherein gemindert. Folgerichtig fällt auch die erwartete Rendite entsprechend geringer aus. Weiterhin kann der Anleger bei einer Beteiligung als atypisch stiller Gesellschafter oder als Kommanditist sein komplett investiertes Geld verlieren, denn er ist am Gewinn, aber auch am Verlust beteiligt. Das Geld ist in der Regel lange gebunden, und die Private Equity Dachfonds sind grundsätzlich wenig transparent, Investitionsziele sind zu Anfang häufig überhaupt nicht bekannt.

Anlegerschutzanwälte wittern Blut

Nicht lange muss man in Google suchen, um die Warnungen der Resch Rechtsanwälte zu finden. Mit +++Kündigung+++Totalverlust +++ verunsichern die windigen Juristen die Private-Equity-Investoren und beschwören eine Krise vorsätzlich herauf, könnte man meinen.

Obwohl die RWB Private Capital Emissionshaus AG zum derzeitigen Stand nach eigenen Aussagen mehr als 71.000 Anleger mit einem Gesamtvolumen von rund 1,8 Mrd. Euro vorweisen kann, haben Anlegerschutzanwälte, darunter auch die umstrittene Kanzlei Resch-Rechtsanwälte Stellung bezogen. Nicht lange muss man in Google suchen, um die Warnungen der Resch Rechtsanwälte zu finden. Mit +++Kündigung+++Totalverlust +++ verunsichern die windigen Juristen die Private-Equity-Investoren und beschwören eine Krise vorsätzlich herauf, könnte man meinen. Es liegt in der Natur von Anlegern sich regelmäßig Informationen über den Finanzanbieter einzuholen, bei dem das Kapital gebunden ist. Trotz des bisher reibungslosen Verlaufs der Fonds könnten sich Anleger von Reschs Online-Warnungen verängstigt fühlen und ihr Kapital aus einer (möglicherweise) guten Kapitalanlage abziehen. Nachdem weitere Anleger nachgezogen sind, entsteht aufgrund des ungeplanten Kapitalentzugs für die Beteiligungsgesellschaft ein Problem. Für Anlegerschutzanwälte wie die Kanzlei Resch-Rechtsanwälte aus Berlin ein lohnendes Geschäft? Auch andere Anbieter sind vom Resch-Pranger betroffen – jetzt lesen.