VERBRAUCHERZENTRALE OBSIEGT GEGEN YELLO STROM

Yello Strom hat in den vergangenen Jahren die eigenen Kunden sehr verärgert. Undurchsichtiges Vertragswerk und kostspielige Klauseln haben die Stromkunden auf die Barrikaden gebracht. Die schlechten Erfahrungen mit Yello Strom machen Stromkunden nicht nur in Bewertungsportalen publik, sondern wendeten sich vermehrt an die Verbraucherzentrale. Die oberste Instanz für Verbraucherschutz in Deutschland sah es als wettbewerbswidrig an, dass bei der Online-Bestellung des Stromtarifs Basic von Yello Strom –  die Erteilung eines SEPA-Lastschriftmandats und damit die Angabe von Kontodaten erforderlich ist.

Yello Strom verstößt gegen geltendes Recht

Der Billig-Stromanbieter Yello Strom hat gegen das Gesetz verstoßen, bestätigten die Richter des Oberlandesgerichts Köln das Urteil des Landgerichts Köln aus 2016. Die Yello Strom GmbH hatte gegen das Urteil des Landgerichts Berufung eingelegt, aber erfolglos. Das Urteil ist rechtkräftig.

Begründung der Richter:

„Das Energiewirtschaftsgesetz sehe vor, dass Verbrauchern vor Vertragsabschluss mehrere Zahlungsmöglichkeiten zur Verfügung gestellt werden müssen. Allein das Lastschriftverfahren reiche nicht aus“, so die Begründung der Richter des Oberlandesgerichts Köln. Den Einwand von Yello Strom, dass bei Energieverträgen eine freie Wahl bestimmter Zahlungsmethoden nicht notwendig sei, da über 90 Prozent der Haushaltskunden die Lastschrift als Bezahlungsmethode wünschten, ließen die Richter nicht gelten. „Das Argument widerspreche der Wertung des Gesetzgebers, der ausdrücklich fordere, vor Abschluss von Energielieferungsverträgen verschiedene Zahlungsmöglichkeiten anzubieten“, so das Oberlandesgericht.

Wie kündige ich meinen Tarif bei Yello Strom?

Wie bei vielen anderen Verträgen ist hierbei zunächst die Kündigungsfrist von Yellow Strom zu beachten. Denn wer seinen Stromanbieter kündigen will, sollte rechtzeitig aktiv werden. Im Fall, dass der Yello-Stromvertrag nicht sechs Wochen vor Ablauf der Erstlaufzeit von 12 Monaten gekündigt wird, hat der Kunde weitere 12 Monate einen Tarif von Yello Strom. Wer glaubt, dass eine Kündigung per Telefon schneller geht, der irrt. Telefonanrufe beim Stromanbieter Yello Strom kann man sich beim Kündigungswunsch sparen, weil eine Kündigung in Textform erfolgen muss. Die Textform ist erst erfüllt, wenn eine E-Mail oder ein Brief versendet werden. Empfehlenswert ist ein Brief per Einwurfeinschreiben. Wer vor der eigentlichen Kündigung individuelle Fragen beim Kundenservice klären will, kann diesen unter 0221-99690123 montags bis samstags von 6 bis 22 Uhr erreichen. Auch bei einem Umzug, kann der Vertrag bei Yello Strom nicht einfach gekündigt werden. Ist Yello Strom auch am neuen Wohnort verfügbar, bleibt der Vertrag bestehen. Man ist sogar verpflichtet, Yello Strom einen Umzug zwei Wochen vor dem Umzugstermin mitzuteilen, zu empfehlen sind vier Wochen vorher. Die Mitteilung sollte aus schriftlich erfolgen, weil es in der Vergangenheit vorgekommen sein soll, dass Kundenschreiben nicht mehr auffindbar waren.

Im persönlichen Bereich auf der Yello-Strom-Website können sich Kunden einloggen. Dort befindet sich ein Kontaktformular, über das der Umzug registriert werden kann. Der Yello-Strom-Kundenservice wird sich daraufhin mit dem Stromkunden in Verbindung setzen. Ist Yello Strom am neuen Wohnort nicht verfügbar, dann kann von einem Sonderkündigungsrecht Gebrauch gemacht werden und der Vertrag zum Umzugstermin per Mail oder Brief gekündigt werden.

MITTELBRANDENBURGISCHE SPARKASSE (MBS) SCHRÖPFT BANKKUNDEN

Die Mittelbrandenburgische Sparkasse (MBS) unter der Leitung von Andreas Schulz, Chef der Sparkasse, steht bereits zum zweiten Mal innerhalb von wenigen Monaten in der Kritik. Erst im Februar beschloss das Gremium um Andreas Schulz, künftig einen Strafzins für Großunternehmen zu verlangen, wenn diese ihr Geld bei der Sparkasse deponieren. Das strukturschwache Brandenburg leidet unter steigenden Arbeitslosenzahlen und einem wirtschaftlichen Rückgang, der seit zwei Jahrzehnten anhält. Ein Beispiel für die Verlagerung von Arbeitsplätzen raus aus dem Standort Ostdeutschland und hinein nach Westdeutschland, genauer gesagt Bremerhaven, bietet der Windtechniker Senvion aus Hamburg, der den Abbau von 600 Arbeitsplätzen derzeit in die Tat umsetzt. Bei Senvion werden bis zu 400 Stellen in den neuen Bundesländern abgebaut, Fraudanwalt berichtete. Mit den Strafzinsen der MBS ist den regionalen Unternehmen kein Gefallen getan. Aber nicht nur die heimischen Firmen leiden unter der Geschäftspolitik der Mittelbrandenburgischen Sparkasse, es sind auch Kontoinhaber und vor allem Erben, die von der Sparkasse geschröpft werden.

Kontogebühr-Erhöhung und Übertragungsgebühren

Die Mittelbrandenburgische Sparkasse ist sehr einfallsreich, wenn es darum geht, seinen Kunden Geld aus der Tasche zu ziehen. Im Oktober 2016 wurden die Kontogebühren für Kontoinhaber der Sparkasse erhöht. Diesen Schritt verteidigte das Geldinstitut kaum, viel mehr drohte die Mittelbrandenburgische Sparkasse ihren Einlegern damit, im Falle eines Widerspruchs das Konto zu kündigen. Recherchen von Fraudanwalt zur Folge kündigten über 600 Kontoinhaber den Vertrag mit der Sparkasse auf. „Die Schröpfung trifft allen voran Geringverdiener und Hartz IV- Empfänger“, kritisiert ein Anlegerschützer lauthals. Aber die Mittelbrandenburgische Sparkasse geht noch einen Schritt weiter und versucht auch beim Erbe, also an den Hinterbliebenen, mitzuverdienen.

Die Verbraucherzentrale mahnte die MBS für ihr Vorgehen ab, diese stellte sich stur und ließ es auf einen Prozess ankommen, bis sie im letzten Moment kniff. Die MBS hatte trotz Vorlage eines eröffneten Testaments den Hinterbliebenen Kosten für die Übertragung des Erbes berechnet.  Satte 250 Euro erhob das Kreditinstitut. Sie begründete diesen Schritt allein damit, dass entsprechend einer Klausel im Preisverzeichnis der Sparkasse die Vorlage des Testaments nicht als sicherer Erbnachweis gelte. Die Vorlage eines Erbscheins, einer Bestellungsurkunde oder eines Testamentsvollstreckerzeugnisses hingegen schon.

Die Verbraucherzentrale ließ nicht locker und mahnte die MBS für ihr Vorgehen ab. Die MBS gab zunächst keine Unterlassungserklärung ab und pokerte hoch – sie wollte es auf eine Klage ankommen lassen.

Kurz bevor das Urteil gesprochen werden sollte, gab die MBS doch noch eine Unterlassungserklärung ab. Mit dieser verpflichtet sie sich, die strittige Klausel ab sofort nicht mehr zu verwenden und sich auch nicht mehr darauf zu berufen. Das Landgericht Potsdam verpflichtete sie zusätzlich, die Kosten des Verfahrens zu tragen.