MOLOGEN AG AKTIONÄRE BRAUCHEN LANGEN ATEM

Das börsennotierte Biotechunternehmen Mologen AG aus Berlin fährt seit Jahren in unruhigen Gewässern. Vorstandwechsel, Forschungsrückschläge und fehlende Lizensierungen sind nur einige Punkte, mit denen sich die Berliner Mologen AG und deren Aktionäre beschäftigen mussten. Schon im letzten Jahr durfte an der Rentabilität des Forschungsunternehmens gezweifelt werden, nachdem im ersten Quartal 2015 lediglich 20.000 Euro Umsatzerlös durch den Verkauf von Waren und Dienstleistungen erzielt wurde – bei Ausgaben, die im unteren Millionenbereich angesiedelt waren. Wohin ist das Geld geflossen? Noch nie hat es Mologen erreicht, ein verkäufliches, ein staatlich zugelassenes Medikament herzustellen.

Das Flagschiff, eine Krebsimmuntherapie fürs Überleben bei metastasierendem Darmkrebs und bei kleinzelligen Lungenkrebs im fortgeschrittenen Stadium, wurde immer noch nicht getestet. Für zwei Studien sollten Lungenkrebspatienten und Darmkrebspatienten rekrutiert werden. Sobald die Studien abgeschlossen sind, dauert es noch einmal ein bis anderthalb Jahre, bevor festgestellt werden kann, ob die von der Mologen AG erforschte und entwickelte Therapie überhaupt praxistauglich ist. Bis die Berliner Forscher Erfolge vorweisen können, wird es aller Voraussicht nach dauern – die Aktionäre der Mologen AG brauchen dafür einen langen Atem.

Neue Finanzierung ohne Erfolge

Es ist bemerkenswert wie die Biotechfirma es immer wieder schafft, Anleger dazu zu bewegen, in ein unerprobtes und hochriskantes Investment einzuzahlen. Ohne nennenswerte Erfolge schloss Mologen eine neue Kapitalerhöhung am 23. September 2016 ab. Das Grundkapital Mologens soll von 22.631.501 Euro um bis zu 11.315.750 auf bis zu 33.947.251 durch Ausgabe von bis zu 11.315.750 neuen, auf den Inhaber lautenden Stammaktien mit einem anteiligen Betrag am Grundkapital von 1,00 Euro, gegen Bareinlage erhöht werden. Der Bezugspreis je neuer Aktie beläuft sich auf 1,20. Das Bezugsverhältnis beträgt 2:1. Der Hauptaktionär, die Global Derivative Trading GmbH („GDT“), hat die Zusage gegeben, ihre Bezugsrechte auszuüben und wird die Möglichkeit eines Überbezugs von nicht bezogenen neuen Aktien erhalten. In diesem Zusammenhang hat die TowerCrest Limited Liability Cooperation, Peking (China), („TowerCrest“) verbindlich zugesagt, bis zu 3,4 Mio. neue Aktien im Rahmen der Privatplatzierung zu erwerben. Letztlich hat das Unternehmen doch nicht zugegriffen und von einer weiteren Investition abgesehen.

Zusätzlich hat MOLOGEN eine Wandelschuldverschreibung im Gesamtnennbetrag von EUR 2,54 Mio. an GDT begeben. Bei Vollplatzierung der Kapitalerhöhung und durch Ausgabe der Wandelschuldverschreibung sollten dem Unternehmen Bruttoerlöse von über EUR 16 Mio. zufließen. Die Kapitalerhöhung verlief aus Sicht der Mologen AG erfolgreich, aus Anlegersicht riskant. Erst, wenn ernsthafte Forschungsergebnisse hervorgebracht werden, haben Mologen-Aktionäre die Gewissheit, ihr Geld nicht einem kränkelnden Unternehmen geliehen zu haben.

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