MURPHY’S GESETZ ZEIGT SICH NUN AN DEUTSCHLANDS WIRTSCHAFT

Für die deutsche Wirtschaft werden bald harte Zeiten eintreffen. So lautet die neueste Hiobsbotschaft der Ökonomen. Für den sich auf Deutschland anschleichenden Nebelschleier, der die Konjunktur lahmlegt, gibt es allerdings nicht nur einen Grund. Viele verschiedene Faktoren fließen zusammen und bewegen ihn ganz nach Murphy’s Gesetz nahezu gleichzeitig in unsere Richtung.

So rückt beispielsweise der BREXIT immer näher. In den kommenden Wochen werden das Ober- und Unterhaus dem Austritt aus der Europäischen Union voraussichtlich zustimmen und in spätestens 2 Jahren werden die Briten dann offiziell kein Mitglied der EU mehr sein. Vor dem Referendum waren die Befürchtungen der wirtschaftlichen Konsequenzen für Deutschland schon groß – nun erhärten sie sich. Am stärksten wird es jüngsten Einschätzungen nach die Automobilbranche treffen. Für die ohnehin schon durch Klagewellen gepeinigten Unternehmen VW und deren Tochter Audi, die zurzeit zusätzlich mit Klagen aus „Down Under“ überrollt werden, spielt der britische Absatzmarkt eine wichtige Rolle. BMW betreibt dort gleich mehrere Werke. Auch der Finanz- und Versicherungssektor werden vom Ausstieg nicht verschont bleiben. Knapp 60.000 Mitarbeiter werden derzeit in der Finanzstadt London beschäftigt. Doch auch Branchen wie Transport und Logistik bergen zuvor nicht berücksichtigte Herausforderungen. Insgesamt ist der Einfluss des BREXIT’s für deutsche Unternehmen unumgänglich. Bereits nach dem BREXIT-Votum verlor der britische Pfund gegenüber dem Dollar immens an Wert. Der Sinkflug wird sich nach offiziellem Austritt auch nicht ändern. Zwar hätten die dort ansässigen deutschen Firmen geringere Kosten, dafür aber auch weniger Gewinne.

 

Weiterhin tritt nun langsam aber sicher die unerwünschte Kehrtwende der monetären Wertentwicklung ein. Um eine Deflationsspirale zu vermeiden, die eine anhaltende Wirtschaftskrise auslösen würde, und nicht zuletzt auch den eigenen Staatshaushalt zu verbessern, führte die Europäische Zentralbank (EZB) die Niedrigzinspolitik ein. Für den privaten Sparer bilden sich in dieser Zeit keinerlei Vorteile – im Gegenteil: Altersarmut wird zu einem immer präsenter werdenden Problem. Selbst Finanzminister Schäuble kritisierte die EZB für die langanhaltende Nullzinspolitik und beschrieb diese als Ruinierung der Altersvorsorge. Doch Unternehmen und Banken können praktisch zinsfrei Kredite aufnehmen und damit Investitionen tätigen. Doch die Stimmen der Kritiker und Gegner dieses Vorgehens werden immer lauter. Schließlich prophezeiten sie die Kehrtwende zur Inflation, da das Geld aus der EZB praktisch nur so herausströmte. Nun ist es soweit. Aufgrund der steigenden Inflationsrate sinkt die Kaufkraft der Konsumenten. Zudem legen die Deutschen, die allgemein für ihr Sparverhalten und ihre Investitionen in risikoarme Anlageprodukte bekannt sind, ihr Geld wegen der nahe bei 0 % liegenden Zinsen nur noch ungern an. Dementsprechend unterstützt paradoxerweise die eigentlich als Gegenmaßnahme zur Wirtschaftskrise eingeführte Niedrigzinsphase die Flaute der Konjunktur.

Doch nicht nur in Deutschland sieht es düster aus. Die allgemeine Weltkonjunktur befindet sich in der Stagnationsphase. Jedes Wachstum erreicht irgendwann sein Ende. Das zeigt sich wieder einmal an China. Das seit 20 Jahren steil aufsteigende Land, was stets und voller Stolz Wirtschaftswachstumszahlen im zweistelligen Bereich präsentierte, zieht sich nun kleinlaut zurück. Denn auch im Reich der Mitte setzt der Stillstand, wenn nicht sogar Rückgang, ein. Das Problem: Als zweitgrößte Volkswirtschaft und größte Handelsnation der Welt haben ihre ökonomischen Herausforderungen internationale Auswirkungen. So wird vor allem auch Deutschlands Maschinenbauindustrie unter den Folgen leiden. Zudem hatte sich die Bundesrepublik als Ziel gesetzt, die Exporte weiter auszuweiten und nicht zuletzt damit die deutsche Wirtschaft anzukurbeln. Mit China als dem aktuell wichtigsten Handelspartner, werden die Export-Rekordzahlen wohl eher nicht weiter übertroffen werden können.

Die Frage hierbei ist nicht, ob die Prognosen sich bewahrheiten, sondern eher, inwieweit die Konsequenzen reichen werden. Staaten und Banken müssen nun Stärke, Kompetenz und vor allem Einfallsreichtum beweisen, um Deutschland aus dieser prekären Lage zu befreien, damit die Beschäftigungsrate, die Produktivität und somit der Wohlstand weiter wachsen können.

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