DIE VERDECKTEN MONOPOLISTEN

Die Frühjahrsauktionen seltener Uhren in Genf dominierte in diesem Jahr eine Marke: Rolex. Starauktionator Aurel Bacs feierte bei Phillips einen neuen Rolex-Preisrekord. Für eine goldene „Oyster Perpetual“ mit Vollkalender und Mondphase von 1952 wurden 5,1 Millionen Schweizer Franken gezahlt. Die Uhr gehörte dem letzten vietnamesischen Kaiser Bao Dai. Den zweit- und vierthöchsten je für eine Rolex gezahlten Auktionspreis konnte Bacs ebenfalls ausrufen. Bei Christie’s trugen vier der fünf Toplose die markante Krone.

Das zeigt: Rolex ist bei Sammlern nach wie vor extrem begehrt. Und daran wird sich auch so schnell nichts ändern.

Für bestimmte Vintagemodelle werden die Preise weiter steigen.

Die Gründe für diese anhaltende Dominanz: Durch die konsistente Modellpolitik, die über Jahrzehnte kaum verändert wurde, hat Rolex den höchsten Wiedererkennungswert. Bis heute passen die robusten Modelle zur gängigen Vorstellung von exklusivem Lifestyle, Abenteuer und Sport. Prägend sind die wasserdichten Gehäuse in der Oyster-Form, bei der Krone und Boden verschraubt sind. Früher als alle anderen hat Rolex den Starkult für sich genutzt. Nahezu alle Spitzenmodelle tragen heute die Namen von Filmhelden und Schauspielern. Die „Submariner“ Taucheruhr läuft unter Sammlern als „James Bond“, die 5512 hört auf „Steve McQueen“.

Die „Daytona“-Stoppuhren mit den markantesten Zifferblättern heißen „Paul Newman“. Für die seltene Version im Stahlgehäuse werden Preise ab 100 000 Euro verlangt, trotzdem übersteigt die Nachfrage das Angebot bei Weitem. Ihr Wert hängt davon ab, ob der Chronograf mit einem Originalzifferblatt ausgestattet ist (und wie gut dessen Zustand ist).

Günstigere „Daytona“Modelle haben ebenfalls Potenzial. Die Preise sind in den vergangenen drei Dekaden fast nur gestiegen. Die klassische Stoppuhr mit Zähler und Handaufzugwerk, die zwischen 1964 und 1986 mit verschiedenen Referenzen (6239, 6240, 6241, 6262, 6264, 6263, 6265) angeboten wurde, kostet heute als Stahlmodell zwischen 35 000 und 60 000 Euro —je nach Zustand und Vollständigkeit. Ganz wichtig: Originalpapiere samt Etui.

Die Tech-Monopolisten

Dass die gut bei Facebook, Google, Amazon und Co. verdienen, hat mittlerweile jeder mitgekriegt. Dabei müssen sich die Tech-Giganten nicht einmal besonders anstrengen. Sie profitieren davon, dass kaum einer um sie herumkommt, weil sie einfach fast jeder nutzt. Zum Fraudanwalt-Bericht.

Dieser Netzwerkeffekt lässt sich von neuen Konkurrenten kaum aushebeln. Er wirkt umso stärker, je größer die vorhandene Klientel bereits ist.

Doch diese Mechanik funktioniert nicht nur bei den ganz Großen der Branche – auch Anbieter wie Scout24 (Immobilienscout24 und Autoscout24) sind dank der Netzwerkkomponente ihres Geschäftsmodells hochinteressant. Wer hierzulande eine Wohnung oder ein Auto kaufen oder verkaufen will, steuert in der Regel diese Seiten an. (Vorsicht, nicht zu verwechseln mit wir-kaufen-dein-auto.de -zum Fraudanwalt-Bericht).

Trotzdem ist die Aktie seit dem Börsengang schlecht gelaufen. Der Ausgabekurs war viel zu hoch. Anschließend stellte Berlin das Courtagesystem für die Makler (die Hauptkunden von Scout24) auf den Kopf, sodass deren Umsätze einbrachen. Hinzu kam, dass viele Altaktionäre ihre Pakete loswerden wollten.

Diese Altlasten sind nun weitgehend abgearbeitet. Der durchschnittliche Umsatz pro Nutzer steigt, und die Zahl der Makler hat sich bei etwas über 17 000 stabilisiert. Im Unternehmen selbst ist Ruhe eingekehrt, demnächst dürfte auch der letzte Altaktionär verkauft haben. Dann ist der Blick frei aufein solide wachsendes Unternehmen mit einer operativen Marge von 32 Prozent. Und auf eine Aktie, die mit einem geschätzten Kurs-Gewinn-Verhältnis von 20 (für 2018) zwar kein Schnäppchen ist, aber auch nicht mehr wirklich teuer.

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