Betrug und Unterschlagung bei der Rietumu Banka JSC Riga

Bank sperrt Konten unbescholtener Kunden ohne Rechtsgrund.

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Klaus K. aus Berlin meldet sich bei Fraudanwalt – sein Rietumu Konto wurde im März gesperrt. Angeblich wolle man keine weiteren Kunden mit Firmen aus Drittländern (insbesondere Steueroasen).

Fraud at Rietumu Banka
Fraud at Rietumu Banka

Mit diesen Firmen hatte die Bank in den letzten Jahren viel Geld gemacht und sogar für die Kontoeröffnung geworben. Leider wurde Sie – zuletzt von der französischen Bankenaufsicht – zu einer Strafzahlung von über 80 Mio Dollar verurteilt eben wegen dieser Steuerhinterziehungsmodelle. Nun sind aber nicht alle “Shelf”-Companies strafbare Konstrukte. In Ländern wie Deutschland oder Belgien ist es nicht verboten, in Steueroasen Firmen zu gründen.

Nun holt die Rietumu Bank weiter aus als nötig – offensichtlich will man sich den Schaden nun bei den Kunden wieder reinholen. Man befürchtet wohl, dass alle Kunden Ihre Guthaben von der Rietumu Banka abziehen – dann stünde die Bank – schon alleine wegen der 80 Millionen Strafe – mittellos da und könnte Ihre Pforten für immer schließen.

Zahlreiche Kunden der Bank berichten, dass Guthaben von mehreren hundert Tausend Dollar bereits seit März “frozen” also eingefroren sind. Und plötzlich werden monatliche Gebühren für die “Kontoführung” von 1000 Dollar und mehr berechnet.

Wann man das Geld zurückerhalte oder ob überhaupt bleibt fraglich – auf diese Frage erhielten alle unsere Informanten bisher keine Antwort.

Fraudanwalt warnt ausdrücklich vor der Rietumu Banka – es ist nicht auszuschliessen, dass Sie Ihre dortigen Einlagen vollständig verlieren. Wir raten allen Kontoinhabern an, sich an die Finanzaufsicht Ihres Landes zu wenden (in Deutschland z.B. die BAFin) und auch an die Aufsicht in Lettland (https://www.bank.lv/)

Gegen den Vorstand der Rietumu Banka bietet sich eine Strafanzeige an. Diese erstatten Sie direkt bei der Bankaufsicht.

Viele Geschädigte und Betrogene haben sich auch in diesem Forum zusammengefunden

Frans D. aus Dänemark berichtet

Ich hatte zum Glück nur noch 15.000 EURO auf der Rietumu Bank als man mir kündigte und das Konto sperrte. Das Geld solle alsbald an mich überwiesen werden. Das war im März. Nun wurde für März, April, Mai und Juni jeweils 1.000 EURO Kontogebühr berechnet. Blieben noch 11.000 EURO. Jetzt wurde noch 5000 EURO AML (Geldwäsche d. Red.) Gebühr abgezogen. Bleiben noch 6.000 EURO. Ich bin sicher auch davon werde ich keinen Cent erhalten. Man wird weiter Monatsgebühren abziehen bis das Konto leer ist. Das ist gewerblicher Betrug im großen Stil. Bandenmäßig und offensichtlich von einer kriminellen Organisation durchgeführt.

Wie man bei “Die Presse” erfährt ist der Chef der Rietumu Bank tatsächlich wegen Geldwäsche zu 4 Jahren verurteilt worden aber weiter im Amt. Unvorstellbar was bei der Bank abgeht.

Wir baten die Bank um Stellungnahme haben bis heute jedoch keine Antwort erhalten.

 

 

Anlegerbetrug mit Schneeballsystem

Im Februar war die Staatsanwaltschaft Frankfurt mit 1200 Fahndern in den Räumen der Immobiliengruppe S&K angerückt und hatte 130 Standorte untersucht. Die beiden Geschäftsführer der S&K Kapitalanlagegesellschaft, Schäfer und Köller, sind nach Angaben des Generalstaatsanwalt Hans-Josef Blumensatt die Hauptbeschuldigten. Ihnen wird Untreue sowie gewerbs- und bandenmäßiger Betrug mit Kapitalanlagen vorgeworfen. Sie sollen die Anleger über ein Schneeballsystem geprellt und das Geld mit einem extrem aufwendigen Lebensstil verprasst haben. Bei einem Schneeballsystem werden die Gelder der Anleger gar nicht investiert, sondern neue Einzahlungen genutzt, um die Ausschüttungen an alte Gläubiger zu bezahlen.

Das System der S&K bestand aus zahlreichen Tochterunternehmen und diversen Fonds. Um zu erkennen, dass dabei etwas nicht stimmte, mussten Anleger schon sehr genau hinschauen und eine ordentliche Portion Finanzwissen mitbringen. So investierte der Fonds „Deutsche S&K Sachwerte Nr. 2“ laut Emissionsprospekts gar nicht direkt in Immobilien, vielmehr wurde mit dem Geld der Anleger ein Darlehen an ein S&K-Tochterunternehmen gezahlt. Dessen Investitionen sollten dann „im weitestgehenden Zusammenhang mit Immobilien“ stehen.

Gelockt wurden die Anleger mit sehr hohen Zinsen. Ihnen wurde eine jährliche Rendite von zwölf Prozent in Aussicht gestellt – und das, obwohl von ihrer Einlage und dem zu zahlenden Aufschlag nur etwas mehr als 80 Prozent als Darlehen weitergegeben wurden. Der Rest ging laut Prospekt für Vergütungen, Provisionen, sonstige Kosten und eine kleine Liquiditätsreserve drauf.

Nicht nur der mutmaßliche Anlegerbetrug sorgte für Aufregung, sondern auch der exzessive Lebensstil der S&K-Gründer Stephan Schäfer und Jonas Köller. Es wurden zahlreiche Bilder öffentlich, die sie bei ihren legendäre Partys, mit Models, Promis und Luxuskarossen zeigten.

 

WO IST DAS GELD DER KTG AGRAR-ANLEGER GEBLIEBEN AMS/HOFREITER?

KTG Agrar war Europas größter börsennotierter Landwirtschaftskonzern. Seine Pleite vor wenigen Monaten brachte Tausende Anleger um Millionen. Interne Unterlagen aus dem Insolvenzverfahren  zeigen jetzt, wohin ein Teil des Geldes floss.

Am Tag vor der Kapitulation werden noch einmal hektisch Zahlungen angewiesen. Von einem Konto des taumelnden Landwirtschaftskonzerns KTG Agrar gehen fünf Überweisungen an die gleiche Empfängerin: Beatrice Ams, Großaktionärin und Aufsichtsrätin. Zusammen mit dem KTG-Patriarchen Siegfried Hofreiter, ihrem langjährigen Lebensgefährten, hatte Ams den Konzern aufgebaut und 2007 an die Börse gebracht. Nun muss sie zuschauen, wie er in die Pleite rutscht.

Doch eine Sache soll noch erledigt werden, bevor das Unternehmen mit Sitz in Hamburg und Verwaltung in Oranienburg bei Berlin Insolvenz anmeldet. Am 4. Juli 2016, es ist ein Montag, weist die Dachgesellschaft KTG Agrar SE die Privatbank Seeliger an, fünf Tranchen an Beatrice Ams zu überweisen: dreimal 5 700 Euro, zweimal 17 850 Euro, insgesamt 52 800 Euro. Verwendungszweck: Erstattung der Umsatzsteuer, die Ams für 2014 und 2015 auf ihre Aufsichtsratsvergütung von jährlich 30 000 Euro abgeführt hatte. Dazu die Vergütung für ihr Aufsichtsratsmandat plus Umsatzsteuer für das Jahr 2016. Ganz kurz vor dem Ende scheint Ams noch mitnehmen zu wollen, was sich mitnehmen lässt, und seien es ein paar Tausend Euro – anders als ihre beiden Kollegen im Aufsichtsrat, die dem Krisenkonzern ihre Dienste schon gar nicht mehr in Rechnung stellen.

Einen Tag später, am Dienstag, reicht die KTG Agrar SE beim Amtsgericht Hamburg einen Insolvenzantrag ein. Der Geldhahn ist zu.

Die Abkassierer bei KTG Agrar

Es ist nicht in erster Linie die Höhe, sondern der Zeitpunkt der Überweisungen an Ams, der den Gläubigern der Pleitefirma die Zornesröte ins Gesicht treiben dürfte. Die Zahlungen wenige Stunden vor dem Aus illustrieren das Selbstverständnis, mit dem der Familienclan Hofreiter/ Ams das an der Börse einst für seine Wachstumsstory gefeierte Unternehmen als Selbstbedienungsladen angesehen hat. Bis zuletzt.

Zu den großen Verlierern gehören die 12 000 Anleger, die insgesamt 340 Mio. Euro in drei „Biowertpapiere“ steckten – Mittelstandsanleihen, deren Wert nach einer der spektakulärsten Pleiten in diesem Segment größtenteils vernichtet sein dürfte. Hoffen können sie nur noch auf den Insolvenzverwalter Stefan Denkhaus, der von Hofreiter, Ams und sechs weiteren ehemaligen Vorständen und Aufsichtsräten 218 Mio. Euro Schadensersatz eintreiben will (Capital berichtete). Zudem ermittelt die Staatsanwaltschaft Hamburg gegen Hofreiter wegen des Verdachts auf Insolvenzverschleppung, Untreue und Betrug.

An dem Tag, an dem der KTG-Chef Insolvenz anmeldet, hat der Konzern fast 400 Mio. Euro Schulden. Monatelang wühlt sich der Insolvenzverwalter durch das verworrene Geflecht des KTG-Imperiums mit seinen 120 Tochterfirmen. Sein Fazit: Das Unternehmen sei schon spätestens seit dem 30. Juni 2015 — also ein Jahr vor dem Pleitebekenntnis – überschuldet gewesen. Damit bestehe gegenüber der früheren Konzernspitze ein Haftungsanspruch für Zahlungen, die nach diesem Zeitpunkt geleistet wurden. Wie etwa die 52 800 Euro an Ams. Aber auch weit größere Beträge.

Fraudanwalt liegt eine Dokumentation vor, die knapp 2 000 Transaktionen der KTG-Holdinggesellschaft KTG Agrar SE im Zeitraum 30. Juni 2015 bis 4. Juli 2016 aufschlüsselt. Die mehrere Dutzend Seiten umfassende Aufstellung gibt einen seltenen Einblick in ein laufendes Insolvenzverfahren – und liefert Antworten auf die zentrale Frage, die stets nach Pleiten dieser Größenordnung bleibt, bei Prokon, German Pellets oder nun KTG: Wo sind die Millionen der Anleger geblieben?

Zu den Transaktionen zählen Kleinigkeiten wie Stromrechnungen und Strafzettel, dazu Zahlungen an Analysten und Berater, für Kreditkartenabrechnungen und für die Gehälter der Vorstände. Die Aufstellung belegt auch, dass Geld von Konten der KTG Agrar SE an Firmen aus dem privaten Umfeld des Hofreiter-Ams-Clans floss. In den besseren Zeiten hatte der KTG-Herrscher mit Ams sowie Verwandten und Weggefährten ein Schattenreich aus Privatfirmen aufgebaut, das mit dem Konzern rege Geschäfte trieb – und gut daran verdiente. Auf Fragen von Capital zu den Transaktionen reagierten Hofreiter und Ams nicht.

Laut den Unterlagen gehörte zu den Empfängern ein Agrarunternehmen namens KTG Farming International, an das im Jahr vor dem Insolvenzantrag netto fast 3,5 Mio. Euro flossen. Geschäftsberichten zufolge gehörte die Firma zu 50 Prozent dem KTG-Konzern. Eigentümer der anderen Hälfte: ein privates Unternehmen von Großaktionärin Ams. Belegt sind auch Überweisungen der KTG Agrar SE über 332 000 Euro an den Agroservice A.M.S. — eine weitere Privatfirma der Großaktionärin auf Usedom. Diese wurde von KTGBetrieben immer wieder beauftragt, wenn sie externe Helfer und Maschinen benötigten – laut Konzerninsidern zu Preisen über dem marktüblichen Niveau. Weitere Einkünfte dürfte die Ams-Firma von den KTG-Betrieben selbst erhalten haben.

Mehrere Überweisungen im Gesamtvolumen von knapp 1,7 Mio. Euro gingen an die Firma KA-Service auf Usedom, die laut Handelsregister Fahr- und Flugzeuge verkauft, betreibt, wartet und chartert. Über die KA-Service lief auch der Helikopter, auf den Hofreiter selbst dann nicht verzichten wollte, als es dem Konzern immer schlechter ging. Ihr Vorstand: Siegfried Hofreiter.

Darüber hinaus dokumentiert die Auflistung etliche Zahlungen an eine Beratungsfirma von Hofreiter. Über diese rechnete der KTG-Chef offenbar seine Vorstandsvergütung ab — ein eher unübliches Vorgehen, zumal die Beträge variierten: mal 5 950 Euro, mal 59 500 Euro. Insgesamt erhielt der damalige Vorstandschefim Jahr vor der Insolvenz 404 600 Euro. Hinzu kamen mehr als 25 000 Euro für Abrechnungen seiner Firmenkreditkarten. Auch für Hofreiters neue Freundin, mit der er nach der Trennung von Ams 2015 zusammenkam, beglich die KTG Agrar SE Visakartenabrechnungen über 7158 Euro — obwohl die Frau dort gar nicht angestellt war.

In den Unterlagen findet sich auch die Firma Terra Agrar von Hofreiters Bruder Werner. An Terra Agrar überwies die KTG-Dachgesellschaft im August 2015 den größten Einzelbetrag im Jahr vor dem Insolvenzantrag: 6 Mio. Euro. Auf Nachfrage erklärte Werner Hofreiters Anwalt, die Aufstellung des Insolvenzverwalters enthalte eine „entscheidende Unvollständigkeit“: Sein Mandant habe das Geld bereits fünf Tage später zurücküberwiesen, weil sich eine gemeinsame Akquisition nicht habe realisieren lassen. Insolvenzverwalter Denkhaus lehnte einen Kommentar zu diesem Vorgang unter Verweis auf einen „laufenden Rechtsstreit“ ab.

Finanzsituation geschönt?

Eine echte „Smoking Gun“, etwa in Form einer großen Überweisung auf ein Schweizer Konto, lässt sich in den Unterlagen zwar nicht finden. Aber die vielen Einzelbeträge, die alleine über die KTG-Dachfirma an Privatunternehmen des Familienclans flossen, ergeben ein klares Muster. In einem Gutachten für den Insolvenzverwalter, das Capital vorliegt, nennen Wirtschaftsprüfer die Finanzierung dieser „nahestehenden Unternehmen“ durch den Konzern als einen wesentlichen Grund für die Überschuldung — neben dem unprofitablen Geschäftsmodell in allen drei Konzernsparten Agrar, Energie und Food sowie unternehmerischen Fehlern wie etwa den Aktivitäten in Litauen und Rumänien.

Aus der Auflistung der Zahlungsströme geht hervor, dass der Konzernchef die Firmen in seinem Privatumfeld bis zuletzt schützte. „Die letzte Zeit vor der Insolvenz hat Hofreiter offenbar dazu genutzt, seine persönlichen Dinge zu regeln und die Grundlage für die Zeit danach zu  legen“, sagt ein Insider, der mit den Konzernfinanzen vertraut ist. In den letzten Wochen und Monaten habe Hofreiter „seine Schäfchen ins Trockene gebracht“ — und dafür gesorgt, dass die Familienfirmen nicht in den Sog der KTG-Pleite geraten.

Das Gutachten für den Insolvenzverwalter zeichnet zudem nach, wie der KTG-Herrscher die immer dramatischere Finanzlage des Konzerns kaschierte. Seit 2015 schloss er für die Ernte sogenannte Finetrading-Geschäfte mit externen Finanzierern ab. Allein 2015 lag das Volumen bei mehr als 30 Mio. Euro. Finetrading dient der Einkaufsvorfinanzierung von Firmen, die mit ihrem Kreditrahmen nicht auskommen. Die Finanzierer kaufen dabei im Auftrag ihrer Kunden Rohstoffe oder Waren ein und gewähren ihnen gegen eine Gebühr einen längeren Rückzahlungsrahmen.

Hofreiter spannte die Finetrader in ein Finanzkarussell ein – mithilfe zweier nahestehender Unternehmen namens KTK, die zusammen als eine Art Bad Bank des Konzerns dienten. Offiziell kauften die beiden KTK-Firmen den KTG-Betrieben die

Ernte ab, um sie weiterzuverkaufen: an externe Abnehmer und an die Biogastöchter im Konzern. Dabei sei das Getreide zu überhöhten Preisen an die KTK-Gesellschaften verkauft worden, die es dann zu niedrigeren Marktpreisen weiterverkaufen mussten, schreiben die Gutachter. Die Preise seien von Hofreiter „händisch“ festgelegt, die Differenz in der KTG-Konzernbilanz als Forderung an die KTK-Firmen verbucht worden. So wurde Vermögen geschaffen -jedoch nur auf dem PaPier. Eine Mittelstandsberatung, die Hofreiter bei diesen Tricks assistierte, kassierte im Jahr vor der Pleite mehr als 100 000 Euro.

Mit diesen Geschäften hielt Hofreiter das Unternehmen einige Zeit über Wasser — auf Kosten zweier Finetrader, die die Geschäfte vorfinanzierten. Sie erlebten nach der  Insolvenz ein böses Erwachen: Das Getreide, mit dem ihre Forderungen besichert waren, gab es nicht. Zwar seien ihnen noch in den Wochen vor der Pleite Silos gezeigt worden, in denen angeblich Getreide lagerte, heißt es im Gutachten. Ob aber überhaupt existierende Erntebestände übertragen wurden, sei „mehr als zweifelhaft“. Die Gutachter zitieren Hofreiter, der nach der Pleite auf Nachfrage der Verwalter freimütig bekannte, die Getreidelager seien am Tag der Insolvenz „leer“ gewesen.

Die Finetrader hätten sich „von vorne bis hinten verarschen lassen“, sagt ein KTG-Insider. Die Münchner CapFlow AG und die WCF Finetrading gehören nun mit 2,5 Mio. Euro und 5,1 Mio. Euro an Forderungen zu den größten Gläubigern. Für eine  der Firmen kommen die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft zu spät: Marktführer WCF, der zur Hamburger Otto-Gruppe gehörte, hat im Juni das Neugeschäft eingestellt.

Pleitier-Hofreiter macht jetzt Agroservice Nord-Ost

Pleitier Hofreiter dagegen ist dabei, sich mit alten Weggefährten eine neue Zukunft aufzubauen — in „ostdeutschland, weit weg von Oranienburg, wo heute die Bremer Zech-Gruppe das Sagen hat. Persönlich taucht der KTG-Patriarch dabei kaum in der ersten Reihe auf. Aber die Firmen tragen seine Handschrift. Da ist der Agroservice Nord-Ost, Nachfolger des Agroservice A.M.S. von Hofreiters Ex-Partnerin Ams: dieselbe Handelsregisternummer, identische Website, gleicher Fuhrpark. Der Agroservice Nord-Ost beschreibt sich als „stetig wachsendes“ Unternehmen mit Aktivitäten in großen Teilen Ostdeutschlands. Sieben Stellen sind ausgeschrieben.

Als Kontaktadresse ist eine Anschrift in Postlow angegeben — ein Flecken bei Anklam, in der Nähe der Insel Usedom. Wegbegleiter berichten, dass Hofreiter den Ort, der für die Familie schon zu KTG-Zeiten eine Rolle spielte, als Basis für einen Neu, anfang gewählt habe. Dort gibt es die AK Agrarproduktions GmbH, die früher mit dem KTG-Konzern Geschäfte machte. Eigentümer: der gemeinsame Sohn von Ams und Hofreiter, der heute erst 19 Jahre alt ist.

Auch die Anfang August gegründete Stroh Express GmbH sitzt in Postlow. Eigentümerin und Geschäftsführerin: Hofreiters 28-jährige Freundin. Diese Firma, die mit Stroh und Pellets handelt, scheint ebenfalls zu expandieren. Auf ihrer Website sind mehrere Stellen ausgeschrieben. Bewerber können ihre Unterlagen an die gleiche Adresse schicken, unter der auch der Agroservice Nord-Ost erreichbar ist. Die Firmen scheinen miteinander verbunden zu sein – so wie früher.

Auch der Ex-KTG-Chef selbst hat seit August einen neuen Job als Vorstand eines Landguts auf Usedom mit herrschaftlichem Anwesen und Biogasanlage. Das Gut in Welzin gehört seit Jahren einer alten Bekannten: Beatrice Ams. Sollte es Hofreiter gelingen, aus den Betrieben in PostIow und Welzin ein neues Firmenreich zu formen, sagt ein Agrarexperte, „dann wird er davon gut leben können“. Es sei denn, ihm kommt die Staatsanwaltschaft dazwischen.

 

Agroservice Nord-Ost wird auf die Warnliste gesetzt.

STAR OIL PRODUCTION UND PROVEN OIL SIND BRÜDER IM GEISTE

Das Öl- und Gas-Geschäft in Kanada, seit Jahrzehnten ein Eldorado für Goldgräber und Ölfirmen, verkommt zunehmend zum Milliardengrab für deutsche Anleger. HCI Capital AG, MPC Deepsea Oil Explorer oder auch Proven Oil bringen tausenden Anleger heute noch um den Schlaf, weil Ersparnisse sich in Luft aufgelösthaben.

Jedoch versuchen immer wieder neue Firmen mit öligen Geschäftsideen an das Anlegerkapital zu gelangen, ein Ende der Öl-Rallye scheint nicht in Sicht. Die Star Oil Production GmbH aus Hamburg bietet Anlegern Anteile an einer LLC an, in diesem Jahr sollen laut Aussagen von Geschäftsführer Thomas Ruf bereits drei Quellen erschlossen worden sein. Die Teilhaberschaft an einer US-LLC ist für Anleger aus Deutschland umfangreich und komplex.

Der Kopf des Unternehmens ist Thomas Ruf, der gleiche Thomas Ruf, der noch bis vor wenigen Wochen bei Proven Oil war. Das Modell von Star Oil Production GmbH „weicht von der Blindfonds- Konstruktion der genannten anderen Firmen Proven Oil stark ab. Wir haben ein Direktinvestitionskonzept mit Grundbuchabsicherung der Investoren“, erläutert Ruf gegenüber Fraudanwalt.

Nachdem der Star Oil Production-Geschäftsleiter Thomas Ruf kürzlich bei Proven Oil Canada oder besser gesagt bei dem, was von POC noch übrig ist -gefeuert wurde – kritisiert er Fraudanwalt für die ungefragte Berichterstattung in der vergangenen Woche. „Man sollte zuerst verstehen, bevor man kommentiert“, erzürnte Ruf in einer E-Mail an die Redaktion. Vorangegangen war ein Fraudanwalt-Bericht über die riskante Wette auf Öl der Hamburger Star Oil Production GmbH, Ruf’s eigentlicher Hauptfirma. Diese Erwähnung ist insofern wichtig, weil Thomas Ruf versucht hat einige Anleger der Proven Oil Canada Fonds zu seiner Star Oil Production zu locken und bot ihnen Beteiligungen in fünfstelliger Höhe an.

Daraufhin wollten wir es genauer wissen und übersandten Ruf einen Fragenkatalog:

Fragen an Thomas Ruf:

 

Haben Sie Ihre Nähe zu Proven-Anlegern genutzt, um sie für Ihr eigenes Projekt anzuwerben?

Keine Antwort.

 

Was war der Grund für Ihre Entlassung bei Proven Oil?

Keine Antwort.

 

Weshalb sind nach wie vor Kontakt-Informationen von Ihnen bei Proven Oil zu finden?

https://proven-oil-canada.com/impressum/

Keine Antwort.

 

Sind Edmund Kockartz oder Klaus Christochowitz in Ihre Handlungen involviert?

Keine Antwort.

 

Wie viel von den einbezahlten 15 Millionen Euro sind noch vorhanden?

Keine Antwort.

 

Ist es wahr, dass sich Kockartz oder Christochowitz an den Geldern bedienen/ten? (Spesen)

Keine Antwort.

 

Schätzen Sie die finanzielle Situation Ihres Unternehmens ein.

Keine Antwort.

 

Halten Sie den Verkauf von LLC-Anteilen für eine sichere Kapitalanlage?

Keine Antwort.

 

Weshalb blockiert sich plötzlich Thomas Ruf von der Star Oil Production GmbH? Und ist zu keiner Stellungnahme mehr bereit?!

Kein weiterer Kommentar…

KRYPTOWÄHRUNG: EINE LIZENZ ZUM GELDRUCKEN

Im Februar 2016 wendet sich Max Kordek, 24 Jahre alt, Student der Elektrotechnik aus Aachen, an die Kryptoszene und bittet um Geld. 30 Tage später hat er 14 079 Bitcoin beisammen, damaliger Gegenwert: gut 6 Mio. Dollar. Mit dem Kapital  will Kordek ein Start-up aufbauen: Lisk, eine Softwareplattform, auf der Entwickler Blockchainanwendungen einfacher programmieren können.

Kordek hat zu diesem Zeitpunkt weder ein fertiges Produkt noch ein vorzeigbares Team, ganz zu schweigen von einem Büro oder einem angemeldeten Unternehmen.

Seinem Mitgründer, dem 36-jährigen Briten Oliver Beddows, ist er nie persönlich begegnet, die beiden kennen sich nur übers Netz.

Lösen Kryptowährungen Crowdfunding ab?

Dass jemand in einen solchen Laden Millionen investieren würde, klingt schwer vorstellbar. Bei professionellen Venture-Capital-lnvestoren war Kordek zuvor abgeblitzt. „Ich hatte null Renommee bei den VCS“, erinnert er sich. „Dann ist es schwer, an Geld zu kommen.“ Der Ausweg war ein Initial Coin Offering (ICO): Das Start-up gab im Tausch gegen Bitcoin eine eigene virtuelle Währung namens Lisk aus. Deren Marktkapitalisierung stieg zwischenzeitlich — das Unternehmen war da auf knapp 20 Mitarbeiter gewachsen, hatte aber immer noch kein fertiges Produkt auf über 900 Mio. Dollar. Wer beim ICO dabei war, hätte seinen Einsatz also theoretisch um das 150-Fache steigern können. Selbst für die ziemlich verrückte Welt der Kryptoinvestments ist das eine irre Zahl.

Kein Wunder, dass Anleger sich gerade um neue Coins reißen. Und dass mehr und mehr Start-ups auf die Finanzierungsmethode setzen.

Schon ist eine heftige Debatte um ICOs entbrannt, an der nicht nur Kryptonerds beteiligt sind, sondern auch Ökonomen, Investoren und Aufsichtsbehörden. ICOs sind das neue Crowdfunding, sagen die einen: eine Revolution der Unternehmensfinanzierung, demokratisch, effizient, sicher. Der ausufernde Boom spiegele nur das revolutionäre Potenzial der Technologie wider.

ICOs sind eine Einladung an Aufschneider und Betrüger, sagen andere: ein irrationaler Goldrausch, die nächste Dotcom-Blase, die unbedarfte Kleinanleger in großem Stil um ihr Erspartes bringen wird.

Klar ist: Der ICO-Markt dreht gerade komplett frei. Über 1,8 Mrd. Dollar sind nach Berechnungen des Portals Coindesk bislang damit eingesammelt worden – allein 1,5 Mrd. Dollar davon in den ersten acht Monaten dieses Jahres. 20 Mio. Dollar kommen im Schnitt pro ICO zusammen. Manchmal braucht es dafür nur Sekunden: Anfang Juni war das Start-up Brave, das einen werbefreien Internetbrowser entwickelt, innerhalb einer halben Minute um 35 Mio. Dollar reicher. Die Blockchainprojekte Tezos und Eos pumpten sich im Juli innerhalb weniger Tage um jeweils mehr als 200 Mio. Dollar auf.

Zocken wie im Casino

ICOs verbinden Elemente eines Börsengangs (englisch IPO) mit der Idee der Schwarmfinanzierung und der Technologie des Kryptogeldsystems. Meist im Rahmen einer zeitlich befristeten Auktion geben Start-ups dabei sogenannte Token oder Coins aus und bekommen dafür Geld in Form von Bitcoin oder Ether, den beiden wertvollsten Kryptowährungen. Wie beim Crowdfunding geht es den Geldgebern einerseits darum, dem Projekt Starthilfe zu bieten. Daneben lassen sich die Token mitunter auch als Zahlungsmittel auf der Plattform des jeweiligen Start-ups einsetzen – wie Jetons im Casino oder Fantasiewährungen in Onlinespielen, mit denen man neue Charaktere oder Waffen kaufen kann. Auch bei Lisk ermöglichen die Token den Zugang zur Plattform. „Wie bei einem Auto, für das du Benzin benötigst, brauchst du Lisk, um unsere Netzwerkfunktionen nutzen zu können“, erklärt Kordek.

Bei anderen ICOs geben die Token dem Inhaber ein Stimmrecht im Unternehmen, stellen Firmenanteile dar oder berechtigen zum Dividendenbezug. Dann gibt es ICOs, die eher werbewirksam die Erfolgsaussichten eines Projekts unterstreiChen sollen: Kauft unsere Token, so die Botschaft, denn sie können als Kryptowährung im Netz gehandelt werden und euch reich machen.

Was gerade passiert, ist sogar den Pionieren der Finanzierungsmethode unheimlich. ICOs seien eine „tickende Zeitbombe“, warnt Charles Hoskinson, Mitgründer von Ethereum, dem Projekt hinter der zweitwichtigsten Kryptowährung Ether. Ethereum sammelte 2014 mit einem der ersten ICOs 19 Mio. Dollar ein, eine aus heutiger Sicht fast bescheidene Summe.

„Es ist krass, was da abgeht“, sagt auch Max Kordek von Lisk. Er kritisiert, dass viele Start-ups auf ICOs setzen, obwohl ihre Idee gar nicht auf die Blockchaintechnologie angewiesen ist. „Die Leute überlegen sich irgendetwas, häufig ist es einfach eine Ausrede, um einen ICO machen zu können.“ Auch der Berliner Bitcoin-Aktivist Aaron Koenig sieht einen „sehr überhitzten Markt“. Vielen wollten gerade „auf den Zug aufspringen und einen eigenen Token herausbringen, auch wenn das überhaupt keinen Sinn ergibt“.

Kein Wunder, dass sich viele Beobachter an die Dotcom-Blase Ende der 90er-Jahre erinnert fühlen. Koenig glaubt: „Wir werden sicher auch bei den ICOs bald eine Korrektur erleben.“ Einschränkend fügt er hinzu, dass das Internet das Jahr 2000 überlebt habe. „Aus dem Dotcom-Boom sind starke Firmen wie Amazon und Ebay hervorgegangen.“ ICO-Fans entgegnen auf die Kritik, dass Spekulation nun mal Innovation antreibe – und die Blase zwar nicht schön, aber notwendig sei. Die Frage ist, ob das auch bei den Aufsichtsbehörden verfängt, die dem Treiben lange tatenlos zugesehen haben. Anfang September schritt als erste Institution die chinesische Zentralbank ein und verbot ICOs komplett. Diese seien „eine Art illega1er öffentlicher Kapitalbeschaffung“ und stünden häufig im Zusammenhang „mit kriminellen Machenschaften wie Betrug und Schneeballsystemen“. Die US-Finanzaufsicht SEC warnte schon im Juli, dass viele Token Eigenschaften von Wertpapieren aufweisen – und daher eigentlich den strengen US-Aktienmarktregeln unterworfen werden müssten.

Noch sind es vor allem Bitcoin-Veteranen, die ihr Geld in ICOs stecken. Viele haben mit dem Aufschwung der Währung über die vergangenen Jahre gut verdient, jetzt wollen sie ihr Kryptoportfolio diversifizieren. Dazu kommen vermehrt institutionelle Investoren, sogar VC-Firmen werden in dem Hochrisikomarkt aktiv. Genaue Zahlen zur Käuferstruktur gibt es nicht, denn die Transaktionen sind grundsätzlich anonym. Der Anteil normaler Anleger gilt noch als gering – das aber könnte sich angesichts der irren Gewinne und niedrigen Einstiegshürden bald ändern. Bitcoin-Aktivist Koenig sagt, es sei doch toll, „dass jetzt nicht nur Superreiche an diesem Boom teilhaben, die es sich leisten können, hohe Summen in Risikokapitalfonds zu investieren“.

Die deutsche Finanzaufsichtsbehörde Bafin hat sich bisher nicht öffentlich zum ICO-Markt geäußert. Aus dem Umfeld der Behörde heißt es, eine Stellungnahme sei in Vorbereitung. Ein generelles Verbot dürfte es kaum geben. Bei der Bafin argumentiert man, es sei sinnvol1er, jedes Projekt für sich zu prüfen, denn die Funktionsweise der Token sei von Fall zu Fall sehr unterschiedlich. Allerdings wird die Aufsicht nur auf Anfrage oder Aufforderung etwa durch die Staatsanwaltschaft tätig. Die allermeisten ICOs, auch jene aus Deutschland, haben daher bisher ohne Kenntnis oder Genehmigung der Bafin stattgefunden. Dass sie sich in einer regulatorischen Grauzone bewegen, ist nach dem Geschmack der Kryptojünger. Das Misstrauen gegenüber Autoritäten und Zentralinstitutionen ist bei ihnen tief verwurzelt, Teil der Bitcoin-Philosophie waren immer anarchische und radikal marktliberale Züge. Gut beobachten ließ sich das Ende August bei einem Treffen der Berliner Kryptoszene in einem Neuköllner Hinterhof. Die Veranstaltung, bei der Experten über ICOs als „neuen Weg der Unternehmensfinanzierung“ informieren wollten, fand in einem hippen Großraumbüro statt, es gab Augustiner-Bräu, im Publikum dominierten junge Männer. „Es ist toll, wie viele Leute auftauchen, wenn es um die drei magischen Buchstaben ICO geht“, sagte Veranstalter Sven Läpple. Eine der wenigen, die an diesem Abend die Euphorie etwas bremste, war die Anwältin Nina-Luisa Siedler. „Die bisherigen ICOs waren ganz überwiegend rechtlich nicht sauber strukturiert“, mahnte sie. Frage aus dem Publikum: „Was denken Sie persönlich, muss der freie Markt den Regeln folgen oder sollte es nicht umgekehrt sein?“ Siedler gab eine längliche Antwort, der sie am Ende fast entschuldigend hinzufügte: „Don’t shoot the messenger.“

Die Anwältin sieht es als ihre Mission, den Tatendrang und die Aufbruchstimmung der Blockchainanhänger mit den nun einmal existierenden gesetzlichen Rahmenbedingungen in Einklang zu bringen. Mit anderen hat sie im Juni den Bundesblock gegründet, einen Lobbyverband, der auf die anstehenden Koalitionsverhandlungen im Herbst einwirken will, um Rechtssicherheit für die neue Technologie zu schaffen.

Erst einmal rät sie aber: Vor einem ICO sollte ein Gründer die Bafin kontaktieren. Was nicht helfe, sei die Flucht in schwächer regulierte Standorte wie Gibraltar oder die Schweiz. „Für regulatorische und steuerrechtliche Fragen ist es irrelevant, von wo aus ein ICO gestartet wird. Wichtig ist, wo das Angebot wahrgenommen werden kann.“ Mehr und mehr ICOs sind deswegen auf bestimmte Regionen begrenzt oder schließen etwa US-Amerikaner von der Teilnahme aus.

Bisher haben viele Start-ups für ihre ICOs den Schweizer Kanton Zug gewählt und dort Stiftungen gegründet – so auch Lisk. Die Lisk Stiftung, deren Präsident Max Kordek ist, verwaltet das enorme Vermögen des Projekts. Die 14 079 Bitcoin, die Anfang 2016 eingesammelt wurden, sind heute gut das Zehnfache wert also 60 Mio. Dollar.

Dass in Deutschland schon jetzt auf legalem Weg ICOs möglich sind, will ein Berliner Start-up beweisen. Zoe Adamovicz und Marcin Rudolf, in der Hauptstadt bekannt als Gründer der 2014 erfolgreich verkauften App-Suchmaschine Xyo, werkeln seit Monaten an einem Projekt namens Neufund. Entstehen soll eine Investmentplattform auf Block chain-Technologie, auf der auch Nicht-Kryptounternehmen Geld einsammeln können.

Neufund firmiert als korrekt angemeldete GmbH, und CEO Zoe Adamovicz steht nach eigener Aussage in engem Kontakt zur Bafin. Sie lobt sogar die Regulatoren aus Bonn: „Die wollen das Thema verstehen.“ Zu Jahresbeginn hat Neufund bereits 2 Mio. Euro von traditionellen Risikokapitalgebern eingeworben. Um die Kriegskasse aufzustocken, ist — natürlich – auch ein ICO geplant: Im Herbst sollen 200 Mio. Euro zusammenkommen. Klingt vollmundig, aber es dürfte gelingen.

 

 

Mehr über den großen OneCoin-Betrug lesen?

VEGAS COSMETICS-BERATER FÜRCHTEN PLEITE

Das umstrittene MLM-Unternehmen Vegas Cosmetics GmbH steht in der Kritik. Vertriebspartner und Medien zweifeln an der Seriosität von Kosmetik-Papst Carlos Fernandes und seiner Vegas Cosmetics GmbH aus Groß-Umstadt und haben sich an Fraudanwalt gewandt. Zum jetzigen Zeitpunkt unbestätigten Berichten zur Folge soll Vegas Cosmetics kurz vor der Pleite stehen, berichtet ein Insider gegenüber der Redaktion. Es soll laut seinen Aussagen gravierende Verzögerungen bei der Auszahlung von Provisionsgeldern gekommen sein. Vertriebspartner von Vegas warten zum Teil seit Monaten auf Auszahlungen, manche haben bereits das Handtuch geworfen und sind zur Konkurrenz abgewandert. Über die finanziellen Probleme bei Vegas Cosmetics berichtete ein renommierter Finanznachrichtendienst aus den USA – lesen Sie den ganzen Bericht: http://www.gomopa.net/Pressemitteilungen.html?id=2386&meldung=Vegas-Cosmetics-GmbH-Die-windigen-Partner-um-Cosmetic-Papst-Carlos-Fernandes.

Demnach übersteigen die Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr in Höhe von rund 985.000 Euro im Jahr 2015 (Vorjahr rund 754.000 Euro) deutlich das ausgewiesene Reinvermögen der Vegas Cosmetics GmbH in Höhe von rund 823.000 Euro. Möglicherweise können deshalb nicht alle Vertriebspartner und Berater pünktlich ausgezahlt werden? Wir wissen es nicht.

MLM- „Berater“ Jürgen Liebig neu bei Vegas Cosmetics

Der dubiose Millionär Jürgen Liebig aus Neuenkirchen in Westfalen und der nicht weniger skrupellose Oliver Brecht  aus Bodman-Ludwigshafen im Baden-Württembergischen Landkreis Konstanz gehören zur neuen Elite bei Vegas Cosmetics. Beide sollen zahlreiche MLM-Vertriebler abgezockt haben, so schreibt es der Finanznachrichtendienst. Bei der LR Health & Beauty Systems aus Ahlen in NRW, ist Jürgen Liebig gefeuert worden. Hinter vorgehaltener Hand spricht man davon, dass es mit seinen Betrügereien zutun hätte, dies können wir nicht abschließend bestätigen. Solche Vertriebsexperten wie Liebig sind teuer. Carlos Fernandes musste sicherlich tief in die Tasche greifen, um die beiden zu verpflichten. Möglicherweise resultiert daraus die finanzielle Schieflage von Vegas.

Dubioses Management und ranzige Produkte bei Vegas Cosmetics?

In einschlägigen Foren berichten Verbraucher über die minderwertige Qualität der Vegas-Produkte. Nach kurzer Zeit sollen die Produkte ranzig riechen oder sogar Hautausschlag verursachen. Zwar beteuert Carlos Fernandes stets, dass die Produkte „erstklassig“ wären, aber die Konsumenten sagen etwas anderes. „Es kommt einem vor, als würde er ausschließlich in Vertriebsleute wie Liebig investieren und nicht in die Produktqualität“, kommentiert ein Berater von Vegas Cosmetics, der zahlreiche Kundenbeschwerden beantworten muss.

Carlos Fernandes versucht zu verschleiern

Obwohl sich die Schulden bei Vegas Cosmetics Jahr für Jahr in die Höhe türmen und Vertriebspartner auf Provisionen warten müssen, investiert Carlos Fernandes munter in eine Anwaltskanzlei. Karina Grisse von der Kölner-Kanzlei CBH freut sich über das viele Geld, das Fernandes ihr zuschiebt. Die Aufgabe, die ihr Vegas Cosmetics GmbH aufgetragen hat, ist eindeutig: „Es sollen Kritiker im Internet mundtot gemacht werden“. Auch Fraudanwalt erhielt von ihr Mahnschreiben, weil ihr die Berichterstattung missfalle. Frau Grisse wollte sagenhafte 20.000 Euro Schadenersatz für einen Bericht, in dem wir die dubiosen Machenschaften von Vegas Cosmetics aufgedeckt haben.

Unsere Meinung zu Vegas Cosmetics GmbH:

Vegas Cosmetics GmbH und Carlos Fernandes sind ominöse Gestalten in der MLM-Szene. Fernandes verfügt noch nicht einmal über einen Schulabschluss, will aber „hochwertige Kosmetik“ verkaufen. Betrügerische Vertriebskräfte, unter anderem in der Gestalt von Jürgen Liebig, der auf Mallorca für Vegas neue Berater einarbeitet, sind ein weiteres Indiz dafür, worum es wirklich geht: schnelles Geld. Wir empfehlen jedem Berater seine Provisionsansprüche möglichst schnell einzufordern, andernfalls droht der Provisionsverlust.

 

Recherchen zu Vegas Cometics GmbH auf einen Blick:

Vegas verprasst Geld

Vegas Cosmetics Abzocke?

Finanznachrichtendienst zu Carlos Fernades und Jürgen Liebig

FINUM PRIVATE FINANCE MEHRFACH RECHTSKRÄFTIG VERURTEILT

Die FINUM Private Finance AG mit Sitz in Berlin wird von Ralph Conrad geleitet und ist die Tochtergesellschaft der JDC Group. Die Berliner Vermögensberater für wohlhabendes Klientel konnten erst im vergangenen Jahr ihr Geschäft kräftig ausbauen. „Die Vermögensverwaltungstochter des Finanzdienstleisters JDC Group verwaltet mehr Kundengeld als im Vorjahr. Zudem haben sich weitere Private Banker und Wealth Manager der Gesellschaft angeschlossen“, heißtes in einer Mitteilung im Finanzportal Fondsprofessionell. Neues Personal, allen voran neue Vertriebler oder Finanzberater hat das Unternehmen dringend nötig. Im Umfeld von Finum Private Finance ist zwar immer wieder die Rede von sicheren Kapitalanlagen oder auch nachhaltigen Geldanlagen, in der Realität stehen allerdings mehrere rechtskräftige Urteile wegen Falschberatung und dem Verkauf von wertlosen Vermögensanlagen zu buche.

Finum Private Finance zu Schadenersatz verurteilt

Schroeder Logistik Investmentfond sind der Inbegriff für Kapitalvernichtung in der Containerbranche. Für Anleger war das Investment bei Schroeder Logistik gekennzeichnet von Übervorteilung, Druck und hohen Verlusten. Der Schroeder Logistik Investment Fonds 2 stellte Anleger damals vor die Wahl – entweder sofort verkaufen mit hohen Verlusten – oder warten und später mit noch höheren Verlusten verkaufen. Die Fondsgeschäftsleitung übte kontinuierlich Druck aus, am Ende haben Anleger bis zu 75% ihres Kapitals verloren.

Doch das ist nur eine Seite der Medaille, denn es muss auch jemanden geben, der die wertlosen Kapitalanlagen verkauft und das war in diesem Fall die Finum Private Finance AG aus Berlin. Ein rüstiger Anleger, etwa um die 60 Jahre alt, erhielt im Jahr 2007 einen Besuch eines der Berater von Finum Private Finance, um sich über Investitionen beraten zu lassen. Zu seiner wirtschaftlichen Situation wollte er dem fremden Berater nichts erzählen, lediglich, dass er 10.000 Euro sicher investieren wollte. Für den Finum-AG-Berater kein Problem. Er bot ihm die verhängnisvolle Geldanlage von Schroeders an, die sollte ein maximales Verlustrisiko von 15 Prozent haben. Letztlich verlor der Mann 65 Prozent seines Kapitals und klagte gegen Finum Private Finance AG. Mit Erfolg, denn das Landgericht München I hat mit dem Urteil vom 14.12.2015 die Falschberatung durch Finum bestätigt und die Finum Private Finance AG zur Schadenersatzzahlung rechtskräftig verurteilt. Das Gericht begründete seine Entscheidung: „Die Finum AG, vertreten durch ihren Berater, habe ihre Pflichten aus dem Anlageberatungsvertrag verletzt. Die Beratung erfolgte nicht anlegergerecht, da die vermittelte Anlage nicht zu den vom Kläger vorgegebenen Zielen passte“.

Jeder Finanzvertrieb begeht einmal einen Beraterfehler, aber bei Finum Private Finance passiert dies häufiger. Life Trust Two GmbH & Co. KG und andere Life Trust haben Anlegern hohe Verluste beschert: „Ausweislich der veröffentlichten Geschäftsberichte haben diese Fondsgesellschaften im Jahr 2010 wesentliche Teile ihrer als Finanzanlagen ausgewiesenen Versicherungspolicen abschreiben müssen. Hatten die genannten Fonds in den Geschäftsberichten zum 31.12.2009 noch € 119.000.000,00 Finanzanlagen ausgewiesen, so waren es zum 31.12.2010 nur noch € 19.000.000,00. Diese Wertberichtigung von € 100 Millionen ging vollständig zu Lasten des Kommanditkapitals der Anleger“, schreibt ein Anlegerschutzanwalt.

Die Finum Private Finance AG hat Anleger nicht nur in einer Risikoklasse zu „ihren Gunsten“ eingestuft, nein sie hat ihre Anleger auch belogen. Ein weiterer Rechtsanwalt schreibt: “Nach Auffassung des Gerichts hat die Finum Private Finance AG gegen Pflichten aus einem zwischen ihr und der Klägerin zustande gekommenen Beratungsvertrag verstoßen. Konkret hatte es die Finum nach den Feststellungen des Landgerichts unterlassen, auf einen Widerspruch zwischen den von ihr verwendeten Unterlagen und den tatsächlichen Eigenschaften des Produkts hinzuweisen. Während in diversen von der FiNUM verwendeten Unterlagen die Rede von einer „Mindest-Garantierendite“ ist, existiert eine solche im Fonds tatsächlich nicht“. Das heißt die Vermögensberater haben sich die „Mindest-Garantierendite“ einfach ausgedacht, um ahnungslose Anleger in die teuren Fonds zu locken.

Nach noch unbestätigten Insiderinformationen hat die Finum Private Finance AG für die vertriebenen Finanzprodukte satte Provisionen von bis zu 20 Prozent des Anlagekapitals erhalten. Sollte dieser Hinweis stimmen, dann kann man verstehen, weshalb Finum AG-Berater die Schrottprodukte verkauften.

Verkaufte Finum Private Finance spekulative Produkte als Altersvorsorge?

Dieser Vermutung sind wir nachgegangen und sind auf das DCM GmbH & Co. Vorsorgeportfolio 1 KG gestoßen, das ebenfalls von Finum Private-Beratern angepriesen wurde. Es kam wie es kommen musste und Anleger verloren auch bei dieser Investition ihr Kapital. „Das Landgericht Heilbronn hat in einem Urteil vom 21.12.2016 entschieden, dass es sich bei diesem Dachfonds aufgrund seines Blind-Pool-Charakters in Verbindung mit den beabsichtigten Investitionen, die unter Umständen gar nicht in Sachwerte fließen, um eine hochspekulative Geldanlage handelt“, kommentiert ein Anlegerschutzanwalt. Die Finum Private Finance AG verkaufte die Produkte als Altersvorsorge.

„Über 100 Berater sollen sich mittlerweile der Finum Private Finance AG aus Berlin angeschlossen haben, heißt es aus Unternehmenskreisen“. Und weiter: „Mit freier Produktauswahl, moderner Beratungstechnologie und zukunftsweisenden Tools für das Kundenreporting bietet die Finum Private Finance ein stabiles und langfristiges zu Hause für private Banker und Wealth Manager, die ihre Kunden ohne Vorgaben nachhaltig beraten wollen“.

Freie Produktauswahl und ohne Vorgaben beraten? Klingt toll, aber angesichts der vermittelten Schrottprodukte bleibt ein seltsamer Nachgeschmack bei diesem Statement haften.

Dubiose Unternhmen finden Sie auf unserer Warnliste.

Haben Sie Erfahrungen mit Finum Private Finance AG aus Berlin gemacht? Schreiben Sie es uns.

WALTER VÖLL DER INTERNET UND KREDITKARTEN KÖNIG AUS AACHEN

1974: Geburtsjahr
1990-1992: Illustration der Kinderbücher „Schlaf gut“, „Kinderlieder für die ganze Familie“, „Träume werden wahr“, Auszeichnung mit dem Jugendpreis des Arena Verlags
1992-1996: Studium Grafik-Design und Visuelle Kommunikation an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg
1996: Abschluss als Master of Arts/Diplom Grafik-Design
1997: Praktikum in New York bei der Kreativ-Agentur „Addison“, Übernahme als Grafik-Designer
1998-2002: Grafik-Designer und Senior Grafik-Designer bei „thomas.matthews communication design“ in London
2000: Buchveröffentlichung „Nachhaltiges Grafik-Design in der Praxis“
2002-2004: Art Director beim Agentur-Netzwerk „ahoy studios“ in Berlin
2004-2009: Freiberuflicher Grafik-Designer für die renommierten nachhaltigen Medienagenturen „bioculture München“, „merzpunkt München“, „loup Stuttgart“
2008: Mitgründer des „ökoRausch Festivals für Design und Nachhaltigkeit“
seit 2009: Inhaber der Agentur „studio greenartig“, unter anderen grafischen Aufträgen für das Bündnis 90/Die Grünen und Greenpeace
2011: Buchveröffentlichung „Nachhaltiges Grafik-Design ist unsere Zukunft“
2015: Buchveröffentlichung „Nachhaltige Mediengestaltung in der Kreativwirtschaft“
seit 2014: Gastprofessur für nachhaltiges Design an der Fachhochschule Salzburg

Walter Völl: Höhepunkte seiner Karriere

Walter Völl ist ein in München lebender und arbeitender Grafikdesigner und Inhaber der Agentur „studio greenartig“. Seit 2000 veröffentlicht er Fachbücher zu den Themen nachhaltiges und cradle-to-cradle Design. Im deutsch- und englischsprachigen Raum ist Völl ein gefragter Experte rund um nachhaltige Mediengestaltung. 2008 hat er mit anderen Kreativen das „ökoRausch Festival für Design und Nachhaltigkeit“ ins Leben gerufen, das jährlich in Köln stattfindet. Daneben ist Walter Völl als Gastprofessor für nachhaltiges Design an der Fachhochschule Salzburg tätig.

Illustrationen als Jugendlicher

Walter Völl wurde 1974 in Regensburg als Einzelkind geboren. Er wuchs in München bei seiner Mutter, einer Buchillustratorin, auf. Sein Vater war Ingenieur für erneuerbare Energiesysteme. Oft erlebte er als Heranwachsender mit, wie seine Mutter Kinder- und Fachbüchern gestalterisch Leben einhauchte. Sein großes Interesse für Illustration und sein zeichnerisches Talent zeigten sich  im frühen Kindesalter. Seine Mutter förderte seine Begabung und ließ ihn an einigen ihrer Bücher mitarbeiten. Völl belegte in jungen Jahren an der Volkshochschule München einige Kurse für Zeichnen und Illustration und nahm in Seminaren Privatunterricht beim französischen Illustrator und Schriftsteller Tomi Ungerer. Ab 16 Jahren setzte er selbstständig das visuelle Konzept von drei Kinderbüchern um: „Schlaf gut“, „Kinderlieder für die ganze Familie“ und „Träume werden wahr“. Der Arena Verlag zeichnete „Schlaf gut“ mit einem Jugendpreis aus. Völl machte auch Ferialpraktika bei der Zeitung „Münchner Merkur“. Hier war er für die Satirenkolumne verantwortlich, in der er unter dem Pseudonym „Hh“ politische, wirtschaftliche und politische Themen in Illustrationsform brachte und kommentierte. Der Chefredakteur der Zeitung fordert ihn wegen seiner scharfen und beißenden Aussagen öfters auf, abgeschwächtere Inhalte zu veröffentlichen.

Ausbildung als Grafik-Designer

Völl schrieb sich mit 18 an die Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg in den Studiengang Grafik-Design und Visuelle Kommunikation ein. Im deutschsprachigen Raum gilt sie als eine der anerkanntesten Ausbildungsstätten für den grafischen Bereich. Im Zuge seines Studiums kam er mit dem Konzept von nachhaltigem Design in Berührung. Er schrieb seine Masterarbeit er auf Anregung seines Vaters über „Nachhaltiges Verpackungs-Design“. Auf einer Karrieremesse wurde die in Stuttgart ansässige Agentur „strichpunktdesign“ auf Walter Völl aufmerksam und engagierte ihn als Praktikant. Im Zuge der Praktika arbeitete er an visuellen Kommunikationsstrategien für Marken wie Porsche oder Audi mit.

Agenturerfahrung

Nach Abschluss seines Studiums zog es ihn 1997 ins Ausland, und er absolvierte bei der renommierten Kreativ-Agentur „Addison“ in New York ein einjähriges Praktikum. Die Agentur setzt auf die Beratung, Konzeption und Produktion von nachhaltigem Grafik-Design und arbeitet nach den Prinzipien von langlebigen und recyclinggerechten Produkten. Diese Konzepte inspirierten ihn zu seinen später veröffentlichten Fachbüchern. Völl gewann das Vertrauen seiner Vorgesetzten und arbeitete an mehreren nachhaltigen Projekten für größere Auftraggeber mit. Die Firma war von seinen Arbeiten begeistert und sponserte seine Green Card, und er stieg bei Addison 1998 als Designer in Vollzeit ein.

In New York lernte er die heute weltweit bekannte amerikanische Mediengestalterin Aaris Sherin kennen, die sich früh mit nachhaltigem Design beschäftigte. 2000 veröffentlichte er das Fachbuch „Nachhaltiges Grafik-Design in der Praxis“, das im deutschen Sprachraum großes Interesse hervorruf. Völl beschäftigt sich in diesem Buch mit nachhaltigen und wiederverwendbaren Druckmaterialien, Farben und Herstellungsprozessen. Das Buch wurde wie Völls weitere Publikationen gemäß dem cradle-to-cradle Prinzip auf recycelbarem  Papier gedruckt und mit verwertbarer Tinte erstellt. Es erregte nicht nur in der Grafik-Fachwelt, sondern auch in der Nachhaltigkeitswirtschaft viel Aufsehen.

Über einen seiner Kontakte stieg er 2000 bei der in London ansässigen Firma thomas.matthews communication design als Creative Director ein. Hier betreute er vor allem „grüne“ Konzepte für Konzerne und NGOs.

2002 zog er nach Berlin und arbeitete zuerst als Art Director für das Agenturnetzwerk „ahoy studios“. 2004 siedelte Völl mit seiner Familie nach München um. Dort war er für einige Jahre als selbstständiger Grafikdesigner für renommierte Agenturen wie „bioculture München“, „merzpunkt München“ und „loup Stuttgart“ tätig.

Mitgründer von „ökoRausch“

Auf Anregung von Anna Kamphues wurde er Mitgründer des „ökoRausch Festival für Design und Nachhaltigkeit“, das jährlich in Köln stattfindet. Es ist das einzige deutschlandweite Event, das sich seit 2008 mit nachhaltigem Design beschäftigt. Es versammelt Aussteller, Referenten und Firmen aus allen Bereichen der Wirtschaft, um sich über Entwicklungen und brennende Themen des nachhaltigen Designs austauschen zu können. Mittlerweile ist es ein nicht mehr wegzudenkender Höhepunkt im Terminkalender der Kreativschaffenden Deutschlands.

Eröffnung „studio greenartig“

2009 eröffnete Völl in München seine eigene Medienagentur, das „studio greenartig“. Seither hat er namhafte Projekte wie die Umsetzung des Corporate Designs des Bündnis 90/Die Grünen und der Werbekampagnen von Greenpeace realisiert. Völl Agentur bietet Interessierten Seminare aller Art an: Dazu zählen nachhaltiges Drucken, cradle-to-cradle Design und umweltschonendes Grafik-Design. Weiters kommen Vorträge zu nachhaltigen Materialien und  Prozesse in der Druck-Erzeugung hinzu. Zu denselben Themen organisiert Völl mit seinem Team weltweit Veranstaltungen oder spricht als Gastredner bei Fachvorträgen. Wann immer die Möglichkeit besteht, tritt er bei Diskussionsrunden im Fernsehen und Radio zum Thema Nachhaltigkeit auf. Somit hat er sich als Experte eine wichtige mediale Präsenz im deutschsprachigen Raum aufgebaut.

Völls Buchveröffentlichungen

Zwischen 2011 und 2015 erschienen Völls weitere Fachbücher: „Nachhaltiges Grafik-Design ist unsere Zukunft“ und „Nachhaltige Mediengestaltung in der Kreativwirtschaft“. Das Komitee des Deutschen Nachhalitgkeitspreises nahm sein zweites Buch als Kandidaten für den von ihm vergebenen Preis auf. Es konnte sich jedoch nicht gegen den Gewinner des Wettbewerbs durchsetzen. Beide Publikationen werden heute als Fachliteratur in Ausbildungsstätten in Deutschland und den USA verwendet.

Professur an der Fachhochschule Salzburg

2014 erhielt Völl einen Lehrauftrag an der Fachhochschule Salzburg, an der er seitdem in unregelmäßigen Abständen als Gastprofessor für Grafik-Design tätig ist. Die Arbeit mit den Studenten macht ihm große Freude. Gemeinsam mit dem Rektor der Fachhochschule wird er in den nächsten Jahren einen Fachlehrgang für nachhaltiges Design aufbauen. Dieser kann auch extern gebucht werden. Das Ziel der Fachhochschule Salzburg und von Völl ist es, mehr Bewusstsein für ressourcenschonendes Design zu schaffen. Für Völl handelt es sich um „ein wichtiges Zukunftsthema, das auch politische Bedeutung hat“. Er wünscht sich mehr Interesse von Seiten der Kunst- und Design-Ausbildungsstätten sowie eine Themen übergreifende Zusammenarbeit von Grafik-Designern und Wirtschaft.

Die Zukunft von Grafik-Design

Die Frage, was einen guten Mediengestalter ausmacht, beantwortet Völl mit „Neues ausprobieren und ein Leben lang neugierig bleiben“. Er möchte in Zukunft noch weitere Fachpublikationen schreiben. Außerdem möchte er mit seinem Lieblingsthema noch mehr als bisher an die Öffentlichkeit treten, um mehr Bewusstsein unter den Grafik-Designern der Zukunft zu schaffen.

Fraudanwalt hat ein großes Abzocke-Netzwerk aufgedeckt. Im Mittelpunkt des Betruges steht eine alte Masche, der Prepaid-Kreditkarten-Betrug.  Tausende Menschen, allein aus Deutschland, vertrauten auf die windigen Versprechen von angeblichen Kreditvermittlern, doch statt einer Geldhilfe erwarten sie hohe Inkassogebühren. Das Geschäftsmodell Prepaidkartenbetrug hat sich um die Jahrtausendwende in Deutschland, insbesondere in der Stadt Aachen, etabliert. Als einer der Drahtzieher gilt der IT-Systemadministrator Walter Völl aus Aachen. Früher hießen die Sprüche auf den bunten Seiten der dubiosen Kreditanbieter: “Schnell zum Kredit“ oder „rundum Sorglos-Kredit, heute heißen sie „Kredit ohne Schufa“ oder „Kredit bis 6900 Euro sofort“. An der grundsätzlichen Abzocke hat sich nichts geändert. Nach wie vor sind es die schwächsten der Gesellschaft, die von Global Payments B.V, Walter Völl und Co. skrupellos ausgenommen werden. Jeder, der einen finanziellen Engpass erlebt, dem kommt früher oder später der Gedanke einer Finanzierung.

Nur wenige Klicks im Internet entfernt warten die ominösen Angebote der Prepaid-Kreditkarten-Mafia. Die Betreiber der Abzockseiten sind deutsche Staatsbürger und stammen aus dem Raum Aachen, manche leben sogar noch dort.

Vorsicht vor Online-Kreditangeboten

Auf Webseiten und in Angeboten wie z.B. Internetseiten namens „www.firstgold.de“ oder www.payplus.de, werden sogenannte Prepaid-Kreditkarten mit einem möglichen Kreditrahmen angeboten – dass  der Preis für die Karten überteuert ist, wissen die ahnungslosen Opfer meist nicht. Die Angebote sind für Verbraucher absichtlich irreführend formuliert und enthalten falsche Versprechungen. Früher nutzte die Prepaid-Kreditkarten-Mafia eingesammelte und aufgekaufte E-Mailadressen, um ihr dubioses Angebot mittels Spam-Mails zu versenden. Doch die Zeiten haben sich geändert, sind moderner geworden. Mittlerweile kaufen sie Werbung direkt bei Google, Facebook und Co., um die Kredit-Angebote zu bewerben und arme Menschen auszunehmen.

Alle Angebote haben bis heute einige Gemeinsamkeiten, so sind sie ausschließlich auf Täuschung der Verbraucher ausgerichtet. Dies wird deutlich, wenn man sich die geschickten und teils unklaren, irreführenden Formulierungen und Beschreibungen ansieht. Eine beliebte Zielgruppe sind Personen mit einer schlechten Schufa, denn Banken vertrauen diesen Menschen nicht mehr. Ihnen wird suggeriert, gleichzeitig mit der Prepaid-Karte auch eine Kreditzusage zu erhalten, doch das ist eine Lüge. Es kommt noch dicker: Eine Erlaubnis zur Vermittlung von Krediten, Kreditkarten oder sonstigen Bankprodukten liegt nicht vor. Ein Kriterium, um eine Bafin-Lizenz zu erhalten, ist ein Management ohne Vorstrafen – und das ist bei der Kreditkarten-Mafia erfahrungsgemäß nicht anzutreffen.

Online-Kredit-Angebote ohne Herkunft?

Die tatsächliche Herkunft des Angebotes oder den Betreiber der Webseite zu verschleiern gehört zur gängigen Praxis der Aachener-Bande. Sie schrecken selbst vor gefälschten Güte- und Qualitätssiegeln nicht zurück und verwenden Logos von seriösen Kredit-Anbietern, all das nur, um die Verbraucher zu täuschen und abzuzocken. Alle Angebote weisen zudem Kundenzeugnisse von zufriedenen Nutzern aus, seltsamerweise sprechen diese von Seriosität, anders als die Verbraucherzentrale, die die dubiosen Anbieter wie Global Payments bereits abmahnte. Sämtliche Handlungen innerhalb dieser mafiösen Strukturen sind strafbar und dienen allein der Täuschung von Verbrauchern. Das Impressum wurde bei vielen Angeboten von einer deutschen Anschrift meist rund um Aachen zu einer Anschrift in den Niederlanden und in England geändert. Sollten wirklich Mitarbeiter in den ausländischen Postfächern „arbeiten“, dann müssten sie winzig sein.

Neuer Sitz der Prepaid-Mafia in Holland

Um sich aus der Verantwortung zu ziehen, z.B. im Falle von Beschwerden von Behörden oder der Verbraucherzentrale, haben sich die Anbieter in Holland an der deutschen Grenze verschanzt. Ein Umzug aus Aachen hat nach Recherchen von Fraudanwalt nicht stattgefunden. In den Niederlanden mieteten die Akteure zunächst ein Postfach in einem Gewerbegebiet an der deutsch-niederländischen Grenze.

Auf einigen Abzock-Seiten im Internet, die noch aktiv sind, kann diese vermeintliche „Firmenanschrift“ noch gefunden werden. Diese Anschrift war eine Zeit lang sehr wichtig für die weiteren kriminellen Geschäfte.

Nebenjob der Drahtzieher sind Slimsticks.de und Reduxan.de

Als Nebenerwerb haben die Drahtzieher der Kreditabzocke dubiose Diätprodukte verkauft. Die Angebote nennen sich Slimsticks.de und Reduxan.de und sind bis heute noch im Internet aktiv.

Es kam wie es kommen musste: Auch hier wurde und wird betrogen, dies bestätigen die unzähligen negativen Erfahrungen von Konsumenten. Die Kundenbewertungen und Meinungen im Internet sprechen für sich. Viele Kunden berichten z.B. von unverlangten Sendungen und Bestellungen oder von ungewünschten Folgelieferungen, die sie erhalten haben. Und auch diese Angebote bzw. Webseiten hatten u.a. kein vollständiges Impressum, unvollständige AGB, keine kostenlose Kontaktmöglichkeit, erfundene Kundenmeinungen und Bewertungen, unwahre oder gefälschte Garantie- und Gütesiegel – die Masche wirkt gleich, wie schon beim Prepaidkarten-Betrug. „Wer sein Diätprodukt nicht per Nachnahme entgegennahm oder eine Lieferung aus welchen Gründen auch immer verweigerte, bekam in der Regel umgehend Post von einem beauftragten Inkasso- Büro, welches die Forderung dann wohl mit Zusatzkosten eintrieb“, berichtet ein Geschädigter.

Rechtsanwälte freuten sich natürlich und vertraten die geschädigten Verbraucher liebend gern gegen die Anbieter von Diätmitteln. Immerhin waren sie meist erfolgreich, berichten Verbraucher auf unterschiedlichen Portalen. Die vermeintliche Strohpuppe, „Geschäftsführer“ Viktor Miuller, Krefelder Straße. 12, 52146 Würselen wurde eingesetzt, um wenigstens etwas Seriosität vorzugauckeln. Doch auch dieses Betrugsmodell befriedigte die gierigen Gauner nicht und sie besannen sich wieder auf das Haupt- Geschäftsmodell – die Vermittlung von Bank- und Kreditprodukten und Kreditkarten.

Veripay, Firstgold und Payplus, Betrug!

Die Firma „Veripay“ wurde in den Niederlanden ins Leben gerufen. Seltsamerweise war Veripay eine Zeitlang auch im Raum Aachen beheimatet.

Neben den Schlachtschiffen „Firstgold“ und „Payplus“ fing man nun damit an, weitere, ähnliche Webseiten mit genau demselben Geschäftsmodell anzubieten und zu veröffentlichen. Die Webseiten änderten im Laufe der Zeit stets den Namen und wurden immer wieder ein bißchen abgeändert oder „optimiert“, aber ansonsten blieb das Geschäftsmodell mit der Vermittlung einer überteuerten und eigentlich ziemlich nutzlosen Prepaid-Kreditkarte bestehen – über viele Jahre und zwar bis heute. Darüber hinaus wird noch immer und bis heute ein vermeintlicher, möglicher Kredit mitangeboten. Das gehört zum Angebot stets dazu, ebenso wie die irreführenden Formulierungen. Was mit den Kundendaten am Ende alles passiert und an wen diese alles weitergegeben werden bzw. wo ein etwaiger Kredit angefragt wird, dass erfährt der Verbraucher in der Regel nicht.

Man firmierte nun oftmals unter dem Firmennamen „Veripay“, einer angeblich niederländischen Firma mit einer holländischen Postfach- Adresse im Impressum. Später bot man gar kein Impressum mehr an oder Postfachanschriften z.B. in England oder sogar in den USA zur Täuschung der Verbraucher.

Einige sehr bekannte Webseiten, die zum Teil noch bis heute existieren, sind z.B. www.sofort.credit oder www.sofort.cards. Hier sollten Verbraucher wachsam sein.

Prepaid-Kreditkarten-Mafia betreibt auch Crowdfunding

Als Nächstes stiegen die Gangster in das sogenannte „Crowdfunding“- Geschäft ein. Und auch hier war das vermeintliche Geschäftsmodell alles andere als ehrlich und transparent und natürlich schon wieder auf Abzocke ausgerichtet.

Und wer hätte auch etwas anderes erwartet. Man gründete hierzu die Firma und Webseite „Creditex“. Laut dem Impressum gehörte diese Firma zu „Veripay B.V.“ – wieder in Holland.

Die Firma „Creditex“ hat viele Rechtsanwälte eine sehr lange Zeit beschäftigt, die abgezockte Verbraucher vertreten haben und ihnen halfen. Einer dieser Rechtsanwälte, der anscheinend auch sehr erfolgreich bisher gegen „Creditex“ und „Veripay“ vorgegangen ist, ist RA Pilarski (www.rechtsanwalt-pilarski.de).

Auf seiner Webseite finden sich Details zu den von ihm bisher betreuten Fällen.

Crowdfunding bedeutet eigentlich, dass eine Privatperson einen akuten Geldbedarf hat z.B. für eine dringend benötigte Anschaffung oder für ein ganz bestimmtes Projekt und anschließend von einer oder von mehreren anderen Privat-Personen ein Darlehen oder einen Kredit bekommt und diesen dann ratenweise zurückbezahlt, wenn das Projekt realisiert wurde und der Kredit ausgezahlt wurde.

Auf der Webseite „Creditex“ konnte man als Kreditsuchender ein vermeintliches Inserat aufgeben für ein Kreditgesuch oder einen Kreditwunsch. Potentielle Kreditgeber und Investoren sollten dann darauf aufmerksam werden und Kontakt aufnehmen.

Ein Kredit kam nie zustande. Die Kreditplattform und Webseite „Creditex“ verlangte pro veröffentlichtem Inserat eine prozentuale „Inserationsgebühr“ von ca. 2,5 bis 5 Prozent von der Kreditsumme pro aufgegebenem Inserat-völlig unabhängig von einem etwaigen Erfolg der Kreditsuche.

Ein Problem bestand darin, dass man sich zunächst kostenlos anmelden sollte und seine Daten wie z.B. Namen und Adressdaten, sowie E-Mail Adresse angeben mußte.

Es wurde der Anschein erweckt, dass dies alles noch völlig „unverbindlich“ sei. Aber das war natürlich nicht so. Unabhängig davon, ob man wirklich dort ein Inserat aufgegeben hat mit einer Kreditanfrage, oder „nur“ seine Adressdaten angegeben hat- um einen „kostenlosen“ Account zu eröffnen- es folgte innerhalb kürzester Zeit eine hohe Rechnung, meist in einem Bereich zwischen 25,- und teilweise mehreren hundert Euro, in Abhängigkeit von der angefragten Kreditsumme.

Beglich man die unberechtigte Forderung nicht, dann ging die Forderung sofort weiter an ein Inkasso-Büro, welches diese dann versuchte einzutreiben und noch weitere hohe Gebühren und Mahnspesen dazu addierte. Wenn man sich die Erfahrungen und Bewertungen von betroffenen Kunden im Internet anschaut, so kann man wohl davon ausgehen, dass es hier am Ende mehrere Hundert Geschädigte bzw. abgezockte Kunden gab. Es ist bekannt, dass man für einen solchen Geschäftsbetrieb eigentlich in Deutschland eine Erlaubnis z.B. nach der Gewerbeordnung oder nach der BaFin braucht und zudem eine Reihe von Regelungen und Gesetzen bei einem solchen Geschäft der Kreditvermittlung beachten muss. Auch hier waren die AGB zumindest fragwürdig und unvollständig und die ganze Webseite und der Internetauftritt waren mal wieder sehr auf Irreführung und auf Täuschung der Verbraucher ausgerichtet. Das Angebot bzw. die Webseite „Creditex“ wurde inzwischen abgeschaltet und existiert nicht mehr.

Unter www.creditfriends.de bzw. unter „www.crediforest.com“ macht man übrigens munter mit der Abzocke weiter, aber dies ist anscheinend nur ein weiterer Nebenerwerb der Abzocker.

Nun zog es die Abzocker komplett in die Niederlande. Man wohnt ja schon ganz nahe an der deutsch- niederländischen Grenze, also ist es doch naheliegend, dass man ein Geschäft in den Niederlanden aufbaut. Damit kann man davon ablenken, dass man selbst in Deutschland beheimatet ist und Kunden abzocken möchte, die ebenfalls in der Regel meist deutsch sind.

Es wurde die Firma „Global Payments“ gegründet, welche mit den bisherigen Geschäftsmodellen einfach so wie bisher weitermacht, Fraudanwalt berichtete. Das Haupt- Geschäftsmodell ist nach wie vor der Verkauf bzw. Vertrieb einer völlig überteuerten Prepaid- Kreditkarte zusammen mit irreführenden Angaben und mit dem vermeintlichen Versprechen einer etwaigen Kreditanfrage oder Kreditvermittlung. Die Firma „Global Payments B.V.“ scheint immerhin in den Niederlanden angemeldet zu sein und man hat sogar einen Geschäftsführer bestellt. Zumindest steht im Impressum ein Geschäftsführer, ob er existiert oder doch Walter Völl selbst ist, weiß niemand.

Die Firma Global Payments betreibt Webseiten und Angebote wie z.B. www.mastercredit.de oder www.sorglosduo.de oder www.blitz.credit.

Von der Seriosität bzw. der Qualität des Angebotes kann sich jeder selbst ein Bild machen. Wer eine Prepaid-Kreditkarte auf solchen Webseiten bestellt, der muss Beträge zwischen 100,- und 150,- Euro bezahlen oder bekommt schnell Post von einem Inkassobüro, welches die Forderung eintreibt und noch weitere hohe Gebühren berechnet. Die Lieferung erfolgt in der Regel bei all diesen Angeboten ausschließlich per Vorkasse oder Nachnahme.

Widerrufe oder Kündigungen von Kunden werden meist kategorisch ignoriert oder bleiben unbeachtet, so kann man es auch im Internet in vielen verschiedenen Foren nachlesen, wo betroffene Kunden sich beschweren und ihre Erfahrungen schildern. Die Widerrufsbelehrung oder AGB waren oder sind teils noch oftmals unvollständig und oft fehlt auch der Button mit der Aufschrift „jetzt rechtsverbindlich bestellen“, so wie es gesetzlich vorgeschrieben ist. Dies alles ist aber charakteristisch für alle diese hier geschilderten Angebote.

Nur in einigen Fällen hat man den Bestellprozess inzwischen ein bisschen überarbeitet und versucht nun, die rechtlichen Vorgaben und Bestimmungen etwas besser einzuhalten. Wie gesagt, dies war und ist nicht auf allen Webseiten dieser Betreiber immer der Fall. An den Inhalten der Angebote hat sich aber nicht viel geändert. Die beschriebenen Angebote konnte man im Laufe der Zeit immer wieder unter anderen, ähnlichen Namen wiederfinden.

Die Abzocker ändern oft den Namen der Webseiten und schalten einige Webseiten nach einer gewissen Zeit wieder ab, um dann dafür neue Webseiten wieder zu veröffentlichen und zu bewerben. Auch das Impressum variiert u.a. zwischen deutschen, niederländischen, englischen oder sogar teils amerikanischen Adressen. Wobei diese Anschriften in der Regel wohl meist nur Postfach- Anschriften sind. Als aktuelle Betrugs-Webseite könnte zur Zeit wohl z.B. „www.kreditclub24.com“ genannt werden oder auch z.B. „www.sorgloscash24.com“ oder www.mein-kreditclub24.com oder www.platinmastercard.de, aber es gibt noch mehr.

Man kann über viele dieser Angebote inzwischen auch Warnungen der Verbraucherzentralen finden, da sich dort die Beschwerden von betroffenen Verbrauchern nach einiger Zeit immer wieder häuften.

Culpa-Inkasso macht gemeinsame Sache mit der Mafia

Ein besonders wichtiger Aspekt bei allen diesen Betrügereien ist stets die Beauftragung und Zusammenarbeit mit Inkassobüros, um die Verbraucher, welche z.B. von ihrem Widerrufsrecht rechtzeitig Gebrauch machen oder einfach die Annahme einer Lieferung per Nachnahme oder gegen Vorkasse verweigern, massiv unter Druck zu setzen und trotzdem zu einer Zahlung zu bewegen oder zu nötigen. Im Laufe der Zeit hat man anscheinend schon mit vielen solcher Inkassobüros zusammengearbeitet. Meist handelt es sich dabei ebenfalls um dubiose oder zumindest fragwürdige Firmen. Einige Firmen scheinen das Mandat nach einiger Zeit wieder abgegeben zu haben, weil der Ärger mit den Verbrauchern (oder deren Rechtsanwälten) zu groß wurde oder weil sie eingesehen haben, dass Forderungen wohl unberechtigt oder rechtlich nicht wirklich haltbar waren.

Eine längere Zeit arbeitete man z.B. mit der Firma „Culpa-Inkasso“ aus Stuttgart zusammen. Diese verschickte eine Vielzahl von Rechnungen und Mahnungen an die Verbraucher. Aber es gab und gibt wohl noch zahlreiche andere Inkassobüros, die mit den Abzockern regelmäßig zusammenarbeiten. Ein Rechtsanwalt Luesgens aus Köln sei hier noch genannt, der anscheinend mit der Truppe befreundet ist und Fachanwalt für Wirtschafts- und Inkassorecht ist. Dieser hat anscheinend auch zahlreiche Mahnbriefe mit Inkassoforderungen an Verbraucher verschickt im Namen und Auftrag von „Global Payments“ oder „Mastercredit“.

Kurioserweise scheint die Firma „Mastercredit“ wohl eine Zeit lang unter genau derselben Adresse wie dieser Anwalt in Köln registriert gewesen zu sein oder dort ein Büro gehabt zu haben, bestätigen unsere Recherchen. Die Inkassobüros dienen in der Regel alle dazu, eine massive Druck- und Drohkulisse aufzubauen. Zu guter Letzt hat man ein eigenes Inkassobüro mitaufgebaut, welches die Forderungen massiv eintreibt und zwar die Eurocollect-Inkasso GmbH. Dieses war bzw. ist sogar offiziell lizenziert und zugelassen.

Diese Firma hat eine Firmenanschrift in Düsseldorf, aber dies ist nur ein leeres Büro oder ein Postfach. Die Redaktion konnte niemanden antreffen. Die tatsächlichen Geschäfte werden wohl aus Würselen, einem Vorort bzw. Ortsteil der Stadt Aachen durchgeführt.

Es ist übrigens kein Zufall, dass man bei vielen dieser ganzen Angebote oftmals Adressen in der Stadt Aachen oder im Landkreis Aachen findet. Es ist mit hoher Wahrscheinlichkeit und einer gewissen Sicherheit davon auszugehen, dass die Abzocker genau aus dieser Region stammen.

Die Inkassobüros schlagen auf die vermeintlichen Forderungen oftmals noch horrende Zusatzgebühren und Extrakosten, sowie Mahnspesen, Verzugszinsen etc. auf. Auch die Firma Eurocollect-Inkasso beschäftigte und beschäftigt anscheinend noch immer zahlreiche Rechtsanwälte im ganzen Bundesgebiet und sorgt dafür, dass sie viel Arbeit haben, indem sie viele Verbraucher beraten und verteidigen.

Seit ungefähr einem Jahr versucht man nun die sagenhafte schufafreie „Prepaid- Mastercard“ mit goldener Farbe und exklusiver Hochprägung auch telefonisch zu verkaufen unter dem Namen „Veripay“. Dazu wurde schnell ein Callcenter im Ausland beauftragt (in Bosnien oder in der Türkei), welches die Verbraucher ungefragt anruft. Die Gespräche werden wohl alle aufgezeichnet und wenn man telefonisch eine Zusage macht, dann erhält man die Karte per Nachnahme zugeschickt. Der Verkaufspreis liegt bei ca. 100,- bis 150,-Euro und der tatsächliche Wert der Karte wohl in einem Bereich zwischen 10,- und 20,- Euro. Es ist unbekannt, woher die Kundendaten stammen.

Neueste Projekte der Kreditabzocker

Wer die neuesten Projekte sehen möchte, dem sei empfohlen, einmal auf die Webseiten „www.schneller.credit“ oder „www.schufafrei.credit“ oder „www.kreditexpess.club“ oder „www.kreditsofort24.com“ zu gehen, es gibt unzählige mehr.

Auch hier findet man wieder Angebote für die bekannte Kreditkarte oder für dubiose Kredite und Kreditanfragen, also alles wie immer. Bei fast allen den hier genannten Angeboten und Webseiten kann man sich auch als ein sogenannter selbstständiger Werbepartner (als ein sogenannter „Affiliate“ ) bei den Abzockern bewerben. Wer diese Angebote dann z.B. auf seiner eigenen Webseite bewirbt (z.B. auf Werbelinks, Werbebannern etc.) und dafür eine Provision erhält, erlebt ein böses Erwachen.

Wir raten hiervon ganz dringend ab.

Eine Webseite, wo man sich als Werbepartner anmelden und registrieren kann, ist beispielsweise „www.oneplus-partner.com“. Die Zeugnisse und Erfahrungsberichte von vermeintlich zufriedenen Werbepartnern sind alle frei erfunden. Ein Geschäftsführer namens Dr. Samuel Kaiser ist im Impressum angegeben, angeblich ein Rechtsanwalt, existiert mit hoher Sicherheit ebenfalls nicht.

Aber das Problem ist ein ganz anderes:

Wenn man sich tatsächlich als Werbepartner dort bewirbt und anmeldet und das Formular auf der Webseite ausfüllt, dann bekommt man einige Zeit später wohl einen Brief von einem Rechtsanwalt. Dort wird einem vorgeworfen, dass man angeblich gegen die AGB des Partnerprogrammes verstoßen hätte und einen Betrug begangen hat. Als Beweis wird dann u.a. die IP- Adresse vorgelegt.

In der Folge wird eine hohe Forderung von mehreren hundert oder sogar mehreren tausend Euro gestellt. Man möchte sich dann „im Guten“ einigen und auf eine Strafanzeige und weitere rechtliche Schritte verzichten – gegen eine Bezahlung versteht sich natürlich. Tja, und wer steckt hinter den ganzen Angeboten?

Es deutet alles darauf hin, dass ein Herr Walter Völl aus Aachen maßgeblich an diesen Angeboten beteiligt ist und einer der mutmaßlichen Drahtzieher und Hintermänner dieser „Angebote“ sein könnte. Diese Person ist bereits mit solchen und ähnlichen Angeboten im Internet in den Jahren 2000-2001 schon mehrfach negativ aufgefallen.

Er ist angeblich gelernter Systemadministrator und verfügt über einige IT-Grundkenntnisse. Wir vermuten, dass er noch weitere Freunde und Geschäftspartner im Raum Aachen und vielleicht auch in den Niederlanden hat. Wir bleiben für Sie dran.