CAUSA VEGAS COSMETICS: CARLOS FERNANDES BESCHWICHTIGT

Die Firma Vegas Cosmetics unter der Leitung des gebürtigen Südamerikaners Carlos Fernandes ist ein umstrittenes MLM-System für Kosmetik-Produkte, wenn man ihren Kritikern Glauben schenkt. Auf den MLM-Vertrieb von Vegas Cosmetics wurde die Redaktion vor wenigen Wochen aufmerksam gemacht. Mehrere Vertriebsangestellte und Käufer meldeten sich zu Wort – zum Fraudanwalt-Bericht. Daraufhin reagierte Carlos Fernandes ungehalten und beauftrage eine Kölner Anwaltskanzlei, um Drohgebärden in Form von Anwaltsmahnbriefen mit überzogener Kostenstruktur und einem Streitwert im unteren fünfstelligen Bereich auszusenden. Anders als etwas in den USA, erfreuen sich Anwälte in Deutschland der Gegebenheit, immer als Sieger aus dem Prozess zu gehen und dabei ist es egal – wie der Prozess endet. Anwaltsgebühren werden immer im Vorfeld fällig und nicht bei erfolgreichem Prozessausgang des Mandanten. So kam es wie es kommen musste und Fernandes verprasste eine saftige Summe – zum Fraudanwalt-Bericht.

Im Laufe der Berichterstattung ist die Redaktion vielen Verdachtsfällen nachgegangen und bat auch Vegas-Gründer Fernandes zu einem Statement.

 

Redaktion:

a) Beurteilen Sie die Qualität Ihrer Vegas Cosmetics-Produkte, wer produziert die Produkte mit welcher Zutatenqualität? 

Antwort von Carlos Fernandes (Vegas Cosmetics):

Unsere Produkte werden nach deutschen und europäischen Standards produziert, erfüllen alle gesetzlichen Bestimmungen und haben stets alle Qualitätskontrollen bestanden. Gerne sende ich Ihnen Proben unserer Produkte zu, damit Sie sich selbst ein Urteil von der fraglosen Qualität unserer Produkte bilden können. Es kann nicht sein, dass Sie unsere Waren allein auf Basis der Aussagen des zur Konkurrenz abgewanderten Herrn Niemeyer negativ darstellen!

Anmerkungen der Redaktion:

Offensichtlich geht Herr Fernandes davon aus, dass ein ihm bekannter Vertriebsmitarbeiter Informationen weitergegeben hat, der Redaktion ist ein Herr Niemeyer unbekannt.

 

b) Ist es möglich, dass ein Produkt ranzig riechen kann oder sind Ihnen andere Beanstandungen bekannt?

Antwort von Carlos Fernandes (Vegas Cosmetics):

Ich kann mir nicht erklären, wie eines unserer Produkte ranzig riechen kann! Welches Produkt genau sollte das denn sein? Schmuck sicherlich nicht! Eine Crème oder ein Parfum? Bei uns hat sich noch kein Kunde über die Qualität unserer Produkte beschwert! Herr Niemeyer jedoch hat seine Gründe!

Anmerkungen der Redaktion:

In einschlägigen Internetforen beklagen sich vermeintliche Käufer über die Produktqualität von Vegas Cosmetics. Zwei unabhängige User sprachen davon, dass die Produkte ranzig riechen sollen. Dies kann von der Redaktion nicht abschließend bestätigt werden.

 

c) Haben Sie eine berufliche Qualifikation inne?

Antwort von Carlos Fernandes (Vegas Cosmetics):

Ich fühle mich durch über 24 Jahre Branchenzugehörigkeit hinreichend zur Leitung der Vegas Cosmetics GmbH qualifiziert.

Anmerkungen der Redaktion:

Der Vegas Comsmetics-Gründer Carlos Fernandes verfügt dementsprechend nicht über eine schulische Ausbildung. Unter dem Begriff „Branchenzugehörigkeit“ soll vermutlich die MLM-System-Laufbahn gemeint sein, das lässt Fernandes offen. Aus Sicht von Fernandes scheint es ausreichend zu sein, 24 Jahre lang irgendwelche Produkte in Strukturvertrieben zu verkaufen, um hochwertige Kosmetik zu produzieren. Kein weiterer Kommentar.

 

d) Liegt bei Ihren Produkten ein dermatologischer Test vor?

Antwort von Carlos Fernandes (Vegas Cosmetics):

All unsere Produkte werden bereits im Entwicklungsstadium diversen Tests unterzogen, unter anderem auch dermatologischen Tests. Nicht von ungefähr bescheinigt uns Dermatest mit dem Siegel „very good“, dass Vegas Produkte von sehr guter Qualität sind.

Anmerkungen der Redaktion:

Die meisten Siegel sind nichts wert und sollen Verbraucher in die Irre führen. Bei Dermatest ist ein Siegel schon für 540 Euro pro Produkt zu erhalten. Ein Schnäppchen.

 

e) Ist es üblich, dass neue Vertriebspartner die Produkte bezahlen müssen, um sie zu testen?

Antwort von Carlos Fernandes (Vegas Cosmetics):

Unsere Partner müssen keine Produkte kaufen und werden auch nicht zum Kauf gezwungen. Um unsere Produkte zu verkaufen, muss der Vertriebspartner die Ware aber natürlich erstmal bei Vegas kaufen. Und wenn Partner Produkte selber testen wollen, müssen sie die Produkte selbstverständlich auch vorher kaufen (wie bei allen anderen Firmen auch). Oder können Sie in den Supermarkt gehen und alles probieren? Diese Frage ist eigentlich etwas lächerlich, denn welche Firma verschenkt seine Produkte?

Anmerkungen der Redaktion:

Unserer Meinung nach hingt der Vergleich ein wenig. Fernandes findet es lächerlich, dass Vertriebler, bevor sie für ihn und seine Vegas Cosmetics arbeiten, die Produkte nicht kostenlos erhalten, sondern bezahlen müssen. Sein Vergleich mit dem Supermarkt müsste lauten: „Wenn eine Kassiererin in einem Supermarkt einen Probearbeitstag macht, dann muss sie die Produkte, die sie verkauft erstmal bezahlen“.

f) Wie ist die finanzielle Situation von Vegas Cosmetics GmbH, existiert eine Bonitätsbewertung?

Antwort von Carlos Fernandes (Vegas Cosmetics):

Ich würde mich freuen, wenn Sie sich (endlich) bei unabhängigen Dritten über die Bonität von Vegas Cosmetics und über meine persönliche Bonität erkundigen würden. Sowohl Vegas wie auch ich sind im Creditreform-Bonitätsindex mit guter Bonität gelistet. Bei der Schufa bin ich und ist auch die Vegas Cosmetics GmbH mit der Ratingstufe A eingeordnet. Bei Legende sogar Doppel ++ deutlich unterdurchschnittliches Risiko!

Finanziell steht das Unternehmen sehr gut da, weder gibt es Kredite noch bestehen Schulden. Bilanzmäßig sind ja auch die stillen Reserven sichtbar. 

 

g) Bestehen ausstehende Forderungen von Vertriebsmitarbeitern?

Antwort von Carlos Fernandes (Vegas Cosmetics):

Nein definitiv nicht und auch nicht in der Vergangenheit, es laufen auch keine Verfahren diesbezüglich gegen mich oder die Vegas Cosmetics GmbH.

Anmerkung der Redaktion:

Dies kann leider nicht überprüft werden.

Das war das Statement von Carlos Fernandes im Namen der Vegas Cosmetics GmbH.

 

Fraudanwalt-Fazit:

Das Unternehmen Vegas Cosmetics GmbH konnte die Redaktion nicht überzeugen. Ein Management ohne nennenswerter Qualifikation, eine authentizitätslose Internetwerbung, schlechte Erfahrungen von Produktkäufern in Internetforen, schlechte Erfahrungen von Vertriebsmitarbeitern und mutmaßlich ehemaligen Vertriebsmitarbeitern und ein aggressives Vorgehen gegen Kritiker mit teuren Anwälten sind die Basis unserer Kritik. Zur Warnliste.

VEGAS COSMETICS: FERNANDES VERPRASST 20.000 € FÜR LÖSCHUNG, MÜSSEN VERTRIEBSPARTNER WARTEN?

Die Vegas Cosmetics GmbH unter der Leitung des „Cosmetic-Papsts“ Carlos Fernandes mit Sitz in der Lise-Meitner-Str. 4-6, Groß-Umstadt ist in die Kritik des Verbraucherverbundes Fraudanwalt geraten – zum Fraudanwalt-Bericht. Grund dafür ist eine Mitteilung eines ehemaligen Vertriebspartners, der kein gutes Haar am Strukturvertrieb oder auch MLM-System (Multi-Level-Marketing) von Carlos Fernandes und seinem „Kosmetik-Konzern“ gelassen hat.

Er sagte gegenüber der Redaktion-Fraudanwalt, dass Vegas Cosmetics auf ihn einen Eindruck machte, als würden in den Schulungen „sektenartige“ Methoden vorherrschen und kritisierte, dass neue Vertriebspartner zum Einstand die Produkte von Vegas Cosmetics aus eigener Tasche kaufen müssten. Das bedeutet, dass Vegas Cosmetics an neuen Vertriebspartnern verdient und als Gegenleistung eine Verkaufsschulung anbietet, um später an dem Vertriebsmitarbeiter gleich vielfach zu verdienen. Das Provisionsmodell ist als Pyramide aufgebaut, weshalb die Spitze – Carlos Fernandes natürlich das größte Stück vom Kuchen abbekommt- immer! Wir empfanden diese Umstände als unseriös und folgten unserer Aufgabe, vor Betrug und Missmanagement zu warnen – ohne jedoch dabei Vegas Cosmetics zu verurteilen. Jedoch, wie es bei MLM Struktur-Vertrieben oder dubiosen Anbietern von Geldanlagen häufig der Fall ist, wenn sie ertappt wurden, beginnen sie scharfe Geschütze aufzufahren. Doch wir bleiben für unsere Leser standhaft und löschen die Berichte nicht.

Vegas Cosmetics zahlt Kölner Kanzlei 20.000 €

Der Verbraucherverbund Fraudanwalt erhielt ein Schreiben von einer Anwaltskanzlei aus Köln im Auftrag von Vegas Cosmetics und dem Drahtzieher des Kosmetik-Imperiums Carlos Fernandes. Darin heißt es, dass die Redaktion Fraudanwalt gegenüber Vegas Cosmetics und ihren Anwälten eine Unterlassungserklärung abgeben soll. „Denn die Berichterstattung würde ihnen missfallen“. Aus dem Schreiben geht hervor, dass Vegas Cosmetics an die Kanzlei 20.000 € für diesen Dienst zahlte und nunmehr von Fraudanwalt neben der Unterlassungserklärung auch noch eine „Aufwandentschädigung“ fordert. Weshalb versucht die Vegas Cosmetics GmbH aus Groß-Umstadt seine Kritiker mundtot zu machen und investiert eine fünfstellige Summe? Wäre dieses Geld nicht besser bei Vertriebspartnern oder Kosmetik-Produkten angelegt?

Schulden: Zahlt Vegas Cosmetics die Vertriebspartner aus?

Ein Blick in die letzte Bilanz (2015) von Vegas Cosmetics lässt mehrere Deutungsmöglichkeiten zu. Einerseits stellt sich die Frage, weshalb das Unternehmen um Carlos Fernandes keine Bilanz von 2016 vorlegt. Waren möglicherweise die Zahlen ungenügend und eine anwaltliche Löschung wie er es bei seinen Kritikern versucht, nicht möglich? Versucht er deshalb, den Veröffentlichungszeitpunkt hinauszuschieben?

Es ist aus der 2015er Bilanz erkennbar, dass sich die Verbindlichkeiten der Kosmetikverkäufer deutlich erhöht haben. Knapp 1 Mio. € müssen innerhalb eines Jahres zurückgezahlt werden, so steht es im Vermerk innerhalb der Bilanz. Werden möglicherweise die Provisionsgelder von Vertriebspartnern nicht rechtzeitig ausbezahlt? Oder welche Art von „Schulden“ türmen sich dort Jahr für Jahr auf. Die von Vegas Cosmetics beauftragte Kölner Anwaltskanzlei kostete allein 20.000 € und warf der Redaktion vor, fälschlicherweise die Vermutung eines Schneeballsystems aufzuwerfen. Die Anwältin so wörtlich: “Ein Schneeballsystem würde niemals so lange funktionieren…“. Das ist die Begründung dafür, dass Carlos Ferndandes kein Schneeballsystem betreibt – damit geben wir uns nicht zufrieden. Auf Werbeseiten von Vertriebspartnern des Unternehmens sind häufig Villen, Anzugträger und schnelle Autos zu sehen, trügt möglicherweise der Schein? Klar ist, dass das Unternehmen weitaus höhere „Schulden“ als „Einnahmen“ ausgleichen muss – und das innerhalb von 12 Monaten. Wer noch offene Provisionsforderungen hat, sollte sie nicht auf die lange Bank schieben. Denn, wie immer, beißen den Letzten die Hunde. Unsere Vermutung zu dem mutmaßlichen Schneeballsystem erhärtet sich die neue Situation, denn zu Beginn werden immer Gelder ausbezahlt um weitere Mitstreiter zu finden – irgendwann, wenn genug verdient ist, platzt die Blase.

Haben Sie Erfahrungen mit Vegas Cosmetics gemacht oder sind ehemaliger Vertriebsmitarbeiter? Dann schreiben Sie uns Ihren Bericht an [email protected]